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Buchtipp

17 Jun 2006 18:10 #1 von Fernet
Ich habe im Krankenhaus ein Buch gelesen und meine einfach das es unbedingt weiterzuempfehlen ist und vielleicht gefällt es Euch auch ...


Wer mehr an inspirierenden Gesprächen und Gedanken als an aktionsreicher Handlung interessiert ist, liegt bei diesem Buch genau richtig. Oft habe ich beim Lesen das Buch aus der Hand gelegt, um die aufgenommenen Impulse für mich weiter zu denken. Und um wieder und wieder zu entdecken, dass es für vieles im Leben auch andere Zugänge und Erklärungen gibt, die reizvoll sind.


Zum Inhalt:

Nach 16 Jahren besucht Mitch Albom seinen alten, kranken Lieblingsprofessor Morrie Schwartz. So sehr die tödliche Krankheit ihn auch gezeichnet hat, so hat er doch nicht seinen Humor, seine Würde und seinen Mut verloren. Vierzehn Wochen lang besucht Mitch jeden Dienstag seinen alten Lieblingsprofessor Morrie.

Sie führen Gespräche über unser Leben, über Ehe und Familie, über soziales Engagement, übers Verzeihen und über das, was das Leben uns schenkt und was es uns vorenthalten hat. Es sind auch Gespräche über Glück und Abschiednehmen, über Reue und den Prozess des Älterwerdens. Eigentlich dachte Mitch Albom mit den Dienstag - Besuchen seinem Professor Kraft und Trost in der Krankheit geben zu können - und lernt stattdessen dienstags bei Morrie das Leben neu zu betrachten und zu verstehen.

Ganz liebe Grüße Ilona

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11 Jul 2006 10:07 #2 von Fernet
... geschrieben von Christy Brown

Dieser Roman beschreibt die Erlebnisse eines kleinen behinderten Jungen, der (siehe Biographie) aus seiner Sicht das Leben und die Menschen betrachtet. So wunderbar beschrieben, in "naturbelassener" Sprache mal einfühlsam, mal grob, himmelhochjauchzend und auch tief betrübt, aber immer neugierig und voll unbändiger Lust aufs Leben. So packend und mitreissend und spannend, das man es nicht aus der Hand legen kann. Ein Buch in einer Sprache die nicht jammert etc. sondern unglaubliche Energie versprüht, zum schmunzeln und laut lachen anregt und doch die natürlichsten Dinge der Welt beim Namen nennt.

Christy Brown (oft findet sich auch die Schreibung Cristy Brown) (* 5. Juni 1932; † 6. September 1981) war ein irischer Maler und Autor.

Brown wuchs als zehntes von 22 Kindern in ärmlichen Verhältnissen in Dublin auf. Er war mit einer schweren Athetose geboren worden, konnte nur den linken Fuß kontrolliert bewegen und galt zunächst auch als geistig schwer behindert und bildungsunfähig, wurde jedoch insbesondere dank der Initiative seiner Mutter so gefördert, dass er sich schließlich nicht nur verständlich machen, sondern auch Bilder und geschriebene Texte produzieren konnte. 1954 erschien sein autobiographischer Erstling Mein linker Fuß, der 1989 unter dem gleichen Titel verfilmt wurde. Auf dem deutschen Buchmarkt war außerdem zeitweise Ein Fass voll Leben zu erhalten, während Browns weitere Bücher nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Er schrieb und malte ausschließlich mit Hilfe seines linken Fußes; die Hände konnte Christy Brown zeitlebens nicht gebrauchen. Am 5. Oktober 1972 heiratete er Mary Carr, zehn Jahre später starb er an einem schweren Erstickungsanfall.

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11 Jul 2006 14:27 #3 von eckhard11
Illona, mein Engel,

in Deinem 1. Beitrag vom 17. Juni hast Du vergessen, den Titel des Buches zu erwähnen.
Die Nennung des Titels würde das Finden des Buches sicherlich sehr erleichtern, hi, hi.....

Eine kleine Geschichte am Rande.
Wenn ich Deinen Nick "Fernet" lese, kommt mir häufig folgender Vorgang in Erinnerung :
Zu der Zeit, als Branco Cebec Trainer beim BVB in Dortmund war, nahm ich zwei Saisons lang eine durch schwerste Spastiken Behinderten mit ins Stadion.
Bedingt durch den Rollstuhl standen wir immer unten am Spielfeldrand, direkt neben der Trainerbank vor der Gegentribüne ( heute Osttribüne )
Branco Cebec war Alkoholiker und es ergab sich, dass wir dabeiwaren, als er während eines Fussballspieles betrunken von der Trainerbank kippte.

Als ich dies einige Tage später in meiner damaligen Stammkneipe während einer Skatrunde zum Besten gab, kam die Kellnerin, welche uns während meines Berichtes mit einer Runde Bier bediente, unaufgefordert mit einer Runde Schnaps, nämlich einem Fernet Branca.
Auf meine Frage, was dies denn wohl solle, sagte sie, ich hätte doch eindeutig eine Runde Branca bestellt.
Es stellte sich heraus, dass sie beim Servieren der vorherigen Runde Bier nur etwas von "Branca" verstanden hatte, ( als ich von "Branco" sprach ).

Natürlich haben wir diese Runde Fernet Branca dem Branco Cebec gewidmet.

Ob Branco allerdings Branca trank, war mir immer unbekannt.
Fragen kann ich ihn nicht mehr, er hat sich totgesoffen......


Ich leg mich jetzt - allohollfrei - wieder nieder :sleep:
Eckhard

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11 Jul 2006 15:46 #4 von Fernet
Hallo Eckhardt,

danke für den Tipp. Der Titel des Buches stand seinerzeit gleich hinter dem "Buchtipp", als mir einfiel das man in dieser Rubrik ja mehrere Bücher vorstellen könnte, bat ich unseren Jens den Rest außer Buchtipp zu löschen. Ja damit war der Titel wech.

Ja und dieser Nick-Name ist mal entstanden, weil bei diversen Eingaben von Paßwörtern immer alles belegt war. Name des Hundes meiner Tochter, Namen der 2 Katzen, Kosenname meiner Tochter und und und ...

da kam mir die Idee, es müßte was ganz verrücktes sein, womit ich auch gleich ..(jetzt hätte ich doch bald zuviel gesagt, ich werds gleich ändern)
ja und dann bin ich Fernet geworden.

Ach übrigens Fernet Branca ist kein Alkohol, das ist Medizin und gut zum Einschlafen.

Liebe Grüße Ilona

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13 Jul 2006 23:25 #5 von Fernet
"Stupid white men"

Eine Abrechnung mit dem
Amerika unter George W. Bush

Autor: Michael Moore
Fazit:

"Irre, dass ich gewonnen habe. Ich trat an gegen Frieden, Wohlstand - und gegen den Amtsinhaber." (George Bush vor laufenden TV-Kameras)

Im Weißen Haus sitzt ein Präsident, der nie gewählt wurde, schon einmal wegen Trunkenheit am Steuer im Gefängnis saß und nebenbei kokste. Ob das nun den Verbindungen zwischen Drogenkartell und CIA (sein Vater) oder doch an einer Jugendsünde gelegen hat, sei dahingestellt.
Seine Lehrer behaupten jedenfalls, dass er schon als Schüler borniert gewesen sei. Das erklärt vielleicht die christlich-fundamentalistische Ader seiner Politik der Kreuzzüge.

Nach dem Erfolg der Dokumentation "Bowling for Columbine" in Cannes und in Oscar-Hollywood, dürfte es keinen Zweifel daran geben, dass die USA keine Demokratie mehr ist.

Zum Inhalt: Es geht um die Bestechung und Korruption bei der Wahl und v.a. im demokratisch wählenden Florida, deren Machthaber Anordnungen erlassen haben, die straffällige, schwarze und ähnlichklingende oder -geborene Bürger nicht zur Wahl zugelassen hat. Aber darüber hinaus wurden 810 Wahlzettel mit fragwürdiger Herkunft bzw. nach dem Wahlrecht für ungültig zu erklärende Zettel tatsächlich gewertet, was Bush schließlich, durch dieses "Geschenk", zum vermeintlichen Wahlsieger machte. Um noch einmal zum bösen Bush-Mann zurückzukommen - hier seine ersten Missetaten nachdem er von der Justiz zum Amtsträger erklärt wurde (Floridas Stimmen wurden nicht ein zweites mal ausgezählt):
• Senkung der Bibliotheksausgaben um 39 Mill. $
• Ausgaben für die Erforschung erneuerbarer Energien um 50 % gekürzt
• bei der Weiterbildung von Ärzten 35 Mill. $ gespart
• Wahlversprechen gebrochen, 100 Mill. $ in die Erhaltung des Regenwaldes zu investieren
• 86 % Kürzung für die Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung
• die Zustimmung zum Kyoto-Protokoll über die Klimaerwärmung zurückgezogen (Wahlversprechen war, CO2-Gehalt zu reduzieren)
• bessere Durchsetzung der Biowaffenkonvention von 1972 abgelehnt
• Haushalt der Umweltschutzbehörde um ½ Mrd. $ gekürzt
• Steuersenkungsprogramm durchgeboxt, das dem reichsten Hundertstel der Amerikaner zugute kommt
• Abschaffung des Programms "Reading is Fundamental"...
Bush hat zudem Minister ernannt,
- die gegen Förderung von Frauen u. Minderheiten sind,
- die gegen den Atomwaffensperrvertrag sind,
- die Staat und Kirche nicht trennen wollen,
- die die Aufhebung des Gesetzes zum Schutz
bedrohter Tierarten verlangen,
- die als Anwälte das Wahldebakel in Florida zu
verantworten haben - natürlich in der Position ihrer
Interessen.

Das Buch erschien vor dem 11. September 2001, ist aber in Zeiten des 'Ölkriegs' so aktuell wie nie zuvor - ein weiteres Buch vom Michael Moore dürfte zu erwarten sein, soweit dies nicht durch geheime Mächte verhindert wird. Illuminaten hin oder her - es gibt eine neue Weltordnung und die Wirtschaft ist an allem Schuld, die Raffgier der "stupid white men" aus ‚God blessed America'.

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19 Jul 2006 15:56 #6 von eckhard11
Im Urlaub habe ich "Sakrileg" gelesen ( verfilmt als " Der Da Vinci-Code" ) und muss sagen, das Buch hat mich doch recht enttäuscht.....

Vom Inhalt einmal abgesehen ( so etwas habe ich schon häufiger gelesen ) ist die Sprache und die Satzstellung unter aller Sau.
Mag ja sein, dass dies an der deutschen Übersetzung liegt, aber trotzdem....

Und was mir aufgefallen ist:
Jedesmal, wenn der Autor ( Dan Brown ) nicht weiterwusste, passiert irgendetwas, was ihm wieder in die Spur brachte,
auch wenn es völliger Unsinn und vorher gar nicht beschrieben oder erläutert war.

Jetzt habe ich mir "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann gekauft.
Hier geht es um den Forscher und Abenteurer Alexander von Humbold und um den Mathematiker und Astronomen Carl Friedrich Gauß,
wie beide die Schlüsse aus ihren Erfahrungen ziehen und sich - alt geworden - in Berlin treffen und austauschen.

Mal sehen, ob das Buch hält, was die Bestellerliste verspricht.
( Immerhin steht dieser Titel seit einem halben Jahr auf der Liste )

Ich lege mich so lange wieder nieder :sleep:
Eckhard

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19 Jul 2006 21:14 #7 von Fernet
--- Dan Brown erhebt ja nur begrenzt den Anspruch authentisch zu sein.

Lieber Eckhardt, spannend wars allemal oder?

Zumal: es ist ja ein Roman, trotz aller Bemühungen historische Verbindungen zu schaffen.

Ich fand sehr interessant, das Hinterfragen diverser Abläufe, welche von der Kirche noch immer als "Non Plus Ultra" verkauft werden. Ich fand er hat hier zumindest versucht die verkrusteten Überlieferungen zumindest in Frage zu stellen und das hat mir gut gefallen.

Und was diverse Geheimbünde angeht etwa die Illuminati denen sich später dann die Freimaurer angliederten und und .... Vieles davon stimmt wirklich und ich hätte das so nicht gedacht, das z.B. die "Tempelritter" der Kirche ein Dorn im Auge waren und durch Philipps den IV aus Frankreich (früher war ja die Kirche mit allen Königshäusern im Bunde) die Guttempler verfolgte und zu Tode brachte.

Alle diese Abläufe zumindest sind historisch belegt. Gut vorstellbar, das sie wegen ihres Wissens um diverse Erkenntnisse umgebracht wurden.

"Wissen" war und ist MACHT. Und ganz besonders die Kirche hat das durch Jahrhunderte versucht zu nutzen.

Wie gesagt, als Roman vielleicht nicht erste Sahne, aber als Denkanstoss unschlagbar.

Ilona,
die das Elend, welches im Namen der Kirche verbreitet wurde unerträglich findet.

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05 Sep 2006 00:33 #8 von Fernet
von Peter Bamm

alias:

Dr. med. Curt Emmrich wurde am 20.10.1897 geboren. Er genoss eine humanistische Schulbildung an einem Gymnasium im Königreich Sachsen, war Leutnant an der Westfront im Ersten Weltkrieg, machte sein Abitur, als er bereits Kompanieführer war, studierte nach dem durch die Novemberrevolution beendeten Krieg in Göttingen Medizin, als ein Handwerk, mit dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte, obwohl ihn eigentlich mehr Literatur, Kunstgeschichte, Philosophie und Theologie lockten. Nebenher betrieb er Studien in der Wissenschaft der Sinologie. Ein Jahr lang studierte er in Paris an der Sorbonne.

Schon als Student hatte er Feuilletons, kultursatirische Glossen und Betrachtungen für die "Deutsche Allgemeine Zeitung" geschrieben. Durch diese Beziehung kam er zu seinem ersten Job als Schiffsarzt bei der Hamburger Reederei Hugo Stinnes für eine Ostasienreise. Diese Reise beschreibt er sehr ausgiebig und geistreich in seiner lesenswerten Autobiographie "Eines Menschen Zeit", © 1972 Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München/Zürich. Weitere Schiffsreisen führten ihn nach Südamerika, Westindien und Ostafrika.


Ein unglaublich gut und leicht verständlich geschriebenes Buch, das in weite Bereiche von Menschlichkeit, menschlichem Erleben und Abläufe führt. Das in einer wunderbaren Sprache mit humorvollen Einlagen geschrieben ist und fast wie nebenbei Unterricht gibt über denkwürdige Ereignisse aus längst vergangenen Zeiten.

Ein Gewinn für alle, die auch gerne noch mal etwas dazulernen möchten.

Viel Spaß beim Lesen
Ilona

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05 Sep 2006 09:27 #9 von Chris
der Medicus und die beiden Folgebände sind jedem, der sich für die entwicklung der Medizin vom Mittelalter über die Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges bis zu den 60ern des 20. Jahrhunderts interessiert, sehr zu empfehlen.

Im Medicus nimmt uns ein junger Mann aus London mit auf eine abenteuerliche Reise durch das Europa der ersten Jahrtausendwende. Er reist von England nach Persien um dort Medizin zu studieren. Dabei lernt man die Sitten und Gebräuche der den Handel tragenden Juden ebeso kennen wie die Abgründe der Medizin des frühen Mittelalters. Die meisten Personen sind autentisch, sein Lehrer der Medizin in Isfahan eine historische Persönlichkeit, dessen Veröffentlichungen auch heute noch in der Medizin Bedeutung haben. Alles in Allem ist der erste Band der Trilogie ein spannend geschriebener Historienroman mit sehr realem und gut recherchiertem Hintergrund.

Im zweiten Band der Trilogie - Der Shamane, befindet sich der Leser im Amerika des Bürgerkrieges. Die Menschlichen Seiten dieser Situation werden sehr einfühlsam geschildert, genau so aber auch das Schicksal der Soldaten beider Seiten und das der Ureinwohner, der Indianer. Die sich zur Moderene entwickelnde Medizin und ihr Segen aber auch Fluch wenden gut geschildert. Kurzweilig zu lesen und recht spannend.

Im Dritten Band - Die Erben des Medicus - sind wir in den 60er. Jahren des 20. Jahrhunderts. Es geht um die Problematik der Abtreibung, angefangen mit den Nöten der betroffenen Frauen und den Folgen einer unsachgemäßen Abtreibung, bis zu den militanten Gegnern und ihren Übergriffen auf Ärzte und Einrichtungen der Gesundheitsführsorge. Alles in Allem ist der Dritte Band der "schwächste" der Trilogie, aber auch er ist gut und flüssig zu lesen, wenn auch manchmal ein wenig langweilig, weil immer wieder Rückgriffe auf die beiden anderen Bände genommen werden.

Trotzdem meine Empfehlung für kühle Herbstabende am Kamin

Chris

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24 Sep 2006 19:29 #10 von Fernet
Donna Woolfolk Cross

Die Päpstin

Das neunte Jahrhundert ist eines der finstersten des Mittelalters. Blutrünstig fallen Christen und Normannen übereinander her. Die Sarazenen aus Afrika versuchen Rom zu erobern. Viel Blut fließt. Verrat, Mord und Tod sind an der Tagesordnung. In dieser Zeit haben Frauen so gut wie keine Rechte. Sie sind Leibeigentum des Mannes und müssen ihm gehorchen.

Johanna erlebt als Kind, wie ihr Vater, der ein ärmlicher Dorfpriester ist, ihre geliebte Mutter Gudrun tyrannisiert und schlägt. Gudrun ist Normannin und wurde bei der gewalttätigen Bekehrung diese Volkes zum Christentum von ihrem zukünftigen Mann mit nach Dorstadt in Franken gebracht. Heimlich erzählt Gudrun ihrer Tochter die Geschichten von den Göttern der Heiden. Ihr Mann, der fanatische Christenpriester darf das nie erfahren. Sie beschwört ihre Tochter, nachdem sie von ihm wieder einmal übel zugerichtet wurde: "Du mußt aus deinen Fehlern lernen...damit dir nicht das gleiche passiert. Wenn du heiratest, gibst du alles auf -- nicht nur deinen Körper, auch deinen Stolz, deine Unabhängigkeit, sogar dein Leben. Verstehst du? Verstehst du?...Falls du jemals glücklich sein möchtest, dann merk dir meine Worte Tochter: Gib dich niemals einem Mann hin." Diesen dringenden Rat aus der Not vergißt Johanna zeit ihres Lebens nicht.

Johanna ist außergewöhnlich intelligent und geistig sehr begabt. Durch einen Glücksumstand erhält sie als Mädchen Untericht. Als sich nach wenigen Jahren plötzlich alle Möglichkeiten verschließen, als Frau weiter zu studieren, beschließt sie, ihr Leben als Mann fortzusetzen. In Männerkleidung, mit kurz geschorenem Haar, messerscharfem Verstand, umfassendem Wissen, Warmherzigkeit und Intuition gelingt es ihr nach zahlreichen Stationen ihres Lebens und einigen gefährlichen Situationen, in denen ihre wahre Identität fast aufgedeckt wird, den Papststuhl zu besteigen.

Vom 12. Lebensjahr bis zu ihrem Tod verbindet sie eine starke und tiefe Liebe zu dem Markgrafen Gerold. Sie empfinden sich als Zwillingsseelen. Einige Male retten sie sich gegenseitig das Leben, aber die Umstände verhindern oft ihr Zusammensein, manchmal über Jahre hinweg, die jedoch ihre ungewöhnliche starke Verbundenheit nie brüchig werden lassen. Johanna stirbt, nachdem sie sich als Päpstin besonders für die Armen und die Frauen eingesetzt hat, einen unerwarteten und späktakulären Tod, der laut Historie authentisch sein soll. Dennoch triumphiert Johanna, denn es ist nicht die Hand des Feindes, die sie niederstreckt.

Während die katholische Kirche die Existenz einer Päpstin Johanna, die den Papststuhl höchstwahrscheinlich von 953 -- 955 innehatte, leugnet, sprechen geschichtliche Forschungen auf diesem Gebiet bestechend dafür, daß es eine Päpstin gegeben haben muß. Sehr aufschlußreich dazu ist das Nachwort der Autorin, indem sie Für und Wider der Existenz einer Päpstin abwägt. Wer sich ausführlich mit dieser Thematik befassen will, dem ist das Buch. Die Päpstin Johanna von Elisabeth Gössmann zu empfehlen.

Cross hat sich in ihrem Roman präzise an die historischen Begebenheiten gehalten, auf deren Hintergrund die Geschichte von Johanna erzählt wird. Die Schlacht bei Fontenoy, der Vertrag von Verdun, die Plünderung der Sanct Peters Kirche, der Mord an Papst Leo und die Feuer- und Flutkatastrophen bei Rom fanden tatsächlich statt. So hat der Roman von Donna W. Cross viele Vorzüge: Er basiert auf wahren Begebenheiten, er vermittelt ein Stück Geschichte und er ist so spannend geschrieben, daß er den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.

Johanna wird man nach der Lektüre dieses Buches so schnell nicht vergessen.

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