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FAQ: häufig gestellte Fragen - Frequently Asked Questions

Entdecken Sie unseren FAQ-Bereich (Abkürzung für den englischen Begriff "Frequently Asked Questions", was auf Deutsch "häufig gestellte Fragen" bedeutet), der viele der am häufigsten gestellten Fragen in Kurzform beantwortet. Unser Ziel ist es, Ihnen sofortigen Zugang zu wichtigen Informationen zu bieten und schnelle Antworten auf Ihre Fragen bereitzustellen. Um Ihnen die Suche zu erleichtern, haben wir unsere FAQs in thematisch geordnete Kategorien unterteilt. Wir halten unsere FAQ stets aktuell, erheben aber nicht den Anspruch einer medizinischen Dokumentation. Fragen Sie bei spezifischen Fragen immer Ihren Arzt.

Häufige Fragen zu Inkontinenz und Entleerungsstörungen

Diese FAQ beantwortet häufige Fragen von Menschen mit Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz sowie Entleerungsstörungen des Darms oder der Blase. Sie erklärt mögliche Ursachen, Untersuchungen, Hilfsmittel und weiterführende Behandlungsmöglichkeiten wie Beckenbodentherapie, intermittierenden Selbstkatheterismus, transanale Irrigation und sakrale Neuromodulation. Die Informationen dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine persönliche medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose.

Harninkontinenz
  • Was kann ich tun, wenn ich ungewollt Urin verliere?

    Ungewollter Urinverlust ist häufig und kein Grund, sich zu schämen. Der erste Schritt ist eine ärztliche Abklärung bei der Hausärztin, dem Hausarzt, in einer urologischen oder gynäkologischen Fachpraxis.

    Für den Termin kann ein Blasentagebuch hilfreich sein. Darin können Sie einige Tage lang Trinkmenge, Toilettengänge, Harndrang, Urinverlust und mögliche Auslöser wie Husten, Sport, Kaffee oder bestimmte Medikamente notieren. Je nach Ursache kommen Beckenbodentherapie, Blasentraining, Medikamente, Hilfsmittel oder weitere Verfahren infrage.

  • Welche Formen der Harninkontinenz gibt es?

    Bei der Belastungsinkontinenz geht Urin beim Husten, Niesen, Lachen, Heben oder Sport ab. Bei der Dranginkontinenz tritt ein plötzlich sehr starker Harndrang auf, der sich nur schwer unterdrücken lässt. Beide Formen können gemeinsam als Mischinkontinenz auftreten.

    Bei einer Überlaufinkontinenz kann sich die Blase nicht ausreichend entleeren. Dadurch kann Urin tröpfchenweise abgehen. Bei neurologischen Erkrankungen kann außerdem eine neurogene Blasenfunktionsstörung vorliegen. Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache.

  • Warum verliere ich beim Husten, Niesen oder Lachen Urin?

    Beim Husten, Niesen, Lachen, Heben oder Sport steigt der Druck im Bauchraum. Wenn der Beckenboden, der Blasenhals oder der Verschluss der Harnröhre diesem Druck nicht ausreichend entgegenwirken, kann Urin abgehen. Diese Form wird Belastungsinkontinenz genannt.

    Gezieltes Beckenbodentraining kann hilfreich sein. Wichtig ist, dass die Übungen korrekt ausgeführt werden. Bei einem zu stark angespannten Beckenboden kann zunächst das Entspannen und Koordinieren der Muskulatur wichtiger sein als weiteres Kräftigen.

  • Was hilft bei plötzlichem und starkem Harndrang?

    Versuchen Sie, ruhig zu bleiben, langsam zu atmen und nicht hastig zur Toilette zu laufen. Manche Menschen empfinden es als hilfreich, kurz stehen zu bleiben, den Beckenboden sanft anzuspannen und sich auf eine ruhige Atmung zu konzentrieren.

    Ein Blasentagebuch kann Auslöser sichtbar machen. Regelmäßige Toilettenzeiten, Blasentraining, Beckenbodentherapie und eine Anpassung von Getränken wie Kaffee oder Alkohol können Bestandteil der Behandlung sein. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

  • Welche Hilfsmittel gibt es bei Harninkontinenz?

    Je nach Stärke und Art des Urinverlusts können Einlagen, Vorlagen, Pants, Windeln oder wiederverwendbare Produkte infrage kommen. Wichtig sind die richtige Größe, eine passende Saugstärke, ein sicherer Sitz und ein guter Hautschutz.

    Bei bestimmten Formen können außerdem Urinalkondome, transurethrale oder suprapubische Katheter sowie der intermittierende Selbstkatheterismus eine Rolle spielen. Die Auswahl sollte mit einer urologischen Praxis, einer Kontinenzberatung oder einem Sanitätshaus erfolgen.

  • Kann Beckenbodentraining bei Harninkontinenz helfen?

    Beckenbodentraining kann besonders bei Belastungsinkontinenz hilfreich sein. Es kann auch bei bestimmten Formen der Drang- oder Mischinkontinenz Bestandteil der Behandlung sein.

    Die Übungen sollten regelmäßig und möglichst korrekt durchgeführt werden. Eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut mit Erfahrung in Beckenbodentherapie kann zeigen, wie die Muskulatur angespannt und anschließend wieder vollständig entspannt wird.

  • Kann eine sakrale Neuromodulation bei Blasenbeschwerden helfen?

    Bei der sakralen Neuromodulation werden Nerven im Bereich des Kreuzbeins mit schwachen elektrischen Impulsen stimuliert. Diese Nerven beeinflussen unter anderem die Funktion von Blase, Darm und Beckenboden.

    Das Verfahren kann bei ausgewählten Menschen mit überaktiver Blase, Dranginkontinenz oder bestimmten Blasenfunktionsstörungen infrage kommen, wenn konservative Maßnahmen und andere Behandlungen nicht ausreichend helfen. Häufig wird zunächst eine Testphase durchgeführt. Erst wenn sich dabei eine relevante Verbesserung zeigt, wird über ein dauerhaft implantiertes System entschieden.

    Die Eignung hängt von der Diagnose, den bisherigen Therapien, möglichen neurologischen Erkrankungen und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Die Beratung sollte in einem spezialisierten Zentrum erfolgen.

  • Wann sollte ich mit Harninkontinenz zum Arzt gehen?

    Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn der Urinverlust neu auftritt, zunimmt oder Ihren Alltag, Schlaf, Beruf oder soziale Aktivitäten einschränkt. Auch häufiges nächtliches Wasserlassen oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen sollten angesprochen werden.

    Blut im Urin, Fieber, starke Schmerzen, ein deutlich schwächerer Harnstrahl oder Probleme beim Wasserlassen sollten rasch medizinisch abgeklärt werden. Bei plötzlich auftretenden Lähmungen oder Taubheitsgefühlen ist sofortige Hilfe erforderlich.

Stuhlinkontinenz
  • Was kann ich tun, wenn ich Stuhl oder Winde nicht halten kann?

    Stuhlinkontinenz sollte ärztlich abgeklärt werden, auch wenn das Gespräch darüber schwerfällt. Mögliche Ursachen sind Durchfall, Verstopfung, eine geschwächte Beckenboden- oder Schließmuskulatur, Veränderungen nach einer Geburt oder Operation sowie Erkrankungen der Nerven oder Muskeln.

    Bis zur Abklärung können passende Hilfsmittel, Wechselwäsche, Hautschutz und geplante Toilettenmöglichkeiten mehr Sicherheit geben. Ein Stuhlprotokoll mit Angaben zu Konsistenz, Häufigkeit, Drang und möglichen Auslösern kann die Untersuchung unterstützen.

  • Warum kommt es zu Stuhlinkontinenz?

    Mögliche Ursachen sind Durchfall, Verstopfung, eine geschwächte Beckenboden- oder Schließmuskulatur, Verletzungen nach einer Geburt, Operationen am Enddarm oder Veränderungen der Nervensteuerung.

    Auch entzündliche Darmerkrankungen, neurologische Erkrankungen, eine eingeschränkte Wahrnehmung des Stuhldrangs oder bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen. Die persönliche Ursache kann nur durch eine individuelle Untersuchung festgestellt werden.

  • Kann Verstopfung Stuhlinkontinenz auslösen?

    Ja. Bei länger bestehender Verstopfung kann sich harter Stuhl im Enddarm sammeln. Dünnerer Stuhl kann dann an dieser Stuhlansammlung vorbeifließen und ungewollt abgehen. Dieses Phänomen wird häufig als Überlaufinkontinenz bezeichnet.

    Wiederholter Stuhlverlust ist deshalb nicht automatisch ein Hinweis auf Durchfall. Anhaltende Verstopfung, Bauchschmerzen oder plötzlich auftretender Stuhlverlust sollten ärztlich abgeklärt werden.

  • Welche Hilfsmittel helfen bei Stuhlinkontinenz?

    Geeignet sein können spezielle Einlagen, Vorlagen, Pants oder andere aufsaugende Hilfsmittel. Entscheidend sind ein sicherer Sitz, eine ausreichende Aufnahmekapazität und ein guter Schutz der Haut.

    Je nach Ursache können außerdem Bettschutzeinlagen, Reinigungs- und Hautschutzprodukte oder Hilfsmittel für ein strukturiertes Darmmanagement sinnvoll sein. Ein Sanitätshaus, eine Kontinenzberatung oder eine spezialisierte Fachpraxis kann bei der Auswahl unterstützen.

  • Wie kann ich meine Haut bei Stuhlinkontinenz schützen?

    Reinigen Sie die Haut möglichst zeitnah und vorsichtig mit lauwarmem Wasser oder geeigneten Reinigungstüchern. Vermeiden Sie starkes Reiben und tupfen Sie die Haut anschließend trocken.

    Eine geeignete Hautschutzcreme oder Schutzbarriere kann die Haut vor Feuchtigkeit und reizenden Bestandteilen des Stuhls schützen. Bei offenen, nässenden, stark geröteten oder schmerzenden Stellen sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

  • Kann Beckenbodentraining bei Stuhlinkontinenz helfen?

    Beckenbodentraining kann bei manchen Formen der Stuhlinkontinenz hilfreich sein. Es kann Kraft, Ausdauer und Reaktionsfähigkeit der Beckenboden- und Schließmuskulatur verbessern.

    Entscheidend ist die richtige Koordination: Der Beckenboden muss bei Bedarf anspannen können, sich bei der Darmentleerung aber auch ausreichend entspannen. Eine spezialisierte Physiotherapie kann die passende Technik vermitteln.

  • Welche Ernährung kann bei Stuhlinkontinenz helfen?

    Eine allgemein passende Ernährung gibt es nicht. Manche Menschen reagieren auf Kaffee, Alkohol, sehr fettreiche Speisen, scharfe Lebensmittel oder bestimmte Zuckeralkohole. Auch Milchprodukte oder einzelne ballaststoffreiche Lebensmittel können Beschwerden beeinflussen.

    Ein Ernährungs- und Stuhlprotokoll kann Zusammenhänge sichtbar machen. Ziel ist häufig, die Stuhlkonsistenz besser regulierbar zu machen. Größere Ernährungsänderungen sollten bei chronischem Durchfall, Gewichtsverlust oder Vorerkrankungen fachlich begleitet werden.

  • Welche Rolle spielt die sakrale Neuromodulation bei Stuhlinkontinenz?

    Bei der sakralen Neuromodulation werden Nerven im Bereich des Kreuzbeins mit schwachen elektrischen Impulsen stimuliert. Diese Nerven sind an der Steuerung von Enddarm, Schließmuskel und Beckenboden beteiligt.

    Das Verfahren kann bei ausgewählten Formen der Stuhlinkontinenz erwogen werden, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen. Häufig wird zunächst eine Testphase durchgeführt. Dabei wird geprüft, ob sich Häufigkeit und Stärke der Stuhlverluste verbessern. Erst danach wird über ein dauerhaft implantiertes System entschieden.

  • Ist Stuhlinkontinenz behandelbar?

    Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Möglich sind unter anderem die Regulierung der Stuhlkonsistenz, die Behandlung von Durchfall oder Verstopfung, Beckenbodentherapie, Biofeedback, Medikamente und ein strukturiertes Darmmanagement.

    Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen, können bei ausgewählten Betroffenen transanale Irrigation oder sakrale Neuromodulation infrage kommen. Eine genaue Diagnose ist die Grundlage für eine sinnvolle Therapieentscheidung.

Entleerungsstörungen des Darms
  • Was sind Entleerungsstörungen des Darms?

    Eine Entleerungsstörung des Darms liegt vor, wenn der Stuhlgang dauerhaft schwierig, unvollständig oder nur mit starkem Pressen möglich ist. Auch ein Blockadegefühl, langes Sitzen auf der Toilette, häufiges Nachentleeren oder das Gefühl von Stuhl im Enddarm können dazugehören.

    Die Beschwerden können durch harten Stuhl, eine verlangsamte Darmbewegung, eine gestörte Koordination des Beckenbodens oder eine neurologische Erkrankung entstehen.

  • Warum kann ich meinen Darm nicht richtig entleeren?

    Mögliche Gründe sind Verstopfung, wenig Bewegung, eine ungünstige Toilettenhaltung, bestimmte Medikamente oder eine gestörte Koordination von Beckenboden und Schließmuskeln. Manche Menschen spannen beim Pressen unbewusst den Beckenboden an, obwohl er sich für die Entleerung entspannen müsste.

    Auch Erkrankungen des Darms oder Nervensystems, eine Senkung im Beckenbereich oder Veränderungen nach Operationen können eine Rolle spielen.

  • Was kann ich bei Verstopfung selbst versuchen?

    Ein regelmäßiger Toilettenrhythmus, ausreichend Bewegung und eine individuell passende Trinkmenge können den Darm unterstützen. Nehmen Sie sich Zeit, reagieren Sie möglichst auf den natürlichen Stuhldrang und vermeiden Sie langes oder starkes Pressen.

    Ballaststoffe sollten langsam gesteigert werden, da eine plötzliche Erhöhung Blähungen oder Beschwerden verstärken kann. Wenn die Verstopfung anhält oder wiederkehrt, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

  • Kann die Toilettenhaltung die Darmentleerung beeinflussen?

    Eine entspannte Sitzhaltung kann die Darmentleerung erleichtern. Die Füße sollten stabil stehen. Manche Menschen empfinden eine leicht erhöhte Fußposition als angenehm, weil die Hüfte dadurch stärker gebeugt wird.

    Der Oberkörper kann leicht nach vorne geneigt werden, während der Bauch entspannt bleibt. Starkes Pressen und langes Sitzen auf der Toilette sollten vermieden werden.

  • Kann Beckenbodentraining bei einer Darmentleerungsstörung helfen?

    Beckenbodentraining kann hilfreich sein, wenn die Muskulatur geschwächt ist oder beim Stuhlgang nicht richtig entspannt. In manchen Fällen ist deshalb nicht vor allem Kräftigung, sondern das Erlernen einer koordinierten Entspannung erforderlich.

    Eine Physiotherapeutin, ein Physiotherapeut oder eine spezialisierte Fachpraxis kann Körperwahrnehmung, Atmung, Bauchdruck und Beckenbodenbewegung überprüfen.

  • Welche Rolle spielen Medikamente bei Verstopfung?

    Einige Medikamente können Verstopfung begünstigen. Dazu gehören je nach Wirkstoffgruppe beispielsweise bestimmte Schmerzmittel, Eisenpräparate sowie einige Medikamente gegen Depressionen, Allergien, Parkinson oder Blasenbeschwerden.

    Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab. Besprechen Sie mögliche Nebenwirkungen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

  • Was ist eine transanale Irrigation?

    Bei der transanalen Irrigation wird körperwarmes Wasser über ein dafür vorgesehenes System in den Enddarm eingebracht. Das Wasser kann den Entleerungsreflex anregen und dabei helfen, Stuhl oder Stuhlreste kontrolliert auszuscheiden.

    Die Methode kann bei ausgewählten Menschen mit chronischer Verstopfung, unvollständiger Darmentleerung, neurogener Darmfunktionsstörung oder einer Kombination aus Verstopfung und Stuhlinkontinenz infrage kommen.

    Die Anwendung muss medizinisch beurteilt und praktisch angeleitet werden. Schmerzen, stärkere Blutungen, Kreislaufprobleme oder neu auftretende Beschwerden müssen medizinisch abgeklärt werden.

  • Was ist eine neurogene Darmfunktionsstörung?

    Bei einer neurogenen Darmfunktionsstörung sind die Nervensteuerung des Darms, die Wahrnehmung des Stuhldrangs oder die Koordination von Enddarm und Beckenboden beeinträchtigt. Dadurch kann es zu Verstopfung, unvollständiger Entleerung, Stuhlinkontinenz oder einer Kombination dieser Beschwerden kommen.

    Mögliche Ursachen sind beispielsweise Multiple Sklerose, Querschnittlähmung, Parkinson, Schlaganfall, Diabetes mellitus, Rückenmarkserkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems.

  • Wann ist eine Darmentleerungsstörung ein Notfall?

    Dringende Hilfe ist wichtig, wenn plötzlich kein Stuhl und keine Winde mehr abgehen und gleichzeitig starke Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber oder ein stark aufgeblähter Bauch auftreten.

    Auch neue Lähmungen, Taubheitsgefühle im Gesäß- oder Genitalbereich, eine neu auftretende Störung der Kontrolle über Blase oder Darm oder eine plötzlich zunehmende Schwäche der Beine müssen sofort medizinisch abgeklärt werden.

Entleerungsstörungen der Blase
  • Was sind Entleerungsstörungen der Blase?

    Eine Entleerungsstörung der Blase liegt vor, wenn das Wasserlassen erschwert ist oder nach dem Wasserlassen Restharn in der Blase zurückbleibt. Hinweise können ein schwacher oder unterbrochener Harnstrahl, Nachtröpfeln, langes Warten, starkes Pressen oder ein Restharngefühl sein.

    Die Ursachen können in einer Abflussbehinderung, einer schwachen Blasenmuskulatur, einer gestörten Nervensteuerung, bestimmten Medikamenten oder einer angespannten Beckenbodenmuskulatur liegen.

  • Warum kann ich meine Blase nicht vollständig entleeren?

    Mögliche Ursachen sind eine Abflussbehinderung, eine schwache Blasenmuskulatur, eine gestörte Nervensteuerung, bestimmte Medikamente oder eine starke Anspannung des Beckenbodens. Auch eine vergrößerte Prostata, Verengungen der Harnröhre oder operative Veränderungen können eine Rolle spielen.

    Bei neurologischen Erkrankungen kann eine neurogene Blasenfunktionsstörung vorliegen. Die Ursache sollte ärztlich untersucht werden, da dauerhaft hoher Restharn die Harnwege belasten und Harnwegsinfektionen begünstigen kann.

  • Was bedeutet Restharn in der Blase?

    Restharn ist Urin, der nach dem Wasserlassen in der Blase verbleibt. Ein Restharngefühl kann ein Hinweis sein, beweist aber nicht automatisch, dass tatsächlich Restharn vorhanden ist.

    Die Restharnmenge kann meist mit Ultraschall oder während einer Untersuchung mit einem Katheter bestimmt werden. Wie relevant der Restharn ist, hängt unter anderem von der Menge, den Beschwerden, wiederkehrenden Infektionen und der Nieren- und Blasenfunktion ab.

  • Wie wird eine Blasenentleerungsstörung untersucht?

    In einem Gespräch werden Beschwerden, Verlauf, Medikamente sowie Trink- und Toilettengewohnheiten besprochen. Ein Blasentagebuch kann zeigen, wie häufig und in welchen Situationen Beschwerden auftreten.

    Je nach Situation können eine körperliche Untersuchung, eine Urinuntersuchung, eine Ultraschallmessung der Restharnmenge, eine Untersuchung des Beckenbodens oder eine urodynamische Untersuchung erfolgen. Dabei wird geprüft, wie sich Blase und Schließmuskel während der Füllung und Entleerung verhalten.

  • Was ist ein intermittierender Selbstkatheterismus?

    Beim intermittierenden Selbstkatheterismus wird ein dünner Katheter vorsichtig durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Der Urin kann dadurch kontrolliert ablaufen. Anschließend wird der Katheter wieder entfernt. Je nach ärztlicher Empfehlung kann dieser Vorgang mehrmals täglich erforderlich sein.

    Die Methode kann sinnvoll sein, wenn sich die Blase nicht ausreichend entleert, zum Beispiel bei einer neurogenen Blasenfunktionsstörung oder einer ausgeprägten Blasenentleerungsstörung.

    Betroffene müssen die Anwendung durch geschultes medizinisches Personal erlernen. Bei der Einweisung werden unter anderem Kathetergröße, Häufigkeit, Hygiene, Körperhaltung und der Umgang mit Problemen erklärt.

  • Wann kann ein intermittierender Selbstkatheterismus sinnvoll sein?

    Ein intermittierender Selbstkatheterismus kann erwogen werden, wenn die Blase wiederholt unvollständig entleert wird und Restharn zurückbleibt. Das kann bei neurologischen Erkrankungen, nach bestimmten Operationen oder bei einer schwachen Blasenmuskulatur vorkommen.

    Ob die Methode geeignet ist, hängt unter anderem von Beweglichkeit, Handfunktion, Sehvermögen, Sensibilität, Anatomie und der Fähigkeit zur selbstständigen Durchführung ab. Wenn eine Person den Katheter nicht selbst anwenden kann, kann unter Umständen eine geschulte Pflegeperson unterstützen.

  • Was ist eine neurogene Blasenfunktionsstörung?

    Bei einer neurogenen Blasenfunktionsstörung steuern Nerven, Rückenmark oder Gehirn die Blase und den Schließmuskel nicht mehr ausreichend. Die Blase kann dadurch zu aktiv sein und starken Harndrang oder Inkontinenz verursachen. Sie kann sich aber auch unvollständig entleeren, sodass Restharn zurückbleibt.

    Mögliche Ursachen sind beispielsweise Multiple Sklerose, Querschnittlähmung, Parkinson, Schlaganfall, Diabetes mellitus, Rückenmarkserkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems. Die Behandlung soll Beschwerden lindern und gleichzeitig Harnwege und Nieren schützen.

  • Kann Beckenbodentraining bei einer Blasenentleerungsstörung helfen?

    Das hängt von der Ursache ab. Bei einer geschwächten Muskulatur kann gezielte Kräftigung sinnvoll sein. Bei einem überaktiven oder nicht ausreichend entspannenden Beckenboden muss dagegen häufig vor allem das Loslassen und die Koordination beim Wasserlassen trainiert werden.

    Ungezielte oder dauerhaft angespannte Beckenbodenübungen können Beschwerden unter Umständen verstärken. Lassen Sie sich deshalb fachlich untersuchen und anleiten.

  • Welche Medikamente können die Blasenentleerung beeinflussen?

    Verschiedene Medikamente können die Blasenmuskulatur, den Blasenausgang oder die Nervensteuerung beeinflussen. Dazu gehören je nach Wirkstoffgruppe unter anderem bestimmte Medikamente gegen Allergien, Depressionen, Schmerzen, Parkinson oder Blasenbeschwerden.

    Auch frei verkäufliche Präparate können eine Rolle spielen. Setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenständig ab, sondern besprechen Sie mögliche Nebenwirkungen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

  • Wann ist es ein Notfall, wenn ich nicht urinieren kann?

    Wenn trotz starkem Harndrang kein Urin kommt, die Blase sehr voll wirkt oder starke Schmerzen im Unterbauch auftreten, benötigen Sie umgehend medizinische Hilfe. Eine akute Harnverhaltung sollte nicht über längere Zeit selbst abgewartet werden.

    Auch Fieber, Blut im Urin, starke Flankenschmerzen, plötzlich auftretende Lähmungen oder Taubheitsgefühle müssen rasch abgeklärt werden. Bei neuen Taubheitsgefühlen im Genital- oder Analbereich sowie gleichzeitigem Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm ist sofortige Notfallhilfe erforderlich.

Wichtiger Hinweis:Diese FAQ dient der ersten Orientierung und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose. Verfahren wie intermittierender Selbstkatheterismus, transanale Irrigation und sakrale Neuromodulation kommen nicht für alle Betroffenen infrage und müssen individuell geprüft, erklärt und begleitet werden. Bei neuen, zunehmenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt, eine spezialisierte Fachpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Bei akuten Notfallzeichen wählen Sie den Notruf.