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Hallo Gemeinde, möchte mich vorstellen

07 Mär 2019 12:19 #1 von Dog
Hallo Gemeinde,

Ich weiß gar nicht genau ob ich bei euch richtig gelandet bin, da es bei mir eher um einen Harnverhalt geht, und nicht um Inkontinenz.

Ich wollte es trotzdem gerne mal probieren, da ich eine Menge, Beiträge bei euch gelesen habe, und beeindruckt war wir ihr euer Schiksal annehmt und damit umgeht, was mir im Moment leider noch nicht so gut gelingt.

Zu meinem Nickname, mir ist leider auf die schnelle kein besserer eingefallen, also seht es bitte nicht so eng.

Zu meiner Geschichte, ich bin 53, und konnte schon seit meiner Jugend sehr schlecht auf die Toilette wenn ich unterwegs war, mal ging es aber oft auch nicht, Zuhausd klappte es dann aber immer.

Irgendwie hatte ich das aktzeptiert und es belastete mich weniger stark als man denken sollte, also beschäftigte ich mich nicht besonders viel damit, irgendwann als ich schon älter war konnte ich den Grund dafür plötzlich sehen, eine verschüttete Erinnerung, hatte sich den Weg in mein Bewusstsein gebahnt, was das Problem aber nicht vereinfachte.

Als ich 42 war bekam ich Probleme mit Angst und Panik, ausgelöst durch eine nicht endende Mittelohrentzündung, mit anschließendem Tinnitus.

Ich konnte den Tinnitus irgendwann aktzeptieren, und es wurde besser, Heute höre ich ihn selten.

Es folgten alle möglichen Symtome, die ich alle mit Aktzeptanz in ihre Schranken weisen konnte, Schluckbeschwerden, Krankheitsängste, schwer atmen, Zwangsgedanken, alles was dazu gehört, bzw. was ich mir so vorstellen konnte.

Vor ca. 7 Jahren in einer Situation zu der ich lieber nein als ja gesagt hätte, passierte es das erste mal das ich trotz starkem Drang bei mir zu Hause nicht auf die Toilette konnte, was mich schwer in Pnik versetzte.

Nach ein paar Wochen in Panik wurde auch das wieder besser, aber ab und an meldete sich das Problem wieder, und ich war der Meinung das dann psychiche Zwangsituatioben waren.

Vor einigen Wochen geriet ich wieder in eine Situation die mich psychich sehr unter Druck setzte, und es fing wieder an, es wurde immer schlimmer, und da ich einen neuen Job antreten wollte, fuhr ich an einem Samstag 2 Tage vor Arbeitsantritt in die Notaufnahme, und als es selbst da noch nicht klappte bekam ich einen Katheter, allerdings wurde dort auch festgestellt, das meine Prostata vergrößert ist.

Ich bekam zusätzlich Tabletten für die Prostata, und als der Katheter nach 14 Tagen gezogen wurde, ging alles wunderbar, ich bekam zwar eine Blasenentzündung, aber selbst als ich alle 2 Stunden mußte funktionierte es wie in meiner Kindheit.

Nach ca. 10 Tagen, ich nahm gerade Antibiotika, wurde es wieder schlechter, und ziemlich schnell war ich wiede da wo ich vorher gewesen bin, es funktionierte sehr schlecht, und ich bekam schlimme Panikattaken, und regelrechte Angst vor meiner Toilette, und sehr schlechte Gefühle wenn ich den Drang verspürge dort hin zu müssen.

Da ich aus meinen Ängsten auch bei Ärzten nie ein Geheimnis mache, werde ich wohl von meinem Urologen nicht besonders ernst genommen, mehrere Besuche endeten damit das mir gesagt wurde das es ja kein Harnverhalt ist wenn ich es immer irgendwann schaffen würde.

Gestern nun nach einer schlimmen Nacht wollte ich nochmal meine Optionen abklären lassen, aber der Arzt hatte Urlaub, also entschloss ich mich im Krankenhaus in der Notaufnahme mit dem Arzt zu reden, ich mußte 4 Stunden warten, und als ich drankam mußte ich dann auch schon ein wenig, allerdings sagte die Ärztin, das die Blase randvoll ist und wenn es jetzt nicht klappt, ich wieder einen Katheter brauche.

Da es nicht funktionierte bekam ich nun zum 2 mal einen Katheter, und die Empfelung eventuel zu operieren, sie konnte aber auch einen psychichen Hintergrund nicht ausschließen.

Heute war ich bei meiner Therapeutin, und obwohl ich dachte das sie alles als eine Vermeidung meinerseits sehen würde, kam es anders, und sie konnte mein Handeln gut verstehen, und sagte das diese Sache richtig abgeklärt werden mußte, und ich dafür sorgen mußte vom Heiligen nicht nur auf meine Psyche reduziert zu werden, leider machte sie mich auch darauf aufmerksam das es ja auch etwas bösartiges sein könnte, oder es mit den Blasenmuskeln zu tun haben könnte.

So nun sitze ich hier, und habe einen Roman geschrieben um mich vorzustellen, einerseits froh das ich eine Weile keine Ängste ausstehen muß, wenn sich der Drang meldet, andrerseits völlig unwissend wie es nun weitergehen soll, ein wenig Angst, ein wenig Verzweiflung.

Ja...das bin ich, Danke wenn ihr bis hierher durchgehalten habt, entschuldigt die Fehler, ich schreibe auf dem Telefon.
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07 Mär 2019 12:28 - 07 Mär 2019 12:29 #2 von Blinki
Hallo Dog.

Wegen deinen Namen mache dir keinen Kopp.

Wenn ich mir deine Leidensgeschichte so durchlese, habe ich teilweise ein Deja Vü.

Grade weil du offen mit deiner „psychischen“ Diagnose ( wenn es denn eine ist ) läuft man(n) sehr schnell Gefahr das man nicht richtig untersucht wird.
Habe es auch am eigenen Leibe erlebt, und nur weil ich mich auf die Hinterbeine gestellt habe, wurde ich zu einen Spezialisten geschickt. Und siehe da. Eine neurologische Krankheit konnte diagnostiziert werden.

Prima finde ich aber auch das du psychologische Hilfe in Anspruch nimmst. Leider ist es so das ich auch aus „ der Blase weine“

Alles liebe und ein herzliches willkommen nachträglich

Marco

2 Dinge bedenke :
Woher
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Dann hat dein Leben den rechten Sinn
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07 Mär 2019 16:22 #3 von Dog
Hallo Marco,

Danke für das herzliche Willkommen, würde gerne auch deine Geschichte erfahren, sollte sie hier niederschreiben sein würde ich mich freuen wenn du es mir verlinkst

Grüße

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07 Mär 2019 16:42 #4 von Elkide
Hallo lieber Dog,

auch von mir ein herzliches Willkommen in unserem Forum der Inkontinenz-Selbsthilfe e.V.

Kann mich nur den Worten von Blinki anschließen, dass du unbedingt den Harnverhalt urologisch abklären lassen musst, da ja auch dabei die Gefahr des Rückstaus in die Nieren gegeben ist.

Habe es leider in meiner Zeit als Betreuerin für psychisch Erkrankte sehr oft erlebt, dass die Ärzte nicht mit der Klientin sprachen, sondern das Wort an mich richteten. Ich habe dann immer ganz deutlich zum Ausdruck gebracht, dass eine psychische Erkrankung nicht gleichzeitig bedeutet, dass man nicht selbst die Verantwortung für sich übernehmen kann. Finde es ganz schlimm, wenn gerade Ärzte nicht jeden Patienten ernst nehmen.


Lass dich also bitte nicht abwimmeln! Wünsche dir gute Besserung und dass dir schnell geholfen werden kann.

Alles Liebe
Elke
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07 Mär 2019 17:38 #5 von Dog
Hallo Elke,

Auch dir vielen Dank für das herzliche Willkommen.

Liebe Grüße

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09 Mär 2019 17:03 #6 von Sebald
Hallo!

...wurde denn einmal vom Urologen die Möglichkeit des ISK angesprochen. Also eines (gleitfähigen) Katheters, der nur zur Entleerung in die Blase geschoben wird?

Bei neurogenen Blasenentleerungsstörungen - und da gibt es die schlaffe Blase auch öfters - hat sich der ISK durchgesetzt und ist einer Dauer-Katheter-Versorgung dringend vorzuziehen.

Ich würde das mal mit dem Urologen diskutieren.

Beste Grüße,
Sebald
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09 Mär 2019 17:26 #7 von Dog
Danke für den Hinweiß, nein es wurde nichts in der Richtung besprochen, weil ja immer die Psyche im Vordergrund stand.

Was für mich persönlich total unverständlich ist, ist das es nach 14 Tagen mit Katheter, und Einnahme von Tamsulosin 10 Tage lang einwandfrei ging, und nach der Blasenentzündung wieder sehr viel schlechter wurde.

10 Tage war alles normal, kann das daran liegen das der Katheter die Prostata ein wenig gedehnt hat?

Grüße

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10 Mär 2019 08:04 - 10 Mär 2019 08:05 #8 von Sebald
Hallo!

...das kann durchaus sein, dass der Katheter den Blasenhals geweitet und das Tamsulosin ihn entspannt hat.

Nur: Die Blasenentzündung ist eine - eigentlich nicht hinnehmbare - 'Nebenwirkung' des Dauerkatheters.

Der ISK hat den Vorteil, dass er punktuell einsetzbar ist. Und die Angst vor der Situation nimmt, die Blase trotz guter Füllung nicht leer zu bekommen.

Der Einsatz wäre zwar ein bisschen 'off label'. Aber dazu müsste dein Urologe sich dann eben auch positionieren.

Ich habe eine neurogene Blasenstörung. Die kündigte sich in den 1990er Jahren bereits an. Hätte es da den ISK schon gegeben, wäre mir auch einiges an Stress erspart geblieben.

Und nein: ...bei hydrophil beschichteten Kathetern ist das Einführen nicht schmerzhaft. Um diesem möglichen Vorbehalt gleich schon mal entgegen zu treten.

Beste Grüße, Sebald
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10 Mär 2019 08:15 #9 von Dog
Guten Morgen Sebald

Ich habe Angst das ich das nicht lernen kann, oder an der Prostata vorbei komme, außerdem lief es bei beiden Malen im Krankenhaus nicht auf Anhieb los, trotz des Katheters.

Ich denke immer an einen Bauchdeckenkatheter, sogar diese OP kommt mir irgendwie sinnvoll vor, da ich ja spürte das es geht wenn die Prostata geweitet ist.

Beste Grüße

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10 Mär 2019 21:27 #10 von Johannes1956
Lieber Dog!

Herzlich willkommen auch von meiner Seite. Du bist hier richtig. Auch eine Blasenentleerungsstörung gehört zum Umfeld der Inkontinenz, seine Blase nicht (vollständig) willentlich entleeren zu können.

Die Behandlung von Blasenentleerungsstörungen ist schwierig, ganz gleich, ob psychisch oder durch Nervenschädigungen oder Überdehnung der Blase verursacht.

Ich selbst hatte einen Harnverhalt durch eine Neuroborreliose bekommen und nach erfolgreicher Behandlung blieb eine neurogene Blasenentleerungsstörung mit Restharn.

Ich mache seit fünf Jahren ISK und habe damit keinerlei Probleme. Ich musste es erlernen, das dauerte einige Monate, bis es problemlos war und seither hatte ich nur einen einzigen Harnwegsinfekt.

Ich kathetere 3-4 mal mit Hollister VaPro zuhause und VaPro Pocket auf Reisen und im Büro, arbeite ganz normal und bin viel unterwegs.

Die Prostata ist beim Einführen des Katheters nicht so das Problem, wenn sie nicht vergrößert ist. Die Engstelle ist der (verkrampfte) Beckenboden. Der machte mir anfangs manchmal Probleme beim Einführen. Ich habe gelernt, mich beim Kathetern zu entspannen.

ISK ist zweifelsfrei das beste Mittel der Wahl, seine Blase bei Entleerungsstörungen regelmäßig zu entleeren. Diese Methode hat die geringsten Nebenwirkungen und Infektionskomplikationen gegenüber dem Bauchdeckenkatheter oder anderen, früher praktizierten Methoden wie Klopfen und Pressen, welches die Nieren schädigt.

Man soll so oft kathetern, dass das Füllvolumen der Blase nicht über 400 bis 500 ml ist.

Da ich auch etwa die Hälfte des Blasenvolumens spontan entleeren kann, reicht bei mir morgens, mittags und abends zu kathetern und manchmal zwischendurch, wenn ich spüre, dass ich meine Blase nur sehr schlecht entleeren konnte.

Mein Blasengefühl habe ich durch ives - intravesikale Elektrostimulation - verbessern können, davor spürte ich meine Blase und deren Füllung kaum bis gar nicht.

Heute wache ich in der Früh auf, wenn meine Blase 400 ml erreicht hat. Ich habe meine Trinkgewohnheiten und meinen Lebensstil geändert, so trinke ich praktisch keinen Alkohol mehr, weil dieser mein Gefühl für die Blase sehr verschlechtert.

Ich hatte nach dem Harnverhalt einige Zeit einen suprapubischen (Bauchdecken) Katheter, der scheuerte an der Blasenwand und entzündete diese, es war schrecklich, ich war froh, wie ich auf ISK umgestellt wurde. Andere vertragen ihn besser, aber auf lange Sicht gesehen ist ISK jedenfalls besser.

Wenn du weitere Informationen benötigst, frage bitte.

Alles Gute,

Johannes
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