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Extraurethrale Inkontinenz

Geschrieben von Redaktionsteam Inkontinenz Selbsthilfe e.V.. Veröffentlicht in Harninkontinenz


Mit der extraurethralen Inkontinenz liegt eine organische Fehlbildung (Fistelgang) der unteren Harnleiter vor, bei der eine Harnableitung (ständiger Urinverlust) neben dem eigentlichem Schließapparat stattfindet.

Ursachen der extraurethralen Inkontinenz:

Eine extraurethrale Inkontinenz kann sich bei Erwachsenen durch die Bildung von Urinfisteln entwickeln. Sehr häufig sind Frauen betroffen, bei denen sich eine Fistel zwischen den ableitenden Harnwegen und den Geschlechtsorganen bildet. Ursache für die Fistelbildung sind Operationen, Geburten, Bestrahlungen, Verletzungen oder primäre Blasenerkrankungen. Da der Schließmuskel bei der extraurethralen Inkontinenz umgangen wird, geht bei dieser Form der Inkontinenz ständig und gleichbleibend stark Urin über die Fistel ab.

Diagnostik der extraurethralen Inkontinenz:

Für die Diagnostik einer extraurethralen Inkontinenz empfiehlt sich je nach Ursache folgende Vorgehensweise, um aussagefähige Ergebnisse zu bekommen :

Unbedingt notwendige Untersuchungen :

  • Anamnese (permanenter Urinabgang)
  • körperliche Untersuchung, besonders der Genital- und Analregion,
  • Miktionsprotokoll über mindestens 2 Tage
  • Urinsediment / Urinkultur
  • Sonografie des oberen und unteren Harntrakts
  • Windeltests
  • Ausscheidungsurografie
  • Urethrozystoskopie

Nützliche Untersuchungen bei Verdacht auf ektop mündendem Harnleiter :

  • Vaginoskopie
  • Miktionszystourethrografie
  • retrograde Pyelografie
  • Computertomographie mit Kontrastmittelgabe
  • MRT Urografie / MRT Angiografie

Nützliche Untersuchungen bei kombinierten Fehlbildungen des Harn- und Darmtraktes:

  • Vaginoskopie (Sinusskopie)
  • Rektoskopie
  • Computertomographie mit Kontrastmittelgabe
  • Colon-Kontrasteinlauf
  • Laparoskopie

Behandlung der extraurethralen Inkontinenz:

In den meisten Fällen kann ein chirurgischer Eingriff diese Fehlbildung schon frühzeitig beheben, wenn ein funktionstüchtiger Schließmuskel vorhanden ist. Andernfalls muss dieser zusätzlich nachgebildet oder durch ein Implantat ergänzt werden, wobei eine Entleerung damit nur manuell ermöglicht wird. In einigen Fällen kann die Anlage eines Stomas sinnvoll sein, um einer lebenslangen Harninkontinenz vorzubeugen.

Quellen:

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie: Harninkontinenz. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 084/001 (Stand: Mai 2005/Mai 2008)
Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM): Harninkontinenz. Internet-Fassung der DEGAM-Leitlinie Nr.5 (Stand: 2004)
Beutel ME, Hessel A, Schwarz R, Brähler E: Prävalenz der Urininkontinenz in der deutschen Bevölkerung., in: Urologe A 2005; 44(3): 232-238 (IF 0,558)
Robert Koch Institut - Statistisches Bundesamt: Heft 39 Harninkontinenz. Gesundheitsberichterstattung des Bundes.

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