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Frau, 50 J., seit ca. 26 Jahren nach Hüft OP stuhlinkontinent

23 Feb 2019 18:04 #1 von Anka-26
Hallo liebe Mitglieder/innen,
ich bin 50 Jahre jung und seit ca. 26 Jahren stuhlinkontinent, nachdem mein rechtes Hüftgelenk aufgrund einer ausgeprägten Dysplasie operativ (Dreifach Osteotomie nach Tönnis) umgestellt wurde.
Ziemlich bald nach der OP hatte ich immer wieder starke Durchfälle, die ich natürlich kaum halten konnte. Ich bin von einem Arzt zum anderen gerannt, weil ich wissen wollte, was mit mir los war. Etwa vier Jahre später wurde eine starke Laktoseintoleranz festgestellt. Doch trotz eisernem Verzicht auf alle Milchprodukte nahmen die Durchfälle nicht ab. Lakonische Antwort einiger Ärzte: "Verzichten Sie einfach auf alle Nahrungsmittel, die den Durchfall bei Ihnen auslösen, dann wird's schon gehen!" Tja, wahrscheinlich könnt Ihr Euch vorstellen, wie allein ich mich da gefühlt habe. Irgendwann habe ich schließlich aufgehört, zu Ärzten zu gehen, da diese mir eh nicht helfen konnten / wollten. Jahrelang bin ich wohl mehr schlecht als recht durchs Leben gegangen, immer total angespannt und ständig unter Stress, es jedes Mal noch rechtzeitig zu einer Toilette zu schaffen. Einige Jahre und einen Städtewechsel später, bin ich über meine damalige Hausärztin bei einem Neurologen gelandet. Nach mehreren Untersuchungen und der Sichtung der damaligen OP Protokolle, hat er meine Vermutung bestätigt, dass meine Probleme wohl durch diese OP verursacht wurden, da offensichtlich die Nerven, die den Enddarm versorgen, beschädigt wurden! Er hat mir dann direkt ein Biofeedback Gerät besorgt, welches ich über drei Jahre lange benutzt haben - leider erfolglos.

Dann, etwa 2014/15, konnte ich den Stuhl auf dem Weg von der Pause zurück zur Arbeit in der Straßenbahn plötzlich nicht mehr halten! Was für ein Schock für mich! Und auf jeden Fall der Moment, es doch noch mal mit einem neuen Arzt zu versuchen. Mein neuer Hausarzt hat mich zu seinem Gastroenterologen überwiesen, zwecks Darmspiegelung. Dieser war aber so kompetent und ehrlich, mich zu einem Proktologen weiter zu überweisen, der mir schließlich das Interstim empfohlen hat. Seit 2016 bin ich nun Trägerin dieses Neurostimulators, nachdem die Testphase überwältigend ausgefallen war!!
Dann die Enttäuschung: Nach der Implantierung ging es mir zwar ein bisschen besser, aber nicht mal annähernd so gut wie in der Testphase. Immer wieder bin ich zu diesem (menschlich leider sehr schwierigen) Arzt gerannt und habe die Praxis nicht nur einmal heulend verlassen. Als er mir dann sagte, ich solle doch mit dem zufrieden sein, was ich hätte, war für mich klar, dass ich nun nochmals den Arzt wechseln musste.

Schließlich bin ich bei Dr. Ommer in Essen gelandet. Um es nun mal etwas kurz zu halten ....
.... Dr. Ommer hat bei mir einen Mastdarmprolaps festgestellt (vorher wurde ich stets auf Hämorrhoiden behandelt) und mir auf jeden Fall zur OP geraten, da der Mastdarm bei jedem Toilettengang (nicht nur Stuhlgang) mit aus dem After kam.
Was soll ich sagen? Am Dienstag wurde ich nun in Essen operiert und bin seit Donnerstag wieder zuhause.
So richtig gut geht es mir leider noch nicht, da es noch mehr oder weniger stark nachblutet (das kann wohl bis zu 10 Tage so gehen) und ich auch nicht wirklich einhalten kann. Dies könnte auch auch an der ganzen blutigen Schleimhaut liegen, die halt immer wieder noch ein bisschen "rausblutet". Zumindest hoffe ich das sehr! Weil ich dann nämlich noch die Hoffnung haben kann, dass es nach endgültigem Abheilen des ganzen Wundbereichs doch endlich mal besser (und nicht immer nur schlechter) wird!
Wir werden sehen. Die Wunde ist ja noch frisch und ich noch krank geschrieben zuhause.

Ich habe meine Geschichte hier jetzt mal relativ ausführlich geschrieben, weil ich hoffe, dass sich die/der eine oder andere hier wieder findet und mir vielleicht auch Tipps geben kann!

Ich würde mich über einen Austausch wirklich freuen, um mich nicht mehr so allein zu fühlen.
Mein Mann ist zwar immer sehr verständnisvoll, aber es fehlt mir trotzdem, mich mal mit anderen Menschen auszutauschen, die wirklich wissen, wovon ich rede!

Viele Grüße
Anka

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24 Feb 2019 08:48 #2 von Elkide
Hallo liebe Anka,

es ist klasse, dass du unser Forum der Inkontinenz-Selbsthilfe e.V. gefunden hast. Herzlich Willkommen!

Deine Krankengeschichte hört sich wirklich gruselig an. Es tut mir sehr leid, was du alles durchmachen musst. Leider kann ich dir keinen Rat geben, da ich mich nicht mit Operationen am Darm auskenne.

Nach einer verpfuschten PDA habe ich eine Blasen- und Darmlähmung und muss die Blase mittels Katheter und den Darm durch Irrigation entleeren. Zusätzlich habe ich Schrittmacher, die die entsprechenden Nerven stimulieren (sakrale Neuromudulation = SNS). Hierzu findest du auf unserer Homepage Informationen oder auch im Forum unter den entsprechenden Stichwörtern in der Suchfunktion.

Durch die Schrittmacher hat sich die Stuhlinkontinenz um ca. 70 bis 80 Prozent gebessert und seit der Irrigation bin ich fast 100 Prozent kontinent. Nur die abgehenden Winde kann ich nicht beeinflussen, was manchmal etwas peinlich ist.
Auch über die Irrigation kannst du auf unserer Homepage Informationen finden. Ob dies aber nach deinen Operationen eine Möglichkeit darstellt, kann ich dir überhaupt nicht beantworten.

Wünsche dir ganz gute Besserung und dass die OP den gewünschten Erfolg bringt.

Liebe Grüße
Elke

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24 Feb 2019 13:38 #3 von Anka-26
Liebe Elke,

vielen Dank für deinen Willkommensgruß.

Deine Geschichte hört sich ja nicht minder gruselig an! :S
Ich habe auch schon zwei PDAs hinter mir (meine beiden Mädels mussten wegen der Hüftumstellung per Kaiserschnitt geholt werden), doch hatte ich offensichtlich zumindest hier das Glück, dass meinem Körper dabei nichts weiter passiert ist!
Dir wünsche ich auf jeden Fall weiterhin Kraft und Zuversicht, mit diesen "Problemen" umzugehen. Hörte sich für mich aber schon so an, als kämst du mit den Schrittmachern und der Irrigation ganz gut zurecht!?

Der Neurostimulator war für mich auch auf jeden Fall eine Erleichterung, wenn auch eben nicht die so sehr erhoffte (und durch die Testung erwartete)!
Blöd war halt, dass täglich echt viel Schleim einfach so aus meinem Darm floss und der Enddarm dann auch noch immer mit raus kam.
Das war der Grund, warum ich mich für diese OP nach Rehn Delorme entschieden habe.

Ganz akut zweifel ich meine eigene Entscheidung aber ein bisschen an, weil ich Angst habe, dass ich dadurch erst recht stuhlinkontinent geworden bin.
Ich sage mir selbst schon die ganze Zeit, dass ich erst mal die Wundheilung abwarten sollte, aber es fällt mir schon sehr schwer, keine Panik zu bekommen! :-(

Vielleicht sollte ich mal ein neues Thema dazu eröffnen und gezielt nach Erfahrungen mit dieser Methode fragen...... Vielleicht meldet sich dann ja jemand, da meine Frage so sicherlich eher gefunden würde, oder ...??

Viele Grüße
Anka

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24 Feb 2019 17:13 #4 von Elkide
Hallo liebe Anka,

da deine Operation sicherlich nicht sehr oft vorkommt, ist es bestimmt hilfreich, wenn du einen neuen Thread mit dem Namen der OP-Methode Rehn Delorme eröffnest.

Kann gut verstehen, dass du nach der OP so schnell wie möglich einen Erfolg sehen möchtest. Nach so einer Operation braucht man auf jeden Fall einen langen Atem. Gönn dir bzw. deinem Körper die Ruhe, die du jetzt bestimmt noch brauchst. Noch vor etlichen Jahren musste man nach so einer OP mindestens 14 Tage im Krankenhaus bleiben. Heute wird man ja schon nach drei/vier Tagen entlassen, aber der Heilungsprozess dauert einfach seine Zeit.

Gute Besserung und alles Liebe
Elke
Folgende Benutzer bedankten sich: Anka-26

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25 Feb 2019 14:27 #5 von Anka-26
Hallo liebe Elke

danke für deine lieben Worte.
Natürlich weiß ich, dass ich Geduld brauche und mein Körper natürlich Zeit, sich von dieser OP zu erholen.

Ich denke, "Geduld" habe ich ja bereits über 20 Jahre bewiesen. Es waren teilweise für mich echt harte Jahre, weil ich ja manchmal wegen des täglich mehrfachen Durchfalls kaum in der Lage war, mit meinen wundervollen Mädchen (heute 8 und 12 Jahre) einfach nur auf den Spielplatz zu gehen, weil es hier in Deutschland leider kaum Spielplätze mit öffentlichen Toiletten gibt. Trotzdem habe ich mich immer wieder aufgerafft und habe versucht, meinen Töchtern eine mehr oder weniger "normale" Mutter zu sein. Zum Glück bin ich ein normalerweise sehr optimistischer Mensch, was mir wohl schon durch viele dunkle Stunden geholfen hat. Außerdem habe ich das Glück, einen verständnisvollen Mann an meiner Seite zu haben, so dass ich all die Jahre nicht allein bewältigen musste.

Als ich etwa 2014/15 endlich diesen Arzt gefunden hatte, der sich mit Inkontinenz auskennt und mir dieses Interstim empfohlen hat, war ich der glücklichste Mensch auf Erden! Vor allem nach dieser hervorragenden Testphase!! Ich hatte gar keinen Durchfall mehr (obwohl dieser Arzt sagte, dass das Interstim nichts an der Beschaffenheit des Stuhls ändern würde .....), konnte wunderbar einhalten, musste nur noch einmal täglich (wenn es schlecht lief vielleicht 2x) zur Toilette ..... die schönsten drei Wochen meiner letzten 25 Jahre!!

Tja, und jetzt diese OP ....
Ich versuche auch weiterhin optimistisch zu bleiben, vor allem weil die OP ja auch gerade mal 6 Tage her ist. Eindeutig zu kurz, um eine Aussage über die Wirkung zu treffen. Es ist ja auch noch alles wund und mein Schließmuskel tut beim Stuhlgang ganz schön weh.

Aber immerhin .... heute konnte ich doch glatt schon ca. 1 1/2 Minuten einhalten! Bin dann aber freiwillig zur Toilette gegangen, weil das Anspannen des Schließmuskels so weh tat!

Ich hoffe also weiter ....

Liebe Grüße und dir alles Gute!
Anka

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