file Frage Kondom-Urinal anstatt Windelhosen

  • Wertho
  • Werthos Avatar Autor
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #22926 von Wertho
Wertho antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Hallo Matti,

hast ja Recht...!

Man ist eben massiv "vorgeschädigt" wegen der ganzen sinnlosen Diskussionen. Ich diskutiere gerne und mit jedem, nur es sollte erkennbar sein, dass es auch nur ansatzweise einen Sinn macht. Undd as war bislang nicht der Fall. Bürohengste eben!

Gruß
Wertho

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Matti
  • Mattis Avatar
  • Vereinsvorstand
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #22927 von Matti
Matti antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Lieber Wertho,

kann ich sehr gut nachvollziehen, weil selbst bereits unzählige Male diesen ganzen Amtsschimmel bekämpft.

Matti

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Horsty
  • Horstys Avatar
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #22946 von Horsty
Horsty antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Hallo Wertho,

Matti hat Recht, denn bei den KK geht man oft nach dem Prinzip: „Wir sparen, egal was es auch kostet“.
Wenn jedoch dein Wohlbefinden, die Teilnahme am allgemeinen Leben und vor allem deine Gesundheit direkt gefährdet sind, musst du aktiv werden.
Wie sagte es der Bauer Blühschön so treffend:

"Wenn alle Klugen nachgeben, wird die Welt von Dummen regiert..."


Das es sich lohnt zäh zu ringen, beweisen etliche Beiträge (z.B. Hippo/Dani und Struppi) im Forum.

Seit 1996 war ich auf aufsaugende Hilfsmittel angewiesen und die Schwierigkeiten nahmen stetig zu, die für mich notwendigen Artikel ohne hohe Zuzahlungen zu erhalten.

Erst als ich auf Kondom-Urinale umstieg, erreichte ich eine zufriedenstellende Lösung und kann in der Regel ohne größere Hindernisse meine alltäglichen Aufgaben erledigen.

Die heutigen Tagespflichten haben widererwartet länger Zeit beansprucht, sodass ich erst jetzt antworten konnte.

Zumindest konnte ich aber zwischenzeitlich mit siewa-homecare telefonisch Kontakt aufnehmen. Es ist also definitiv so, dass die einzelnen KK unterschiedliche Vorgaben zum Verbrauch der Kondom-Urinale und Zubehör festlegen.

Für dich, Wertho, bedeutet es, dass du zunächst mit siewa-homecare (kostenfreies Service Telefon: 0800 5167004 / Mo. bis Fr. von 08.00 bis 17.00 Uhr) in Verbindung trittst. Dort wird man dir konkret mitteilen welche Vorgaben von deiner KK festgelegt sind.
Sind diese zu gering, solltest du mit deinen zuständigen Mitarbeiter der KK sprechen. Findest du dort kein Verständnis, ist ein Gespräch mit den Vorgesetzten angeraten. Wenn auch dann keine zufriedenstellende Lösung angeboten wird, solltest du dich schriftlich an die Zentrale deiner KK wenden.

Sollte dir aber dieser Weg zu nervig sein, ist auch der Wechsel in eine andere Kasse ein akzeptabler Weg. Nach einer 18monatigen Mitgliedschaft in deiner jetzigen KK reicht ein formloser unterschriebener Brief für die Kündigung aus. Du kündigst zum nächstmöglichen Zeitpunkt und bittest um eine Kündigungsbestätigung. Die Betreffzeile sollte deine Krankenversicherungsnummer enthalten.

Es grüßt Horsty

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Christiane50
  • Christiane50s Avatar
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #22959 von Christiane50
Christiane50 antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
"Die Kondomurinale Versorgung ist immer der Windelhosen vor zu ziehen, da die Haut von Urin nicht angegriffen wird. Auch fallen Kondomurinale weniger auf, und geben einen mehr Freiheit."

Das dachte ich auch, weil es so logisch klingt. Von Euch hatte ich diesen Tipp hier im Forum bekommen und versucht, im Pflegeheim durchzusetzen. (Mein Schützling Pierre hatte monatelang einen Katheter und ich empfand das nach mehreren Infektionen bis hin zu einer beginnenden Urosepsis als unerträglich.) Jedoch haben mir mehrere Pfleger/Innen abgeraten mit 2 Begründungen. 1.) Der Penis wäre zu sehr geschrumpft (O-Ton), so dass das Kondomurinal nicht sitzen würde. 2.) Ein Kondomurinal würde oft aus ihren Erfahrungen heraus zu gravierenden Entzündungen führen. Da ich beides nicht widerlegen konnte, habe ich der Versorgung mit Windeln zugestimmt.
Also: ich glaube, nicht immer ist ein Kondomurinal der Windelhose vor zu ziehen --- oder? :dry:

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Manuel
  • Manuels Avatar
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #22961 von Manuel
Manuel antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Die meisten Kondomurinale setzen eine Mindestgröße von 2 - 3 cm voraus. Diese Länge sollte vorhanden sein, damit das Kondomurinal auch hebt. Die Klebefläche von den Kondomurinalen liegt bei ca. 5 cm (gibt auch welche mit 8 cm). Wenn der Penis kürzer ist, sollte man das Kondomurinal kürzen, damit es sich nicht aufrollt.
Entzündungen können unterschiedliche Gründe haben: Meist liegt der Grund darin, dass das Kondomurinal nicht richtig sitzt (zu groß oder zu klein). Ich habe schon mit einem Pflegeheim gesprochen, dass nur eine (!!) Größe an Kondomurinalen hatte und sich dann beschwert hat, dass ein Kondomurinal nicht passen würde! Es gibt mittlerweile 11 unterschiedliche Größen! Das korrekte Ausmessen ist das A und O.
Ein anderer Grund könnte sein, dass sie die "alten" Kondomurinale aus Latex kennt. Heutzutage werden fast ausschließlich Kondomurinale aus Silikon benutzt, die sehr hautfreundlich sind.
Folgende Benutzer bedankten sich: eckhard11 ✝, Horsty, Christiane50

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Christiane50
  • Christiane50s Avatar
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #22962 von Christiane50
Christiane50 antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Aber ist denn ein Kondomurianl tatsächlich angenehmer, als eine Windelhose? Zumal bei jemandem, der im Bett liegt oder wenige Stunden (Dekubitus) im Rollstuhl sitzt? Entschuldigt wenn ich da mal ins Detail gehe: was ist, wenn man sich mal jucken möchte? Was ist bei Erektionen? Als Frau stelle ich mir das alles eher als unangenehm vor.

Und mal ganz pragmatisch: Ich habe sowieso einen Termin bei der Pflegedienstleitung - ich äußere meinen Wunsch,dass eine Fachkraft (z.B. die Lieferantenfirma für Pflegeprodukte) herangezogen wird, die das vermisst und ausführt? Oder ist dafür der Hausarzt zuständig? Oder machen das die Pfleger (die aber voreingenommen sind)? Was ist da üblich?

Es ist für mich so wenig einleuchtend, dass die Pfleger da so abwinken. Eigentlich müssten sie doch ein Eigeninteresse an weniger Arbeit haben (Pflegestufe 3).

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Manuel
  • Manuels Avatar
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #22966 von Manuel
Manuel antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Deine erste Frage würde mich auch interessieren! Ich habe da keine persönlichen Erfahrungen...

Ich würde das Thema offen bei der PDL (Pflegedienstleitung) ansprechen. Die Anleitung wird mal vom Lieferanten und mal vom Pfleger gemacht. Das tägliche Wechseln liegt dann natürlich beim Pfleger. Wenn grundsätzlich die Pfleger dem Thema negativ behaftet sind, würde es sich natürlich anbieten, wenn das der Lieferant macht (es gibt auch wirklich gute Lieferanten, die dann auch die Pfleger schulen könnten. Sehr schwierig ist es nämlich nicht).
Leider ist es häufig so, dass die Pfleger nicht Bescheid wissen und deshalb "neuem" gegenüber nicht aufgeschlossen sind. Da würde auf jeden Fall Aufklärung Sinn machen.
Ein wichtiges Thema könnte allerdings auch die Erstattung sein! Einige Krankenkassen unterscheiden nach stationärer und ambulanter Pflege. Ambulant ist meines Wissens kein Problem. Stationär kann es zu Problemen kommen. Da müsste die PDL Bescheid wissen und es gibt auch noch die Möglichkeit eines extra Rezeptes vom Hausarzt.
Folgende Benutzer bedankten sich: Horsty

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Matti
  • Mattis Avatar
  • Vereinsvorstand
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #22967 von Matti
Matti antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Liebe Christiane,

ich war im Rahmen meiner Vereinstätigkeit schon häufig als Dozent in Pflegeschulen. Dort habe ich mich mit den in Ausbildung befindlichen Schülern ausgiebig unterhalten. Du wirst es nicht glauben (oder doch), das Kondomurinal als Hilfsmittel war stets der Hälfte der Schüler gar nicht bekannt.

Man mag meinen das dies vieleicht dem Ausbildungsstatus geschuldet war, aber es zeigt auch sehr deutlich das dieses Hilfsmittel in vielen Pflegesituationen und Stationen gar nicht zum Einsatz kommt.

Hinzu kommt, dass es reihenweise fehlerhaft angelegt wird. Da wird geduscht oder gewaschen und gleich geklebt, da wird geschmiert und geölt und geklebt, da werden falsche Größen verwendet.

Folge: Das "Ding" passt nicht, rutscht ab, die "Sauerei" landet im Bett, es entsteht erhöhter Pflegebedarf. Also endet nicht selten der Versuch nach zwei, drei Tagen. Windel drum und fertig.

Es gibt, wie schon von Manuel geschrieben, Kondomurinale in unterschiedlichen Größen. Diese unterscheiden sich in der Gesamtlänge, der Länge der Klebefläsche und dem Durchmesser. Zudem gibt es extra kurze Kondomurinale für den retrahierten Penis, der im Alter nicht selten ist.

Bedenkt und beachtet man diese ganze Sachen, ist das Kondomurinal ganz sicher eine gute und sichere Alternative zur aufsaugenden Versorgung.

Deine Frage ob ein Kondomurinal angenehmer als eine Windelhose ist, kannst du dir im Prinzip selbst beantworten. Was hälst du für wahrscheinlich angenehmer: In seiner eigenen Ausscheidung stundenlang zu liegen oder zu sitzen oder ein durch einen Schlauch abgeleiteter Urin, aufgefangen in einem Beutel.

Die Frage der vollen Erektion stellt sich zumeist so gar nicht, ist aber auch kein Hindernis. Das Material ist flexibel.

Gut ausgebildete und interessierte Pflegekäfte sollten eigentlich eine optimale Anpassung durchführen können. Leider ist nicht immer so. Ein Dienstleiter (Homecare) wäre sicher eine gute Alternative. Eigentlich sollte ein Pflegeheim über solche Kontakte verfügen. Ärzte kannst du in der Regel vergessen, die kennen sich damit zumeist üerhaupt nicht aus.

Matti
Folgende Benutzer bedankten sich: Horsty, Christiane50

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Horsty
  • Horstys Avatar
Mehr
10 Jahre 11 Monate her - 10 Jahre 11 Monate her #23006 von Horsty
Horsty antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Liebe Christiane,

Manuel und Matti haben schon einige gute Antworten gegeben, die ich prinzipiell auch so sehe.

Ergänzend möchte ich aus meinen praktischen Erfahrungen(jetzt über zwei Jahre Nutzer des Kondom-Urinals) berichten und hoffe, dass dein Schützling davon etwas übernehmen kann.

Anfänglich hatte ich erhebliche Probleme das Kondom so zu positioniere, dass es fest saß und auch bei Belastungen dicht war.
Es ist nicht sehr einfach auf das erschlaffte Glied, unabhängig vom gewählten Artikel, das Kondom exakt und faltenfrei aufzurollen bzw. überzustülpen, auch dann wenn die geeignete Größe verwendet wird.

Einige Unterweisungen und Abbildungen der Anbieter sind nach meiner Auffassung nicht in die Praxis umsetzbar. Dies betrifft insbesondere das Ansetzen des Kondoms an der Penisspitze. Auch bei den bekannten Videos wird es nicht optimal dargestellt.

Seit ich den Vorschlag von Jens Schriever (Vereinsvorstand) umsetze und eine Klistierspritze bzw. Ohrenspritze verwende kann ich das Kondom exakt positionieren. Das trifft auch für einen retrahierten (geschrumpften) Penis zu, denn die Klebstoff-Verbindung erfolgt mit der Haut des Penisschaftes (die sich maßlich nicht wesentlich verändert hat) und diese sollte leicht gestreckt werden. Mit Hilfe der Ohrenspritze wird ein schwaches Vakuum erzeugt und so komplikationslos die Streckung erreicht.
Besonders wichtig, so meine Erkenntnisse, ist es, dass die Vorhaut –soweit noch vorhanden- nicht mit der Klebefläche des Kondoms kontaktiert. Die Vorhaut ist viel zu elastisch und verbindet sich nicht dauerhaft mit dem Kondom.

Es ist natürlich anfänglich etwas Übung erforderlich sich selbst das Kondom anzulegen. Ungleich schwieriger dürfte es sein, einer anderen Person das Kondom perfekt anzulegen. Ein Grund dürfte die Scham sein, aber auch eine zögerliche und zu vorsichtige Handhabung. Deshalb vielleicht auch die ablehnende Haltung der Pflegekräfte.

Bessere Unterstützung kann man von den Außendienstlern der Anbieter erwarten. Hier erhielt ich von Betroffenen bzw. ausgebildeten Krankenpflegern Hilfe.

Dass die Nutzung der Kondom-Urinale oft zu gravierenden Entzündungen führt, ist für mich keinesfalls nachvollziehbar. Ganz im Gegenteil, denn bei der früheren Verwendung von aufsaugenden Hilfsmitteln hatte ich zu oft Hautprobleme, die anfänglich sogar so intensiv waren, dass teilweise sich die Haut auflöste. Verstärkt wurden diese Probleme besonders bei körperlichen Tätigkeiten.

Auch bei der Verwendung von Latexkondomen, die ich zeitweilig testete, hatte ich keine Hautprobleme. Bei anderen Nutzern, die eine Latexallergie haben sieht es anders aus.

Ebenso verhält es sich mit dem Trageempfinden. Freilich ist eine gewisse Eingewöhnungszeit, wie z.B. beim Zahnersatz oder Brille nötig. An das Tragen der aufsaugenden Hilfsmittel habe ich mich nicht gewöhnen können, zumal man immer damit rechnen muss, dass das Reservoir oft nicht ausreicht.

Falls noch detaillierte Angaben gewünscht werden, kann ich sie dir gerne darstellen.

Es grüßt Horsty
Folgende Benutzer bedankten sich: Christiane50

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Christiane50
  • Christiane50s Avatar
Mehr
10 Jahre 11 Monate her #23007 von Christiane50
Christiane50 antwortete auf Kondom-Urinal anstatt Windelhosen
Vielen Dank Horsty, für diese gute Schilderung.
Ich werde das mit der Pflegedienstleiterin besprechen. Da diese über eine gute Ausbildung und viele Jahre Berufserfahrung verfügt müsste sie ja eigentlich damit auch Erfahrungen gemacht haben.
Bei den Pflegern/Innen verspreche ich mir (noch) nicht so viel Engagement. Die machen ihren Trott und sind froh, damit durch den Tag zu kommen. Ich muss sowieso schon sehr vorsichtig diplomatisch sein, weil ich ständig etwas will.
Nun habe ich mir für Pierre auch einen Fäkalkollektor von der Krankenkasse genehmigen lassen, der deswegen so wichtig ist, weil ohne ihn der Dekubitus am Gesäß wohl nicht mehr heilen würde und operiert werden müsste. Wenn ich mir dann so vorstelle vorne ein Kondomurinal, hinten ein Fäkalkollektor ---- ist das ertragbar? Auf der anderen Seite habt Ihr Recht: in feuchten Windelnhosen zu liegen, ist auch unangenehm, wenn auch ein feuchtes Klima für die Wundheilung wohl eher förderlich sein kann.
Ich muss einfach sehr viel auf einmal bedenken. Hinzu kommt, dass ich Pierre nicht völlig im Bett lassen möchte, sondern ihm gerade die Frühjahrssonne im Garten auf seiner Haut gönne. Lange Spaziergänge, wie im Herbst, sind bei einem so tiefen Dekubitus am Gesäss zwar nicht drin, aber wenigstens alle 2 Tage eine halbe Stunde, sollten möglich sein. Augenblicklich ist seine Situation schwierig, auch psychisch.

Viele Grüße
Christiane

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Moderatoren: MichaelDah
Ladezeit der Seite: 0.460 Sekunden

Sie sind nicht allein! Besucher: Heute 4.267 | Gestern 4.780 | Monat 4.267 | Insgesamt 11.841.709