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Behandlung mit Medikamenten
Östrogen wird eingesetzt, um das Harnröhrengewebe von Frauen nach der Menopause (das Ende der Menstruationsblutungen) oder Hormonmangel zu unterstützen. Durch die stärkere Durchblutung, Spannung und Reaktion der Muskeln um die Harnröhre wird die Fähigkeit, die Blasenentleerung zu kontrollieren, verbessert.
Eine völlig neue Anwendung für ein Antidepressivum wurde kürzlich gefunden. Der Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin greift das Problem Harninkontinenz im Gehirn an. Damit ist es erstmals möglich, auch bei mittlerer bis schwerer Belastungsinkontinenz eine wirksame medikamentöse Behandlung durchzuführen. Duloxetin erhöht die Konzentration der Neurotransmitter und trägt so zu einer Verbesserung der Belastungsinkontinenz bei. Wird der Wirkstoff zusammen mit dem Beckenbodentraining, dem Biofeedback oder der Elektrostimulation verwendet, so können sie sich gegenseitig ergänzen und zu noch besseren Ergebnissen führen.
Operative Behandlung
Nicht nur konservative Möglichkeiten zur Behandlung einer Belastungsinkontinenz stehen zur Verfügung, sondern auch eine ganze Reihe von operativen Methoden. Diese Art der Inkontinenzbehandlung sollte aber die letzte Möglichkeit bleiben, wenn alles andere keinen Erfolg gezeigt hat. Dabei sind die operativen Möglichkeiten bei einer Belastungsinkontinenz höher als bei anderen Inkontinenzformen. Zu den operativen Methoden der Behandlung einer Belastungsinkontinenz gehören folgende Operationen:
TVT - "Tension-free Vaginal Tape"
Neben den bislang etablierten Operationsverfahren, wie den Kolposuspensionen (z.B. Operation nach Burch) oder den Nadelsuspensionen (z.B. Operation nach Pereyra) findet eine relativ einfach Operationsmethode, die "TVT-Operation", zunehmend weitere Verbreitung. Diese Operationsmethode wurde von Prof. Ulmsten an der Universität in Uppsala, Schweden, entwickelt und erstmalig 1995 vorgestellt.
Hintergrund des Wirkungsmechanismus der Operation liegt in der urodynamisch nachgewiesenen Wichtigkeit, der im Bereich der mittleren bis äußeren Harnröhre gelegenen Bandstrukturen, für die Erhaltung der Harnkontinenz. Ist es im Rahmen der Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur durch schwere körperliche Arbeit oder vorausgegangene Geburten zur Lockerung bzw. Zerreißen dieser Bandstrukturen gekommen, resultiert dadurch ein unwillkürlicher Urinverlust, eine Stressinkontinenz. Daher liegt es hier nahe, diese defekten Bandstrukturen operativ zu ersetzen. Dies geschieht im Rahmen dieser Operation durch das Einbringen eines Netzbandes von der Scheidenvorderwand ausgehend, seitlich an der Harnröhre vorbei bis zur Bauchwand. Dadurch wird die Harnröhre im äußeren Drittel von dem spannungsfrei eingebrachten Netzband ("Tension-free Vaginal Tape"), entsprechend der ersetzten Bandstrukturen hängemattenartig umfasst. Somit wird Kontinenz wieder hergestellt.
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