Kindliches Bettnässen

Kindliches Bettnässen

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Als erstes sei gesagt, dass es vollkommen normal ist, dass Kinder bis zum 5. Lebensjahr ab und zu nachts das Bett einnässen oder auch tags mal etwas in die Hose geht. Häufen sich allerdings solche Vorkommnissen, unterscheidet man zwischen Enuresis (Bettnässen) und der kindlichen Inkontinenz.

 

Symboldbild Bettnässen

Leidet ein Kind nicht an einem Harnwegsinfekt und nässt nach seinem fünften Lebensjahr häufiger als zweimal pro Monat nachts ein, spricht man von Bettnässen. Es gibt eine „primäre Enuresis", sie besteht von Geburt an ohne eine längere Trockenphase und eine „sekundäre Enuresis" bei der das Kind nach einer Trockenphase von mindestens 6 Monaten nachts wieder einnässt. In seltenen Fällen bleibt diese Form des Einnässens bis über das 18. Lebensjahr bestehen.

Die Ursachen hierfür sind nicht eindeutig geklärt. Man geht allerdings von einer Entwicklungsverzögerung des Kindes aus, bei der die Blase nicht dem Alter entsprechend entwickelt ist und sich so die Füllmenge der Blase verringert. Bettnässen hat einen erheblichen erblichen Faktor. Dies belegen Untersuchungen und Studien. Eine sehr ausführliche Übersicht gibt es auf der Webseite der Initative-Trockene-Nacht.

Ein weiterer möglicher Grund könnte eine zu geringe Produktion des antidiuretischen Hormons (ADH) sein. Wird dieses Hormon in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) zu wenig produziert, sorgt es für übermäßig viel Urinproduktion.

Viele Kinder schlafen nachts so tief, dass sie den Druck auf die Blase einfach nicht wahrnehmen und sich so die Blase nachts unwillkürlich entleert um den Druck abzubauen.

Auch psychische Faktoren können der Auslöser für nächtliches Einnässen sein. An diese sollte gedacht werden, wenn ein Kind nach längerer Trockenphase erneut einnässt.

Hat ein Kind nicht nur nachts Probleme den Urin zu halten, sondern nässt auch tags ein oder geht überdurchnittlich oft zur Toilette, spricht man von kindlicher Inkontinenz.

Diese Form der Inkontinenz kann ihren Ursprung in Anomalien des Harntraktes, neurologischen und / oder körperlichen Auffälligkeiten haben.

Eine häufige Ursache für die kindliche Inkontinenz ist eine überaktive Blase, bei der die Steuerung der Blasenmuskulatur noch nicht vollständig ausgereift ist. Harnwegsinfektionen, Verstopfung, Reizungen durch Waschmittel oder Seife, Fremdkörper in Blase oder Scheide können weitere Auslöser dieser Inkontinenzform sein.

Eine Sonderform der kindlichen Inkontinenz ist die Lach- oder Giggleinkontinenz. Wie der Name schon sagt, entleert sich die Blase beim Lachen. Diese Form betrifft häufig Mädchen zwischen dem 8. und 12. Lebensjahr und verschwindet meist in der Pubertät.

Da sich Symptome tags leichter verdecken lassen, ist es nicht ganz einfach die kindliche Inkontinenz von einer Enuresis zu unterscheiden.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Behandlung viel Geduld erfordert, da es selbst nach Feststellung der Ursache ein bis zwei Jahre dauern kann, die Symptome zu beheben.

 

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