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heute in Frontal 21

25 Nov 2008 23:49 #1 von eckhard11
Ha,

heute habe ich bei Theo Koll´s “Frontal21” wieder gelebte Demokratie gesehen !!!

Gewiss, diese Sendung ist etwas reisserisch aufgemacht, spricht aber Themen an, von welchen ich bisher in den unendlichen Talk-Schwätzrunden mit Möchtegernpolitikern und denen, die dies einmal werden wollen, noch nie gehört habe.

Sei es über den Betrug eines Bio-Hühnerhofes mit “Eiern von glücklichen, freilaufenden Hühner”, die ausschliesslich im Stall gehalten werden, ( "Wie, haben Sie etwa gesehen, dass unsere glücklichen Hühner hier im Stall gefesselt sind ? Die laufen doch alle frei rum !!” )

Sei es über die Abgasuntersuchung bei Dieselmotoren, bei welchen veraltete Testgeräte, welche keine Ergebnisse anzeigen, staatlich vorgeschrieben sind, während die Bildschirme neuer Geräte zu klein sind für die Dreckskurven, die aus den Auspuffrohren geschleudert werden, diese Geräte aber lt. Bundesverkehrsministerium nicht verwendet werden dürfen, ( Zitat Dekra )

Sei es über den ehemaligen Abteilungsleiter für Wasserwirtschaft im Düsseldorfer Umweltministerium, Dr. Harald Friedrich, welcher die - vorhandene, erhebliche - Verschmutzung der Ruhr und ihrer Nebenflüsse durch Pestizide bemängelte und bekämpfen wollte und dafür mit Entlassung und Klageerhebung wegen “Anmaßung im Amt” belohnt wurde

Sei es über die Krankenkassen, welche - plötzlich und unerwartet - mit großer Freude chronisch Kranke mit einem “b” in den Arzt-Papieren aufnehmen, ( ein “b” bedeutet : “bestätigte Erkrankung” ), um diese in ein DMP -Porgramm aufzunehmen, ( ein Disease-Management-Programm ist ein systematisches Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen ), wie z.B.

· Brustkrebs
· Diabetes mellitus Typ II
· Koronare Herzkrankheit (KHK)
· Diabetes mellitus Typ I
· Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD)
· Asthma bronchiale

denn derartige Kranke, die noch relativ gut drauf sind, verursachen in dem DMP-Programm viel weniger Kosten, welche die Pfründe, die sich den Krankenkassen nach der Einführung des Gesundheitsfonds auftun werden, nur unwesentlich schmälern.
Und genau deshalb jagen sich die Krankenkassen die - bisher so unbeliebten - Chronischkranken gegenseitig ab.

Warum ?
Ja, warum :
Jede Krankenkasse erhält für jeden Kranken, der dem DMP-Programm unterliegen würde, lt. dem neuen Gesundheitsfonds eine Kopfprämie von 5.200,00 Euro.

Hierbei sollte aber nicht verschwiegen werden, dass das DMP-Programm keineswegs irgendwelche ärztliche Therapien beinhaltet, sondern allenfalls ein aufklärende Funktion hat :

Zitat :
Disease-Management-Programme stellen keinen Ersatz für die Therapie durch einen Arzt dar, sondern sind als unterstützende und koordinierende Maßnahme vorgesehen. In erster Linie haben sie informativen Charakter, d.h. der Patient wird über seine Krankheit, deren Symptome und Bedeutung, Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente und Spezialärzte umfassend aufgeklärt.
Dazu werden fast alle Möglichkeiten der modernen Kommunikation verwendet:
· Informationsbroschüren
· Telefonische Beratungsgespräche
· Erinnerungen (z.B. an notwendige Arztbesuche) per Telefon, Brief, E-Mail oder SMS
· Beratung und Betreuung der Arzneimitteltherapie in der Apotheke vor Ort
· Statistische Auswertungen über den Gesundheitszustand
· Schulungen
· Unterstützung durch telemedizinische Geräte

Zitat Ende ( Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Disease-Ma ... t-Programm )

5.200,00 Euronen jährlich, pro Kopf, für die medizinische Aufklärung eines chronisch Kranken !!!!!
Also für etwas, was sowieso eine der vornehmsten Aufgaben der Ärzte, Apotheker und Krankenkassen sein sollte.
Ein Milliarden-Euro Grab, welches wir mit unseren Beiträgen zu finanzieren haben !
Hier geht es nicht um Hilfsmittelkosten, hier geht es um "Beratung, auch telefonisch"
Und die Krankenkassen, die Ärzte und die Apotheker stopfen sich die Taschen voll


Wenn es nicht zum Heulen wäre, dann wäre es zum Lachen.

Jetzt weiss ich endlich, warum auf jeder Arztrechnung als allererste Position steht : “Beratung, auch telefonisch”, selbst dann, wenn ich gar kein Telefon habe.
Soooo neu scheint dieses DMP-Programm also nicht zu sein, hi, hi......

Dies alles habe ich heute - zugegeben in etwas reisserischer Form - bei Frontal21 gesehen, aber noch nie bei Illner oder Will oder Jauch oder wie diese Heuchler alle heissen, nicht einmal bei Plasberg.

Ich kann mir nicht helfen, ich mag Theo Koll......

Gruß
Eckhard

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02 Dez 2008 15:56 #2 von webbi
Hallo Eckhard,


das wundert mich aber, dass du hellwacher Beobachter von dieser Art Kopfprämien noch nichts gehört hast. Dies gibt es schon einige Jahre, und den Reibach machen allein die GKK - denn so auf die Schnelle mehr als 5.000 € pro Kassenmitglied auf Kosten der Steuerzahler mitzunehmen, ist wohl nicht zu verachten.

Aber die auf diese Weise vereinnahmten Patienten haben auch etwas davon, denn von dem dicken Stück Kuchen bekommen sie von der Kasse als Bröckchen 40 € ab. Auch die Ärzte haben finanziell etwas davon.

Die gesundheitliche Gegenleistung ist gleich Null. Das einzige was ich als "Chroniker"merke ist eine SMS von einer besonderer Dienststelle der BARMER, die mich am Ende eines jeden Quartals mit der Mahnung erreicht, ich möge doch gelegentlich mal meinen Arzt aufsuchen. Das war längst geschehen!

Das ganze läuft unter der Überschrift Gesundheitsreform und ist nichts anderes als ein schlechter, aber teurer Scherz.

MfG
webbi

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06 Feb 2009 02:33 #3 von nikolaus
Hallo Webbi,
dem kann ich nur beistimmen, denn diese Anschreiben bekomme ich auch, ansonsten hat sich nichts verändert
LG Claus

Veranstaltungshinweis:

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18 Mär 2009 04:30 #4 von mehlbox2001
Hallo zusammen,

das ist -- bei allem Respekt -- eher eine Geschichte des Verteilens zwischen den Kassen. Manche von euch kennen ja meinen Freund Gerhard: Als Nierentransplantierter futtert der alleine pro Jahr für gut 20.000 Euro Pillchen. Plus Kosten für Ärzte etc. Wenn da die Kasse einen Ausgleich von gut 5000 Euro im neuen Kassensystem bekommt, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein ...

Andreas

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18 Mär 2009 13:46 #5 von eckhard11
Nee, nee, Andreas,

vergleiche da mal nicht einen Apfel mit einer Birne.....
Auf einen "chronisch Kranken", der soviel kostet, kommen mindestens 20 andere, die kaum etwas kosten.
Wie ich zum Beispiel.
Ich gehe zweimal jährlich, ( wenn überhaupt ), zur Ultraschall, mache einmal jährlich eine CT und hole mir alle drei Monate meinen Vorrat an Kondom-Urinalen und Vorlagen.
Für diese Hilfsmittel zahle ich im Durchschnitt 27,00 Euro/monatlich Eigenanteil dazu.
Und die IKK bekommt von mir jeden Monat 628,43 Euro Krankenkassenbeitrag.
An mir chronisch Kranken macht die IKK also ganz sicher einen enormen Gewinn. Und holt sich auch noch 5.000,00 Euronen für mich.....

Wenn es anders wäre - so wie Du es schreibst - wäre es ja unsinnig, dass sich die Kassen diese "chronisch Kranken" gegenseitig abjagen, so wie es momentan der Fall ist.
Es wird sich ergo für die Kassen schon gut rechnen, denn wenn Krankenkassen und Versicherungen etwas gut können, dann ist es, ausschliesslich zu ihrem eigenen, erheblichen Vorteil zu arbeiten......

Hast Du gestern abend "Frontal 21" gesehen ?
Hast Du gesehen, wie "chronisch Kranke" behandelt bzw. nicht behandelt werden, wenn sie nicht im Voraus bezahlen ?

Dies ist auch ein “Verdienst” der Krankenkassen !!

Ein Arzt bekommt ein Honorar von ca. 32,00 Euro/pro Patient/pro Quartal.
Durch “Umverteilung” ist dieses Honorar innerhalb weniger Monaten auf ca. 23,00 Euro gesunken.
Obwohl das Honorar im Oktober 2008 um 10% angehoben wurde, haben die Kassenärzte jetzt durchschnittlich 20% weniger.
Weder Bundes - Ulla noch die Kassen, ( welche ja diese Honorare bezahlen und daher über diesen “Schwund” genauestens informiert sein müssten !! ), können sich erklären, wo das Geld bleibt.

Ich kann verstehen, wenn Ärzte in ihrer Not zu solchen - unsäglichen, aber für mich verständlichen - Mitteln greifen !!
So kommen sie zumindestens zu ihrem Mindesthonorar, welches aufgrund der merkwürdigen “Umverteilungen” immer mehr gemindert und “nach oben” durchgereicht wird.
Unsere Chefärzte und Professoren verdienen sich einen goldenen A rsch, während diejenigen, welche die Arbeit machen, ( Assistenzärzte, Landärzte, Kassenärzte ), immer weniger bekommen und somit die Lust verlieren.....

Das kann nicht der Sinn einer “Gesundheitsreform” sein !!!!!!!


Gruss
Eckhard :sleep:

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19 Mär 2009 20:58 #6 von Novalis
Eckhard, Du kennst sicherlich auch die Geschichte von der Kuh, die den Fluss überqueren wollte, der im Durchschnitt 60 cm tief war. dennoch ist die Kuh ersoffen.

Das Gesamtbudget der Kassenärztlichen Vereinigungen ist bezogen auf das Jahr 2007 um 3 Mrd. EUR erhöht worden. So haben jetzt einige niedergelassene Ärzte merklich höhere Einkommen als zuvor und einige haben tatsächliche weniger. Übrigens haben gerade Haus- und Landärzte davon profitiert. Einigen Facharztgruppen hat man tatsächlich in die Tasche gegriffen.

Aber der Vergleich mit den Chefärzten und Assistenzärzten hinkt insofern, als diese nicht Mitglieder einer KV sind und demzufolge das Budget der KV nicht belasten.

Mir fällt aber auf, dass sich die mit der Gesundheitsreform befassten Gremien nie an die Pharmaindustrie heranwagen. Da wird ein Präparat in leicht modifizierter Zusammensetzung mit neuem Namen auf den Markt gebracht, ohne dass sich der Wirkungsgrad verändert, aber der Preis ganz unverhältnismäßig erhöht.

Ich wollte mich nochmal melden bevor ich zur nächsten OP ins Krankenhaus marschiere, wenn die GKV die Kostenübernahme bescheinigt haben wird.

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19 Mär 2009 23:15 #7 von eckhard11
Nun gut, novalis,

mit den Assistenzärzten wollte ich auch nur erwähnen, dass diese in einem Krankenhaus teilweise 80 Stunden in der Woche arbeiten müssen und dafür häufig einen Hungerlohn ( ca. 1.600,00 Euro netto/monatlich ) beziehen.

Hinsichtlich der Pharmaindustrie haben wir darüber im Blasenkrebsforum diskutiert :
http://www.forum-blasenkrebs.net/thread ... ghtuser=69
Na ja, was heisst "diskutiert".....
Dies ist nur ein Fred von vielen.

Über das berühmte Thema "Hilfsmittel" natürlich auch :
http://www.forum-blasenkrebs.net/thread ... ghtuser=69
Auch hier gibt es natürlich sehr viele Freds mit entsprechenden Diskussionen und Beiträgen.

Ich wünsche Dir ein gutes Gelingen der OP.

Gruss
Eckhard

Ps.: Warst Du denn eigentlich in Kiew ??

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19 Mär 2009 23:41 #8 von Novalis
DANKE, Eckhard.

Novalis

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02 Apr 2009 05:36 #9 von mehlbox2001
Hallo Eckhard,

ich lerne gerade am Beispiel meiner Schwiegermutter, was das "bewusste Nicht-Behandeln" für Ausmaße angenommen hat. Wenn eine 76-jährige alte Dame sechs Tage nach der Entlassung aus dem Kreiskrankenhaus als akuter Notfall mit Niereninsuffizienz und Blutmangel ins Klinikum Augsburg eingeliefert wird (und einer weitern Liste), dann spricht das Bände ... Das Beschwerde-Management der AOK Augsburg wundert sich immer mehr, Gerhard kann wundervolle Berichte schreiben ...

Hast Recht, ich müsste meine Äußerung wohl dahin gehend einschränken, dass man sich wahrscheinlich um die als solche definierten Chroniker reißt, die wenig kosten ... Natürlich nicht um die, die teuer sind ... Und schon gar nicht um Leute, die "keine definierten Chroniker" sind, wie meine Mandantin B*** aus L*** (für Insider: die Stadt der Vegi-Hotdogs), die grade eine Petition gestartet hat: Teuer ohne Ende, aber die Kasse kriegt keinen Chroniker-Zuschuss ...

Andreas

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