Operative Behandlung

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Neben den konservative Therapieoptionen zur Behandlung einer Inkontinenz stehen auch operative Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Zu den operativen Methoden der Behandlung einer Belastungsinkontinenz gehören folgende Operationen:

Blasen- und Darmschrittmacher

Ein Beckenbodenschrittmacher ist ein Implantat ähnlich einem Herzschrittmacher und moduliert diese Fehlinformationen durch sanfte elektrische Impulse, die an die Sakralnerven abgegeben werden. Die Sakralnerven sind die Kommunikationsbahnen, die über elektrische Signale die Informationen und Befehle zwischen der Blase bzw. dem Darm und dem Gehirn übermitteln. Die Sakralnerven sind Bestandteil des peripheren Nervensystems und liegen außerhalb des Rückenmarks.

Da mit dieser Methode die verschiedensten Funktionsstörungen von Blase und Darm behandelt werden können, spricht man synonym auch von einem Darmschrittmacher oder Beckenbodenschrittmacher.

Ausführliche Informationen erhalten Sie hier.

TVT - "Tension-free Vaginal Tape"

Neben den bislang etablierten Operationsverfahren, wie den Kolposuspensionen (z.B. Operation nach Burch) oder den Nadelsuspensionen (z.B. Operation nach Pereyra) findet eine relativ einfach Operationsmethode, die "TVT-Operation", zunehmend weitere Verbreitung. Diese Operationsmethode wurde von Prof. Ulmsten an der Universität in Uppsala, Schweden, entwickelt und erstmalig 1995 vorgestellt.

Hintergrund des Wirkungsmechanismus der Operation liegt in der urodynamisch nachgewiesenen Wichtigkeit, der im Bereich der mittleren bis äußeren Harnröhre gelegenen Bandstrukturen, für die Erhaltung der Harnkontinenz. Ist es im Rahmen der Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur durch schwere körperliche Arbeit oder vorausgegangene Geburten zur Lockerung bzw. Zerreißen dieser Bandstrukturen gekommen, resultiert dadurch ein unwillkürlicher Urinverlust, eine Stressinkontinenz. Daher liegt es hier nahe, diese defekten Bandstrukturen operativ zu ersetzen. Dies geschieht im Rahmen dieser Operation durch das Einbringen eines Netzbandes von der Scheidenvorderwand ausgehend, seitlich an der Harnröhre vorbei bis zur Bauchwand. Dadurch wird die Harnröhre im äußeren Drittel von dem spannungsfrei eingebrachten Netzband ("Tension-free Vaginal Tape"), entsprechend der ersetzten Bandstrukturen hängemattenartig umfasst. Somit wird Kontinenz wieder hergestellt.

Implacement-Therapie

Die Implacement-Therapie ist ein einfaches minimalinvasives Verfahren zur Behandlung der Stressinkontinenz bei Frauen. Es wird eine Unterfütterung des Gewebes und somit die Linderung oder Beseitigung der Inkontinenz bewirkt.

Die Haltbarkeit des Implantats beträgt ungefähr vier Jahre. Das Implacement besteht aus reiner Hyaluronsäure.

oder kurz NASHA. Das Rohmaterial für NASHA wird biosynthetisch hergestellt und zeichnet sich somit durch eine hohe Reinheit und hervorragende Verträglichkeit aus. Durch die Stabilisierung der Hyaluronsäure entsteht eine dreidimensionale Struktur - ein Gel - das in jede beliebige Form gebracht werden kann.

Der künstliche Schließmuskel

Der künstliche Schließmuskel ist eine elegante Lösung bei kompletter Harninkontinenz und kann bei fast jeder Form der Harninkontienz eingebaut werden. Er liegt zirkulär um die Harnröhre. Hierbei verschließt ein aufblasbares Ballonsystem die Harnröhre. Mittels einer unter der Haut liegenden kleinen Pumpe kann der Patient das System beliebig selbst steuern. Da ein Fremdkörper implantiert wird, ist eine Infektion das Hauptproblem, dies führt häufig zur Explantation. Wenn durch das System keine Komplikationen entstehen, dann wird in nahezu allen Fällen eine Kontinenz erreicht. Seit über 25 Jahren werden künstliche Blasenschließmuskel bein Harninkontinenz eingesetzt. Nahezu 90% der Patienten waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden und würden sich wieder einen künstlichen Sphinkter einsetzen lassen. Fast alle Patienten waren nach der durchschnittlichen Lebensdauer des künstlichen Sphinkters von über 7 Jahren noch nahezu kontinent, das bedeutet, sie brauchten im Durchschnitt nur 0-2 Stück Vorlagen oder Windeln in 24 Stunden.

Die mit Flüssigkeit gefüllte Manschette umschließt mit sanften Druck die Harnröhre. Zum Wasserlassen wird die Manschette durch mehrmaliges Drücken der Pumpe geöffnet. Damit fließt die Flüssigkeit aus der Manschette in den Ballon. Da die leere Manschette die Harnröhre nicht mehr verschließt, kann sich der Harn aus der Blase entleeren. Die Flüssigkeit fließt dann innerhalb weniger Minuten zurück in die Manschette und verschließt damit die Harnröhre erneut.

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