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Schlaganfall

Ein Schlaganfall (apoplexia cerebri) ist eine plötzliche ("schlagartige") Funktionsstörung des Gehirns. 150 000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. Der Schlaganfall ist mit 40 % Sterblichkeit die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Des Weiteren ist ein Schlaganfall der häufigste Grund für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter.

Durch verschiedene Ursachen erhalten die Nervenzellen im Gehirn zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und gehen dadurch zugrunde. Die betroffenen Hirnregionen fallen aus. Andere Begriffe für einen Schlaganfall sind Apoplexie (ugs. Apoplex), apoplektischer Insult, Hirninsult oder Hirninfarkt.

Werden die Symptome früh erkannt und rechtzeitig behandelt, so lässt sich der Schaden am Hirn unter Umständen begrenzen; teilweise können andere Regionen des Gehirns die Funktionen der ausgefallenen Bereiche übernehmen.

Fast jeder zweite Schlaganfall-Patient leidet unmittelbar nach dem Ereignis eine Zeitlang an Harninkontinenz. Mittelfristig bleibt das Symptom für jeden dritten Patienten ein Problem. Unmittelbar nach dem Ereignis hat jeder zweite Patient eine vollständige oder teilweise Harninkontinenz. Nach einem halben Jahr ist dies noch bei etwa jedem Fünften der Fall.

Ursachen

Verschluss eines Blutgefäßes. Die Durchblutungsstörungen im Gehirn können durch verschiedene Vorgänge ausgelöst werden:

Wie beim Herzinfarkt kann ein Blutgerinnsel, Fettpfropf oder Plaque eine hirnversorgende Arterie verschließen und die Blutzufuhr unterbrechen (Hirninfarkt) und damit sowohl die Sauerstoff- als auch die Nährstoffversorgung erheblich beeinträchtigen. Dadurch kann es zu Ausfällen bestimmter Gehirnfunktionen kommen.

Das Platzen eines Blutgefäßes oder eine Gefäßmißbildung (Aneurysma) im Gehirn kann einen Bluterguss (Hämatom) verursachen. Es entsteht Druck auf Gehirnteile, deren Funktion dadurch ausfällt. Risikofaktoren für eine solche Hirnblutung sind unter anderem Bluthochdruck und Hypercholesterinämie.

Risikofaktoren des Hirninfarktes

Die wichtigsten Risikofaktoren (gesichert in großen Studien) für den Schlaganfall sind:

  • Alter: Verdopplung der Schlaganfallsrate nach dem 55. Lebensjahr
  • Geschlecht: 24 - 30% höher bei Männern
  • Ethnische Zugehörigkeit: 2,4 -fach höher bei Afro-Amerikanern, 2 -fach höher bei Hispaniern, Blutungsrate höher bei Chinesen und Japanern
  • Genetische Veranlagung: 1,9 -fach höher bei Verwandten ersten Grades
  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern)
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Rauchen
  • Alkoholmissbrauch
  • Mangelnde Bewegung

Hirninfarkt und Hirnblutung sind von Ersthelfern und vom Rettungsdienst nicht zu unterscheiden und bedürfen weitergehender Diagnostik. Standardmethode ist die Computertomographie des Kopfes.

Erkennen

Die Symptome sind von der betroffenen Hirnregion abhängig und im Allgemeinen unspezifisch. Häufige Symptome eines Schlaganfalls sind :

  • Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit,
  • Plötzliche Schwäche (Hemiparese) oder Gefühlsstörungen einer Körperseite,
  • halbseitige Lähmungen im Gesicht -> hängender Mundwinkel (Facialisparese),
  • Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen,
  • Eine plötzliche Sehstörung, vor allem das Fehlen des halben Gesichtsfeldes auf beiden Augen,
  • Wahrnehmungsstörungen (Neglect),
  • Vorübergehende Doppelbilder,
  • Plötzlich einsetzender Schwindel mit Gangunsicherheit,
  • Unfähigkeit, eigenen Speichel zu schlucken,
  • Übelkeit und Erbrechen

Seltenere Symptome sind:

  • Plötzlich auftretende sehr heftige Kopfschmerzen,
  • unkontrollierter Harn- und/oder Stuhlabgang (Inkontinenz),
  • Cheyne-Stokes-Atmung.

Eine Forschungsgruppe um Amy Hurwitz (Universität North Carolina in Chapel Hill) vereinfachte einen Standardtest zur Diagnose eines Schlaganfalls. So können selbst Laien vor dem Eintreffen ärztlicher Hilfe die Situation beurteilen. (Quelle: Bild der Wissenschaft online)

Die Komponenten:

  • Kann der Patient normal lächeln?
  • Kann der Patient beide Arme korrekt heben und oben halten?
  • Kann der Patient einen einfachen Satz verständlich formulieren?

Gefahren

  • Bewusstlosigkeit
  • Einatmen von Mageninhalt oder Speichel (Aspiration) durch Schluckstörung oder Bewusstlosigkeit
  • Atem- und Kreislaufstillstand
  • Stürze

Es ist möglich, daß die plötzlich aufgetretenen Symptome bestehen bleiben. (Bleibende halbseitige Lähmung der Muskeln, Taubheitsgefühl, Zittern, Sprachstörungen, Sehstörungen)

Sofortmaßnahmen

  • Schnellst möglichst Notruf veranlassen mit Hinweis „Verdacht auf Schlaganfall“
  • Ansprechen, Patienten beruhigen
  • Lagerung des Patienten mit erhöhtem Oberkörper
  • Gegebenenfalls bei Bewusstlosigkeit : Stabile Seitenlage
  • Gegebenenfalls bei Atem-/Kreislaufstillstand: Herz-Lungen-Wiederbelebung
  • Betreuen des Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
  • Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen: Herzaktion (Puls), Atmung, Bewusstsein

Rehabilitation

In der Nachbehandlung des Schlaganfalles wird versucht, verlorene Fähigkeiten wieder zu erlernen, so dass der Schlaganfallspatient sein Leben alleine meistern kann. Teilweise können andere Regionen des Gehirns die Funktionen der ausgefallenen Bereiche übernehmen. Traditionell wird mit Hilfe der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie versucht, den Patienten zu helfen (u. a. frühestmögliche Pflege und Therapie nach dem Bobath-Konzept).

Vorgestellt:

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe wurde 1993 unter der Schirmherrschaft von Liz Mohn, Gattin des Unternehmers und Gründers der Bertelsmann Stiftung Reinhard Mohn, nach einem persönlichen Erlebnis innerhalb ihrer Familie, gegründet.

Unabhängig und gemeinwohlorientiert widmet sie sich ihrem Satzungsauftrag, Schlaganfälle zu verhindern und zur Verbesserung der Versorgung von Schlaganfall-Patienten beizutragen.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe versteht sich als primärer Ansprechpartner auf dem Gebiet der Gefäßerkrankungen mit dem Schwerpunkt Schlaganfall.

Das Leistungsangebot umfasst die Information, Aufklärung und Beratung, Unterstützung der Forschungsförderung und Fortbildung der medizinischen Berufe. Die Stiftung tritt für die Gesundheitsförderung sowie die Verbesserung der Prävention, Akutversorgung und der Rehabilitation des Schlaganfalls ein.

Auf nationaler und internationaler Ebene koordiniert sie Aktivitäten zu verschiedenen Facetten des Schlaganfalls und vernetzt und fördert dabei insbesondere Modellvorhaben. Die Stiftung unterstützt Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -verbesserung bei der Versorgung von Schlaganfall-Patienten, z.B. durch die flächendeckende Etablierung von Schlaganfall-Stationen und die Einrichtung einer durchgehenden Versorgungskette.

Link: www.schlaganfall-hilfe.de

Stand der Information: 07.07.2007
 

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