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Blasenspeicherstörung: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Blasenspeicherstörungen treten in der Phase auf, in der die Blase den Harn speichert. Sie können verschiedene Ursachen und Ausprägungen haben, die mit verstärktem Harndrang oder Harnverlust einhergehen. Insbesondere die Ursachen der überaktiven Blase sind bislang nicht vollständig erforscht

Symptome der Blasenspeicherstörung

Die folgenden Symptome können bei einer Blasenspeicherstörung auftreten:

  • Häufiges Wasserlassen: Die Toilette muss häufiger als achtmal in 24 Stunden aufgesucht werden.
  • Nächtliches Wasserlassen: Man wird mehrmals nachts durch die Blase geweckt und muss Wasserlassen.
  • Verstärkter Harndrang: Es tritt häufig ein Harndrang auf, der nur schwer zu unterdrücken ist.
  • Harninkontinenz: Es kommt zum unkontrollierten Verlust von Harn.

 

Formen der Blasenspeicherstörung

  • Belastungsinkontinenz: Ungewollter Urinverlust durch physischen Druck auf die Blase. Körperliche Anstrengungen, die Druck auf den Unterleib ausüben, wie z. B. das Heben von Gegenständen, Niesen oder Husten, verursachen unwillkürlichen Harnverlust.

  • Dranginkontinenz: Durch einen plötzlichen, unkontrollierbaren Harndrang der durch die unwillkürliche Kontraktionen der Blase verursacht wird kommt es zu einem nicht willentlich unterdrückbaren Harnabgang.
  • Nächtliche Inkontinenz: Wiederkehrender Harnverlust während des Schlafs.

  • Kontinuierliche Inkontinenz: Unwillkürlicher permanenter Harnverlust. 

  • Funktionelle Inkontinenz: Aufgrund einer physischen oder medikamentenbedingter Behinderung kann die Toilette nicht rechtzeitig erreicht werden und es kommt zu einem unkontrollierten Harnabgang.

  • Inkontinenz bei sexueller Aktivität: Bei oder während sexueller Aktivität tritt ein nicht kontrollierbarer Harnabgang auf.

  • Situative Inkontinenz: Kann beispielsweise bei heftigem Lachen oder epileptischen Anfällen auftreten.

 

Wie sich die Fachbegriffe geändert haben:

Früher hat man bei bestimmten Formen von ungewolltem Urinverlust den Begriff „Reflexinkontinenz“ verwendet. Das bedeutete, dass die Blase automatisch und ohne Kontrolle Urin verliert. Die ICS (International Continence Society – das ist eine internationale Fachgesellschaft, die sich mit Blasen- und Kontinenzproblemen beschäftigt) hat die Begriffe überarbeitet, damit Ärztinnen und Ärzte genauer unterscheiden können, was die Ursache für den Urinverlust ist.

Heute gibt es zwei Hauptformen:
- Nicht neurogene Detrusorhyperaktivität mit Harninkontinenz: Die Blase zieht sich zu oft zusammen und man verliert Urin, obwohl keine Nervenkrankheit vorliegt.
- Neurogene Detrusorhyperaktivität mit Harninkontinenz: Hier ist eine Nervenkrankheit der Grund dafür, dass die Blase zu oft arbeitet und es zu Urinverlust kommt.

Der Begriff Reflexinkontinenz bezieht sich auf die Reflexschleife – also die automatische Nervenverbindung – zwischen dem spinalen Miktionszentrum (einem Steuerungsbereich im Rückenmark) und der Blase. Die Änderung des Begriffs lenkt den Fokus von der Ursache auf die Wirkung – die unwillkürliche Kontraktion der Blase. Bei der ursprünglichen Definition wurde zwischen der Lokalisation der Störung unterschieden: spinale (im Rückenmark) und supraspinale (oberhalb des Rückenmarks, etwa im Gehirn) Reflexinkontinenz, wobei letztere keinen Reflex im eigentlichen Sinne darstellt. Ein Grund für die Änderung ist, dass die genauen Vorgänge der Störung noch nicht vollständig erforscht sind.

 

Basis Diagnostik der Blasenspeicherstörung

Folgende Grunduntersuchungen finden bei dem Verdacht auf eine Blasenspeicherstörung statt:

  • Anamnese: Erfassung der urologischen Symptome, der medizinischen Vorgeschichte (einschließlich Familienanamnese), der aktuellen Medikation, der Lebensgewohnheiten und der durch die urologischen Symptome verursachten Einschränkungen.

  • Harnstatus: Es wird eine Harnprobe genommen und auf verschiedene Unregelmäßigkeiten und Bakterien untersucht.
  • Körperliche Untersuchung: Untersucht werden insbesondere der Unterbauch und der Genitalbereich.
  • Restharnkontrolle: Mithilfe von Ultraschall wird der Restharn gemessen und gleichzeitig die Organe des unteren Harntraktes untersucht.

 

Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Blasenspeicherstörungen eignen sich folgende Maßnahmen:

  • Regelmäßige Toilettengänge: Um die Blase gesund zu halten, sollten Sie 6-8 Mal pro Tag urinieren. Zu große Harnmengen und zu langes hinauszögern können die Blase langfristig schädigen. 

  • Gesunde Flüssigkeitsaufnahme: Regelmäßiges und ausreichendes Trinken ist wichtig, ohne übermäßige Mengen zu konsumieren, die die Blase belasten könnten.
  • Richtige Ernährung: Eine ballaststoffreiche Ernährung fördert die Blasengesundheit, während irritative Substanzen wie scharfe Gewürze vermieden werden sollten.
  • Routine-Training und Beckenbodenübungen: Regelmäßige Übungen kräftigen die unterstützende Muskulatur der Blase.
  • Stressbewältigung: Reduktion von Stress durch Techniken, wie Meditation, die helfen, die körperliche Reaktion auf Blasenreizungen zu regulieren.
  • Gesunde Lebensführung: Übergewicht und Rauchen sind Risikofaktoren, die durch einen gesunden Lebensstil minimiert werden sollten.

Gute Intimhygiene und regelmäßige ärztliche Untersuchungen helfen, Infektionen zu vermeiden, die in manchen Fällen Blasenfunktionsstörungen begünstigen können. Viele Blasenspeicherstörungen entstehen jedoch unabhängig davon..

Die Bewältigung und Prävention von Blasenspeicherstörungen erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Genaue Diagnosen, personalisierte Behandlungspläne und präventive Maßnahmen helfen, die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.