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Anale Irrigation

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Die anale Irrigation ist eine effektive Therapie der neurogen bedingten Stuhlentleerungsstörung. Zudem eignet sie sich für Menschen, welche unter ihrem bisherigen Darmmanagement weiterhin an Stuhlinkontinenz, Obstipation (Verstopfung), Stuhltransportstörungen oder langen Stuhlentleerungszeiten leiden.

Als Folge von Querschnittlähmung, Spina bifida, Multipler Sklerose und weiteren Krankheitsbildern kommt es häufig zu neurogen bedingten Darmentleerungsstörungen.

Der Nutzen der Anwendung für den Betroffenen ist beachtlich:

  • Deutlich kürzere Stuhlentleerungszeiten
  • Deutliche Verringerung von Obstipationshäufigkeiten
  • (Wieder-)Herstellung der Stuhlkontinenz

Das System sollte so konzipiert sein, dass es der Betroffene, weitestgehend selbstständig, auf der Toilette sitzend anwenden kann. Auf dem Markt befindet sich ein neues Irrigationssystem der Firma Coloplast, welches es auch Menschen mit eingeschränkter Handfunktion ermöglicht, die Irrigation selbstständig anzuwenden.

Es gibt drei unterschiedliche Systeme der rektalen Irrigation:

  1. Schwerkraftsystem
  2. Rein mechanisches System (schwerkraftunabhängig!)
  3. Elektrische Wasserpumpe
    Irrigation Coloplast

Alle Systeme erzeugen durch den Dehnungsreiz, welchen das einlaufende Wasser ausübt, eine Peristaltik des Darmes. Der Darm wird zur natürlichen Transportbewegung angeregt. Dadurch wird zur gewünschten Zeit eine Entleerung des Dickdarmes herbeiführt, sodass der Betroffene danach in der Regel für 24 Stunden und länger keine weiteren Stuhlentleerungen zu erwarten hat. Die Dauer des entleerungsfreien Intervalls hängt unter anderem von der Länge des Dickdarms und den Ernährungsgewohnheiten ab.

Eine kontinuierliche Durchführung, vorzugsweise vom Betroffenen selbst, ermöglicht somit eine „willentlich steuerbare“ Stuhlentleerung.

Im Vorfeld der ersten Anwendung muss ein Arzt prüfen, ob keine Kontraindikationen vorliegen. Dies ist z.B. der Fall, wenn entzündliche Darmerkrankungen oder Veränderungen des Dickdarms oder des Rektums vorliegen. Für Kinder unter zehn Jahren und Schwangere ist die Irrigation nicht geeignet.

Ebenso muss vor der ersten Anwendung die richtige Technik erlernt und die benötigte Wassermenge individuell ermittelt werden.

Irrigationssysteme und das benötigte Verbrauchszubehör sind anerkannte Inkontinenzhilfsmittel, sie werden von den Krankenkassen erstattet. Hilfsmittel belasten das Budget des Arztes nicht, weisen Sie Ihn im Zweifelsfall darauf hin!

Quelle:

Christensen P et al. A randomized, controlled trial of transanal irrigation versus conservative bowel management in spinal cord injured patients. Gastroenterology 2006; 131:738-747

 

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