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Bin neu - guten Morgen.

24 Nov 2018 10:07 #1 von BeckenBruch
Guten Morgen, ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin Klaus, männlich, 42 Jahre und hatte im Sommer einen komplizierten Beckenbruch. Im Heilungsprozess kam es immer wieder zu "schwierigen" Situationen. Ich merkte, dass ich auf Toilette musste - aber da war es schon zu spät. Diese Probleme begleiten mit aktuell immer wieder, allerdings nicht regelmäßig oder dauerhaft, sondern nur immer für ein paar Stunden oder Tage.

Ich bin auf der Suche "Verbesserungsmöglichkeiten", denn bisher sagten mir die Ärzte nur, dass diese Erscheinungen "normal" seien. Es könne besser werden, es kann aber auch so bleiben oder sich verschlechtern.


Aktuell bin ich auf der Suche nach Erfahrungsaustausch und passenden Hilfsmitteln bzw. Möglichkeiten zur Früherkennung, wenn es mal wieder "einfach läuft".


LG, Klaus

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13 Dez 2018 10:34 #2 von Blinki
Guten Morgen Klaus
Ein herzliches Willkommen hier.

Leider kann ich dir keine richtigen Rat geben,was den Beckenbruch angeht, geben.
Aber wenn ich die Aussagen deine Ärzte richtig interpretiere, muss ich sagen, geht mir die Hutkrempe hoch.
Meine Frage wäre nun, ob du schon etwas in Richtung Urologie/Neurologie gemacht worden ist.
Hier schwirrt mir ein EMG der Nervenleitung zur Blase im Kopf rum, den ich könnte mir vorstellen das da etwas nicht in Ordnung ist.
Sollte es noch nicht gemacht worden sein, spreche mal deinen behandelnden Arzt an, das du weitere Untersuchungen machen möchtest.
Ich würde ihn auch über deine Ängste und Sorgen informieren.

Zum Schutz würde ich erst einmal Einlagen empfehlen.
Diese könntest du dir von deinen Arzt verschreiben lassen, so das du sie nicht selber bezahlen brauchst.

In diesen Sinne
Marco

P.s muss leider los, da ich zum SPK Wechsel muss.

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13 Dez 2018 16:25 - 13 Dez 2018 16:30 #3 von BeckenBruch
Hallo Marco, ja - ich bin aktuell auch enttäuscht, wie man bei den Ärzten behandelt wird - oder besser gesagt "nicht" behandelt wird. Egal. Momentan hab ich noch viele Baustellen an meinem Körper, zwecks dem Inko-Thema werde ich mich im neuen Jahr intensiv bemühen, denn vor den Feiertagen hat niemand so richtig Lust, und ich möchte, dass mein Problem ernst genommen wird.

Aktuell hatte ich ca. 14 Tage ruhe, also keinerlei Probleme. Vorgestern Abend merkte ich dann wieder dieses komische "dumpfe" Gefühl in der Leiste, welches sich "pelzig" unter den rechten Hoden zieht (anders kann ich es aktuell nicht beschreiben). Den rechten Hoden drückt es dann auch immer nach oben. Nach diesen Anzeichen kommt es dann meist zu den Problemen. Ich hab mir Abends vorsorglich ein Windel umgeschnallt, und nach ca. 1,5 Stunden auf dem Sofa lief es dann einfach raus. Ich merkte es erst, als sich die Windel füllte. Nach der Nacht war der Spuk vorbei. Gestern, auch am Abend hatte ich dann nur ein paar Tropfen verloren. Heute ist das "pelzige" oder "dumpfe" Gefühl weg und damit auch die Probleme. Aber das macht mich wirklich verrückt.


Nerventechnisch war einiges durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogen, deshalb vermute ich, dass z. Bsp. eine Überbelastung beim Training eine Schwellung oder Reizung auslöst und diese dann dafür sorgt, dass ich die Kontrolle bzw. Steuerung über meine Blase verliere. Was ich nun noch beobachten konnte, dass es ganz langsam läuft, also nicht wie beim normalen pinkeln mit etwas Druck, sondern einfach so, als würde man von einem Wasserbottich den Hahn aufmachen.


Mit den Hilfsmitteln ist das ja auch so eine Sache. Aktuell bin ich noch am testen bzw. rausfinden was am besten passt. Vorlagen haben bisher komplett versagt, die sind nie dort, wo man(n) sie braucht. Die "Tascheneinlagen" funktionieren nur bei ein paar Tropfen sehr gut, bei einer größeren Entleerung gibt es ebenfalls nasse Hosen. Die Pants sind für ein paar Tropfen bzw. wenig Flüssigkeit sehr gut, allerdings auch bei einer vollen Entleerung an der Kapazitätsgrenze. Windeln hab ich nun auch ein paar getestet, mit den Kolibri und den Lille komm ich am besten klar, es liegt vermutlich daran, dass deren Umfang bei Größe M bis 135 cm geht und damit eine gute Passform erreicht wird.
Das Kondomurinal werde ich auch noch testen, sobald ich es habe.

Momentan zieh ich die Windeln auch nur an, wenn dieses komische Gefühl in der Leiste kommt. Ein gewisses "Restrisiko" kann ich aktuell eingehen, da ich noch krankgeschrieben und zuhause bin.

Bammel habe ich , wenn ich im kommenden Jahr meine neue Arbeit antreten werde und diese Probleme noch nicht im Griff habe. Ich kann mir momentan noch nicht vorstellen, dass ich mit einer Windel im Alltag zurecht kommen. An die Leute hier, die das wirklich tagtäglich brauchen - Hut ab, wie ihr das meistert.

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13 Dez 2018 20:27 #4 von Blinki
Hallo Beckenbruch.
Mann oh Mann, das hört sich nach einer großen Baustelle bei dir an.

Hast du schon einmal Probleme gehabt mit einen Hoden- Hochstand?
Oder hast du das Problem mit deinen rechten Hoden erst nach deinen Unfall?
Denn ein Hoden-Hochstand kann auch eine Inkontinenz fördern.

Zum Thema Arbeiten kann ich dir nur den Rat geben, das du dich nicht verrückt machst.
Ich weiß ja nicht in welcher Berufsbranche du arbeitest, aber bei mir habe ich es meinen Chef, direkte Vorgesetzte und meine engsten Arbeitskollegen erzählt.
Okay, ich hatte auch ein riesigen Bammel davor und war enorm erleichtert das meine Kollegen es prima aufgenommen haben.
Keine Sprüche oder dumme Bemerkungen.
Den du hattest ja einen Unfall und du kannst nichts dafür das du nun „ Multifunktionunterwäsche“ brauchst.

In diesen Sinne
Marco

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14 Dez 2018 15:36 #5 von BeckenBruch
Also zu Thema Hoden-Hochstand. Ich hab das erst nach dem Unfall bemerkt und auch erst, als ich wieder in Bewegung gekommen bin. Der Unfall war im Juni und so ab Mitte/Ende Juli besteht das Problem. Wie schon beschrieben, es zieht bzw. drückt den rechten Hoden förmlich nach oben Richtung Penisansatz und dann kann ich darauf warten...
Ich arbeite im Büro, sicherlich gibt es tausende Menschen, die sich mit irgendwelchen Hilfsmitteln arrangieren müssen - irgendwie muss ich dann auch damit klar kommen. Es halt total ungewöhnlich und auch unangenehm.

Was mich wundert, dass alle meine Ärzte, also Hausarzt, Orthopäde und die Ärzte in der Reha-Klinik so tun, als sei das völlig normal. Ich meine, irgendwas kann man doch bestimmt dagegen unternehmen. Aber wie schon gesagt, nach den Feiertagen versuche ich hier an einen Fachmann/Frau zu kommen. Kann jemand im Bereich Oberfranken entsprechende Spezialisten empfehlen? Und wie bekommt man ein Rezept für die Hilfsmittel? Bisher hab ich mir sämtliches Testmaterial online gekauft bzw. schicken lassen oder aus dem Krankenhaus bekommen. Falls ich dauerhaft darauf angewiesen bin, geht das ja richtig ins Geld. Aber vielleicht hilft auch hier der Facharzt weiter.


Über Empfehlungen in punkto Fachärzte im Raum Oberfranken (KC/CO/LIF/BA/KU/BT) bin ich sehr dankbar.
Gruß
Klaus

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14 Dez 2018 22:32 #6 von Marie2
Hallo Klaus,

ich denke auch das es evtl. gut wäre mal zu einem Neurourologen vorstellig zu werden. Die haben Untersuchungsmethoden (z.b. Videourodynamik), mit denen die meisten Blasenstörungen gut diagnostiziert werden können. Die Untersuchung ist nicht angenehm, aber dann weißt du ggf. was die Ursache ist und man kann versuchen gezielt dagegen vorzugehen...

LG

Marie2
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13 Mär 2019 11:18 #7 von BeckenBruch
Wollte euch informieren, dass es Neuigkeiten gibt. War gestern in einer Uniklinik und dort wurde nun festgestellt, dass sich das Becken in Richtung Blase verschoben hat. Aufgrund des gesamten "drumherum" kommt es bei mir immer wieder zu diesen Problemen, so ganz einfach formuliert.

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14 Mär 2019 07:18 #8 von Johannes1956
Lieber Klaus!

Willkommen hier bei uns am Forum des Inkontinenz Selbsthilfevereins!

Ich kann gut nachvollziehen, wie frustierend das ist, nach einem so schweren Unfall dann auch noch das Gefühl haben zu müssen, von den Ärzten nicht richtig beraten, betreut, behandelt zu werden.

Mein Sohn hatte vor zwei Jahren nach einem 12 Meter Sturz von einem Baum ebenfalls einen komplizierten Becken- und Wirbelsäulenbruch und die Rehabilitation dauerte sehr lange.

Ist dein Becken verschraubt zwecks der Stabilisierung? Das Problem entsteht ja meist an der Symphyse und wenn diese nicht stabil ist, sollte sie bei schweren Brüchen mit Bandverschraubungen stabilisiert werden.

Wenn die Symphse stabil ist, nicht auseinander klafft, kann man mit gezielter Physiotherapie viel machen, es bedarf aber eines konsequenten Trainings mit entsprechend gut geschulten Therapeuten.

Hattes du schon einen Reha Aufenthalt? Wie lange ist der Unfall her?

Hast du dir selbst einmal die CT Bilder angesehen und erklären lassen, damit du auch weißt, wie es aussieht? Wenn man die Situation in seinem Körper selbst gut kennt, hilft es auch, mit dem Physiotherapeuten besser gezielt zu arbeiten.

Frage nach einer 3D- Rekonstruktion, das hilft, sich die Bruchsituation besser vorstellen zu können.

Alles Gute

Johannes

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14 Mär 2019 10:36 #9 von BeckenBruch
Hallo Johannes, ja ich habe die Bilder gesehen und auch das Problem verstanden. Momentan gibt es keinen Eingriff, erst in ein bis zwei Jahren wird die Sache mit gemacht. Aktuell ist die Situation erträglich, bei längeren Fahrten etc. versorge ich mich entsprechend, anderweitig komme ich gut damit zurecht. Nochmals vielen Dank für die Arbeit in der Gruppe hier, Klaus.

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