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Schulung zum Thema Darmmannagement,in Nottwil, CH

04 Dez 2006 22:23 #1 von klaro
kurzes feedback zum Thema der heutigen Schulung, "Darmmanagement" im Paraplegikerzentrum Nottwil, CH
04.Dez.2006

EIN VOLLER ERFOLG, nur so, kann man die 3 stündige Auseinandersetzung mit der Komplezität unseres Darms, der Zusammenwirkungen, Wirkungen, Auswirkungen... Zusammenhänge, bezeichnen.

als vollen ERfolg und an dieser Stelle ein GROSSES Dankeschön, an die , welche es geleitet haben.

War es Frau Kaempfer, von der Patientenschulung, die zu einem guten Gelingen beigetragen hat

Seien es an die ca . 50 Beteiligten, Patienten, MS. QS, Mütter von Kindern mit Spina bifida, Spitex Personal oder Aerzte wie Oberarzt Dr.Michael Baumgartner,der über den gelähmten Darm und die Funktionsstörungen berichtete und aufzeigte,
Frau Veronika Geng, Pflegefachkraft die erläuterte was zu tun ist, bei Darmproblemen, wie diese entstehen können und wie Abhilfe geschaffen werden kann.Ebenso die Vielfältigkeit der Laxantien erläuterte(bisschen komplex). Und doch immer wieder führte der WEg zurück, an die 3 IMMERWäHRENDEN HAUPTPUNKTE

-Ernährung einstellen
-Flüssigkeitshaushalt einstellen (mehren)
-mehr Bewegung(soweit wie möglich)

ebenfalls WIE diese Laxantien eingesetzt und ausgewählt werden. Auch Metamucil( wo ich doch so draufstehe= Flohsamen), jedes Laxantie, sei gleichzusetzen wie ein Arzneimittel. Dies war für mich.. ein AHA ERlebnis.

Dachte doch, pflanzlich.. = nicht so schädlich, aber dennoch, Vorsicht bei allen Produkten bei Langzeitanwendung,ebenfalls, mal wieder Packunngsbeilage lesen.


--
ausgegangen wurd meisten vom QS(Querschnittgelähmten Menschen) da dieser, wegen eingeschränkter...Organfunktionen...zimlich viele Organe mitbetroffen sind. Somit auch der Darm, eine längere Transportzeit hat, bis zur Ausscheidung.

Auf Publikumfrage, wie lang denn die Nahrung normal im Körper Verdauungstrakt sei, wurd mit rund 72 Stunden geantwortet. Gerne dürfen wir den Versuch mit "rote Beete"machen oder ähnlichem.

verlängerte Transportzeit, heisst, dem Stuhl wird noch mehr Flüssigkeit entzogen, weil er länger im Darm ist und somit die Opstipation( Verstopfung) wieder ein Problem wird.

mit dem sitzen im Rollstuhl wiederum nimmt die Muskelmasse ab, welche sich dann in Fett umpolstern kann. WEniger Muskelmasse Verlust, heisst auch weniger Ruhe Energie Verbrauch. (Cove-Essgewohnheit)


Wissenwertes über den Vardauungstrakt Pathophysiologie:

die 3 Lähmungsarten
-motorische
-sensible
-veget. (wie bei MS)

Risiken, die man beachten und kontrollieren solllte
-ergeben häufig ein erhöhtes Kardiovaskuläres Risiko
-Cholesterol
-Glukoseintoleranz
-Hypertonie
-Obesität
-Schlafapneu Syndrom
-Depression

Diabetiker Tip /1/ neigen im Zusammenhang mit MS(Multiple Sklerose) das Risiko zu Diabetes Tip /2/ zu gelangen. Wurde detailliert geschildert.

--

interessante Darlegung war der Fall mit einem Tetraplegiker, wo gezeigt werden will, WO, unser DARM Mannagement eigentlich schon beginnt, nämlich da, wo es keiner von uns wirklich ahnt, oder zumindest nicht dran denkt. oder zuwenig.

Tetraplegie, führt zu
-Schluckbeschwerden,
- Schluckstörungen
-Oesophaguserkrankungen kanns geben
-dann auch Karies, Gingisvitis,Peristanitis, Plaques

Was sind Zähne?
Zähne sind für Tetraplegiker die "dritte Hand". Richtig verstanden. Dennoch erhalten die Tetraplegiker auch Medikamente, für die Blase. Diese wiederum belasten die Zähne stark. Es kommt zum rezidivierenden Zahntrauma.
Bis hin zum Zahnverlust oder/und

HIER BEGINNT das THEMA DARM MANNAGEMENT!!!!

Denke so, hat es allen eingeleuchtet, wie das Eine, mit dem anderen nah zusammenspielt, und eins vom anderen abhängig ist.

Hustenreflex, Niesen, Husten, werden hier als Training eingebaut. Welches sinnvoll weitergeübt werden soll.

in akuter Phase wo Darm und Magen "schwierig tun" ist es von Vorteil, wenn man diese REflexe, die eigentlich sonst normal sind, als Tetraplegiker gut eintrainiert hat.
die Gastroparese(Lähmung des Magens)bei QS
-Geschwüre
-Indiz bei hoher Lähmung
-hohe Mortalität
-Hyperaktivität des Vagus

dies alles erzeugt Magensäure, magenbrennen, aufstossen. Dazu weil man ja meistens sitzt,
- die Magensäure nach oben drückt
-Magenschleimhautentzündung, Gastritis ulcera,
-Refluxkrankheit (Rückfliessen)
-Entzündung der Speiseröhre

in diesen Fällen meiden, wie immer
Schokolade, Koffein, Nikotin, Pfefferminze

evtl. gute Lagerung, Oberkörper höher.

Gallensteine bilden sich bei 29 % einer Studie von Betroffenen, im Laufe der Zeit


--

(muss es unterteilen, dass ich selber kein Durcheinander krieg) klaro :roll:

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04 Dez 2006 22:24 #2 von klaro
Teil 2(fahre einfach fort)

Stuhlgangprobleme bei QS

bekannt ist die Autonome Dysreflexie( Blutdruckanstieg, wenn Stuhl drückt und Puls geht runter)

Auslöser können auch sein
-Nierensteine
-verstopfter Katheter
-Hämorrhoiden
-Obstipation( Verstopfung)
-Pankreatitis(Bauchspeichelentzündung)
-schwitzen und unscharfes sehen

im Dickdarm
Neuroregulaton, der Dickdarm ist verstopft-->Blockiert
-somit verlängerter Weg durch Darm
-dazu auch Nabelbruch oder Hernieproblematik beachten

Verlust der Willkürkontrolle des *Sphynkter*( das schreib ich wohl immer falsch)

ABER: der Ano-rektale Reflex bleibt erhalten(häufige Hämorhoidalleiden)(evtl falsch geschrieben)

REKTALE Blutungen müssen IMMER gründlich untersucht werden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


--

der gute Herr Doktor hat sehr schnell erzählt, für ihn war ja alles so klar und normal verständlich, hier hab ich ne kleinere lücke, was die Neoplasien angeht. Zu den Risikofaktoren gehört die Speiseröhre(Oesophagus)
--eben.. Lücke..

was er über die Ernährung sagen wollte, die ERnährung sei die WICHTIGSTE CHANCE!!!

einen link konnte ich abschreiben, www.paradoc.org

werd dann mal reinschauen,

----

eine Frage aus dem Publikum war
"Wie oft ist es normal, aufs Klo gehen zu müssen?"

Diese Frage, beantwortete er fairerweise mit einem ausgedehnten.. "puhhhhhhh"

Wir wissen ja allle selber, wie sehr dies diefferenziert und es eigentlich gar keine Regel gibt.

-- Seine Aussage war diese. " Es gibt die Antwort nur im medizinischen Bereich und da spricht man vom 2 Tages Rhythmus"

(sichtlich wären sehr viele Betroffene in der Runde glücklich, wenn dem nur so wenig wäre :-) )

---

Publikumsfrage"wieso hab ich nach dem Essen Spastiken"? (QS)

Spastiken werden ausgelöst durch gefüllten Darm, und /oder Stress. Essen heisst, Magen auffüllen, dieser wiederum drückt auf Darm... =Druck

ich kann die Auslegungen vom Herrn Doktor nicht so genau wiedergeben, hab mir Mühe gemacht, fleissig Notizen zu machen, wenn Fehler bemerkt werden, bitte mir melden.(wenn sich was falsches eingeschlichen hätte)

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04 Dez 2006 22:26 #3 von klaro
WAS tun bei Darmproblemen (von Frau Veronika Geng)
(meine Notizen während ihrem Vortrag)

praktisch: wurde schon auf einiges hingewiesen

Soziale Aspekte
-Isolation, führt zum Zuhause bleiben "Stubenhocker"
-Angst vor ungeplanten Darmentleerungen ( Unfällen)

An dieser Stelle wurde das Bild vom 12 Meter langen Darm, das gewisse Stationen durchlaufen muss, durch diverse Maschinen, Verarbeitungen, bis hin zum Endprodukt zum Ausgang eine fertige "Wurst".( =Stuhl)

dies Bild hat einen eindrücklich dargestellt, wie komplexe Stationen durchlaufen werden, dass also Darmmannagement, etwas mehr darüber zu wissen, doch sehr sinnvoll ist. Obwohl, es "von alleine "abläuft. Können wir DENNOCH viel beisteuern.

Bei einer Umfrage (4 Wochen ) wurden Stuhlinkontinente Patienten gefragt, wie viele Stuhl Unfälle sie hatten.

24,5 % gaben an, einmal pro Woche
20.9 % sagten aus, 6 Unfälle die Woche

Dies allein (Studien umstritten oder nicht) zeige auf, dass die Medizin und wir Menschen, das Problem Stuhlinkontinenz doch noch nicht im "Griff" haben. Also Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Obstipation( Verstopfung)
Inkontinenz ( Ungewollter Stuhlgangverlust)
Blähungen
Diarrhoe(Durchfall)
Slow Transit(verlangsamter Darmtransport)
mechanische Passage
psychogene Obstipation

dies kann alles zu Schmerz führen, abdominaler oder analer Schmerz, und wiederum zu Obstipation.

Prophylaxe (Vorbeugen) bei Obstipation
-anale Obstipation vermeiden
-Sphynkter verschlussdruck senken
-Stuhlkonsistenz verflüssigen

Wichtig ist die Anamnese wo erfasst wird
- Problemorientiert
-Tagebuch, Stuhlgang und Ernährungsbezogen
-Medikamenten Anamnese
-soziale Familienanamnese( Angehörige Betroffene, oder Stress etc)
-Kindheit, als Kind schon probleme gehabt?
-rektale und abdominale Untersuchungen
-apperative Untersuchungen


Ein Riesenproblem stellt ja bei QS Menschen/Patienten die verlangsamte Peristaltik dar. Das heisst, der Gang durch den Darm dauert einiges länger als bei gesunden Menschen. Wenn beim Durchschnittsmensch die Colo transitzeit
(Darmdurchlaufzeit) oder ähnlich** 72 Stunden beträgt im Schnitt, wird beim QS Patienten diese Zeit erheblich erhöht.

Massnahmen:
Peristaltik erhöhen ( Darm anregen) flüssigkeitszufuhr erhöhen
DarmVolumen ebenfalls erhöhen

somit soll die Transport zeit verkürzt werden, die Konsistenz mit Flüssigkeit ausgeglichen.
Hier eignet sich die Irrigation!! (Darmentleerung mittels Darmspülung)

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04 Dez 2006 23:06 #4 von klaro
welche Arten gibt es noch von Verstopfung? Obstipation?

-"Kotballen" im Rektum
-Reiseobstipation (Umstellung Ernährung, Bewegung, etc)
( hier können evtl. kurzfristig Laxantien eingesetzt werden)


Bei Kulturunterschieden merkt man, dass Menschen die normaler weise mit Olivenöl haushalten, kochen, essen, ..
wenn sie dieses olivenöl nicht erhalten, eine Verstopfung eintritt. diese wiederum mit einer Gabe von 2 Esslöffeln am Tag behoben werden kann.

Olivenöl ist allgemein sehr hilfreich.

Anal inko?ausgelöst durch??
-Stess??
-Ernährung??
-Rhythmus für Darmentleerung anpassen müssen, statt wie "gewohnt"

- Stuhl-Konsistenz anpassen ist hier auch besonders wichtig.


überlaufsinkontinenz
Stuhlballe verstopft .Obendrüber kommt bereits neuer Stuhl, somit wird das ganze "mehrfach verdaut". So vermehren siedeln sich Bakterien an und vermehren sich. Kot kommt neben der Verstopfung vorbei in Form von Durchfall, obwohl das GRUNDproblem, eine Verstopfung ist.

psychische Inkontinenz
-Stress, psychischer Aspekt (Grund, Ursache herausfinden und reduzieren)
meine Anmerkung** klingt doch sooo einfach**grins


Blähungen
oft und meist Obstipationsbedingt wegen
wie oben benannt, Mehrfachverdauung und auf Grund dessen, Blähungen

Blähungen durch Luftschlucken!!??

umstittene Aussage anscheinend. Trinkvariante mit Strohhalm versuchen.

*meine Anmerkung* ich finds nicht unlogisch, die 3 monats Kolliken der Säuglinge, treten ja auch meist mit Luftschlucken ein. oder auf. Danach die Kolliken. Mein 3 monats Kollik Baby, saugte nebst Milch, happig Luft!
also für mich klingt es SEHR logisch, dass diese Möglichkeit besteht. (klaro Anmerkung, wohlverstanden)


Blähungen, wenn keine Winde abgehen können

Sphinkter dehnen, oder Darmrohr legen. Andere Variante wurde nicht erörtert.


Diarrhoe (Durchfall)
-oft und meist, ernährungsbedingt
- Medikamentenbedingt, Antibiotika,( Siehe MS Patienten)
-Bakterien

Massnahmen:
Bifidusjoghurt, Aufbau vom Dramflora

Frage aus dem Publikum, "welche Durchfälle sind am häufigsten?"

Antwort:"schätzungsweise die der Antibiotika"`!(Nebenwirkungen)


Schmerzen können bei QS Menschen, Bauch(abdominale) oder anale Schmerzen sein. Was rel. häufig ist.

So wurde der Darm erklärt und seine Funktion...


" es ist nicht eine Einzelaktivität
welche zum Ziel führt
sondern es sind VIELE Aktivitäten
die ineinander greifen"

(Aus dem Vortrag von Frau Veronika Geng)


---

Frage aus dem Publikum. Paraplegiker. Was tun, wenn Sphinkter beim Stuhl entleeren einfach nicht aufgeht.

Arzt: Das ist eigentlich das gute daran, sonst wären ja alle Paraplegiker Inkontinent. wEgen den Spasmen, liegt das Problem verkehrt rum.


ein Arzt erklärte eine bildliche eindrückliche Geschichte, welche man sich als Paraplegiker vorstellen kann, oder dies nachvollziehen.

Ein Mann geht hoch zu Ross(Pferd) dies ist etwa 5 mal mächtiger(schwerer) als er. Der Mann hat was in der Hand, die Zügel, dazu hat er den Schenkeldruck, noch die Sporen zum mal einsetzen oder Streicheleinheiten.


Die Zügel sind zum zurückheben

der Schenkeldruck zum antreiben, mit diesen Mitteln ist man gewohnt zu reiten, man kann "einstellen".

Beim Paraplegiker, sind nur noch die Zügel vorhanden, also das zurückhalten, das antreiben ist ausgeschaltet. Somit ist das problem des Paraplegikers ersichtlich , in Hinsicht auf die Probleme, auch der Stuhlentleerung.

bei paraplegie geht das antreiben verloren, man kann nur noch bremsen, antreiben kann man nicht mehr!!!! (hartes Wort vom Arzt)

Frage Patient" Wenn man doch für die Spasmen im Unterleib, oder Beine Medikamente gibt, um diese zu lösen, kann man denn nicht auch gerade, dass diese auch auf die Darmentleerung wirken?? Ginge doch imselben!!??"

Arzt:" ein Para- oder Tetraplegiker will wieder laufen können, das will jeder. ABER es geht nicht. ebenso will er seine Funktionen wieder zurück. Aber es geht nicht alles. Oft hat man die Wahl, also als Patient. Will ich diese Funktion zurück mit Medikamenten, die diese Spastik lösen, dann bin ich inkontinent, will ich das? Dann hab ich das eine nicht, dafür das andere. .... "

Einleuchtend erklärt. Aber die Wahrheit ist grausam hart. lebe damit und sei zufrieden, oder richte dich damit ein( dies waren meine Gedanken dabei) umsowertvoller war die Schulung heute.
mal ein Ende setzte bei Teil 4
möchte hier anfügen, dass nur ein wesentlich kleiner Teil von mir notiert und behalten werden konnte, mittels Notizen und ERinnerung, meiste aber via Notizen.

über Laxantien werd ich die entsprechenden Unterlagen anfordern, denn das war "zu komplex"

gern werd ich noch eine Kleinigkeit zur präsentation der Firma Coloplast schreiben und ihre Immagination mit dem Peristeen , Irrigationssystem

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05 Dez 2006 01:11 #5 von klaro
hier für alle in der Schweiz

Ansprechpartner Firma Coloplast

Coloplast AG

Blegistrasse 1
CH-6343 Rotkreuz
Telefon: 041 799 79 79
Fax: 041 799 79 40
Email
swissinfo@coloplast.com


Zuoberst nun gerade die Ansprechs Adresse, für in der Schweiz wohnenden, Interessenten.

Herr Pietro Garzerotto und ein weiterer Herr der Firma Coloplast, waren mit einem Produkte Info Stand vertreten. Wo in Pausen, vorher oder nach Veranstaltung, noch auf gezielte(re) Fragen eingegangen werden konnte und wurde.

Firma Coloplast stellt uns die Irrigation vor.Welche sehr geeignet sei und ist, für MS Patienten, also Menschen mit neurogenen Darmentleerungsstrungen. Rund 80 % der MS Patienten seien von so einer neurogenen Darmentleerungsstörung betroffen.
Herr Pietro Garzerotto sei selber eher auf Stoma spezialisiert, aber auch auf Irrigations Methode.

sie stellen uns in einer Powerpoint Präsentation (oder so) die einfache Anwendung, Schritt für Schritt vor.

neurogene Darmentleerungsstörung in Form von:
- verlängerter Transitzeit (längere Verweilphase im Darm)
-veränderter Sphinktertonus
-unkontrollierter Defäkationsreflex (= Inkontinenz)

bei Stuhl -Inkontinenten werden angegeben:
-Inkontinenz
-Obstipation(Verstopfung)
-lange Entleerung(u.a. langes Klo sitzen)
-angewiesen auf Fremdhilfe
-Medikamente
-Komplikationen
-längerer Darmgang= trockener(er) Stuhl
-stundenlanges sitzen auf Klo (summiert sich schnell)
-Komplikationen Gastro- bedingt (Magen-Probleme)
-Hämorrhoiden

Methoden bisher (anhand von Bildern von anno dazumal)
- Zeigefinger( als Zeichen für Anus reizen und /oder ausräumen
-Bild "hohe Einläufe"
-Zäpfli, Suppositoires
-Abführmittel, Laxantien

Prinzip besteht im Ein-und Austausch von Wasser ,mit dem Ziel den Darm anzuregen!

Peristeen, Transanale Irrigation
ist eine:
- Weiterentwicklung des Einlaufprinzips
-hat den Vorteil, es selbstständig zu machen UND in sitzender Position ( am rechten Ort)"ganz normal also"
-bietet Unerstützung bestehender Entleerungsreflexe (hoher Stellenwert)
-Unterschied zum Einlauf besteht im "wirken lassen" des Wassers

ES REGT SICH WAS; ES TUT WAS, ES GEHT WAS!!

Nebenwirkungsfreie Methode mit lauwarmem Wasser.

Methode ist einfach und gut erlernbar, MUSS aber erlernt werden, mindestens 1-2 mal instruiert werden,angeleitet und erlernt werden.

Ziel und Zweck
-Pävention der Stuhlinkontinenz
-Prävention der Obstipation
-Reduzieren der Stuhl-Entleerungszeiten
-Reduzieren des Laxantienverbrauchs
-bessere Lebensqualität
-bessere Kontrolle, mehr Sicherheit
-keine Abhängigkeit von einer Fremdperson

Durchschnittlich, pro 2 Tage, eine halbe Stunde (30 Minuten)Zeiteinsparung, laut Statistik!!

----

die ALLERERSTE Anwendung wird "nach" entleertem Darm empfohlen. Damit das Rektum auch frei ist von Kot. Um den Ballonkatheter auch gut einführen zu können.

evtl braucht man anfangs noch Stuhlweichmacher.
-Lebensqualität wird als höher eingestuft, eindeutig
-Zeit "selber bestimmen" WANN.. entleert wird
- SOMIT TRITT das THEMA STUHL INKONTINENZ in den HINTERGRUND des ALLTAGS. Der Mensch wird freier sich wieder anderen Dingen zu widmen. (Hoher, sehr hoher Stellenwert)

Gründe für Peristeen , transanale Irrigation
*Darmentleerungsstörungen
*Störung der Transportfunktion
*Stuhlinko * spina bifida
*Obstipation in Folge

Frage aus dem Publikum!
"Wird denn das *einfach* von der Krankenkasse übernommen/bezahlt, wenn der Arzt dies verordnet?"

Der Herr lächelt ein wenig, als wenns *so einfach wäre*, denn der Arzt hat das Seine auch zu leisten.

Der Arzt hat AUSZUSCHLIESSEN!! DASS
- KEINE chronische Darmentzündung vorliegt(z.b.MB, Morbus Chron)
-KEINE fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden bestehen oder
die OP länger als 6 Monate zurückliegt und alles gut verheilt ist
- KEINE Veränderungen des Dickdarms oder Rektums bestehen, die nicht komplikationslos passiert werden könn(t)en
-NICHT bei bereits vorhandenem Darmstimulator!¨!
-NIE und sowieso NICHT in Phase eines spinalen Schocks
-AUSGESCHLOSSEN werden muss eine Schwangerschaft
-Kinder unter 10 Jahren sind in der Regel nicht zulässig, Ausnahmefälle *spina bifida* ab -8 jährig möglich
( das Persiteen irrigationssystem ist für Erwachsene gemacht) *bisher jedenfalls


Anhand einer Bilderschow mit ERklärungen wurde das Irrigationssystem demonstriert.

wird das Wasser nicht lauwarm(zwischen 36-38 Grad ) eingefüllt, wird bei
- zu warmem Wasser, die Darmwand verletzt
-zu kaltem Wasser, können Krämpfe ausgelöst werden

- die Rektalktheter seien zum Einmalgebrauch
-der Beutel sei alle 4 Wochen zu wechseln/ersetzen
-Kontrollbehälter sei alle 6 Wochen auszutauschen

Frage: "Warum reduziert Anale irrigation die Stuhlinko bei QS?"

Dies wurde per Lichtbild gezeigt, wie die Darmfüllung bei normaler Stuhlentleerung aussieht und WIE NACH
einer Irrigation. Bei der Irrigation ist der Enddarm und der absteigende Dickdarm, komplett entleert.

Frage: " um den Rektalkatheter aufzupumpen brauche es 3 Pumpstösse. Der wird ja RIESENGROSS, wenn ich das so vor mir sehe"

Antwort: 3 Pumpstösse ist eine allgemeine Aussage. Keine Hand ist gleich wie dei andere, keine hat denselben Druck wie eine wiederum andere Hand. Ebenfalls kann mit dem Ellenbogen auch gepumpt werden. Es ist ein für sich rausfinden, wieviel, und wie.
Allein schon der Ballon am Rektalkatheter gäbe eine Peristaltik im Darm. Allein schon dies sei therapeutisch wichtig und richtig.

KEIN RISIKO besteht darin, denn, WENN der Ballon überdehnt, so "zerplatzt" er sowieso. Also diese Sicherheit ist mit eingebaut.
(**Publikum war beruhigt**)

Frage :" Wie kann ich wissen, wieviel WASSER , ich denn für mich brauche, wenns doch individuell verschieden ist?"

Antwort:" früher sagte man, 20 ml pro Kilo Körpergewicht, aber stellen sie sich vor, ein Mensch mit 85 Kilogramm zum Beispiel... na ja... (rechnet selber)

unsere Beutel sind "nur" mit Einem Liter Einfüllmaas. Und reichen für ALLE aus.

Beginnen tut man das herausfinden der Menge mit einem unteren Limit, so bei 300 -400 ml. Wenn der Effekt gut ist kann man steigern. oft ist man bei 700 -900 ml, wo man die gute Menge für seine Stuhlentleerung findet."


Frage: "Kann man denn einen Zusatz ins Wasser geben?"

Antwort: " Wieso denn Zusatz , wenn Wasser alleine mehr als ausreicht? Wieso denn was reintun, wo man dann nicht weiss, was es für Dauerschäden bringen könnte? Nein, keine Zusätze.

Eines aber: WEnn das Wasser aus irgendwelchen Gründen, verunreinigt ist oder sein kann, empfiehlt es sich, Wasser aus der Flasche (stilles Wasser zu verwenden) "

(gedacht wohl bei Reisen an ungewöhnliche Orte oder so) um Keimfreiheit zu garantieren.

Frage: "bei Stomas gibts ne Temperaturanzeige. Wieso gibts die bei dem Irrigationsbeutel nicht?"

Antwort:" bei Stoma trägern ist es oft so , dass auch eine Diabetes vorliegen kann und diese, dann deswegen, aufs Fingerspitzengefühl, sich nicht mehr verlassen können.
Bei Inkontinenten haben wir darauf verzichtet, weil wir denken, dass diese das Gefühl für lauwarm doch noch haben. Wenn nicht oder bei Unsicherheit, kann jederzeit ein Thermotmeter gekauft oder bestellt werden"

----

Frage: " was kostet denn so eine Irrigationsversorgung über ein ganzes Jahr??"

(hier möcht ich persönlich die Zahl nicht nennen, ich mach das nicht gern, aber die Antwort war sehr interessant und faktisch klar deklariert)

Antwort: " es ist viel Geld und klingt nach viel Geld. Hier sind wir mit den Krankenkassen auch noch immer bisschen im Kampf. Wenn man bedenkt, dass mit der irrigation, AUCH Harnwegsinfekte, vermindert oder verhindert werden können, deswegen es ja oft zu Spitalaufenthalten auch kommt.....
man auch einberechnet, dass die Menschen, unter Umständen, sogar wieder ins Leben, den Alltag sich integrieren können und evtl sogar wieder arbeiten gehen können... hat der Preis sich mehr als gelohnt.
-wenn man bedenkt, was für Hautprobleme man sonst noch kriegen kann und hat, von Rötungen, via Ekzeme, Druckstellen(Dekubitus) etc....welches auch immer wieder Geld kostet.


WEnn man den Durchschnitt der hier liegenden , behandelten Patienten anschaut, macht der Jahrespreis einer irrigationsmethode Peristeen, durchschnittlich, 2,5 Pflegetage aus.

Nun sagt selber.. wie schnell, ist das Geld in 2 Pflegetagen reingesteckt oder wie sinnvoll, in einem
Peristeen Transanalen Irrigationssystem"

nebenbei:
was ich nicht ganz mitbekam war, wer welche Leistungen bezahlt bei was für Indikationen.
Klar ist mir nur , dass bei "spina bifida," die Invalidenversicherung es übernimmt.( es ging mir zu schnell)

Frage: " Wieso hält der aufgepumpte Ballonkatheter nicht, wenn er anal drinnen ist beim Kind, es auf Toilette sitzt. Ich muss ihn festhalten. Ebenso rinnt Wasser etwa mal nebenheraus. So kann mein Kind ja nie allein," es machen. Ich helfe ihr gern, und wir würden nie mehr auf dies system verzichten wollen, woran kann es aber liegen , anders, wie kann es "halten"?
(dasselbe problem *bejahten* einige weitere Elternteile. Es scheint ein problem zu sein,bei der Irrigation)

Antwort:" Hier scheinen wir an unsere Grenzen zu stossen. Wir sind froh für solche Feedbacks, somit können wir diesen Problematiken weiter entgegenwirken. ...."( Rest erinner ich mich nicht mehr)

ein Arzt fügte dem hinzu, dass bei Kindern mit Spina bifida, der Beckenbodenmuskel meist ganz fehle, also nur eine Haut vorhanden sei, somit auch keine Möglichkeit, dass es(Anal Ballon) "festgehalten würde" wie normal.

----
Frage: " was ist, wenn beim Ballon aufpumpen, Wasser nebenher herausläuft und es zu überdruck und Blähungen führt, was ist da zu machen"?

Antwort: " das Ventil kurz umstellen, dies kann sein, wenn von oben her, Gase oder Blähungen entgegenwirken. Diesem Druck nachgeben. Sollte mit Ventil kurz umstellen, gehen. "

Frage: " kann ein Analer Katheter, mehrmals gebraucht werden, so 2mal, 3mal, 4 mal.?"

*leichtes Grinsen ging mir da über die Lippen... 5 mal , 6 mal, 7 mal... hi hi**

Antwort: "Nein. unsere Peristeen Produkte sind so entwickelt, dass sie sich in den ersten 30 Sekunden das Gleitmittel
aktivieren. Und das geht nur und "nur " beim ersten Gebrauch. Es kann nicht wiederverwendet werden."


---

na ja, eben, das war so kurz die interessante Coloplast Vorstellung der Irrigationsmethode. Gerne sind die mitarbeiter bereit, wie sie aussagten, auch auf Anlässen über Inkontinenz, Vortägen, oder Schulungen zu geben. Auch privat wäre auf Anfrage an obige Adresse, sogar eine Instruktion zu Hause durchfürhbar, so wie der Spitex und so.

danke fürs lesen. (grins) denke was hier über Coloplast steht, hätte man oder habt ihr längst auf der website von
www.coloplast.de gefunden oder www.coloplast.ch

dennoch fand ich das Vorstellen, präsentieren, pro und Kontra und die gestellten Fragen der Beteiligten, recht rege und interessant.

ob ich zum Thema "Laxantien " mal was schreiben werde, weiss ich noch nicht. Es war bisschen zu komplex...und
fesselt mein Interesse nicht sonderlich.

Aber ich weiss nun, dass mein Metamucil(Flohsamen) pflanzlich oder wie auch immer, AUCH zu Arzneimitteln gehört und auch *diese*nach Möglichkeit eben umgangen werden sollten und müssten!!!!

Apell an klaro... die sich soooo sehr an Metamucil gewöhnt hat... "ausschleichen, Ernährung umstellen, Darmmannagement... na ja, der 4.Dezember, die Schulung, soll unvergesslich bleiben.

klaro :? uhh, nun bin ich aber müüüüde... ich vom schreiben, ihr vom lesen.

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28 Dez 2019 20:18 #6 von Fee
Wow, also so viel interessantes und Wissenswertes hab ich noch nie gelesen. Ich betreibe seit einem 3/4 Jahr die anale Irrigation. Und so einfach wie Colopast es erzählt ist es gar nicht. Es stimmt wirklich, dass so viel dazu beisteuert.

Ich habe noch immer nicht den richtigen Weg für mich gefunden. Habe oft noch viel Luft im Bauch, ab den Volgetag nach Irrigation. Flohsamenschalen sorgen bei mir für das notwendige Vollumen.

Jetzt hatte ich sie ein paar Wochen nicht gegessen, alles war wieder hinfällig.

Durch deine Zusammenfassung habe ich eine etwas anderen Sichtweise erhalten können. Hoffe dass ich jetzt mit etwas mehr Verständnis an die Sache herangehe.

Bei mir spielt auch sehr stark die Psyche mit. Ich bin 35 Jahre, Spina Bifida Patientin. Verlangsamte Darmpassagezeit und Opstipation.

Liebe Grüße
Stephie

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