Stuhlinkontinenz

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Für eine Stuhlinkontinenz können viele Faktoren auslösend sein. Nicht selten sind kombinierte Ursachen verantwortlich. Eine der häufigsten Ursachen sind Verletzungen während des Geburtsaktes. Neben einer Durchtrennung des Schließmuskels können auch Nerven verletzt werden, welche den Schließmuskel dann nicht mehr versorgen. Das altersbedingte Nachlassen der Kraft des Schließmuskels ist häufig auslösend für eine Stuhlinkontinenz. Afternahe Operationen, Infektionen und vielfältige Endarmerkrankungen im Afterbereich, sind neben neurologische Störungen und Erkrankungen am Entstehen einer Stuhlinkontinenz beteiligt.

Stuhlinkontinenz

Häufigste Ursachen der Stuhlinkontinenz:

  • Verletzungen im Rahmen von Entbindungen
  • Schließmuskelverletzungen
  • Beckenbodeninsuffizienz
  • Infektionen (Durchfall) und chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms oder der Analregion
  • Mit dem Alter nachlassende Muskelkraft
  • Hämorrhoiden, Mastdarm-vorfall (Rectumprolaps), Abszesse, Fisteln, Fissuren
  • Neurologische Störungen und Erkrankungen
  • Tumore und Krebserkrankungen

 

Die Diagnostik der Stuhlinkontinenz beginnt mit einer ausführlichen Befragung (Anamnese) des Betroffenen durch den Arzt, bei der die Krankengeschichte nach folgenden Gesichtspunkten erfragt wird:

  • Beginn der Beschwerden
  • Stuhlganghäufigkeit
  • Stuhlbeschaffenheit
  • Art und Umstand des ungewollten Stuhlverlustes
  • vorausgegangene Behandlungen und Operationen
  • chronische Erkrankungen
  • bei Frauen auch Art und Umstand von Geburten

Zur Basisdiagnostik gehört, neben der Sichtung (Inspektion) auch die Austastung mit dem Finger (Palpation).

Zur erweiterten Diagnostik können folgende Untersuchungen notwendig sein:

  • die Spiegelung des Mastdarmes (Koloskopie) und des Afterkanals (Rektoskopie und Proktoskopie)
  • anale Endosonographie (Ultraschall um ein Abbild der Schließmuskeln zu erhalten)
  • Neurophysiologische Untersuchungen
  • Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel
  • Druckmessung im Mastdarm (Rektum-Manometrie)
  • Beckenboden-MRT

Die Behandlung der Stuhlinkontinenz ist in erster Linie Therapie der zugrundeliegenden Grunderkrankung.

Je nach Ursache der Stuhlinkontinenz kommen sowohl konservative wie operative Therapieverfahren zur Anwendung.

Therapiemöglichkeiten der Stuhlinkontinenz

Konservative, nicht operative Therapieformen

  • Toilettentraining
  • Ernährungsumstellung
  • Medikamente
  • ergänzende Ballaststoffe
  • Einläufe/ Zäpfchen zur Darmentleerung / Irrigation
  • Kontinenzprodukte (Analplug bzw. Analtampon, Vorlagen, Schutzhosen)
  • Beckenbodengymnastik/ Biofeedback

Bei jeder Form der Inkontinenz sollten zunächst die für Sie geeigneten konservativen Therapiemöglichkeiten, evtl. auch in Kombination, angewendet werden, bevor eines der operativen Verfahren ausgewählt wird.

Operative Therapiemöglichkeiten

  • Teilentfernung des ausgestülpten Darms (Rektumprolaps)
  • Rekonstruktion des analen Schließmuskels bei Schädigung (Sphinkterrekonstruktion)
  • Beckenbodennetz
  • Darmschrittmacher (Sakrale Neuromodulation)
  • Unterspritzung/ Bulking Agents
  • Schlinge (Puborektalschlinge)
  • künstlicher analer Schließmuskel (Sphinkter)
  • Muskelverlagerung zur Schließmuskelwiederherstellung (Dynamische Gracilisplastik)
  • Künstlicher Darmausgang (Stoma - Kolostomie)


 

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