Neueste Forenbeiträge

Mehr »

Mit Ihrer Spende sichern Sie unsere Projektarbeit - Danke!

Demenz | Alzheimer

Geschrieben von Redaktionsteam Inkontinenz Selbsthilfe e.V.. Veröffentlicht in Erkrankungen


Die Demenz ist eine fast immer, aber nicht ausschließlich, im Alter (Altersdemenz = senile Demenz) auftretende Erkrankung des Gehirns, bei der es zu einer fortschreitenden Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit kommt, vor allem des Gedächtnisses, ferner des Denkvermögens, der Sprache, der Motorik.

Definition

Die diagnostischen Kriterien für eine Demenz beinhalten verschiedene Kombinationen imagesvon Defiziten in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, die zu einer Beeinträchtigung von sozialen und beruflichen Funktionen führen. Gemeinsames Kriterium ist ein stetig fortschreitender Gedächtnisverlust über mindestens 3 Monate.



Häufigkeit

Nach der Berliner Altersstudie (1996) steigt die Zahl der dementen Personen nach Altersgruppen aufgeschlüsselt folgendermaßen an:

  • 65- bis 69-Jährige 1,2%
  • 70- bis 74-Jährige 2,8%
  • 75- bis 79-Jährige 6,0%
  • 80- bis 84-Jährige 13,3%
  • 85- bis 89-Jährige 23,9%
  • über 90-Jährige 34,6%

Risikofaktoren

Hauptrisikofaktor für eine Demenz ist das Lebensalter. Das Überwiegen des weiblichen Geschlechts liegt wahrscheinlich vor allem in der einige Jahre höheren Lebenserwartung von Frauen begründet. Unstrittig ist, dass die Häufigkeit der Demenz mit steigendem Bildungsniveau abnimmt. Auch Depressionen werden als Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz angesehen. Vor allem in frühen Demenzstadien treten sie gehäuft auf. Sie können einer Demenz vorausgehen.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer Demenz ist die Alzheimersche Krankheit. Aber auch bei zahlreichen anderen, vor allem im Alter auftretenden, Erkrankungen des Gehirns kann es sukkzessive zum Auftreten einer Demenz kommen, zum Beispiel bei der Lewy-Körperchen-Erkrankung (= Lewy-Body-Demenz) oder der Lobäratrophie (= frontotemporale Demenz), auch beim Parkinson-Syndrom (bei dem es sich wahrscheinlich um eine Form der Lewy-Body-Demenz handelt). Ob auch Durchblutungsstörungen des Gehirns eine (vaskuläre) Demenz verursachen können, ist umstritten. Fest steht, dass sich gerade bei alten Menschen oft mehrere Erkrankungen miteinander mischen.

Aus neuropathologischen Untersuchungen ist bekannt, dass die ersten Demenz-typischen Veränderungen im Gehirngewebe bereits im jungen Erwachsenenalter auftreten und mit zunehmendem Lebensalter stetig zunehmen. Zur Demenz kommt es erst, wenn ein großer Teil der Gehirnzellen zerstört ist.

Seltene Demenz-Ursachen sind Infektionskrankheiten wie HIV oder die Syphilis, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, Normaldruckhydrocephalus, Stoffwechselstörungen wie der Vitamin B12-Mangel, die Schilddrüsenunterfunktion oder der Morbus Wilson, oder auch seltenere neurodegenerative Erkrankungen wie z.B. die Chorea Huntington u.a.

Häufigste Ursachen der Demenz

  • Alzheimersche Krankheit ca. 60%
  • Lewy-Körperchen-Erkrankung und Parkinson-Syndrom ca. 10 - 20%
  • Frontotemporale Demenz ca. 5 – 10%
  • Vaskuläre Demenz ca. 15%
  • Andere < 5%

Die Angaben sind Schätzungen, da die Zuordnung im Einzelfall schwierig bis unmöglich ist und Mischformen häufig sind.

Diagnose

Es gibt keine technische Untersuchung, die das Vorliegen einer Demenz-Erkrankung beweist. Die Diagnose ergibt sich vor allem aus der Krankengeschichte, wobei besonders die Angaben der Bezugspersonen zu berücksichtigen sind, da dem Betroffenen selbst seine Gedächtnisstörungen oft nicht auffallen oder da er sie im Rahmen einer depressiven Verstimmung übertreibt. Technische Untersuchungen wie beispielsweise die Kernspintomografie oder Computertomografie des Kopfes oder die Elektroenzephalografie sind vor allem zur Differenzierung von anderen Gehirnerkrankungen sinnvoll. Um keine behandelbare Ursache zu übersehen, sollten zumindest die folgenden Blutuntersuchungen vorliegen: Blutbild, Vitamin B12-Spiegel, Blutzucker, Leberwerte, Nierenwerte, Elektrolyte, Schilddrüsenhormone, CRP.

Hilfreich zur Diagnosestellung und auch zur Überprüfung des Fortschreitens einer Demenz sind neben der Krankengeschichte vor allem einfachere psychometrische Testverfahren wie der MMSE = Mini-Mental State Examination, der Uhrentest oder der DemTect. Solche einfachen und schnell durchführbaren Tests können auch zu Verlaufsuntersuchungen eingesetzt werden, zum Beispiel, um das Ansprechen auf Medikamente zu überprüfen.

Im Vorfeld einer Demenz sind oft psychische Störungen zu beobachten, die häufig kaum von denen einer Depression unterschieden werden können wie zum Beispiel Verlust von Interessen und Eigeninitiative, Reizbarkeit, Gefühl der Überforderung, Verlust der affektiven Schwingungsfähigkeit, depressive Verstimmungen.

Leitsymptom aller Demenz-Erkrankungen ist die Störung des Gedächtnisses, vor allem des Kurzzeitgedächtnisses. Oft ist zumindest in den Anfangsstadien die äußere Fassade dabei gut erhalten, so dass die Gedächtnisstörungen im oberflächlichen Kontakt sehr gut überspielt werden können.

Zum Beispiel antwortet ein Dementer oft auf die Frage: "Wie alt sind Sie?" mit "Ich bin 1919 geboren, jetzt können Sie es sich ausrechnen" oder mit "Raten Sie mal!" und überspielt damit seine zeitliche Desorientierung.

Später verlieren sich länger zurück liegende Gedächtnisinhalte. Wenn die Demenz fortschreitet, treten auch andere Störungen der Hirnfunktion hinzu, wie zum Beispiel Wortfindungsstörungen, Rechenstörungen und Störungen der Raumwahrnehmung, so dass sich die Betroffenen häufig verlaufen, besonders wenn in der ihnen über Jahrzehnte geläufigen Umgebung bauliche Veränderungen stattfinden.

Demenz-Kranke verlieren ihre Eigeninitiative. Sie vernachlässigen ihre früheren Hobbys, ihre Körperpflege und das Aufräumen ihrer Wohnung. Schließlich sind sie nicht mehr in der Lage, sich ausreichend zu ernähren. Sie haben keinen Antrieb zum Essen, verlieren das Hungergefühl und vergessen schließlich, die Nahrung zu kauen und herunter zu schlucken. Sie magern ab und werden anfällig für internistische Erkrankungen wie zum Beispiel eine Lungenentzündung. Auch motorische Störungen gehören meist zum Bild einer fortgeschrittenen Demenz, wenn es sich nicht um eine Demenz-Erkrankung handelt, die mit motorischen Störungen beginnt wie zum Beispiel das Parkinson-Syndrom. Die Patienten werden zunehmend steif am ganzen Körper. Ihr Gang wird kleinschrittig, schlurfend und breitbeinig. Sie sind fallgefährdet, auch weil es zu einer Störung der Haltereflexe kommt.

Wahnhafte Störungen können bei allen Demenzformen auftreten. Relativ typisch sind sie für die Lewy-Body-Demenz, die Demenzform beim Parkinson-Syndrom. Es handelt sich vor allem um optische Halluzinationen. Typischerweise sehen die Betroffenen zunächst vor allem im Zwielicht der Dämmerung nicht anwesende Personen, mit denen sie mitunter sogar Gespräche führen. Die Patienten können sich in diesem Stadium meist von ihren Halluzinationen distanzieren, das heißt sie wissen, dass die Personen, mit denen sie sprechen, nicht anwesend sind. Später sehen sie Tiere oder Fabelwesen, Muster an den Wänden, Staubfusel. Schließlich erleben sie groteske, meist bedrohliche Dinge, zum Beispiel Entführungen. Diese szenischen Halluzinationen sind in der Regel sehr angstgefärbt. Die Patienten werden nicht selten aggressiv, wenn sie die sich in besten Absichten nähernden Angehörigen und Pflegenden in ihr Wahnsystem einbauen. Hier sind die Übergänge zum Delir fließend.

Verschiebungen im Tag-Nacht-Rhythmus können erhebliche pflegerische Probleme bereiten.

Im weit fortgeschrittenen Stadium erkennen die Betroffenen schließlich nicht einmal ihre engsten Angehörigen wieder. Sie werden völlig apathisch, bettlägerig und inkontinent.

Die Demenz schränkt die Lebenserwartung ein. Die Demenz selbst ist aber nicht Todesursache, sondern die durch die Demenz begünstigten Erkrankungen. Je besser man diese beherrschen kann, je besser die Ernährung (z.B. über einen Plastikschlauch direkt in den Magen) und die Pflege, desto mehr steigt die Lebenserwartung der Demenz-Kranken im Endstadium. Lebenserwartung ist aber nicht mit Lebensqualität gleichzusetzen. Deshalb wird gerade über den Punkt der lebensverlängernden Massnahmen, dazu zählt die künstliche Ernährung, zurecht sehr konstruktiv diskutiert.

Kliniksuche & Fachzentren

kliniksucheUnsere Kliniksuche dient der Recherche von Fachzentren, die sich auf Fachgebiete zum Thema Inkontinenz spezialisiert haben. Die wichtigsten Kriterien für unsere Auswahl der Einrichtungen in die Liste sind die Zertifizierungen der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. (Kontinenz Zentren) und die Zertifizierungen der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (Kompetenz- und Referenz-Zentren für Koloproktologie).

Postleitzahlengebiete:

0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9

Sie sind nicht allein!

 


Besucher:
Heute 503 - Gestern 1991 - Woche 14614 - Monat 72129 - Insgesamt 4919604

Aktuell sind 158 Gäste und ein Mitglied online

  • Sophie1010

Unsere Fördermitglieder

logobbraun       mast screen big


       hytec        recamed logo


        logo uromed125