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Meine Wienreise - Zu Besuch bei Freunden

02 Jun 2016 10:44 - 02 Jun 2016 11:35 #1 von matti
Hallo,

etwas später, dafür umso herzlicher, möchte ich euch gerne an meinen fünf tollen Tagen in Wien teilhaben lassen. Mein großer Dank gilt Elisabeth und Johannes, die zu jeder Zeit fantastische Gastgeber, und dies im wahrten Sinnes des Wortes, und sehr, sehr gute Fremdführen waren.
Beide haben mir einen Urlaub ermöglicht, den ich so hätte sonst nie erleben können.

Mein 1. Tag in Wien.

Flug und Betreuungsservice haben wie immer hervorragend funktioniert. Elisabeth und Johannes warteten schon am Ausgang des Gates und so konnten wir gleich zum Hotel fahren. Wir haben einen tollen Rundgang über Staatsoper, Bürgerpark, Volkspark, Heldenplatz, Hofburg, Parlament, Graben und die Kärntnerstrasse gemacht. Im Café Centrum, eine Wiener Institution seit 1876, haben wir unter begleitender Pianomusik, Wiener Schnitzel gegessen. Dort habe ich auch den Sohn von Elisabeth und Johannes kennen gelernt. Ein toller Tag ging zu Ende, in einem 1a Hotel zu. In der Fußgängerzone waren um 22 Uhr noch Menschenmassen unterwegs, unglaublich.
























2. Tag folgt...

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02 Jun 2016 10:50 - 02 Jun 2016 11:35 #2 von matti
2. Tag in Wien

Nach einem guten Frühstück im Hotel sind wir zunächst die Kärtnerstrasse herunter und dann mit einem Aufzug, ganz spontan, in eine Skybar gefahren. Von dort hatte man einen wunderschönen Blick auf den Steffl, bis hin zum Prater. Danach haben wir das Cafe Hawelka besucht und die weltberühmten Brötchen bei Trsezniewski probiert. Dort gibt es Pfiff, dies ist Bier in 125 ml Gläsern. Dem Hundertwasserhaus einen Besuch, ebenso wie dem Kunsthaus Wien abgestattet. In der Lebzelterei ein Lebkuchenherz ergattert. Am Abend ins Klassikonzert im Goldener Saal des Wiener Musikvereins (weltweit beste Akkustik eines Konzertsaales) den Werken von Dvorak, Liszt und Tschaikowsky gelauscht. Toll! Danach bei Johannes seinem Hausgriechen gut gegessen.



















Anhang Hawelka.jpg nicht gefunden







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02 Jun 2016 11:05 - 02 Jun 2016 11:06 #3 von matti
3. Tag Wien

Heute ging es auf den Naschmarkt. Ich liebe dieses Markttreiben. Bauernmarkt und Flohmarkt folgten. Von dort mit einer hervorragend barrierefreien U Bahn zum Prater. Zunächst etwas gegessen und dann auf das weltberühmte Riesenrad. Tolles Erlebnis mit grandioser Aussicht. Über den Prater gebummeltelt und den waghalsigen Fahrgeschäften zugeschaut. Es ging weiter ins Planetarium, wo ein bekannter Österreichischer Kabarettist durch ein 90 minütiges Programm mit den passenden Namen "Himmelphysik für Fußgänger" moderierte. Faszinierende Eindrücke ins Weltall boten sich. Im Soprano den Abend ausklingen lasse.



















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02 Jun 2016 11:20 - 02 Jun 2016 11:24 #4 von matti
4. Tag Wien

Wir sind mit der U-Bahn nach Schloss Schönbrunn gefahren. Teilweise etwas abenteuerlich vom Ein- und Ausstieg, letztlich geht aber (fast) alles.

Zunächst haben wir einen ausgiebigen Bummel durch den Schlosspark unternommen und dabei neben Schmetterlingshaus, Neptunbrunnen, Schönen Brunnen (der nicht so schön war), Obelisk und Gloriette die Meierei erreicht und dort hervorragend gegessen. Weiter gings ins Schloss Schönbrunn. Die romantischen Vorstellungen von Sisi und Franz, als Kaiserpaar, verlor ich bei der 90-minütigen Führung schnell. Man hat sich zu dieser Zeit auch schlicht drei Jahre am Stück auch einmal gar nicht gewaschen. Die Begriffe "Flohmarkt" und "Mich laust der Affe" stammen aus dieser Zeit. Die Sissi (im Film mit zwei s) Filme sollte man auch und ausschließlich als Film betrachten. In Wahrheit hatte die Kaiserin Elisabeth, bei 174 cm Körpergröße ca. 36 Kilo und eine Taile von 46 cm. Hungerödeme hatten die Haut absterben lassen und so zeigte sich an ihrem Körper schwarze abgestrobene Hautarialle. Gehungert hat die Kaiserin im Übrigen ohne Not, sondern aus Schönheitidealen und einer massiven psychischen Störung. Die Führung war aber sehr schön, wenn auch die Massenabfertigung bedenklich, aber wahrscheinlich nicht änderbar ist.
Mit der U-Bahn ging es dann zur Donauinsel und zur Copakakrana/ Sunken City. Dies ist ein wenig der Ballermann von Wien. Mir hat dies aber doch sehr gefallen. Abschließend im Café Museum noch einmal sehr gut gegessen.

























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02 Jun 2016 11:33 #5 von matti
5. Tag Wien

Der fünfte Tag ist leider auch gleich der Abreisetag. Es gab aber auch an diesem Tag „Highlights“. Begonnen hatte der Tag mit einem Gespräch mit dem Hotelmanager, wegen zweier Diebstähle aus meinen Zimmer. Dies soll aber jetzt kein weiteres Thema hier sein (bitte!)

Pünktlich um 9:30 Uhr holte mich eine schwarze Mercedes Limousine vom Hotel ab, die Johannes am Vortag für mich bestellt hatte. Standesgemäß! Am Flughafen angekommen, konnte ich mich schnell orientieren und musste zugleich feststellen, dass mein Flug nach Frankfurt komplett gestrichen war. Von Schalter „a“ nach Schalter „b“. Man bot mir einen Ersatzflug um 18.30 Uhr an (planmäßig 13.10 Uhr) oder einen Flug nach Linz und von dort mit einer weiteren Maschine nach Frankfurt. Ich habe mich für zweite Alternative entschieden und so flog ich mit einer Propeller Hasenkisten, mit dem passenden Namen „Wilder Kaiser“ ganze 25 Minuten von Wien nach Linz. Von dort ging es dann weiter nach Frankfurt. Dort angekommen, war allerdings mein Koffer nicht auffindbar. Bereits bei der Gepäckermittlung nachforschend im Gespräch tauchte er aber doch noch auf. Er befand sich auf dem Gepäckband der Maschine aus Singapur. Die Barrierefreiheit war trotz der Umbuchung sehr, sehr gut organisiert. Völlig ohne Probleme und dabei die unterschiedlichsten Arten, wie man ein Flugzeug betreten und verlassen kann, kennen gelernt. Sehr lehrreich!
Ich bin wieder Zuhause und habe sowohl im Herzen wie auch im Kopf wahnsinnig schöne Erinnerungen.

Das Thema Barrierefreiheit werde ich auch noch genaustens beschreiben.










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02 Jun 2016 12:33 - 02 Jun 2016 13:12 #6 von matti
Ein ausführlicher Bericht zur Barrierefreiheit in Wien

Anreise:

Am Frankfurter Flughafen gibt es einen Sonderschalter für Handicap People. Dort kann man exklusiv einchecken und ist auch gleich seinen Koffer los.
Ein gesonderter Aufenthaltsraum steht zur Verfügung. Von dort wurde ich durch den Begleitservice abgeholt und durch Pass- und Sicherheitskontrolle begleitet. Am Gate warteten die Sanitäter und man wird vor der Flugzeugtür auf eine Art Sackkarre umgesetzt. Damit geht es dann zum Sitz im Flieger. Es erfolgt stets ein Preboarding, man kommt also vor allen anderen Passagieren in den Flieger, allerdings auch als letztes wieder aus den Flieger. Der Rollstuhl steht dann schon vor der Flugzeugtür. Der wartende Begleitservice brachte mich zum Gepäckband und zum Ausgang, wo Elisabeth und Johannes schon warteten.

Hotel:

Das Motel one Staatsoper Wien ist ein sehr schickes und barrierefreies Hotel. Es liegt absolut zentral, sodass man fast alle innerstädtischen Sehenswürdigkeiten in maximal 500 Metern erreichen kann.
Das Zimmer verfügte über ein unterfahrbares Waschbecken, eine Toilette mit Haltegriffen und eine sehr, sehr große schwellenfreie Dusche.

Bordsteine und Straßenbelag:

Es gibt fast überall Absenkungen. Eine kleine Schwelle von meist 2 – 3 Zentimetern ist aber fast immer zu überwinden. Zumeist glatte, Asphaltierte Bürgersteige, innerstädtisch aber teilweise auch sehr grobes Kopfsteinplaster.

Ebenheit:
Der innerstädtische 1. Bezirk ist überwiegend sehr flach und somit ohne größere Anstrengungen zu meistern

Bus:

Alle barrierefrei zugänglich, durch Ausklappen einer Rampe

Straßenbahn:

Meist nur jede 3. Straßenbahn ist barrierefrei zugänglich. Dies erfordert dann mitunter größere Wartezeiten. Allerdings wird an den Haltestellen sowohl die Wartezeit wie die Barrierefreiheit zuvor angezeigt. Diesen Service gibt es auch als App, sodass man sich vorbereiten kann.

U-Bahn:

Überwiegend barrierefrei. Allerdings fahren unterschiedliche Modelle, die vorher nicht angekündigt werden. Die neueren Züge verfügen über eine automatische Klappe (Rampe, ebenerdig). Die Rollstuhlabteile befinden sich immer im ersten und letzten Waggon.

Geschäfte: Überwiegend zugänglich (90%), teilweise, selbst in der ganz neu renovierten Mariahilfstrasse aber nach wie vor mit einer Stufe am Eingang.

Restaurants und Caféhäusern:


Die Restaurants die wir besucht haben (es waren eine ganze Menge) verfügte entweder über einen barrierefreien Zugang, oder einen Nebeneingang mit Rampe.
Im Einzelnen: Schmetterlingshaus Bürgerpark (Hofburg): Biergarten barrierefrei, Inneres durch Nebeneingang), Café Central: Nebeneingang mit Rampe, Hawelka: kleine Stufe zum Inneren, der Schanigarten, also direkt vor einem Gastronomiebetrieb auf öffentlichem Grund befindliche (Biergarten) sind barrierefrei zugänglich, Trzesniewski: Stufe am Eingang, Kostas: 2 niedrige Stufen, Schweizer Haus im Prater: Biergarten barrierefrei zugänglich aber teilweise tieferer Schotter um die Tische herum, Soprano: Schanigarten barrierefrei, inneres über eine Stufe, Café Museum: Schanigarten barrierefrei, inneres über Klingel und Rampe erreichbar, Meierei im Park Schloss Schönbrunn: Schanigarten Barrierefrei, inneres nicht bekannt, Gastronomie am Kugelmugel (Prater) über Rampe (alt und wackelig) erreichbar, Innenbereich nicht bekannt,

Sehenswürdigkeiten:

Stefans Dom barrierefrei, Riesenrad am Prater: barrierefrei, Goldener Saal des Muskivereins Wien über Rampe und Aufzug barrierefrei, Schloss Schönbrunn: barrierefrei über Lift, Kunsthaus Wien: über Klingel und Nebeneingang zugänglich. Im inneren aber typisch Hundertwasser ganz unterschiedliche und vor allem sehr, sehr wellige Böden. Ausstellungsräume im 1. und 2. Stock mit groben Eichendielen, aber gut zu bewältigen. Planetarium: Barrierfrei zugänglich, Toilette vorhanden.

Behindertenparkplätze: Mangelware und Bordsteine nicht abgesenkt

Behindertentoiletten: öffentlich absolute Mangelware, in fast keinem Restaurant vorhanden. Tipp: U-Bahnstationen (mit Euro Schlüssel)

Kunsthaus Wien (Hundertwasser):



U-Bahn:


Anhang:
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02 Jun 2016 12:49 #7 von Jens Schriever
Hallo Matti

Danke für deinen wunderschönen Reisebericht, und den tollen Bilder. Da hast du aber sehr viel gesehen in den 5 tagen. Wuste gar nicht das Wien so viel zu bieten hat. Ich kann mir gut vorstellen, wie dir der Urlaub gefallen hat. Ich denke, die Tage werden dir lange in Erinnerung bleiben. Auch dein ausführlichen Bericht zur Barrierefreiheit in Wien ist sehr gut und informativ.



Gruß Jens

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02 Jun 2016 17:30 #8 von Schmiro2001
Hallo Matti,.

vielen Dank für Deinen Reisebericht über Wien.Tolle Bilder hast Du da geschossen. Man kann sich da gut vorstellen wie es so in Wien ist.

Gruss aus dem Schwabenland

Roland

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02 Jun 2016 18:42 #9 von Karlchen
Mensch Matti,

ist schon toll was Du so hinkriegst. Toller Bericht und viele tolle Bilder! Zwar nix mehr für mich, aber schön zu sehen, dass andere Behinderte sowas auf die Reihe kriegen. Wenn Du schon schreibst, dass das ein Besuch bei Freunden war, dann wirst Du sicher ein paar superschöne Tage verbracht haben. Wien ist ja wirklich eine schöne Stadt, wenn auch etwas stickig wie ich hörte von Einwohnern. Ich war mal im Winter da, da war es nicht so pralle, aber ich hatte damals auch fast alles gesehen, was Du fotografiert hast.

Du bist wirklich ein Vorbild für alle Behinderten, die eher weniger in der Weltgeschichte rumdüsen, aus welchen Gründen auch immer.

Gruss Karlchen

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02 Jun 2016 19:30 - 02 Jun 2016 19:31 #10 von matti
Liebes Karlchen,

vielen Dank für deine netten Worte.

Ich sehe die ganze Sache ja völlig anders. Ich habe diese Reise nicht trotz meiner Behinderung unternommen, sondern wegen meiner Behinderung!

Hätte ich diese nämlich nicht, dann hätte ich so wundervolle Menschen wie Elisabeth und Johannes niemals kennen gelernt. Euch ebensowenig.

Immer das Gute sehen! Vielleicht ist dieser Artikel einmal ganz interessant. Er spiegelt meine Realität und Einstellung zu fast 100% wieder:

Von Superkrüppeln, Trotzdem-Menschen und Helden

leidmedien.de/journalistische-tipps/supe...menschen-und-helden/

Dank auch an alle Anderen, für ihre schönen Worte.

Gruß

Matti

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