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Advance Band OP/Wasserlassen nicht mehr möglich

30 Mai 2009 13:45 #1 von Thomas K
Hallo zusammen,

im Oktober 2006 wurde aufgrund einer Harnröhrenstriktur eine Harnröhrenschlitzung durchgeführt. Im Anschluss litt ich unter einer leichten bis mittleren Stressinkontinenz. Ich benötigte eine Vorlage am Tag und 1 Vorlage in der Nacht. Es wurden diverse Behandlungen durchgeführt:
- Beckenbodengymnastik
- Einsatz von Medikamenten

Im März 2008 wurde eine Zügeloperation mit einem Advance Band durchgeführt. Seither bin ich kontinent. Allerdings kann ich nicht mehr auf herkömmliche Weise über Harnleiter und Wasserlassen. Mir wurde ein Bauchdeckenkatheder eingelegt, der regelmäßig gewechselt wird. Wasserlassen über die Harnröhre ist grundsätzlich nicht möglich. Ausgenommen, die Blase ist mit über 300 ml befüllt. Dann kommt es zu einem Überlauf, der aber nicht gesteuert werden kann. Diese Operationsfolge war nicht absehbar. Mein behandelnder Arzt berichtet mir, dass er diese Nebenwirkung einer Zügeloperation bei einem Mann noch nicht erlebt hat. Er kann sich die jetzige Situation nicht erklären. Es wurden diverse Untersuchungen durchgeführt. Die Harnröhre ist frei und müsste einen Durchlauf ermöglichen. In Absprache haben wir es wieder mit Medikamenten und Elektrostimulation zur Entspannung versucht. Bis gab es keine positiven Ergebnis. Ich muss dazu sagen, dass bei mir schon als Kind diverse Operationen im Genitalbereich durchgeführt wurden.

Gibt es Erfahrungen, dass nach einer Advance-Operation das Wasserlassen nicht mehr möglich ist? Wo liegen die Ursachen für eine derartige Entwicklung? Wie kann die Behandlung aussehen?

Mein Professor empfiehlt, das Advance Band zu trennen. Unter Umständen würde das Wasserlassen wieder ermöglicht. Evt. bleibe ich kontinent. Es könne aber auch wieder zur Inkontinenz führen. Können Sie mir einen Rat geben. An wen kann ich mich wenden. Ich würde gerne eine weitere medizinische Beratung in Anspruch nehmen.

Schöne Grüße

Thomas K

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05 Jun 2009 16:35 #2 von dcschacht
Hallo Thomas k,

einen anderen Rat wird Ihnen kaum jemand geben. Mal abgesehen von der Frage ob es sinnvoll war das Band nach HR-Schlitzung und Inkontinenz einzusetzten, kann zu einer Überkorrektur mit Überlaufblase kommen (bei Frauen hinlänglich bekannt, da längere Erfahrung). Harnableitung über Bauchdeckenkatheter dann Notlösung. Durch das Band wird es zu einer mechanischen Beeinträchtigung des Harndurchflusses kommen, so dass der Gedanke der Durchtrennung richtig ist. Vorher - wenn noch nicht erfolgt könnte man ein Blasenentleerungstraining unter Schutz vom Bauchdeckenkatheter mit Meidkamenten z.B. Alfa-Blocker (Tamsulosin) oder muskelkräftigenden Medikamenten (Myocholin probieren) - ??!!

Von Ihrer Schilderung her ist aber der bisherige Behandlungsweg durchdacht und urologisch richtig gelaufen. So dass sie weiter Vertrauen zu Ihren Behandelnden Ärzten haben dürfen. Vorhersagbar ist ein solches Ereignis nicht.

lg dcschacht

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31 Okt 2010 09:31 #3 von Hans-Dieter
Hallo,

ich habe diese Advance Band OP schon zwei mal hinter mir.
Bei der ersten OP war ich nicht ausreichend aufgklärt und habe durch "unerlaubte Belastungen nach der OP" getestet, wie erfolgreich die OP war.

Das war der Fehler. Hiernach ist wahrscheinlich das Band - welches ja noch nicht eingewachsen war - verrutscht und ich war wieder inko, wie gehabt.
Den zweiten Anlauf habe ich dann in Dortmund im Knappschaftskrankenhaus bei Dr.Thiel gewagt.
Nach eingehender Untersuchung, meinte der Urologe, kein Problem, das klappt. Es hat nicht geklappt. Nach der OP hatte ich auch einen Harnverhalt und es drohte ein Bauchkatheder. Mit Medikamenten wurde der Zustand dann einigermassen normalisiert, allerdings blieb ich Inkontinent.
Jetzt, nach fast 2 Jahren wage ich noch einen weiteren Versuch, allerdings eine andere Methode. Deswegen meine Frage, wer kennt Remeex?
Bei dieser Methode kann man das Band nach der OP noch anziehen oder Lockern, je nach Bedarf.
Ich denke die OP mache ich aber erst im neuen Jahr, ich werde berichten.

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04 Nov 2010 11:02 #4 von wener
Hallo Hans-Dieter, hallo Herr Dr. Schacht,

aus eigener Betroffenheit beschäftige ich mich intensiv mit den verschiedenen Operationsmethoden zur Behebung der Inkontinenz. Der AMS-Sphinkter ("Goldstandard") wurde mir empfohlen - ich möchte es jedoch zuerst mit einem Band versuchen.
Folgende Bänder sind mir bekannt:
- Advance
- ARGUS
- Remeex
- Atoms.
Meine Frage ist:
- Wo liegen die Vor-/Nachteile der verschiedenen "Konstruktionen"?
- sind die Bänder gleichwertig oder hängt der Einsatz von bestimmten Indikationen ab?
- gibt es Literatur/Studien, in welchen die verschiedenen Bänder vergleichend bewertet werden?

Eine Antwort auf meine Fragen, für die mich schon voraus bedanke, würde meinen Entscheidung erheblich vereinfachen.

Gruß Werner

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04 Nov 2010 14:44 #5 von matti
Hallo Werner,

ich bin zwar nicht Herr Schacht, möchte Dir aber trotzdem diesen meiner Meinung nach sehr guten Linbk nicht vorenthalten.

http://www.huebner-urologie.at/inkontinenz_m.htm

Auf dieser Seite werden alle Verfahren sehr ausführlich dargestellt (mit Bildern).

Gruss

Matti

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04 Nov 2010 20:16 #6 von wener
Hallo Matti,

vielen Dank für Deinen Hinweis - aber ich habe mein "Wissen" über die verschiedene Bänder u. a. aus diesem Artikel von Prof. Hübner.
Mein Problem ist jedoch, dass ich die Vor- und Nachteile der einzelnen Bänder nicht erkennen kann. Wenn ich mich operieren lasse, möchte ich mir natürlich das für mich geeignetste Implantat einsetzen lassen.
Vielleicht kann mir H. Dr. Schacht weiterhelfen.

Viele Grüße
Werner

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12 Feb 2011 10:33 #7 von Hans-Dieter
Hallo alle zusammen.

In höchstem Masse Inkontinent bin ich auch (gewesen). Ich möchte nicht alle OP's aufzählen die ich mitgemacht habe. Advanced-Band 2 X, erste mal unwirksam, zweite mal Harnverhalt. Dann medikamentöse Versuche, die nichts brachten.
Dann hörte ich in meiner SGH von dem Remeex-Band. Ich habe mich schlau gemacht und in Dortmund-Nord im Klinikum bei Dr. Orth erkundigt.
Nach einer Vorstellung in der ambulanten Srpechstunde bei Dr. Orth, wurde mir dann nach einer Blasenspiegelung geraten, zunächst das Band zu durchtrennen und alle Medikamente abzusetzen.
Auf meinen Wunsch nach OP des Remeex-Bandes, wurde dann noch der Erfolg in Frage gestellt, wegen der vielen Vorbehandlungen. Lange Rede kurzer Sinn, seit gestern bin ich wieder zu Hause, nach 5 Tagen Aufenthalt in Dortmund. Ich kann nur jedem raten sich zu informieren, bevor er irgend eine andere Methode wählt. Der Vorteil ist halt, man kann das Band jeder Zeit nachspannen.
Ich hoffe, ich konnte helfen.

Liebe Grüße

Hans-Dieter

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13 Feb 2011 17:24 #8 von wener
Hallo Hans-Dieter und andere von Inkontinez betroffene,

ich habe mir ein Advance-Band implantieren lassen - und bin seit diesem Tag kontinent.
Kurz meine Vorgeschichte:
- RPE am 09.12.2008 - anschließend stark inkontinent,
- AHB im Jan 2009 in Klinik "Wildetal": Training des Schließmuskels gelernt. Ein halbes jahr sehr intensiv trainiert - nur geringer Erfolg. Anschließend Training vermindert - unverändert inkontinent (300 - 500 g/Tag in den Vorlagen).
- Blasenspiegelung in der Klinik, in der die RPE durchgeführt worden war. Ergebnis: Kerbe im Schließmuskel. Empfehlung: Implantation des AMS-Sphinkters.
- Zweitmeinung in einer anderen Klinik (nur Gespräch, keine Untersuchung). Empfehlung: Zuerst Band (Argus-Band) und dann (soweit erforderlich) AMS-Sphinkter.
- Blasenspiegelung im Klinikum Magdeburg: Kein Schädigung des Sphinkters darstellbar. Durchführung des Gozzi-Testes mit positivem Ergebnis. Empfehlung: Implantation eines Advance-Bandes.
- 24.01.2011 Implantation des Advance-Bandes im Klinikum Magdeburg (H.Dr. Hein): Total kontinent!
- z. Z. bin ich dabei, mich zu schonen, d. h. ich muß durch mein Verhalten sicherstellen, dass das Band gut einwächst.
- ich hoffe natürlich, dass durch das Advance-Band meine Kontinenz auf Dauer anhält - sollte dies nicht der Fall sein, so könnte immer noch der AMS-Sphinkter implantiert werden.

Warum habe ich mich für das Advanceband entschieden? Nach meinem Kenntnisstand, wird durch andere Bänder (Argus, Reemex, Atoms) die Harnröhre eingeengt. Es besteht dadurch die Gefahr, das die Harnröhre mit den Jahren geschädigt wird.
Dies soll beim Advance-Band nicht der Fall sein. Wichtig erscheint mir, dass vor der Implantation der "Gozzi-Test" und eine gründliche urodynamische Untersuchung durchgeführt wird. Die Ergebnisse dieser Tests erlauben eine Prognose (keine Garantie!) über die Chancen, mit dem Advance-Band kontinent zu werden bzw. eine Verbesserung zu erreichen. Da eine Nachjustierung des Advance-Bandes nicht möglich ist, erscheint mir die Zeit (mind. 6 Wochen) nach der Op für den Erfolg sehr wichtig zu sein; d.h. Verhaltensregeln (kein Sport, keinen Spreizung der Beine usw.) müssen unbedingt beachtet werden.

Ich bin guten Mutes, dass mein Inkontinenzproblem (zumindest für lange Zeit) gelöst ist.

Werner

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13 Feb 2011 18:09 #9 von eckhard11
Hallo und guten Abend, Werner,

schön, dass Dir das Band - zumindestens bisher - geholfen hat.
Dies wird eventuell auch anderen Betroffenen den Mut machen, sich einmal neueren Behandlungsmethoden zuzuwenden.

Schreib weiter, auch wenn es den erhofften Erfolg nicht bringen sollte......

Gruß
Eck :sleep: hard

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26 Feb 2011 12:07 #10 von wener
Hallo Eckhard und andere Mitbetroffene,

inzwischen ist ein Monat nach der Op vorbei und ich bin immer noch kontinent. Ich habe seit der der Op keine Vorlage mehr benutzt - und geniese dies natürlich.
Ich "schone" mich weiterhin (kein Sport, keine schweren Gewichte tragen usw.).
Haltet mir die Daumen, dass der jetzige Zustand möglichst lange anhält.

Gruß Werner

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