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Mi, 04.11.2026
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Ausschreibungen für Stoma-, Katheter- & Inkontinenversorgung

Frage Wie gut schützen Inkontinenzprodukte wirklich vor dem Auslaufen?

  • Matti
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2 Wochen 6 Tage her - 2 Wochen 6 Tage her #54373 von Matti
Hallo,

damit Hilfsmittel im Alltag zuverlässig dichthalten, müssen Prüfverfahren praxistauglich sein. Im DIN-Ausschuss und bei der Überarbeitung der internationalen Norm DIN EN ISO 15621 setzt sich die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. aktiv für die Interessen der Betroffenen ein: Unser Vorstandsmitglied Andreas Deppe bringt dort als ehrenamtlicher Experte des DIN-Verbraucherrats die Nutzerperspektive ein, übt deutliche Kritik an veralteten Labormethoden und treibt verlässlichere Tests für echten Auslaufschutz voran.

Den vollständigen Bericht des DIN-Verbraucherrats lest Ihr hier:
www.din.de/de/ueber-normen-und-standards...nenzprodukte-1290050

Gruß
Matti

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  • martinK
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2 Wochen 6 Tage her #54375 von martinK
Hallo Matti

Super, dass Ihr Euch da engagiert! Die Labortests sind nur dann aussagekräftig, wenn sie an der Realität gemessen und basierend auf den Ergebnissen weiterentwickelt oder angepasst werden.

In meinem Fall (Windelslips, Pants) passt meine Erfahrung ziemlich gut mit dem ABL-Testverfahren überein. 

Was meiner Meinung nach in den Kennwerten fehlt, ist ein Angabe zur Rücknässung. Während mein Hilfsmittel, welches ich in der Bacht trage, bei mir durchaus an seine Grenzen stossen kann, komme ich unter tags in der Regel nicht an die Kapazitätsgrenze, sondern wechsle spätestens, wenn ich Nässe spüre. 

Herzliche Grüsse
Martin

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  • MichaelDah
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2 Wochen 5 Tage her - 2 Wochen 5 Tage her #54378 von MichaelDah
Hallo Martin,

danke für den Hinweis :-). Die Sache ist tatsächlich ein wenig kompliziert … Wenigstens in Deutschland gibt es dafür ein Prüfverfahren, das auch angewendet wird – allerdings ist das keine nationale oder internationale Norm. Man könnte sich theoretisch dafür einsetzen, da eine Norm daraus zu machen – allerdings wäre das kontraproduktiv, da dieses Verfahren aus meiner Sicht nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und damit auch nicht Standardisierungswürdig ist.

Tatsächlich wird in Deutschland mit diesem Verfahren nur noch die Aufsauggeschwindigkeit und die Rücknässung ermittelt. Beide Werte sind allerdings auch alles andere als Praxisgerecht, da zum einen die Aufsauggeschwindigkeit nur im ausgestanzten Produkt gemessen wird und damit aktuelle Konstruktionsmerkmale wie z. B. „Kanäle“ nicht berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird das Aufsaugverhalten nur bei der ersten Entleerungen gemessen. Außerdem wird mit einer sehr geringen Flüssigkeitsmenge Menge gemessen, die nicht an die Leistungsfähigkeit des Produkts angepasst ist. Gleiches gilt für die Ermittlung des Rücknässverhaltens.

Wenn es dich interessiert, kannst du die Methode hier einsehen:

Prüfmethode MDS-Hi


Viele Grüße 
Michael 

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Folgende Benutzer bedankten sich: martinK

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  • mich
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2 Wochen 5 Tage her #54379 von mich
Hallo Michael
Was sagt eine Angabe aus das z.b. mehr wie 800 ml aufgesaugt werden kann. Wer kann mit mehr als einen halben Liter Flüssigkeit zwischen den Beinen herumlaufen? Ich nicht.

Michael

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  • Matti
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2 Wochen 5 Tage her - 2 Wochen 5 Tage her #54381 von Matti
Hallo Mich,

dass du dir das für dich nicht vorstellen kannst, glaube ich dir. Die Angabe beschreibt zunächst nur, wie viel Flüssigkeit das Produkt aufnehmen kann – nicht, dass jemand tatsächlich mit dieser Menge zwischen den Beinen herumläuft. Manche rollen auch oder liegen im Bett. Darüber hinaus existieren Personen, die unter anderen Schweregraden der Inkontinenz leiden als du selbst und für welche ein derartiges Aufnahmevolumen unerlässlich ist, um am Leben teilhaben zu können. Perspektivwechsel?

Versorgungssituationen und Bedürfnisse können sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist die eigene Erfahrung ein wichtiger Maßstab für einen selbst, aber nicht automatisch der Maßstab für alle. Von der eigenen Situation auf alle zu schließen, greift hier zu kurz. Darüber tauschen wir uns mit dir aber auch bereits seit Jahren aus.

Gruß
Matti

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  • mich
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2 Wochen 5 Tage her - 2 Wochen 5 Tage her #54382 von mich
Matti, ich rede nicht von Theorie, ich habe das 2 Jahre mitgemacht. Alles, was ich oben hineingeschüttet habe, ist mit unten warm wieder rausgelaufen. Ich hatte trotz großer Aufnahme des Produkts öfters auch eine nasse Hose. Musst z.b. auf meiner ersten AHB lernen mit einer Waschmaschine umzugehen. Hatte das noch nie gemacht.
Ich will damit auch nicht sagen, dass das für alle so ist, es war halt bei mir so.

Mich

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  • Matti
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2 Wochen 5 Tage her - 2 Wochen 5 Tage her #54383 von Matti

mich schrieb: Hallo Michael
Was sagt eine Angabe aus das z.b. mehr wie 800 ml aufgesaugt werden kann. Wer kann mit mehr als einen halben Liter Flüssigkeit zwischen den Beinen herumlaufen? Ich nicht.

Michael


Hallo,

zunächst schreibst du dies oben und nun …

Alles, was ich oben hineingeschüttet habe, ist unten warm wieder rausgelaufen.


Was soll man denn daraus jetzt ableiten? Dass Männer die Bedienung einer Waschmaschine erlernen sollen? Du widersprichst dir eigentlich selbst.

Es gibt Versorgungssituationen, in denen ein hohes oder gar sehr hohes Aufnahmevolumen unabdingbar ist. Dies muss primär das Hilfsmittel ausgleichen und auffangen, nicht die Waschmaschine.

Der einleitende Beitrag ist eigentlich ein Beitrag, in dem darüber berichtet wird, was der Verein und insbesondere Andreas Deppe ehrenamtlich und selbstlos für Betroffene leisten. Nicht primär zum Eigennutz, sondern für Millionen Betroffene. Jetzt müssen darauf keine Jubelstürme losbrechen, aber ein klein wenig Anerkennungskultur könnte dem Forum insgesamt nicht schaden (siehe als positives Beispiel den Beitrag von MartinK). 

Gruß
Matti

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  • martinK
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2 Wochen 5 Tage her #54384 von martinK
Hallo zusammen

Michael, vielen Dank für Deine Antwort und dem Link. Mein Eindruck ist, dass dieser Test zwar gut für eine Grundcharkterisierung ist, den Betroffenen aber nicht weiterhilft. Meiner Meinung nach müsste man das Rücknässen an realitätsnahen Modellen testen.

Mich, ich bin in dem Punkt mit Dir einverstanden, dass in der Regel niemand freiwillig mit einem übervollen Hilfsmittel herumläuft. Deshalb fände ich eine Angabe zum Rücknässen mindestens so sinnvoll wie ein Wert für das maximale Saugvolumen. Ich vermute allerdings, dass die beiden Werte stark miteinander korrelieren. Bei mir  ist es übrigens durchaus normal, dass mein Hilfsmittel am Morgen mit mehr als einem halben Liter Urin gefüllt ist. Gerade in letzter Zeit entleere ich am Abend wenig, so dass umso mehr in der Nacht kommt. Auch wenn ich in den Bergen wandere, komme ich in der Regel nicht dazu, dass Hilfsmittel zu wechseln, wenn ich Nässe spüre. 

Wie Matti schrieb, ist es für Betroffene wie auch Pflegende eine Hilfe, wenn es zur Saugfähigkeit der Hilfsmittel Angaben gibt. Nur war der alte ISO-Wert viel zu hoch. Es ist auch sinnvoll, wenn bei der Entwicklung neuer Testmethoden und Normen Betroffene oder Vertreter von Betroffenenorganisationen eingebunden werden. Man könnte übrigens so wie es in anderen Bereichen gemacht wird, Daten „aus dem Feld“ sammeln und mit den Labordaten vergleichen. Der Aufwand dafür wäre gar nicht so gross.

Herzliche Grüsse
Martin

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  • MichaelDah
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2 Wochen 4 Tage her #54389 von MichaelDah
Hallo Martin,

Vielleicht nur noch eine Anmerkung zu „Daten aus dem Feld sammeln“. Das ist einer der Gründe, warum der Rothwell-Test überhaupt Eingang in den ISO-Standard gefunden hat … Es wurde mal eine Studie in einem englischen Pflegeheim gemacht, die eine Korrelation zu den Testergebnissen festgestellt hat. Daraus wurde dann gemacht, dass der Test mit der Praxis korreliert und deshalb gut verwendet werden kann …

Im ABL-Test ist im Vorwort explizit erwähnt, dass es sich hier um eine Labormethode handelt, die nicht den Anspruch hat, den praktischen Einsatz abzubilden. Dennoch ist dieser Test um Längen dichter an der Realität als Rothwell.

Es geht am Ende allerdings auch weniger darum, mit so einem Test tatsächlich alle Anwendungs-Eventualitäten zu berücksichtigen. Das wäre technisch auch kaum umsetzbar, weil es viel zu viele Parameter gibt, die das Ergebnis beeinflussen. Es geht in erster Linie darum, ein Verfahren zu haben, das überhaupt erstmal alle wesentlichen Produktmerkmale berücksichtigt, sodass man eine gewisse Vergleichbarkeit herstellen kann.

Diesem Anspruch kommt man mit dem ABL-Test schon recht nahe. MDS-Hi ist da leider noch weit von diesem Ziel entfernt. Von daher wäre es möglicher weise wünschenswert, an dieser Stelle nachzubessern. Ob und wie das bei der derzeitigen politischen Situation tatsächlich Sinn macht, kann Vereinsintern diskutiert werden ;-)

Viele Grüße
Michael

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  • Ciajaeg
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2 Wochen 3 Tage her #54393 von Ciajaeg
Hallo zusammen, nur mal so am Rande, ich weiß natürlich, dass meine Kombination nicht der Standard ist, aber eine Miktion bei mir kann aktuell locker 500 bis 600ml ausmachen und das im Extremfall innerhalb von einer Stunde.

Wenn ich also unterwegs bin und länger als 60 Minuten sicher sein möchte, brauch ich Hilfsmittel die mindestens 800ml in echt abkönnen und ja, damit muss ich dann auch mal länger rumlaufen, bis ich wechseln kann. Im Alltag brauch ich oft genug Produkte, die mindesten zwei Miktionen sicher aufnehmen können, da die Zeitabstände einfach gering sind, wegen der bis 5000ml Flüssigkeitsmenge am Tag, ich ich nicht mal eben so reduzieren kann.

IKM die sicher 1000ml packen sind rar, dazu kommt, dass der EU Schnitt in "M" zu kanpp ist und in "L" viel zu groß, was wiederum zum Auslaufen führt. Mit 105cm Taille und 105cm Bauchumfang bin ich genau dazwischen. Nur ganz wenige EU Produkte kann ich wirklich verwenden. Für Ausflüge greife ich daher auf US-Schnitte zurück, die in "M" perfekt passen und entsprechend selten auslaufen und die über 1000ml sicher aufnehmen ohne auszulaufen. Die muss ich natürlich komplett selber zahlen.

Sorry, musste nur mal kurz den Frust ablassen. ;)

Bis denn

Ciajaeg

Diagnosen: Neurogene Dysfunktion (NLUTD) suprapontin, Terminale Detrusor-Überaktivität - Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination - Polydipsie/Polyurie-Syndrom - Posturales-Orthostatisches-Tachykardie-Syndrom (POTS) -
Myalgische Enzephalomyelitis (ME-CFS) - Dysautonomie - Polyneuropathy (SFN)

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