Lexikon Glossar
Fachbegriffe verständlich erklärt
ADH: Antidiuretisches (die Harnausscheidung dämpfendes) Hormon Anamnese: Krankengeschichte Anästhesie: Narkose Androgene: männliche Sexualhormone Anticholinergika: Substanzen zur Behandlung der Dranginkontinenz, die verhindern, dass sich die Blasenmuskulatur unwillkürlich zusammenzieht. Sie können so den Urinverlust bei überfallartigem Harndrang vermindern. Anurie: Verminderung der Harnmenge auf weniger als 100 ml täglich Augmentation der Blase: Operative Vergrößerung der Harnblase durch ein Darmsegment, das der Blase kappenartig aufgesetzt wird. Durch diesen Eingriff wird die Kapazität der Blase vergrößert und der Innendruck gesenkt. Beckenboden: Der Beckenboden besteht aus drei Muskelschichten, die wie ein Trampolin zwischen Steißbein, Schambein und rechtem und linken Sitzknochen gespannt sind. Der Beckenboden stützt alle Organe des kleinen Beckens. Beckenbodengymnastik (-training): Gezieltes Training zur Stärkung des Beckenbodens. Belastungsinkontinenz: Ungewollter Urinabgang in kleinen Mengen durch Erhöhung des Drucks im Bauchraum (z.B. beim Husten, Niesen, Lachen, Treppensteigen). Biofeedback: Durch das Biofeedback-Verfahren oder Biofeedback-Training wird das Beckenbodentraining kontrolliert. Die Bewegung der Muskulatur wird hörbar oder sichtbar gemacht (Rückmeldung), was den Lerneffekt erhöht. Biopsie: Probeentnahme von Gewebe, z.B. aus der Prostata. Blase: Siehe Harnblase. Blasendehnung: Bei der Blasendehnung wird die Blase unter Vollnarkose mit Flüssigkeit gefüllt und gedehnt. Blasendruckmessung: Messung des Drucks und der Funktion der Blase in verschiedenen Füllungszuständen. Die geschieht über einen speziellen Katheter, der durch die Harnröhre eingeführt wird. Blasenkatheter: Siehe Katheter. Blasenspiegelung: Untersuchung der Blase mit Hilfe eines dünnen Sichtinstrumentes (sog. Zystoskop), das durch die Harnröhre eingeführt wird. Body-Mass-Index: BMI, Körpermassen-Index, [BMI= kg/m²], Normalgewicht: 20-25 BPH - benigne Prostatahyperplasie: gutartige Prostatavergrößerung Charrière: (1 CH = 1/3 mm Durchmesser).Durchmesser Katheter Chemotherapie: Behandlung mit einem Chemotherapeutikum zur Hemmung bzw. Verminderung des Wachstums von Krebszellen. Cystitis, interstitielle: Die Interstitielle Zystitis (IC) ist eine chronische Entzündung der Blasenwand, die mit Schmerz und Harndrang verbunden ist. Defäkation: Stuhlgang Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie: Gestörtes Zusammenwirken der beim Wasserlassen beteiligten anatomischen Strukturen Desmopressin: Wirkstoff (ADH), der bei Enuresis Nocturna vor dem Schlafengehen gegeben wird, um die Harnproduktion zu drosseln. Deszensus uteri: Gebärmuttersenkung Diabetes mellitus: Zuckerkrankheit Dranginkontinenz: Ungewöhnlich häufiger, plötzlich und stark auftretender Harndrang, der zu Urinverlust führt. Duloxetin: Medikament zur Behandlung der Belastungsinkontinenz. Dysurie: Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen. Elektromyografie des Beckenbodens: Messung der Aktivität der Beckenbodenmuskulatur und des Blasenschließmuskels über spezielle Sonden. Die Methode findet auch heraus, inwieweit der Patient diese Muskeln kontrollieren kann. Enkopresis: Stuhlinkontinenz (bei Kindern) Enuresis: Unwillkürliches Harnlassen, Einnässen; diurna: Einnässen bei Tag - nocturna: Einnässen nachts Funktionale Inkontinenz: Inkontinenz, die auf andere Ursachen als Darm- oder Blasenprobleme zurückgeht. Häufig bei demenz kranken oder mobilitätseingeschränkten Menschen, die möglicherweise die Toilette nicht mehr finden oder die Kleidung nicht frühzeitig genug öffnen bzw. herunter lassen können. Gynäkologie: Frauenheilkunde Harnblase: Die Blase ist ein muskuläres Hohlorgan zur Speicherung und Entleerung von Urin. Harnflussmessung: Messung des Harnflusses während der Blasenentleerung. Harninkontinenz: Ungewollter (unwillkürlicher) Urinabgang. Harnkontinenz: Fähigkeit, die Blase gewollt (willkürlich) zu entleeren und den Urin bis zu diesem Zeitpunkt einhalten zu können. Harnretention: Siehe Harnverhalt. Harnrörenstriktur: Verengung der Harnröhre Harnverhalt: Unvermögen, die gefüllte Blase spontan zu entleeren. Harnwegsinfektion: Entzündliche Erkrankung der Harnwege durch Infektion vor allem durch Bakterien. Anzeichen: stark eingetrübter und übel riechender Urin, Inkonitnenz, Fieber, allgemeines Unwohlsein, verstärkte Spastiken, Brennen in Blase und Harnröhre HIFU: Methode zur Behandlung von Geschwülsten mittels hochfrequentem Ultraschall, insbesondere bei Prostataerkrankungen und Nierenerkrankungen Histologie: feingewebliche, mikroskopische Untersuchung von Gewebe Hydrophil: Feuchtigkeit anziehend, aufnehmend Hysterektomie: Operative Gebärmutterentfernung. Indikation: Grund zur Anwendung eines diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens. Gegenteil: Kontraindikation. Inkontinenz: ungewollter Verlust von Harn, Stuhl oder Wind Irrigation: Verfahren zur Darmspülung bei Stomapatienten, Obstipation (Verstopfung), Stuhlinkontinenz und (neurogen bedingten) Entleerungsstörungen. Durch die Irrigation kann eine Kontinenz über 24 bis 28 Stunden erreicht werden. IvP (Isotopennephrogramm): Darstellung von Niere, Harnleiter und Blase durch Gabe eines Kontrastmittels in die Vene; zur Beurteilung der Ausscheidung und Abflusses von Harn aus den Nieren Katheterismus: Einführung eines Katheters in ein Hohlorgan (z.B. Harnröhre) zu diagnostischen oder Behandlungszwecken. Klimakterium: Wechseljahre der Frau. Kontinenz: Siehe Harnkontinenz. Kontraindikation: Gegenanzeige, ein Umstand, der ein diagnostisches oder therapeutisches Verfahren verbietet. Gegenteil: Indikation. Läsion: Verletzung Mischinkontinenz: Gleichzeitiges Auftreten verschiedener Inkontinenzformen. Miktionscysturethrogramm: Röntgenkontrastmitteldarstellung der Blase während der Füllung und der Entleerung. Miktionsprotokoll: Das Miktionsprotokoll ist wie eine Art Tagebuch, in dem Trinkmengen und Urinmengen genau mit der jeweiligen Uhrzeit notiert werden. Außerdem wird vermerkt, ob Harndrang oder unfreiwilliger Harnverlust aufgetreten sind. Miktionsstörungen: Störungen bei der natürlichen Entleerung der Blase z.B. durch Vergrößerung der Prostata Motorisch: Bewegend; der Bewegung dienend. Neurogen: Gehirn und Nerven betreffend. Von den Nerven ausgehend Neurogene Blase: Fehlfunktionen der Blase und des Schließmuskels durch Schäden des Nervensystems. Neurologie: Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Diagnostik und nicht-operativen Behandlung von Nerven-, Rückenmarks-, Gehirn- und Muskelerkrankungen beschäftigt. Neuron: Nerveneinheit, Nervenzelle mit Fortsätzen Nierenkolik: Symptome – Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche oder Fieber. Ursachen: Ablusshindernis in Form von Steinen oder einer Verengung im Bereich des Nierenbeckens oder der Harnleiter. Nykturie: Vermehrtes nächtliches Wasserlassen Östrogen: Weibliches Geschlechtshormon. PCA syn. Prostatakrebs: bösartige Erkrankung der Prostata Pessar: In die Scheide, bzw. Gebärmutterhöhle einzulegender Metall-, Gummi- oder Kunststoffkörper (meist ring- oder schalenförmig) zur Korrektur der anatomischen Lage der inneren Genitalorgane (Stützfunktion) oder zur Verhütung (z.B. Diaphragma). Pollakisurie: Häufiger Harndrang mit Entleerung jeweils nur geringer Urinmengen. Polyurie: Erhöhung der Urinmenge auf mehr als 3 l täglich. Prostatektomie/Prostataresektion: Teilweise oder vollständige operative Entfernung der Prostata. PSA: Prostata spezifisches Antigen; Blutwert, der im Rahmen der Prostatavorsorge untersucht wird. Eine Erhöhung kann bei einer Entzündung der Prostata, gutartiger Prostatavergrößerung oder Prostatakarzinom nachweisbar sein. pTa = nicht invasives Karzinom der Schleimhaut (Urothel = mehrschichtige Deckgewebe) pTcis = Carcinoma in situ ( wörtlich: "Krebs an Ort und Stelle" ) pT1 = Einwachsen (Infiltration) unter die Schleimhaut (subepitheliales Bindegewebe), Unterklassifikation pT1a-c pT2 = Einwachsen in die Muskelschicht (Muscularis propria), Unterklassifikation pT2a-b pT3 = Hinauswachsen über die Muskelschicht hinaus, Unterklassifikation pT3a-b pT4 = Einwachsen in Nachbarorgane wie Prostata, Gebärmutter, Vagina, Beckenwand pN1 = einzelner Lymphknoten < 2 cm pN2 = einzelne oder mehrere Lymphknoten bis 5 cm pN3 = Lymphknoten über 5 cm Reflux: Zurückfliesen von Urin in die Nieren Restharn: verbleibender Harn in der Blase nach vollständiger Entleerung Schlingenextraktion: Entfernung von Harnsteinen über die Harnröhre unter Kontrolle mit einem Spiegelgerät (Endoskop) mit entsprechend geformten Schlingen oder Zangen. Selbstkatheterismus: Das Legen eines Katheters zur einmaligen Blasenentleerung durch den Patienten bei sich selbst. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Blase druckfrei und vollständig zu entleeren. Sensorisch: Zu den Sinnesorganen gehörend, auf ihnen beruhen. Sonografie: Siehe Ultraschall-Untersuchung.. Spinalanästhesie: Form der lokalen Narkose, „Rückenmarksnarkose". Sphinkter: Schließmuskel Spina bifida: Angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule und des Neuralrohrs. Stressinkontinenz: Siehe Belastungsinkontinenz. Striktur: Verengung der Harnröhre Suspensionsoperation: Operative Anhebung der Blase oder des Scheidendaches. Toilettentraining: Anhand eines Miktionsprotokolls lassen sich gut die persönlichen Probleme erkennen. Ziel des Trainings ist es, die Blasenkapazität (Speichermenge) zu erhöhen, die Abstände zwischen den einzelnen Toilettengängen zu vergrößern und die Kontinenz zu verbessern. TOT: „Tansobtorator-Tape", operatives Verfahren, bei dem ein Kunststoffband spannungsfrei unter die Harnröhre gelegt wird. TVT: „Tension-free Vaginal Tape", operatives Verfahren, bei dem ein Kunststoffband spannungsfrei unter die Harnröhre gelegt wird. Ureter: Harnleiter Urethra: Harnröhre Urethradruckprofil: Messen der Verschlussfunktion der Harnröhre mit und ohne Belastung. Urge-Inkontinenz: Siehe Dranginkontinenz. Urogramm: Röntgenkontrastmitteluntersuchung zur Beurteilung des Nierenbeckens und der Harnleiter. Urodynamik: Untersuchungsverfahren zur Messung der Blasenfunktion. Uroflowmetrie: Siehe Harnflussmessung. Urologie: Lehre von den Krankheiten der Harnorgane. Urosepsis: Lebensbedrohliche Komplikation einer Infektion der harnableitenden Wege. Uterus: Gebärmutter Validiert: Es wurde geprüft bzw. gesichert, dass bei der Erhebung/Untersuchung der Sachverhalt hinreichend gut erfasst wird Vesikostomie: Operativ angelegte äußere Blasenfistel. Zystitis: Entzündung der Harnblase Zystomanometrie: (Kurz: Zystometrie), siehe Blasendruckmessung. Zystometrie: Siehe Blasendruckmessung. Zystoskopie: Siehe Blasenspiegelung.A
Adipositas: Fettleibigkeit; Body-Mass-Index (BMI) über 30
ADL-Skala: Skala zur Erfassung und Beurteilung der alltagspraktischen Fähigkeiten beziehungsweise Einschränkungen (englisch: activity of daily living)B
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