Inkontinenzformen - Überblick

Blasenschwäche im Alter - Blasenschwäche bei Frauen

Blasenschwäche Frauen

Was tun bei Blasenschwäche oder besser gesagt was tun gegen Blasenschwäche im Alter. Die Annahme, dass Blasenschwäche im Alter Frauen besonders häufig betrifft bestätigen die Statistiken. Allerdings sind von Blasenschwäche junge Frauen ebenfalls betroffen. Die häufigste Form der Harninkontinenz ist die Belastungsinkontinenz, gefolgt von der Dranginkontinenz. Es bestehen Mischformen, die sogenannte Mischinkontinenz.

Altersbedingte Veränderungen der Struktur und Anatomie am Beckenboden, Senkungen der inneren Organe, Schäden und/ oder Störungen der neurogenen Steuerung können ursächlich für eine schwache Blase sein. Sie bilden die Hauptursache für Harninkontinenz im fortgeschrittenen Lebensalter. Medikamentöse Nebenwirkungen oder Mobilitätseinschränkungen fördern ebenfalls eine Schwächung der Blase.

Wichtig: Gegen Blasenschwäche im Alter gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Blasenschwäche ist keine unveränderliche Sache, die hingenommen wird, oder im Alter die Norm darstellt. Senioren mit Blasenschwäche nutzen moderne Hilfsmittel, um sich im Alltag nicht einzuschränken.
Eine Vielzahl von konservativen Therapien und operativen Behandlungen stehen zur Verfügung. Davon profitieren ältere Menschen mit Blasenschwäche. Die Lebensqualität steigt, Isolation wird entgegengewirkt, Folgeerkrankungen vermieden.

Entscheidend für die Behandlung der Inkontinenz im Alter ist die Ursache, die Form der Blasenschwäche. Die auslösende Ursache für eine Blasenschwäche ist unterschiedlich.

 

Ursache der Blasenschwäche

Ursachen sind oftmals eine Veränderung in der Struktur des Blasenmuskels und des Beckenbodens. Störung der neurogenen Steuerung sowie alterskorrelierte Veränderung der Anatomie des unteren Harntraktes.
Weitere Auslöser: Medikamentöse Nebenwirkungen.Blasenschwäche bei Heben

  • Die Belastungsinkontinenz ist geprägt von unwillkürlichen Urinverlust, durch Erhöhung des Drucks im Bauchraum. Unter körperlicher Anstrengung, wie Tragen, Heben, Niesen, Husten und Lachen kommt es zum Harnverlust. Verantwortlich ist ein geschwächter Beckenboden und Verschluss am Blasenauslass. Der früher geläufige Begriff "Stressinkontinenz" bezeichnete den physischen Stress, der bei Druckerhöhung im Bauchraum entsteht.
  • Der Dranginkontinenz liegen diverse Ursachen zugrunde. Blasenentzündungen und Harnwegsinfekte erzeugen akut eine Drangsymptomatik. Für neurologische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervenssystems, ist eine Drangsymptomatik häufig begleitend.

 

Behandlung einer Blasenschwäche

Was kann ich gegen eine undichte Blase tun?

Konservative Behandlung: Zu den effektivsten Behandlungsformen eines geschwächten Beckenboden, als auslösender Faktor einer Blasenschwäche, zählt das Beckenbodentraining. Wichtig ist das konsequente, regelmäßige Training. Empfehlenswert ist, dass die Übungen gegen Blasenschwäche zumindest zu Beginn des Beckenbodentraining unter fachkundiger Anleitung (Physiotherpeuten) stattfinden. Vielen Menschen fällt es schwer, die richtigen Muskelgruppen anzusprechen.

Eine Möglichkeit, dass Beckenbodentraining durch Biofeedback zu ergänzen und die Therapien zu kombinieren erweist sich als sinnvoll. Über optische und/ oder akustische Signale wird die Anspannung und Entspannung des Beckenbodens sichtbar. Der Trainingserfolg wird kontrollierbar. Beckenbodentraining verordnet der Arzt. Physiotherapeuten lehren und zeigen wie Beckenbodenstärkung effektiv durchgeführt stattfindet.

Elektrostimulation unterstützt und fördert eine Stärkung des Beckenbodens. Elektrostimulation wird auch als "automatische Beckenbodengymnastik" beschrieben.

Wir informieren ausführlich über die unterschiedlichen Therapieoptionen der konservativen Behandlung auf unserer Themenseite: Konservative Therapie der Blasenschwäche

Blasentraining, Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung und damit verbundene Reduktion von Verstopfungen, erweisen sich als hilfreich. Eine kritische Prüfung der gesamten Medikamenteneinnahme ist ein weiterer Baustein in der Behandlung und Linderung der Blasenprobleme im Alter. Die Steigerung der Mobilität weißt positive Effekte auf.

Operative Behandlung: Sind die nicht-operativen Möglichkeiten bei der Behandlung der altersbedingten Blasenschwäche ausgeschöpft, stehen operative Behandlungen zur Verfügung.

In der gynäkologischen Harninkontinenz Therapie stehen die TVT (Tension-free Vaginal Tape) und TOT (TransOburatorisches Tape) zur Verfügung.
Diese Operationsverfahren, bei der mittels eines spannungsfreien Kunststoffbandes die Harnröhre aufgerichtet wird, zeigen gute Ergebnisse.

Aufpolsterung Harnröhre bei BlasenschächeDie Aufpolsterung („Bulking“) der Harnröhre ist eine weitere Möglichkeit der Behandlung der Blasenschwäche. Ziel ist die Vergrößerung des Gewebevolumens durch Injektion in die Harnröhre. Das Bulking Mittel unterstützt den Schließmechanismus der Harnröhre. Die Harnkontrolle verbessert sich.

Lesen Sie zur Aufpolsterung der Harnröhre auch das sehr informative Interview mit Dr. Nosal zur Behandlung der weiblichen Blasenschwäche.

TIPP: Drei betroffene Frauen berichten anschaulich mittels eines Videointerviews über ihre Erfahrungen mit der Aufpolsterung der Harnröhre bei Blasenschwäche.

 

Medikamente bei Blasenschwäche

Welche Medikamente helfen bei Blasenschwäche?

Medikamente stehen vor allem bei der Behandlung der Dranginkontinenz zur Verfügung. Es handelt sich um Medikamente aus der Gruppe der Anticholinergika. Diese wirken beruhigend auf die Blase. Erreicht wird eine Hemmung der Kontraktionsfähigkeit der beteiligten Muskeln. Problematisch bei Anticholinergika sind die oftmals auftretenden Nebenwirkungen. Diese betreffen vor allem Mundtrockenheit und Müdigkeit. Neuere Medikamente versprechen diese Nebenwirkungen zu mildern.

Der Wirkstoff Duloxetin erhöht die Spannkraft der quergestreiften Harnröhrenmuskulatur. Damit steht erstmals ein Wirkstoff zur unterstützenden Behandlung der Belastungsinkontinenz zur Verfügung. Grundsätzlich gilt: Eine medikamentöse Behandlung unter enger Abstimmung des behandelnden Arztes durchführen. Wichtig ist die Rückmeldung an den Arzt, ob sich Erfolge abzeichnen. Dies hilft, eine medikamentöse Therapie in ihrer Effizienz zu beurteilen, anzupassen oder abzusetzen.

Frauen, die aufgrund der Wechseljahre unter Belastungsinkontinenz leiden, empfielt sich die Behandlung mit östrogenhaltigen Scheidencremes oder -zäpfchen. Estriolhaltige Präparate bauen die Schleimhaut der Scheide erneut auf – das stärkt die angrenzende Harnröhre.

Weitere Informationen: Medikamente bei Blasenschwäche

 

Hausmittel bei Blasenschwäche

Nicht immer muss gleich zu Medikamenten gegriffen werden. Diverse Hausmitel bei Blasenschwäche können hilfreich sein. Kräuter, Tees oder Kürbiskerne können positiv auf die Blase wirken.

 

Hilfsmittel bei Blasenschwäche

Aufsaugende Hilfsmittel, wie Einlagen, Vorlagen, Pants oder Windelhosen stehen in einer großen Auswahl zur Verfügung. Unterschiedliche Inkontinenzhilfsmittel werden auf den Schweregrad der Blasenschwäche und die Menge des Urinverlustes abgestimmt.

Eine erste Beratung zur Hilfsmittelwahl durch den Arzt ist hilfreich. In der Praxis scheuen Ärzte diesen Aufwand oder haben wenig Kompetenzen in diesem Bereich. Über hohe Kompetenz in der Hilfsmittelberatung der unterschiedlichen Inkontinenzhilfsmittel verfügen Apotheken, der Sanitätsfachhandel, Hersteller und Leistungserbringer. Wenden Sie sich an diese Ansprechpartner. Die aufgeführten Anbieter stellen kostenlose Muster der Inkontinenzhilfsmittel zur Verfügung gestellt. Dies hilft den individuellen Bedarf zunächst durch Gratisproben zu ermitteln. Kostenfreie Produktmuster diverser Inkontinenzhilfsmittel stellt zudem häufig der Online-Handel zur Verfügung.

Eine Übersicht über die unterschiedlichen Inkontinenzhilfsmittel erhalten sie auf unserer Themenseite aufsaugende Inkontinenzhilfsmittel.

Ein spezieller Vaginaltampon bei Harninkontinenz kann die Beckenbodenmuskulatur aktiv unterstützen. Durch entstehenden Druck auf die vordere Scheidenwand, wird der Blasenhals gestützt. Die natürlich Position wird unterstützt.

 


Die Inkontinenz Selbsthilfe e. V. brachte sich aktiv bei der S2K Leitlinie „Beratung bei der Hilfsmittelversorgung“ im Jahr 2020 ein.


Quellen:

Leitlinie "Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten, Diagnostik und Therapie"

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