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Urologisches Lexikon

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Fachbegriffe verständlich erklärt

 

Alphabetische Auswahl:

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |

A

ADH: Antidiuretisches (die Harnausscheidung dämpfendes) Hormon

Adipositas: Fettleibigkeit; Body-Mass-Index (BMI) über 30

Anamnese: Krankengeschichte

Anästhesie: Narkose

Androgene: männliche Sexualhormone

Anticholinergika: Substanzen zur Behandlung der Dranginkontinenz, die verhindern, dass sich die Blasenmuskulatur unwillkürlich zusammenzieht. Sie können so den Urinverlust bei überfallartigem Harndrang vermindern.

Anurie: Verminderung der Harnmenge auf weniger als 100 ml täglich

Augmentation der Blase: Operative Vergrößerung der Harnblase durch ein Darmsegment, das der Blase kappenartig aufgesetzt wird. Durch diesen Eingriff wird die Kapazität der Blase vergrößert und der Innendruck gesenkt.

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B

 

Bakteriurie: Vorhandensein von Bakterien im Urin.

Beckenboden: Der Beckenboden besteht aus drei Muskelschichten, die wie ein Trampolin zwischen Steißbein, Schambein und rechtem und linken Sitzknochen gespannt sind. Der Beckenboden stützt alle Organe des kleinen Beckens.

Beckenbodengymnastik (-training): Gezieltes Training zur Stärkung des Beckenbodens.

Belastungsinkontinenz: Ungewollter Urinabgang in kleinen Mengen durch Erhöhung des Drucks im Bauchraum (z.B. beim Husten, Niesen, Lachen, Treppensteigen).

Biofeedback: Durch das Biofeedback-Verfahren oder Biofeedback-Training wird das Beckenbodentraining kontrolliert. Die Bewegung der Muskulatur wird hörbar oder sichtbar gemacht (Rückmeldung), was den Lerneffekt erhöht.

Biopsie: Probeentnahme von Gewebe, z.B. aus der Prostata.

Blase: Siehe Harnblase.

Blasendehnung: Bei der Blasendehnung wird die Blase unter Vollnarkose mit Flüssigkeit gefüllt und gedehnt.

Blasendruckmessung: Messung des Drucks und der Funktion der Blase in verschiedenen Füllungszuständen. Die geschieht über einen speziellen Katheter, der durch die Harnröhre eingeführt wird.

Blasenkatheter: Siehe Katheter.

Blasenspiegelung: Untersuchung der Blase mit Hilfe eines dünnen Sichtinstrumentes (sog. Zystoskop), das durch die Harnröhre eingeführt wird.

Body-Mass-Index: BMI, Körpermassen-Index, [BMI= kg/m²], Normalgewicht: 20-25

BPH - benigne Prostatahyperplasie: gutartige Prostatavergrößerung

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C

CF syn. Blasenfistel, Bauchdeckenkatheter, Cystofix: Ableitung des Harnes über eine dünnen Katheter, der über die Bauchdecke in die Blase gelangt

Chemotherapie: Behandlung mit einem Chemotherapeutikum zur Hemmung bzw. Verminderung des Wachstums von Krebszellen.

Cystitis, interstitielle: Die Interstitielle Zystitis (IC) ist eine chronische Entzündung der Blasenwand, die mit Schmerz und Harndrang verbunden ist.

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D

 

Dauerkatheter: Kunststoffschlauch aus weichem gummiartigem Material, der über längere Zeit in der Harnröhre/ Blase verweilen kann. Der Urin fließt durch den Katheter ab.

Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie: Gestörtes Zusammenwirken der beim Wasserlassen beteiligten anatomischen Strukturen

Desmopressin: Wirkstoff (ADH), der bei Enuresis Nocturna vor dem Schlafengehen gegeben wird, um die Harnproduktion zu drosseln.

Deszensus uteri: Gebärmuttersenkung

Diabetes mellitus: Zuckerkrankheit

Dranginkontinenz: Ungewöhnlich häufiger, plötzlich und stark auftretender Harndrang, der zu Urinverlust führt.

Duloxetin: Medikament zur Behandlung der Belastungsinkontinenz.

Dysurie: Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen.

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E

Elektrostimulation: Training der Beckenbodenmuskulatur unter Zuhilfenahme kleiner Elektroden, Stimulation der Beckenbodenmuskulatur durch elektrische Impulse.

Enkopresis: Stuhlinkontinenz (bei Kindern)

Enuresis: Unwillkürliches Harnlassen, Einnässen; diurna: Einnässen bei Tag - nocturna: Einnässen nachts

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G

Gynäkologie: Frauenheilkunde

H

 

Hämaturie: „Blut im Urin“, Ausscheidung von roten Blutkörperchen mit dem Urin.

Harnblase: Die Blase ist ein muskuläres Hohlorgan zur Speicherung und Entleerung von Urin.

Harnflussmessung: Messung des Harnflusses während der Blasenentleerung.

Harninkontinenz: Ungewollter (unwillkürlicher) Urinabgang.

Harnkontinenz: Fähigkeit, die Blase gewollt (willkürlich) zu entleeren und den Urin bis zu diesem Zeitpunkt einhalten zu können.

Harnretention: Siehe Harnverhalt.

Harnrörenstriktur: Verengung der Harnröhre

Harnverhalt: Unvermögen, die gefüllte Blase spontan zu entleeren.

Harnwegsinfektion: Entzündliche Erkrankung der Harnwege durch Infektion vor allem durch Bakterien. Anzeichen: stark eingetrübter und übel riechender Urin, Inkonitnenz, Fieber, allgemeines Unwohlsein, verstärkte Spastiken, Brennen in Blase und Harnröhre

HIFU: Methode zur Behandlung von Geschwülsten mittels hochfrequentem Ultraschall, insbesondere bei Prostataerkrankungen und Nierenerkrankungen

Histologie: feingewebliche, mikroskopische Untersuchung von Gewebe

Hydrophil: Feuchtigkeit anziehend, aufnehmend

Hysterektomie: Operative Gebärmutterentfernung.

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I

 

Ileostoma: Künstlicher Dünndarmausgang zur Stuhlentleerung (in einem Auffangbeutel

Indikation: Grund zur Anwendung eines diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens. Gegenteil: Kontraindikation.

Inkontinenz: ungewollter Verlust von Harn, Stuhl oder Wind

Irrigation: Verfahren zur Darmspülung bei Stomapatienten, Obstipation (Verstopfung), Stuhlinkontinenz und (neurogen bedingten) Entleerungsstörungen. Durch die Irrigation kann eine Kontinenz über 24 bis 28 Stunden erreicht werden.

IvP (Isotopennephrogramm): Darstellung von Niere, Harnleiter und Blase durch Gabe eines Kontrastmittels in die Vene; zur Beurteilung der Ausscheidung und Abflusses von Harn aus den Nieren

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K

 

Katheter: Kunststoffschlauch zum Einführen in Hohlorgane zur Diagnostik und Therapie (Ableitung von Flüssigkeiten, Spülung, Messung, Überwachung etc.), z.B. Blasenkatheter.

Katheterismus: Einführung eines Katheters in ein Hohlorgan (z.B. Harnröhre) zu diagnostischen oder Behandlungszwecken.

Klimakterium: Wechseljahre der Frau.

Kontinenz: Siehe Harnkontinenz.

Kontraindikation: Gegenanzeige, ein Umstand, der ein diagnostisches oder therapeutisches Verfahren verbietet. Gegenteil: Indikation.

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L

 

Laparoskopie: Bauchspiegelung

Läsion: Verletzung

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M

 

Miktion: Blasenentleerung, Wasser lassen

Mischinkontinenz: Gleichzeitiges Auftreten verschiedener Inkontinenzformen.

Miktionscysturethrogramm: Röntgenkontrastmitteldarstellung der Blase während der Füllung und der Entleerung.

Miktionsprotokoll: Das Miktionsprotokoll ist wie eine Art Tagebuch, in dem Trinkmengen und Urinmengen genau mit der jeweiligen Uhrzeit notiert werden. Außerdem wird vermerkt, ob Harndrang oder unfreiwilliger Harnverlust aufgetreten sind.

Miktionsstörungen: Störungen bei der natürlichen Entleerung der Blase z.B. durch Vergrößerung der Prostata

Motorisch: Bewegend; der Bewegung dienend.

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N

 

Nephrologie: Lehre von den Nierenkrankheiten.

Neurogen: Gehirn und Nerven betreffend. Von den Nerven ausgehend

Neurogene Blase: Fehlfunktionen der Blase und des Schließmuskels durch Schäden des Nervensystems.

Neurologie: Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Diagnostik und nicht-operativen Behandlung von Nerven-, Rückenmarks-, Gehirn- und Muskelerkrankungen beschäftigt.

Neuron: Nerveneinheit, Nervenzelle mit Fortsätzen

Nierenkolik: Symptome – Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Fieber. Ursachen: Ablusshindernis in Form von Steinen oder einer Verengung im Bereich des Nierenbeckens oder der Harnleiter.

Nykturie: Vermehrtes nächtliches Wasserlassen

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O

 

Oligurie: Verminderung der Harnausscheidung auf 100-500 ml täglich (statt 1000-1500 ml).

Östrogen: Weibliches Geschlechtshormon.

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P

 

PAD – Test: Dient zur Ermittlung des tatsächlichen Urinverlustes durch Wiegen der Vorlagen oder Windeln (pads).

PCA syn. Prostatakrebs: bösartige Erkrankung der Prostata

Pessar: In die Scheide, bzw. Gebärmutterhöhle einzulegender Metall-, Gummi- oder Kunststoffkörper (meist ring- oder schalenförmig) zur Korrektur der anatomischen Lage der inneren Genitalorgane (Stützfunktion) oder zur Verhütung (z.B. Diaphragma).

Pollakisurie: Häufiger Harndrang mit Entleerung jeweils nur geringer Urinmengen.

Polyurie: Erhöhung der Urinmenge auf mehr als 3 l täglich.

Prostatektomie/Prostataresektion: Teilweise oder vollständige operative Entfernung der Prostata.

PSA: Prostata spezifisches Antigen; Blutwert, der im Rahmen der Prostatavorsorge untersucht wird. Eine Erhöhung kann bei einer Entzündung der Prostata, gutartiger Prostatavergrößerung oder Prostatakarzinom nachweisbar sein.

pTa = nicht invasives Karzinom der Schleimhaut (Urothel = mehrschichtige Deckgewebe)

pTcis = Carcinoma in situ ( wörtlich: "Krebs an Ort und Stelle" )

pT1 = Einwachsen (Infiltration) unter die Schleimhaut (subepitheliales Bindegewebe), Unterklassifikation pT1a-c

pT2 = Einwachsen in die Muskelschicht (Muscularis propria), Unterklassifikation pT2a-b

pT3 = Hinauswachsen über die Muskelschicht hinaus, Unterklassifikation pT3a-b

pT4 = Einwachsen in Nachbarorgane wie Prostata, Gebärmutter, Vagina, Beckenwand

pN1 = einzelner Lymphknoten < 2 cm

pN2 = einzelne oder mehrere Lymphknoten bis 5 cm

pN3 = Lymphknoten über 5 cm

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R

 

Reizleitung: physiologischer Prozess, der die Grundlage für die Funktion der Nervenzellen darstellt.

Reflux: Zurückfliesen von Urin in die Nieren

Restharn: verbleibender Harn in der Blase nach vollständiger Entleerung

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S

 

Scheidenplastik: Operative Wiederherstellung/Formung der Scheide; mit oder ohne Fremdmaterial.

Schlingenextraktion: Entfernung von Harnsteinen über die Harnröhre unter Kontrolle mit einem Spiegelgerät (Endoskop) mit entsprechend geformten Schlingen oder Zangen.

Selbstkatheterismus: Das Legen eines Katheters zur einmaligen Blasenentleerung durch den Patienten bei sich selbst. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Blase druckfrei und vollständig zu entleeren.

Sensorisch: Zu den Sinnesorganen gehörend, auf ihnen beruhen.

Sonografie: Siehe Ultraschall-Untersuchung..

Spinalanästhesie: Form der lokalen Narkose, „Rückenmarksnarkose“.

Sphinkter: Schließmuskel

Spina bifida: Angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule und des Neuralrohrs.

Stressinkontinenz: Siehe Belastungsinkontinenz.

Striktur: Verengung der Harnröhre

Suspensionsoperation: Operative Anhebung der Blase oder des Scheidendaches.

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T

 

Therapeutika: Medikamente

Toilettentraining: Anhand eines Miktionsprotokolls lassen sich gut die persönlichen Probleme erkennen. Ziel des Trainings ist es, die Blasenkapazität (Speichermenge) zu erhöhen, die Abstände zwischen den einzelnen Toilettengängen zu vergrößern und die Kontinenz zu verbessern.

TOT: „Tansobtorator-Tape“, operatives Verfahren, bei dem ein Kunststoffband spannungsfrei unter die Harnröhre gelegt wird.

TVT: „Tension-free Vaginal Tape“, operatives Verfahren, bei dem ein Kunststoffband spannungsfrei unter die Harnröhre gelegt wird.

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U

 

Ultraschall: Schmerzfreies, bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von organischem Gewebe (z.B. Blase).

Ureter: Harnleiter

Urethra: Harnröhre

Urethradruckprofil: Messen der Verschlussfunktion der Harnröhre mit und ohne Belastung.

Urge-Inkontinenz: Siehe Dranginkontinenz.

Urogramm: Röntgenkontrastmitteluntersuchung zur Beurteilung des Nierenbeckens und der Harnleiter.

Urodynamik: Untersuchungsverfahren zur Messung der Blasenfunktion.

Uroflowmetrie: Siehe Harnflussmessung.

Urologie: Lehre von den Krankheiten der Harnorgane.

Urosepsis: Lebensbedrohliche Komplikation einer Infektion der harnableitenden Wege.

Uterus: Gebärmutter

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V

 

Vaginalkonen: Scheidengewichte werden als Hilfsmittel zum Beckenbodentraining benutzt. Diese kleinen, kegelförmigen Gegenstände mit unterschiedlichen Gewichten werden ähnlich wie Tampons in die Scheide geschoben. Um ein Herausrutschen zu verhindern, wird die Beckenbodenmuskulatur automatisch angespannt.

Vesikostomie: Operativ angelegte äußere Blasenfistel.

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Z

 

Zwischenanamnese: Erfassung des Krankheitsverlaufs zwischen den Arztbesuchen

Zystitis: Entzündung der Harnblase

Zystomanometrie: (Kurz: Zystometrie), siehe Blasendruckmessung.

Zystometrie: Siehe Blasendruckmessung.

Zystoskopie: Siehe Blasenspiegelung.

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© 2005-2007 Inkontinenz Selbsthilfe e.V.

Stand der Information: 07.07.2007
Autor: Matthias Zeisberger

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