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Heute kam der Cough-Assist

11 Mär 2016 20:11 #1 von Bezzera
Hallo,

hat zwar primär nichts mit dem Hauptthema des Forums zu tun, aber vielleicht hilft die Info.
Durch die Spinale Muskelatrophie hat meiner Frau sehr wenig Kraft. Heißt: ganz wenig Kopfkontrolle und nur noch ein wenig Restkraft in den Unterarmen und ein paar Fingern. Dies bedingt auch, dass durch die fehlende Toraxmuskulatur die Atmung einzig vom Zwerchfell ausgeht. Durch ihre Skoliose, die zwar so gut es geht vor 25 Jahren korrigiert und versteift wurde, der Toras aber deformiert ist, ist die Lunge in ihrer Ausdehnung eingeschränkt. Geringes Atemvolumen ist daher die Folge.
Im Infektfall bedeutet das, dass sie zum Abhusten und zur Sekretmobilisation externe Hilfe benötigt. Dies erfolgte bisher ausschließlich durch mich, mittels Druck auf den Brustkorb oder den Bauch. Schleimlöser sind bei ihrer Behinderung absolut verboten, denn durch die dadurch großen Mengen an Sekret, die sich auf einmal lösen würde sie eher ersticken.
Toitoitoi hat sie in ihren 40 Jahren dank sofortiger Behandlung bei Infekten nie eine Lungenentzündung bekommen.

Mittlerweile ist aber auch die durch mich ausgelöste Sekretmobilisation immer anstrengender für sie und für mich, so dass wir vor 2 Wochen beim Pulmologen ein Rezept für den Couch Assist "bestellt" haben. Dieser wurde heute geliefert. Es handelt sich dabei um ein Gerät, dass beim Einatmen mit Druck Luft in die Lunge "pumpt" und beim Ausatmen einen Unterdruck erzeugt. Das sorgt für eine bessere Ventilation der Lunge und hilft beim Lösen und Abhusten des Sekrets. Nach einer 1h Einweisung und Parametrierung ist meine Frau sehr begeistert von dieser Methode. Armentherapie kann man damit ebenfalls durchführen, was zu einer Verbesserung des Lungenvolumens führt, wenn man konsequent täglich damit arbeitet.





LG
Gregor
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11 Mär 2016 21:39 #2 von Ano
Moin Gregor!

Das hört sich ja sehr gut an. Toll, dass Du Dich so intensiv um Deine Frau kümmerst. Ich staune, was es so alles an Erleichterungen gibt und drücke Euch die Daumen, dass dieses Teil weiterhin so gut funktioniert, wie Ihr es Euch erhofft.

Ist dieser Couch Assist nur durch ein Rezept zu bekommen? Als Leihgerät? Musstet Ihr Zuzahlungen leisten?
Das wäre für Betroffene vielleicht auch interessant zu wissen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Gerät bestimmt nicht gerade preiswert ist.

Alles Gute,
Ano

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11 Mär 2016 22:16 - 11 Mär 2016 22:19 #3 von Bezzera
Hallo Ano,

danke :) Meine Frau und ich kennen uns jetzt fast 14 Jahre, damals war ich 19. Wir sind ein eingespieltes Team, haben den gleichen Arbeitgeber, ich als Ingenieur, sie als Sachbearbeiterin. Wir genießen unser Leben ubd kassen uns nicht aufhalten ;) Für mich gehört es dazu, mich um meine Frau zu kümmern, ich kenne es gar nicht anders. Und sie gibt viel zurück und hilft wo sie kann. Dank vieler technischer Möglichkeiten und Kollege Computer ist das alles kein Problem.

Zum Cough-Assist:
Der übliche Weg einen zu erhalten geht über ein Rezept. Der CA ist ein eingetragenes Hilfsmittel. Wird er genehmigt, dann ist er zwar in unserem Besitz, muss aber bei Gebrauchsbeendigung wie jedes andere Hilfsmittel wieder zurückgegeben werden. Man könnte ihn auch sicherlich selber kaufen, der Preis liegt aber bei etwas über 10.000€, das etwas ältere Modell, mit weniger Möglichkeiten, schwerer und komplizierter einzustellen liegt bei ca. 8.000€.
Die Einweisung erfolgt nur über Fachpersonal, da Paramerwr um Gerä eingestellt werden müssen, z.B. Überdruck, Unterdruck, Pausenzeit zwischen Ein-und Ausatmen, etc.. Werden diese Parametwr falsch gewählt, kann köperliche Schäden an der Lunge verursachen. Man kann das auch in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt machen, falls nötig.
Eine Zuzahlung muss bis auf due übliche Gebühr von 10%, bzw. max. 10€ nicht geleistet werden, wenn die Krankenkasse das Gerät genehmigt.
Die Lieferung, Einweisung und Servicebetreuung erfolgt durch die Firma Heinen und Löwenstein. Über diese erhält man dann auch die Verbrauchsgegenstände wie Maske, Schlauch und Bakterienfilter. Diese Teile müssen wöchentlich ( Bakterienfilter), monatlich ( Schlauch) und jährlich ( Maske) gewechselt werden. Per Rezept werden diese Teile aber auch von der Krankenkasse bezahlt.

Ich hoffe ich habe nichts vergessen zu erwähnen, bei Fragen versuche ich diese zu beantworten.

LG
Gregor

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11 Mär 2016 23:35 #4 von Horsty
Hallo, Gregor,

der Cough Assist e 70 ist wirklich eine äußerst nützliches Hilfsmittel, das für Betroffene bei Hypersekretionen eine merkliche Erleichterung bringt. Es wird vor allem bei Patienten eingesetzt die, schlecht alleine abhusten können. Also u.a. auch für Parkinsonerkrankte; vor einiger Zeit hatte ich dazu schon einige Ausführungen gemacht. Ähnlich, wie bei euch kümmert sich die Frau eine Ärztin aufopferungsvoll um ihren Mann, einen ehemaligen Neurochirurgen, der seit ca. 15 Jahren tapfer mit seiner Parkinsonerkrankung kämpft. Er ist auch Leiter einer Selbsthilfegruppe „Parkis“ in unserem Landkreis. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters, haben beide nicht immer die erforderliche Kraft, sodass ich hin und wieder zur Seite stehe.

Alles erdenklich Gute wünscht Euch beiden
Horsty
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13 Mär 2016 15:08 #5 von Bezzera
Servus!

Gerade beim erneuten Lesen des Themas ist mir aufgefallen, dass ich durchgehend "Couch" anstelle "Cough" geschrieben habe. Da hat mir die Autokorrektur in die Suppe gespuckt, peinlich!

@Horsty:
Ja, das Gerät ist eine super Erleichterung. Sandra (meine Frau) ist es zwar noch nicht gewohnt, zumal sie sich mit den Jahren eine sehr flache Atmung angewöhnt hat, aber sie nutzt es jetzt täglich für den Anfang 2x für je 5x ein und Ausatmen. Es schlaucht sie ganz gut, denn die Lungen sind es nicht mehr gewohnt sich weit auszudehnen. Aber selbst mit dem geringen Druck für ein und Ausatmen (10 mbar) und relativ kurzer Atemzugdauer (1,5s) hilft es zur Sekretmobilisation. Mit der Zeit werden die Parameter dann auch gesteigert, bzw. auch die Vibrationsfunktion aktiviert, um beim Infektfall eine ich bessere Sekretmobilisation zu erreichen.
Ich finde es ganz toll, dass Du dem Ehepaar ab und zu hilfst!

LG
Gregor

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