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Umgang mit Inkontinenz in Beziehung

15 Nov 2020 14:28 #1 von Kuna
Hallo zusammen,

Ich habe die Beiträge zur Partnerschaft und Inkontinenz bereits gelesen, dennoch interessieren mich eure Meinungen/Erfahrungen zu folgenden Punkten:

- Wie offen soll man mit dem Thema umgehen, es sogar vor dem Partner/Partnerin verheimlichen?
- Sind eure Beziehungen daran gescheitert? Wenn ja, was waren die Gründe dafür?
- Habt ihr derzeit eine/n Partner/Partnerin?

Wie schafft ihr es euren Lebensmut zu erhalten?

Beste Grüße,

Kuna

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15 Nov 2020 18:55 #2 von Matthias1965
Guten Abend Kuna,
wie möchtest Du bitteschön in einer Beziehung eine Inkontinenz verheimlichen?
Mit Sicherheit sind so manche Beziehungen daran gescheitert, aber dann hat es meines Erachtens eh schon Probleme gegeben.
Eine sich gegenseitig! liebende und wertschätzende Beziehung kommt damit klar.
Auch gibt es keinen Grund den Lebensmut deswegen zu verlieren, es gibt genügend Therapieansätze und genügend Hygieneartikel.
Gruss Matthias

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15 Nov 2020 22:49 - 15 Nov 2020 22:54 #3 von stephanw
Hallo Kuna,

wie Matthias schon geschrieben hat, ist eine Inkontinenz, vorallem schwerere Ausprägungen, nicht verheimlichbar. Ich habe z.B. eine solch starke Drang(harn-)inkontinenz, dass ich andauernd auf Windeln angewiesen bin, das kann ich nicht verstecken.

Meine Frau hat zum Glück Verständnis für meine Behinderung und unterstützt mich wo sie nur kann. Was es manchmal erschwert ist, dass ich seit der Inko unter einer starken Depression leide (habe seit etwas über 2 Jahren Probleme mit der Inko). Ich tue mich schwer meine Krankheit zu akzeptieren und mein Selbstwertgefühl ist stark reduziert. Hinzu kommen noch Probleme mit der Inko in der Arbeit. Habe noch andere Probleme, die sich in den letzten Jahren/Monaten verschlimmert haben (Erektionsprobleme, Libidoprobleme, Tinnitus, Restless Legs Syndrom), was oftmals an meiner Zuversicht nagt. Bin mittlerweile schwerbehindert mit einem GdB von 50. Lebensmut habe ich zum Glück ausreichend, da ist meine kleine Tochter jeden Tag wieder ein echtes Lebenselixier. Dank ihr weiß ich, warum ich jeden Tag aufstehe und warum es sich zu kämpfen lohnt. Und ohne meine Frau würde ich das alles nicht schaffen.

Grüße
Stephan

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17 Nov 2020 18:40 #4 von martinK
Hallo Kuna

Zunächst meine Antworten auf Deine Fragen:

- Offenheit ist immer gut, doch würde ich Deine Partnerin nicht mit Deiner Leidensgeschichte überlasten (die Zweisamkeit ist viel zu schön, um sie mit Sorgen zu füllen...)
- Nein, meine Beziehung ist auch mit Inkontinenz intakt
- Nein

Mein Tipp ist: Du hast ein medizinisches Problem. Suche nach Lösungen, wie Du das Problem beheben oder zumindest lindern kannst und versuche, Dein Leben so einzurichten, dass es durch die Inkontinenz möglichst wenig beeinträchtigt wird. Dann wird auch Deine Beziehung keinen Schaden nehmen (oder zumindest nicht wegen der Inkontinenz).

Als Inkontinente haben wir ja nicht 24 h pro Tag Probleme. Nimm Dir Zeit für die Zweisamkeit mit Deiner Liebsten und wähle diese Zeit bewusst!

Herzliche Grüsse
Martin

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12 Dez 2020 14:31 #5 von Sanctus
Hallo! Dich interessieren Einzelmeinungen fu folgenden Themen:

- Wie offen soll man mit dem Thema umgehen, es sogar vor dem Partner/Partnerin verheimlichen?
- Sind eure Beziehungen daran gescheitert? Wenn ja, was waren die Gründe dafür?
- Habt ihr derzeit eine/n Partner/Partnerin?

Wie schafft ihr es euren Lebensmut zu erhalten?

1. Nicht verheimlichen. Es ist ein wichtiges Thema für dich, dann darf es auch ein Thema in der Beziehung sein. Oder würdest du verheimlichen, dass du pleite, HIV-positiv, schwul, Vegetarier, CSU-Mitglied oder Heilsarmee-Mitarbeiter bist? Das gehört doch zu dir. Also darf es auch Teil der Beziehung sein. Es gehört hingegen nicht in Freundschaft-Plus-Geschichten, in Wochenendgeschichten und One-night-Stands. Aber was ist das für eine Beziehung, in der du immer mit hochgezogenem Visier lebst???
2. Nein. Beziehung nicht daran gescheitert. Bin 41 Jahre mit der gleichen Frau zusammen. Und wäre froh, wenn es nochmal 41 Jahre werden. SIE hat einfach eine Matratzenunterlage bestellt, hat mir Inkontinenz-Muster im Internet bestellt, als ich noch nicht kathetert habe... Kein Meckern bei Überschwemmungen. Aber obwohl sie es mir leicht gemacht hat, habe ich mich oft geschämt. Aber das auch thematisiert... Ich musste auch manchmal mitten beim Fummeln rausrennen, weil ich Harndrang hatte. Ich habe beim Stadtbummel in die Mittelstreifen-Begrünung einer vierspurigen Autostraße gepinkelt, weil der Harndrang so imperativ war. Oben guckte der Kopf raus, unten ins Gebüsch gepinkelt. Ihre Reaktion: Na und?! Es hat deswegen keinen Unfall gegeben. Weder auf der vierspurigen Straße noch in unserer Beziehung.
3. Ja, bin verheiratet. Beziehung klappt gut, Sexualität klappt gut, Inkontinenz hat nicht zur Entfremdung geführt. Bin froh darüber! Auch die Kinder wissen von meiner Krankheit, die Pakete mit Kathetern liegen offen im Badezimmer rum. Freunde, die mir wichtig sind, habe ich informiert. Wem ich peinlich bin, der kann ja wegbleiben. Bisher habe ich diese Erfahrung aber in keiner einzigen Beziehung gemacht! Meine Nachbarn wissen nix darüber - wieso auch. Du musst selbst entscheiden, wer was von dir wissen darf. Das gilt nicht nur für deine Gebrechen, sondern halt für alles... Übrigens gilt das obige erst seit dem Selbstkathetern. In den Zeiten vorher mit Einlagen wussten zwar alle, dass "bei mir irgendwas nicht stimmt", aber ich kannte ja selber meine Grundkrankheit nicht, habe nur das resultierende Problem erlebt.
4. Lebensmut erhalten: so wie immer. Das Leben ist doch nie ein Zuckerschlecken, manche kriegen Diabetes, Hochdruck, Krebs, Beine amputiert, werden blind, von der Straßenbahn angefahren oder vom Blitz erschlagen. Damit müssen wir doch immer zurechtkommen. Niederlagen, Gebrechen und Mißgeschicke sind doch normaler Bestandteil unseres Lebens. Darauf müssen wir ALLE eine Antwort finden. Inkontinenz ist nur eine Variante des Schicksals, unsere Widerstandskraft, unser "Standing" zu prüfen. Und darum geht wohl jeder damit um, wie es zu seiner Art passt: manche vergraben sich beim ersten Windhauch und verbringen ihre Zeit mit Wehklagen. Andere freuen sich über heftigen Gegenwind, stellen ihr Segel auf und lachen beim Surfen. Mich würde ich irgendwo in der Mitte verorten zwischen Verkriechen-Wollen und Segel-Aufstellen. Es wechselt auch, ich beurteile es nicht jeden Tag gleich. Aber ich habe es in meinem Kopf als "Handicap" abgespeichert, diese Formulierung hilft mir. Wenn du es als "Katastrophe" abspeicherst, dann machst du es selber dazu. Es ist immer so groß, wie du es zulässt. In einem Kommentar steht, dass Inko nicht 24 Stunden am Tag ein Thema ist. Genau! Es bleibt genug Zeit für andere Sachen. Und da kannst du machen, was dir gefällt: Schellemänneken bei den Nachbarn, den Chef mit Nasenpopel anflitschen, die Frau in der Besenkammer begatten - as you like it. Wenn du die Zeit lieber mit Wehklagen verbringen willst, kannst du auch das machen. Nur überleg dir, was es mit dir macht. Und was dabei gewonnen wird. Wer ohnehin zur Depression neigt, wird alles (natürlich auch und gerne eine Kontinenzproblematik, das bietet sich ja förmlich an) als Beweis für die Schlechtigkeit der Welt nehmen.

So, du wolltest individuelle Antworten bekommen. Ich habe die Hose runtergelassen. Aber was ist mit dir?? Warum brennt dir ausgerechnet das Thema Partnerschaft so unter den Nägeln? Wie geht´s dir? Welche Antworten hast du auf die obigen Fragen gefunden - besonders auf die letzte????

Ahoi.

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