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Wie selbstbewusst mit Windeln leben lernen?

16 Nov 2022 13:57 #1 von Jonas_89
Hallo,

wegen meiner starken Stuhlinkontinenz bin ich nun rund um die Uhr auf Erwachsenen - Windeln leider angewiesen.

Wie kann ich denn die Windeln nun selbstbewusst tragen?
Wie kann ich denn meien Windeln auch selbstbewsusst draußen tragen?
Wie kann ich selbestbewusst wirklich immer regelmäßig meine Windeln auch im Büro wechseln?

Vielen lieben Dank im Voraus !

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18 Nov 2022 10:44 #2 von Helmut 60
Hallo Jonas,

Ich habe zwar „nur“ Harninkoninenz, welche sicher viel leichter zu handhaben ist als Stuhlinkontinenz, brauche aber auch auch seit vielen Monaten Windeln und hatte zu Beginn mit ähnlichen Gedanken zu kämpfen.
„Selbstbewusst tragen“ setzt voraus, dass du zunächst für dich selbst akzeptierst, dass du Windeln tragen musst und das diese letztlich dein alltägliches Leben wesentlich erleichtern und nicht behindern. Ich trauere nicht vergangen Zeiten nach, wo dies nicht der Fall war, sondern akzeptiere das Jetzt und stelle für mich das Positive (nämlich die mit Windeln mögliche uneingeschränkte Teilhabe am normalen Leben) in den Vordergrund. Zudem kommt, mit steigender Erfahrung, das Vertrauen auf die verwendeten Produkte (wenn du denn das passende für dich gefunden hast), und dass andere, entsprechende Kleidung vorausgesetzt, überhaupt nichts von deiner besonderen Unterwäsche mitbekommen! Auch bekommst du mit steigender Erfahrung auch die Routine, wo, wann und wie du am einfachsten deine Windel wechseln kannst, was du eventuell an Hilfsmitteln wie Feuchttücher, kleine Plastikbeutel etc. benötigst. Mit dieser steigenden Erfahrung und Routine kommt auch das Selbstbewusstsein, ohne Scham die Windeln überall zu tragen. Zudem - wozu Scham und Unsicherheit? Du trägst die Windeln nicht zum Vergnügen, sondern weil es einen ernsten, medizinischen Grund dafür gibt, was ich jedem, der anzügliche Bemerkungen machen würde (was mir noch nie passiert ist), um die Ohren schlagen würde!
Das gleiche gilt im Arbeitsumfeld. Glücklicherweise haben wir eine sehr eindeutige Gesetzgebung bezüglich Diskriminierung am Arbeitsplatz. Denke darüber nach, ob es nicht sinnvoll wäre, (je nach Firmengröße) ein vertrauliches Gespräch mit Behinderten-/Diskriminierungsbeauftragten oder Personalabteilung über deine Kondition/ggf. deine Bedürfnisse am Arbeitsplatz zu führen. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, dein Arbeitsumfeld entsprechend deiner medizinischen Bedürfnisse zur Verfügung zu stellen (und sei es z.B. nur eine Entsorgungsmöglichkeit für deine benutzten Windeln). Auch ist der Arbeitgeber verpflichtet in Falle eines Falles jegliche Form von Diskriminierung strikt zu unterbinden.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen viel Erfolg, dein Leben positiv und selbstbewusst weiter führen zu können!

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18 Nov 2022 11:29 #3 von mich
Helmut, mit "nur" Harninkontinenz muss keiner auf die Dauer leben. Es gibt Möglichkeiten, etwas machen zu lassen. Ist zwar eine kleine OP, aber ich bin mit AMS 800 (künstlicher Schließmuskel) sehr zufrieden.

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18 Nov 2022 15:26 #4 von Helmut 60
Hallo Mich,

Danke für den Hinweis - ich bin mit meinem Arzt über mögliche Behandlungsmethoden im Gespräch und fühle mich auch sehr gut beraten. Zur Zeit kann ich aber mit der Handhabung meiner Inkontinenz sehr gut, glücklich und unbeschwert leben. Das mag sich durchaus in Zukunft mit der Zeit ändern, dann werde ich ganz sicher intensiver auf die Alternativen eingehen.

In diesem Thread wollte ich aber mit meinem Beitrag versuchen, Jonas, der augenscheinlich noch Probleme hat den Umgang mit Windeln zu akzeptieren, ein wenig zu unterstützen!
Folgende Benutzer bedankten sich: Matthias1965, Tanja123, magda-lena-luna

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21 Nov 2022 19:06 - 21 Nov 2022 19:07 #5 von Wechselbalg
Hallo Jonas,

Ich hab hier jetzt schon einige Beiträge von dir gelesen.
Stuhlinkontinenz ist nix für Memmen, soviel ist mal klar! Ich käse seit 2017 damit herum. Seit 2021 auch noch Harninkontinenz.
Für mich hat sich definitiv alles verbessert, seit ich meinen Darm geplant und kontrolliert morgens mittels analer Irrigation ( Einlauf) entleere. Hast d schon mal mit Coloplast gesprochen, warst du beim Proktologen? Dann lass dir das verschreiben. Das ist ein völlig anderes Lebensgefühl, ohne den ständigen Drang, den man nicht zurück halten kann.., ätzend.
Und dann weiß erstens keiner von deiner Vorlage und zweitens fühlst du dich wieder völlig okay und die Inkontinenz rückt aus dem Fokus.

Beste Grüße
Wechselbalg

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18 Feb 2023 22:37 #6 von Thorsten1
Jeder hat meines Erachtens eine andere Art und Weise um mit Inkontinenz,egal welcher Art, umzugehen. Der eine kommt mit Windeln ,Vorlagen ,oder Pants sehr gut zurecht, der andere hat Probleme mit solchen Sachen. Es gibt ja Condomurinale unsw die dem anderen liegen . Das Selbstbewusstsein kommt mit der Zeit,zumindest kam es bei nach längerer Findungsphase , ich hab mittlerweile Windeln als ein Teil von mir angenommen.

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19 Feb 2023 02:21 #7 von tigerschnegel
Hallo Jonas,

ich bin jetzt seit rund 10 Jahren vollständig harninkontinent (neurogene Blasenfunktionsstörung) und seit ca. 7 Jahren zusätzlich stuhlinkontinent. Bei mir hat es länger gedauert, bis ich die Windeln akzeptieren konnte, ich war damals sehr verzweifelt und habe auch zwei Jahre aus Scham mit niemandem darüber gesprochen. Dann habe ich zuerst heimlich Vorlagen (ALDI) benutzt und oft ging der Urin in die Hose, so dass ich immer mehr Wäsche waschen musste.

Dann habe ich mehrfach transurethrale Blasenkatheter getragen, da ich in dieser Zeit auch noch 3 schwere Operationen hatte und mir bei schweren OPs schon immer Blasenkatheter legen ließ. (Ich bin seit 57 Jahren schwerst geschädigte Rheumapatientin und hatte zwischen 1985 und 2022 insgesamt 15 schwere Operationen.)

Erst 2015 habe ich dann das Thema Windeln mit spitzen Fingern angepackt. Nach einer Phase des Testens verschiedener Modelle (alles Pants) und dem Herausfinden, was am besten zu mir passte, wurde es endlich besser, d.h. erträglicher. Seither verheimliche ich auch meine Inkontinenz nicht mehr, was auch daran liegt, dass ich auf dieses wunderbare Forum hier gestoßen bin.

Irgendwann wird es besser, weil einem die Windeln auch neue Freiheiten bieten.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute!

LG
Verena
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05 Mär 2023 02:24 #8 von causade
Hallo
ich bin Mitte 70 und habe seit gut einem Jahr ein Problem mit Dranginkontinez und trage, wenn ich länger von zu Hause weg bin Pants Windelhosen, teilweise, z. B. bei lägeren Fahrten mit dem Auto, zusätzlich eine SUPRIMA Schutzhose.
Wegen meines bereits hohen " Drogenkonsums " , täglich 9 Tabletten 7 verschiedene Medikamente, hatte ich es abgelehnt, noch
ein weiteres Medikament zu schlucken. An das Tragen einer Windel habe ich mich schnell gewöhnt, gehört heute zu meiner
" normalen " Unterbekleidung
causade

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05 Mär 2023 09:58 #9 von Helmut 60
Causade, Tigerschnecke,

wi ich schon in meinem früheren Beitrag in diesem Thread herüberbringen wollte, ich persönlich empfinde das Tragen von Windeln bei Inkontinenz nicht als etwas, was man mit maximaler Energie solange wie irgend möglich vermeiden müsste. Wie du, Causade, habe ich (mit 62) eine Dranginkontinenz, aber auch noch verbunden mit einer Tröpfelinkontinenz. Auch ich nehme seit einem operierten Herzinfarkt täglich 5 Medikamente (von denen auch noch drei auch Einfluss auf die Kontinenz haben...) und möchte nicht noch weitere zur Reduzierung des Drangs nehmen - was aber laut meinem Arzt auch nur eine Reduzierung, nicht aber Beseitigung, und das auch noch mit Nebenwirkungen, bedeutet. Selbst wenn, ich müsste auch noch das häufige Tröpfeln loswerden, um ganz auf "aufsaugende Hilfsmittel" verzichten zu können.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mit dem Tragen von Windeln ganz hervorragend zurechtkomme. Niemand sieht oder bemerkt irgendetwas davon, ich empfinde es überhaupt nicht als unangenehm, und für mich ist es eine vollkommen legitime Methode, ohne irgendwelche Nebenwirkungen oder Beeinträchtigung mein normales, aktives und soziales Leben weiter zu führen. Meine Frau hat auch keinerlei Problem damit, dass ich eine etwas andere Unterwäsche trage, und unterstützt mich voll darin, mit meiner Inkontinenz in einer für mich angenehmen Art und Weise zu leben.

Tigerschnecke, ich habe glücklicherweise nur 2, 3 Wochen gebraucht, um mich mit Windeln (zu Beginn auch "nur" dünne Pants) anzufreunden. Zu positiv war der Unterschied zwischen feuchter, kalter, unangenehm reibender Unterwäsche zu einem gut aufsaugenden, sich dann noch angenehm trocken anfühlenden Produkt - verbunden mit der Freiheit, nicht mehr permanent die Toilettensituation in jegliche Aktivität einbinden zu müssen. Ich wollte mein normales, aktives Leben weiterleben, und nicht mein Leben um die Inkontinenz herum arrangieren - und das ist mir mit adäquaten Windeln gelungen!
Ich weigere ich, das Stigma, das mit diesen Produkten in Verbindung gebracht wird, hinzunehmen und empfinde auch keinerlei Scham, diese zu benutzen - sie sind für mich ein lediglich einfaches, preiswertes, nebenwirkungsfreies Hilfsmittel!
Folgende Benutzer bedankten sich: tigerschnegel

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05 Mär 2023 10:01 #10 von mich
Ich war der Meinung so lange es noch andere Möglichkeiten gibt, versuche ich alles um diese Windel loszuwerden.
Folgende Benutzer bedankten sich: MichaelDah

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