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Analtampon - Darmmanagement

Analtampons

Der Analtampon ist ein anerkanntes Hilfsmittel bei bestehender Stuhlinkontinenz. Ein Analtampon kann sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern benutzt werden, wenn keine Kontraindikationen dagegen sprechen.

Der Analtampon kann vom Träger selbstständig ins Rektum eingeführt werden. Wenn dies nicht möglich ist, kann er auch fremd eingeführt werden.

Es gibt verschiedene Arten von Analtampons, die sich Form und Größe unterscheiden und somit individuellen Verhältnissen angepasst werden können. Allen gemeinsam ist, dass sie aus Schaumstoff bestehen. Analtampons sind toxikologisch und dermatologisch unbedenklich sowie immunologisch inaktiv, (körperlichen Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen sowie anderen körperfremden Stoffen).

Indikation:

Indikation für den Analtampon sind neurologische Erkrankungen wie z.B. Spina bifida, Multiple Sklerose, Querschnittslähmung, Schlaganfall, oder auch Analatresie (angeborenes Fehlen der Analöffnung). Ebenso findet der Analtampon Anwendung bei Verletzungen des Schließmuskels, (permanente Schließmuskelschwäche), z.B. in Folge von Verletzungen durch Entbindungen, oder Stuhlinkontinenz ohne erkennbare Ursachen, sowie bei Operations- und Strahlungsschäden.

Gegenanzeigen:

Nicht angewandt werden darf der Analtampon bei Darminfektion, Morbus Crohn, frischen und offenen Wunden, bzw. Verletzungen im Rektum, Dickdarmentzündung, Diarrhöe (Durchfall) oder einer Analfistel.

Hier ist zunächst immer der Rat des Arztes einzuholen.

Die Kosten für die Versorgung mit einem Analtampon werden von den Krankenkassen in bestimmten Fällen übernommen.

Bei Vorliegen folgender Kriterien sind die Voraussetzungen erfüllt:

  1. Es liegt ein direkter Zusammenhang mit der Behandlung einer Krankheit vor.
  2. Neben der Stuhlinkontinenz liegen schwere Funktionsstörungen vor, die ohne das Hilfsmittel zu Schäden  wie Dekubitus oder Dermatosen führen würden.
  3. Der Anwender kann die Stuhlabgang nicht kontrollieren und sich auch nicht bemerkbar machen.
  4. Das allgemeine Grundbedürfnis, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, kann nur durch den Einsatz des Hilfsmittels erfüllt werden.

Bei der Verordnung von Analtampons ist immer ein separates Rezept auszustellen. Das Feld 7 auf dem Rezept kennzeichnet die Verordnung eines Hilfsmittels.

Das Rezept sollte enthalten:

  1. Indikation (Krankheitsbild)
  2. Produktbezeichnung
  3. Größe und Form
  4. Menge
  5. wenn vorhanden, Hilfsmittelnummer

Aufgrund des hohen Preises dieses Hilfsmittels verlangen die meisten Krankenkassen zunächst einen Kostenvoranschlag, welcher von der Krankenkasse im Vorfeld genehmigt werden muss.

Das Budget des Arztes wird durch die Verordnung nicht belastet, weil es sich um ein Hilfsmittel handelt.

Arten und Anwendung von Analtampons:

Auf dem Markt haben sich zwei verschiedene Arten etabliert:

1. Analtampons aus Polyvinylalkohol (PVA) und sind im Urzustand hart. Die Tampons werden im Wasser eingeweicht um gebrauchsfertig zu werden. Nach kurzer Zeit sind sie  weich wie ein Schwamm. Vor dem Einführen müssen sie ausgedrückt, auf einen Einführdorn (Applikator) gesteckt und mit etwas Vaseline bestrichen werden, was dem leichteren Einführen dient. Der Einführdorn wird dabei weit in den Darmkanal eingeführt, so dass der Rückholfaden rausschaut. Die Pobacken müssen beim herausziehen des Applikators zusammengekniffen werden, was die Anwendung auf Betroffene beschränkt, welche dazu im Stande sind.  Der Tampon neigt dazu, in den Darm aufzusteigen, deshalb muss der Rückholfaden gut an der Pobacke angeklebt werden.  Diese Tampons gibt es in verschieden Formen, Längen und Durchmessern.

2. Eine Alternative, zum vorher beschriebenen System, bietet die Firma Coloplast mit dem Peristeen Programm.

Diese Tampons gibt es in zwei Größen. Sie werden ohne vorheriges Einweichen direkt in das Rektum eingeführt. Die Anwendung eines Einführdorns entfällt, ebenso wie die Notwendigkeit, die Pobacken zusammenkneifen zu müssen. Nach etwa 30 bis 60 Sekunden entfaltet sich der Tampon auf die tatsächliche Größe und nimmt die Form eines kleinen hohlen Balls an, der in der Mitte durchtrennt worden ist. Bei  diesen Tampons muss der Rückholfaden nicht angeklebt werden, da er nicht nach oben zu wandert.

Tragedauer

Die Tragedauer der Tampons beträgt 8-12 Stunden.

Der Tampon sollte nach der Stuhlentleerung eingeführt werden, weil er bei zu großem Druck rausgedrückt wird. Bei flüssigem Stuhl kommen beide Systeme schnell an ihre Grenzen.

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Stand der Information: 07.07.2007
Bildnachweis: Coloplast GmbH, Wikipedia.org

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