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Belastungsinkontinenz, Zystozele

13 Mär 2008 16:33 #1 von Brodberg
Hallo,

Zu meinen Beschwerden: Ich habe eine Inkontinenz beim Sport, Husten, Niesen etc. Geschlechtsverkehr ist in bestimmten Positionen schmerzhaft. Ich habe auch öfter Unterleibsschmerzen, wobei die durchaus vom Rücken kommen können, da ich eine Torsionsskoliose (Drehung der Wirbelsäule habe) und seit kurzem auch noch einen Bandscheibenvorfall im LWS habe.

der Urologe stellte im November letzten Jahres eine Belastungsinkontinenz sowie eine Zystozele fest. Es wurden vorab Röntgenuntersuchungen (mit voller Blase) sowie eine Blasenspiegelung gemacht. Das Röntgenbild zeigte eine ausgeprägt Zystozele (die Blase knickt ab und fällt in die Vagina). Aufgrund dieser Diagnose, würden bei mir die konventionellen Methoden wie z. B. Beckenbodengymnastik etc. oder das Setzen eine TVT Bändchens nicht sehr erfolgversprechend sein. In meinem Fall müsste man die Blasensenkung operieren (das Gewebe wird gestrafft).

Meine Gynäkologen riet mir, mich in der Klinik nochmals untersuchen zu lassen, um festzustellen, ob die Gebärmutter ggf. auch entfernt werden muss, da ich eine vergrößerte sowie eine Senkung der GM habe. Ich nahm den Bericht vom Urologen mit und es folgte eine weitere Untersuchung - Harn- und Blasendruck wurden gemessen. Der zuständige Oberarzt war komplett anderer Meinung. Er meinte, man müsst ein TVT-Bändchen setzen, um die Probleme zu beheben. Die Zystozele würde nicht meine Inkontinez hervorrufen. Die Röntgenbilder hatte ich nicht dabei, diese wollte er auch nicht sehen....

2 völlig unterschiedliche Meinungen, was nun??? Ich möchte mich nicht unbedingt 2mal operieren lassen.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen /Beschwerden?

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13 Mär 2008 20:08 #2 von Fernet
Gut das Du hier "gelandet" bist und ich heiße Dich herzlich willkommen.

Ja ich könnte also ähnliches berichten- und/oder dennoch ist es nicht gleich.

Ich habe eine Gebärmuttersenkung und Knick. Weiterhin habe ich außer Bandscheibenvorfälle im Lendenwirbelbereich Spondylosis deformans, wobei beide illosakralgelenke beidseits vermehrten Sklerosierungssaum zeigen. Sakroilitis Stadium 1-2.

Als meine Inkontinenz begann, ähnlich wie bei Dir, wußte ich von den "Wirbelsäulenschäden" noch nichts. Aber Gebärmuttersenkung war bekannt und das war der Punkt warum mein Gyn.Doc mir riet die GM rausnehmen zu lassen. Sonst könnte man die Blase nicht korrigieren. Das habe ich abgelehnt, solange die Gebärmutter ok ist, wird nichts rausgeschnippelt.

Dann habe ich fast 5 Jahre mit Inkontinenz (steigender Tendenz) gelebt und habe dann, als mein Leidensdruck immer größer wurde, hier im Forum nachgefragt und nachgelesen. Dann bin ich auf das TVT Bändchen gestoßen und mit dieser Frage zu einem Gyn.-Urologen hier am Krankenhaus. Komplette urodynamische Untersuchung und der Doc meinte, das das TVT-Band bei mir funktionieren könnte.

HAT ES AUCH. Seit Juni 2006 habe ich dieses Bändchen und keine Inkontinenz mehr.

Also bei diesen Untersuchungen hat der Urologe, meist auch als Gyn.Doc erheblich mehr Ahnung als der normale Frauenarzt. Ich würde da dem Urologen vertrauen. Aber Du kannst durchaus noch zu einem zweiten Urologen gehen und eine zweite Meinung einholen. Hast Du bei dem jetzigen Urologen ein gutes Gefühl?

Liebe Grüße ersteinmal
Ilona

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13 Mär 2008 21:17 #3 von dcschacht
Hallo Brodberg,

ich bin Urologe und habe mehrfach mit diesem Problem zu tun.
Grundsätzlich können beide Recht haben. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe, wie bei uns ein Inkontinenzzentrum, wo mehrere Fachdiziplinen z.B. Urologe und Gynäkologe zusammen arbeiten.

Bei einer deutlichen Zystozele kann es zu einem Quetschhahn- Phänomen kommen, wo die abknickende Blase die Harnröhre mitknickt. Wenn man dann noch ein TVT Band unter die Harnröhre setzt, kann es sein, dass die Harnröhre wie beim abgeknickten Gartenschlauch kein Wasser mehr durchlässt - dann gibst Restharn oder ein Harnverhalt. In dem Fall sollte erst die Blase gehoben werden und danach falls noch nötig TVT Band gelegt werden.

Leider habe ich aus Ihrer Nähe keine Empfehlung parat, aber eigentlich sollte es auch bei Ihnen ein "Inkontinenz- Zentrum" geben, da immer mehr Kollegen die Sinnhaftigkeit einer fachübergreifenden gemeinschaftlichen Diagnostik erkannt haben.

Gruss dcschacht

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14 Mär 2008 09:46 #4 von Brodberg
Hallo Ilona,

vielen Dank für die nette Begrüßung. Ich bin absolut begeistert von diesem Forum. Ich habe nicht damit gerechnet, so schnell Antworten auf meine Fragen zu bekommen.
Bezüglich der urologischen Untersuchung, war dies übrigens bereits die zweite Meinung, daher bin ich ja so verunsichert. Der erste Urologe empfahl eine Anhebung der Blase: der zweite, Oberarzt der Urogynälologie des Krankenhauses, das TVT Band. Meine Gynäkologin hielt sich daraus und meinte nur, dass zu prüfen wäre, ob meine Gebärmutter aufgrund der Senkung und Vergrößerung ggf. entfernt werden müsse….

Wie ich höre, hast Du sehr gute Erfahrung mit dem TVT Band gemacht. Das ist auf jeden Fall sehr beruhigend zu hören, falls diese OP für mich in Frage kommen sollte. Denn der Arzt wies mich natürlich auch auf die Risiken dieser OP hin. Was mich hier sehr beunruhigte, war die 5%ige Wahrscheinlichkeit, dass nach dem Eingriff ein überhöhter Harndrang entsteht. Das eine Problem wäre zwar behoben, aber ein neues geschaffen…
Ich werde mir zunächst einmal eine dritte Meinung einholen…

Besten Dank und liebe Grüße
Regina

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14 Mär 2008 09:47 #5 von Brodberg
Guten Morgen Dcschacht,

vielen lieben Dank für die schnelle und ausführliche Erklärung. Das hilft mir wirklich sehr viel weiter, denn Ihre Begründung ist eigentlich identisch mit der Aussage des ersten Urologen, der mich untersucht hat. Er hatte zunächst auch – falls eine OP in Frage kommt – das TVT Band vorgeschlagen. Nach Abschluss der Untersuchungen, zeigten die Röntgenaufnahmen eine deutliche Zystozele. Dies habe ich dem Oberarzt auch bei meiner letzten Untersuchung mitgeteilt, aber er blieb bei seiner Meinung, das nur ein TVT Band das Inkontinenzproblem beheben würde, dies obwohl er die Röntgenaufnahmen nicht gesehen hat. Ich kann ihm ja nicht vorschreiben, wie er zu operieren hat. Die Frage ist, ob man diese Diagnose anhand einer Harn-/Blasendruckmessung und gynäkologischen Untersuchung stellen kann? Ich werde daher auf jeden Fall eine dritte Meinung einholen und mir eine andere Klinik suchen müssen. Meinen Sie ich sollte beide Berichte mitnehmen und meine Vorgeschichte erzählen oder mich ganz unvoreingenommen neu untersuchen lassen?

Wie darf ich mir eine Blasenhebung vorstellen? Was genau wird gemacht. Ich hatte es so verstanden, dass die Gewebe der Scheidenwand gestärkt werden!????

Herzliche Grüße
Regina

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14 Mär 2008 11:46 #6 von Jens Schriever
Hallo Brodberg

Erst einmal, auch von mir ein herzliches Willkommen. Ich denke, eine 3. Meinung einzuholen ist schon richtig. Hast du schon was von Pessare zur Inkontinenzbehandlung gehört? Ich habe in einen anderen Treand was dazu geschrieben. Hier findest du den Beitrag: http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/ ... ht=pessare
Pessare werden vorwiegend bei GM-senkungen eingesetzt, und arbeiten ungefähr gleich wie das TVT- Band. Ich bin zwar kein Fachmann, denke aber so kannst du testen ob für dich das TVT- Band infrage kommt. Ich denke, ein Versuch ist es wert. Bespreche das doch mal mit deinen Gyn. der setzt dir den ein, und zeigt dir auch wie du ihn selber einsetzten muss.


Gruß Jens

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14 Mär 2008 13:09 #7 von Fernet
@ Regina und Jens
ganz kurz die Anmerkung : ich hatte vor vielen Jahren so ein Passar gegen den Gebärmutterknick eingesetzt bekommen. Katasstrophe!!!!

Dies Teil war nur hinderlich. Beim Geschlechtsverkehr erst recht. Es tat weh. Also vielleicht ist die Technik ja heute schon besser, aber ich fands einfach schlecht, falsch, schmerzhaft. Übrigens mein Mann auch. Der spürte dieses Teil auch.

@ Regina
Kurz zur TVT - OP falls sie dann irgendwann zu bedenken ist. Diese OP ist so unkompliziert und schmerzlos, wies besser nicht sein kann. Aber so weit ist's noch nich und wenn, dann kann ich immer noch mehr dazusagen. Unser Vereinsmitglied Welute auch. Sie hat mir damals Mut gemacht und es ist genau so gewesen, wie vorher beschrieben.

Ach, Welute bei der Gelegenheit noch mal ganz dollen Dank an Dich.

Liebe Grüße Ilona

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14 Mär 2008 13:52 #8 von kathrin07
Hallo Brodberg,

Du hast ja schon einige Antworten auf deine Anfrage erhalten, ich kann dir nur raten mehrere Meinungen von Urologen und Gynäkologen einzuholen und dann zu entscheiden.
Wie unser Doc Schacht rät , stelle dich in einem Kontinenz- oder Beckenbodenzentrum vor, da dort beide Fachrichtungen vertreten sind. Nehme auch eine längere Fahrt in Kauf, es lohnt sich.

Ich kann dir dies nur aus eigener Erfahrung raten, bei mir wurde auch eine Gebärmutterentfernung und eine Blasenhebung- mit einem Spezialnetz gemacht.
Seit der Zeit ist nichts mehr wie es war, das Netz hat massive Entzündung bewirkt, ich bin jetzt 6x mal nachoperiert.
Die Blase macht nicht mehr mit, habe extrem hohe Restharnwerte z. Teil Harnverhalten und ständige Schmerzen, Sitzen konnte ich kaum noch.

Habe jetzt einen -Neuromodulator-Blasenschrittmacher, der die Schmerzen im Sitzen nimmt,aber die Blasenfunktion ist damit noch nicht wieder in Ordnung.
Leider habe ich mich im Vorfeld meiner Probleme nicht über die verschiedenen Möglichkeiten informiert, ich wäre besser in ein gutes Kontinenz/ Beckenbodenzentrum gegangen.

Erkundige dich mal wo bei dir ein gutes Beckenbodenzentrum ist.
Ich selber habe mit Mönchengladbach sehr, sehr gute Erfahrungen.


Ich wünsche dir Kraft und Mut, denke daran, du musst hinterher damit leben, und lasse nur einen Arzt an deinen Körper dem du vertraust, du wirst merken wann du in den richtigen Händen bist.

Lieben Gruß

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14 Mär 2008 14:13 #9 von Fernet
... ist mir hier etwas entgangen, oder hast Du das gar nicht ins Forum gestellt?

Diese Abläufe bei Dir wußte ich gar nicht. Das hört sich ja überhaut nicht gut an.

Hast Du Doc Schacht schon mal befragt?

Ich knuddel Dich mal von hier aus, und wünsche Dir alles erdenklich Gute, so sollte es nicht ablaufen. Das sollte nicht passieren, das Du so eine "Falsch-/Fehlbehandlung" über Dich ergehen lassen mußtest.

Ich grüße Dich ganz freundlich

Ilona

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14 Mär 2008 15:33 #10 von Brodberg
Euch allen erst einmal vielen Dank für die guten Ratschläge.

Liebe Kathrin,

das tut mir wirklich sehr leid für Dich. Wie lange ist das jetzt her? Wie konnte es zu der Entzündung kommen und warum musste die Gebärmutter entfernt werden? Meinst du es war eine Fehldiagnose oder Pfusch während der OP? Hattest Du vorher ähnlich Probleme wie ich? Ich wünsch Dir auf jeden Fall erst einmal alles Gute und vor allem, dass sich sehr bald eine Besserung einstellt. Ich hoffe, du bist jetzt in guten Händen.

Ich habe zwischenzeitlich einen weiteren Termin Anfang Mai in der Uni-Frauenklinik Münster vereinbart. Dem Internet zufolge hört es sich sehr gut an. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Liebe Grüße
Regina

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