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Ich bin auch eine Betroffene

04 Jun 2022 14:38 - 04 Jun 2022 14:53 #1 von Marleen
Hallo an Alle

Ich bin auch eine Betroffene von Darmschwäche/ Inkontinenz.
Ich bin 55 Jahe alt und habe zwei erwachsene Kinder. Bei mir sind die Probeme nach der Geburt des zweiten Kindes aufgetreten.
Also denke ich, dass der Dammriss und beim ersten Kind der Dammschnitt evtl mit ursächlich sind.
Dann habe ich noch einen Bandscheibenvorfall und eine Spinalkanalstenose, was mir ab und an starke Rückenschmerzen und Probleme beim Gehen bereitet. Der Bandschv. und die Stenose sind in der 4 und 5 Lendelwirbelsäule.

Als mein Leidensdruck immer größer wurde mit der Darmschwäche bin ich in ein Krankenhaus mit Abteilung Proktologie gegangen. Ultraschall und Druckmessung wurde gemacht. Ich musste auch das Biofeedbacktraining mit Elektrostimulation machen und ich soll Flohsamnnschalen benutzen.
Einige Jahre hatte ich etwas Ruhe, dadurch, aber jetzt fängt das ganze wieder an.
Und wieder stecke ich in einem Leidensdruck. Mir bleibt also erneut nichts anderes übrig, als wieder einen Termin in der Proktologie zu vereinbaren. Irgendwie schämt man sich ja schon über dieses Thema direkt mit den Ärzten zu reden, aber noch schlimmer ist es, wenn man irgendwo in der Öffentlichkeit ist und man hat Angst es könnte einem etwas passieren und fremde Menschen bekommen das dann auch noch mit. Einmal ist mir nämlich etwas in der Öffentlichkeit passiert und ich dachte, ich würde am liebsten im Erdboden versinken, so sehr hab ich mich geschämt. Ich bin dann gleich nach Hause gegangen und hab total geweint. Man schämt sich einfach so sehr und fühlt sich auch vollkommen Würdelos.
Ich hoffe, die in der Proktologie können mir helfen und ich bekomme Hilfsmittel etc.

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04 Jun 2022 15:50 #2 von MichaelDah
Hallo Marleen,

dann erstmal willkommen in der Runde :-). Es ist natürlich blöd wenn die Probleme wiederkommen und vermutlich liegst du mit deiner Einschätzung auch richtig. Flosamen oder Heilerde zum eindicken des Stuhls kombiniert mit Beckenboden Training sind eigentlich schon die richtigen Maßnahmen die man da ergreifen kann.

Nach dem was du schilderst denke ich nicht das die LWL da etwas mit zu tun hat, denn das würde dann anders aussehen. Der Proktologe ist da schon der richtige Ansprechpartner und es ist sicher eine gute Idee mal wieder nachschauen zu lassen. Natürlich ist das peinlich über das Thema zu reden - das ist mir auch am Anfang sehr schwer gefallen. Allerdings ist dieses Problem tatsächlich nicht so ungewöhnlich oder selten und den Ärzten gut bekannt. Viele Leute haben es, aber niemand redet darüber. Man muss da wirklich keine scheu haben.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Ernährung und richtiges Trinken. Man muss versuchen den Stuhl auf einer gleichmäßigen Konsistenz zu halten und eine Regelmäßigkeit hin zu bekommen, dann lässt sich das oft gut managen. Bei Verstopfung versucht der Darm durch Produktion von dünnem Stuhl das Hindernis zu beseitigen und das kann dann schnell schief gehen, umgekehrt können zu viel Ballaststoffe für zu dünnen Stuhl sorgen der dann auch Probleme bereitet. Im Zweifelsfall kann da auch eine Ernährungsberatung und selber experimentieren helfen, das richtig Gleichgewicht zwischen Balaststoffen, Quellstoffen und Flüssigkeitszufuhr zu finden.

Ich wünsch dir das du die Sache schnell wieder in den Griff bekommst. Es gibt hier auch noch viele andere die sicher auch ein paar gute Tipps geben können.

Viele Grüße
Michael

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04 Jun 2022 18:40 - 04 Jun 2022 18:42 #3 von Lululu
Hallo Marleen,


willkommen im Club.

Diese Schwäche des Schliessmuskels ist auch mein Problem. Auch mir ist es passiert, dass ich unterwegs den Stuhl nicht mehr halten konnte und ich musste noch ca. 20 Minuten laufen bis zur nächsten Toilette. In dieser Zeit lief mir 'die Schosse' bis in die Schuhe und ich hofte nur, dass einer der viele Toiletten frei ist. Es war ein Dilemma; zumal ich ja überhaupt nicht auf soetwas vorbereitet war. Die eine Packung Tempos in meiner Tasche waren ja NIX. Und was macht man, wenn man in der Kanbine ist .... zuerst Schuhe und Jeans ausziehen .... die Jeans war von innen total bekleckert und meine Beine ebenfalls. Auch wenn es jetzt sehr unappettilich klingt (und es definitiv ja auch war) hatte ich keine andere Möglichkeit, als meinen Slip als 'Waschlappen' zu benutzen ... und ständig die WC-Spülung laufen lassen und den Slip 'gefühlte 100x auszuspülen'!!!! Ich schildere das mal so deutlich um dir deutlich zu machen, dass ich nachvollziehen kann, wie dir zumute ist.
Das war 2014!

Zeitsprung: Bei mir ist die Ursache eine starke Beckenbodensenkung. Wurde letzte Woche u.a. mittels MR-Defäkogramm festgestellt. Zuvor natürlich auch alle anderen proktologischen u. neurologischen Behandlungen.

Flohsamen o.ä. hilft bei M I R überhaupt nicht, denn es geht ja überhaupt nicht um die Konsistenz, sondern die Unfähigkeit des Schliessmuskels, den Stuhl auch nur wenige Minuten zu halten. Ich muss mir schon täglich überlegen, ob ich es wagen kann, das Haus zu verlassen. Wenn ich nervös bin, dann muss ich garaniert wieder zum WC - das erhöht den Stress zusätzlich. Seit wenigen Wochen benutze ich ein Mini-Klistier (Apotheke) und versuche damit, den darm frei zu bekommen.

Die Gyn hatte ebenfalls die Beckenbodensenkung festgestellt und in einigen Tagen gehts los mit spezieller KG. Lt. Proktologe ist das -bei mir- die einzige Möglichkeit, das Problem in den Griff zu bekommen. Nix Op o.ä. Der Beckenboden hänge durch wie eine Hängematte. Mit auslösend für das 'durchhängen' sind wohl auch die 2 Geburten.

Jenachdem wo du wohnst .... ich kann dir die Venen-Clinic in Bad Neuenahr empfehlen - Fachkrankenhaus für Enddarmerkrankungen. Der Arzt hatte das MR Defäkogramm angeleiert - und mich entsprechend überwiesen.

Vor 2 Jahren war ich in Köln in einer Fachabteilung eines Krankenhauses, das wurde die Senkung des Bodens überhaupt nicht erwähnt, sondenr mir wurde die sakrale Nervenstimmulation nahelegt. Also ein Schrittmacher für den Darm! Ich bin so froh, dass ich mich NICHT dafür entschieden habe, denn die jetztige Möglichkeit der Stärkung des Beckenbodens ist die 'elegantere Methode' ...... und ich bin noch 'etwas älter' wie du !!!

Im März bin ich das Problem nochmal angegangen (in Bad Neuenahr), weil im Sommer meine Tochter heiratet und ich Horror davor habe, in der Kirche einer fremden Stadt kurz vor'm JA-Wort rausrennen zu müssen und dann nicht wisssend, wohin!!! Hoffe, dass der Mini-Klistier mich nicht im Stich läßt.

Sorry, ist etwas länger geworden... ;)

Berichte gerne, wie es weitergeht!


LG Lululu

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04 Jun 2022 19:36 #4 von matti
Hallo Marleen,

herzlich willkommen hier im Forum.

Ich möchte dich gerne auf einen sicher für deine Problematik informativen Vortrag aufmerksam machen. Anlässlich der Welt-Kontinenz-Woche 2021 organisierte und veranstaltete die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. eine live-Veranstaltung zum Thema: Stuhlinkontinenz – Ursachen, Diagnostik und die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten bis hin zu operativen Eingriffen.

Für den Expertenvortrag konnte der Verein Herrn Dr. med. Skander Bouassida gewinnen, der als Chefarzt der Klinik für Koloproktologie am Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin tätig ist.

Entstanden ist ein sehr informativer Vortrag, der das Thema Stuhlinkontinenz und Darmentleerungsstörungen aus allem Blickwinkeln betrachtet und erklärt. Herr Dr. med. Skander Bouassida stand den Teilnehmern zudem während der Veranstaltung in umfangreichen Fragerunden für individuelle Zuschauerfragen zur Verfügung.
Neben den umfangreichen Informationen ist ganz sicher die Fragerunde hilfreich. Wir hatten die Veranstaltung dazu um fast 45 Minuten ausgeweitet.





Gruß
Matti

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05 Jun 2022 12:45 #5 von martinK
Hallo Marleen

Bei mir ist das Problem neurologisch bedingt und ich habe "nur" ein paar Mal im Jahr wirkliche Unfälle (Stuhlschmieren kommt leider öfter vor). Dennoch ist es - wie Du schreibst - jedesmal ein Riesenfrust und auch Stress. Aus diesem Grund suche ich auch nach Lösungen und war letzte Woche in einer proktologischen Konsultation. Dass tat richtig gut; ich fühlte mich ernst genommen mit meinem Problem und habe nun wieder einige Ansätze (Flohsamen, Analtampons allenfalls Loperamid) um die Situation zu verbessern. Saugende Hilfsmittel trage ich so oder so wegen meiner Harninkontinenz, die helfen zwar auch, aber auch mit Schutz sind Stuhlunfälle - wie Lululu schreibt - einfach nur eklig.

Beckenbodenphysiotherapie und Ernährung sind - wie bereits geschrieben wurde - sicher auch gute Ansätze. Ich merke zudem, dass mir ein geordneter Tagesrhythmus guttut.

Herzliche Grüsse
Martin

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05 Jun 2022 17:31 - 05 Jun 2022 17:42 #6 von Marleen
Ja, es bleibt einem ja nichts anderes übrig, als sich Hilfe von Ärzten etc. zu suchen. Denn man fühlt sich schon nicht gut, wenn einem alleine zuhause etwas passiert, sondern noch schlimmer ist es, wenn einem in aller Öffentlichkeit etwas passiert.

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05 Jun 2022 17:32 - 05 Jun 2022 17:37 #7 von Marleen
Danke schön für Eure aufbauenden Worte. Wenigstens bin ich nicht alleine mit diesem doofen Problem ?

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05 Jun 2022 18:23 #8 von MichaelDah
Nein, da bist du definitiv nicht alleine. Ich kann auch flüssigen Stuhl nicht lange halten und hatte dank dem blöden Tamsulusin das ich schlucke auch schon ein paar unerfreuliche Erlebnisse. Allerding bin ich wie Martin wegen meiner Harn Inkontinenz unterwegs auf Hilfsmittel angewiesen - von daher hat man wenigstens von außen nichts gesehen und die Suppe ist im IKM geblieben. Aber ich bin da auch nur geflüchtet… So was ist einfach nur blöd…

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05 Jun 2022 22:34 #9 von Lululu
Es mag zwar seltsam klingen, aber Dank sehr hochgezogener FFP2-Maske fühlte ich mich nicht gaaanz so blöd, den so konnte ich ein wenig meinen weinerlichen Gesichtsausdruck verstecken. :P

Ausserdem; wenn du zu einem Prokologen gehst - der sieht den ganzen Tag nichts anders und denkt sich da gar nichts bei......
Bei meinem 1. Termin war ich überrascht, wie klar und direkt er gesprochen hat ... da hatte ich mich schon etwas 'feiner' ausgedrückt :) :) :)

LG Lululu

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06 Jun 2022 13:41 #10 von Marleen
Hallo an Alle

Eine Frage hab ich noch: wie handhabt Ihr Eure Beschwerden auf der Arbeit?
Ich habe irgendwie Bange, dass mir etwas auf meiner Arbeit passieren kann. Da meine Symptome ja jetzt wieder angefangen haben.
Das ist keine schöne Vorstellung für mich und ich weiß, dass ich mich dafür sehr schämen würde.

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