Therapeutische Pessare können Frauen mit Belastungsinkontinenz mehr Sicherheit im Alltag geben. Erfahren Sie, welche Pessararten es gibt, wie sie angepasst und angewendet werden und worauf Sie bei Pflege, Kontrollen und möglichen Beschwerden achten sollten.
- Therapeutisches Pessar: Was Sie erwartet
- Was ist ein therapeutisches Pessar?
- Bei welcher Harninkontinenz kann ein Pessar helfen?
- Welche Arten von Pessaren gibt es?
- Für wen kann ein Pessar geeignet sein?
- Anpassung und Auswahl des passenden Pessars
- Wie wird ein therapeutisches Pessar angewendet?
- Pessar im Alltag, beim Sport und beim Geschlechtsverkehr
- Vorteile eines therapeutischen Pessars
- Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
- Pflege, Entfernung und Kontrolltermine
- Alternative Behandlungsmöglichkeiten
- Häufige Fragen
- Zusammengefasst

Vielleicht verlieren Sie beim Husten, Niesen, Lachen oder Sport ungewollt Urin. Vielleicht vermeiden Sie deshalb bestimmte Bewegungen, längere Wege oder soziale Aktivitäten. Harninkontinenz ist häufig – trotzdem kann es Überwindung kosten, darüber zu sprechen.
Ein therapeutisches Pessar kann für manche Frauen eine Möglichkeit sein, den Blasenverschluss bei körperlicher Belastung zu unterstützen. Das Hilfsmittel wird in die Vagina eingesetzt und kann die Harnröhre beziehungsweise den Blasenhals stabilisieren.
Pessare werden vor allem bei Belastungsinkontinenz eingesetzt. Sie können eine Alternative oder Ergänzung zu Beckenbodentraining, Medikamenten oder operativen Behandlungsmöglichkeiten sein. Nicht jedes Pessar passt zu jeder Anatomie und jeder Form der Inkontinenz.
Dieser Ratgeber erklärt, welche Pessararten es gibt, wie die Anpassung erfolgt, worauf Sie bei der Anwendung achten sollten und wann medizinische Kontrolle erforderlich ist.
Ein therapeutisches Pessar ist ein medizinisches Hilfsmittel, das in die Vagina eingesetzt wird. Es besteht meist aus flexiblem medizinischem Silikon und ist in verschiedenen Formen und Größen erhältlich.
Bei Belastungsinkontinenz kann ein geeignetes Pessar die Strukturen im Becken stützen und den Bereich um Blase und Harnröhre stabilisieren. Dadurch kann sich der ungewollte Urinverlust bei körperlicher Belastung verringern.
- die Stabilität im Bereich von Blase und Harnröhre
- die Kontinenz bei körperlicher Belastung
- die Teilnahme an Sport und Freizeitaktivitäten
- die Sicherheit im Alltag
- jede Form der Harninkontinenz behandeln
- die Ursache der Beschwerden sicher beheben
- eine Untersuchung oder Diagnose ersetzen
- ohne Anpassung dauerhaft beschwerdefrei eingesetzt werden
Ein Pessar ist keine Einheitslösung. Die Wirkung hängt unter anderem von der Form der Inkontinenz, der Anatomie, der Beckenbodenfunktion und der passenden Größe ab.
Therapeutische Pessare werden vor allem bei Belastungsinkontinenz eingesetzt. Dabei kommt es zum Urinverlust, wenn der Druck im Bauchraum steigt und der Verschluss der Harnröhre nicht ausreichend stabil ist.
- Husten
- Niesen
- Lachen
- Heben
- Treppensteigen
- Sport
- Schwäche des Beckenbodens
- Geburten
- Veränderungen des Bindegewebes
- Übergewicht
- hormonelle Veränderungen
- Operationen im Beckenbereich
Bei Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz oder einer Mischinkontinenz ist zunächst eine genaue medizinische Abklärung wichtig. Ein Pessar ist nicht automatisch für jede dieser Formen geeignet.
Wenn Urinverlust neu auftritt, deutlich zunimmt oder mit Schmerzen, Blut im Urin, Fieber oder Problemen beim Wasserlassen verbunden ist, sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen.
Pessare unterscheiden sich in Form, Größe und Stabilität. Die Auswahl richtet sich nach der Anatomie, der Stärke der Beschwerden, einer möglichen Beckenbodensenkung und dem persönlichen Alltag.
Ein therapeutisches Pessar kann für Frauen infrage kommen, die unter Belastungsinkontinenz leiden oder eine konservative Behandlung ausprobieren möchten. Auch Frauen, die eine Operation vermeiden möchten oder bei denen ein operativer Eingriff derzeit nicht infrage kommt, können sich beraten lassen.
- bei Belastungsinkontinenz
- bei sportlichen Aktivitäten
- bei vorübergehendem Urinverlust nach einer Geburt
- als zeitlich begrenzte Unterstützung
- als Ergänzung zum Beckenbodentraining
- als Alternative zu einer Operation
- bei neu auftretender Inkontinenz
- bei Schmerzen oder Blutungen
- bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen
- bei einer Beckenbodensenkung
- bei Problemen mit der Blasenentleerung
- bei einer Schwangerschaft oder nach einer Geburt
Die Anwendung hängt nicht nur von der Stärke des Urinverlusts ab. Auch die Form und Lage der Vagina, die Beckenbodenmuskulatur, eine mögliche Senkung und die Fähigkeit zur selbstständigen Handhabung spielen eine Rolle.
Ein therapeutisches Pessar sollte von einer Ärztin, einem Arzt oder einer spezialisierten Fachkraft angepasst werden. Dafür wird zunächst die Ursache der Beschwerden beurteilt. Je nach Situation können eine gynäkologische Untersuchung, eine Untersuchung des Beckenbodens und weitere diagnostische Schritte notwendig sein.
Wie häufig tritt der Urinverlust auf? Bei welchen Bewegungen oder Situationen kommt es dazu?
Die Fachkraft prüft, welche Form und Größe zu Ihrer Anatomie und Ihrem Unterstützungsbedarf passen.
Das Pessar wird eingesetzt und auf Sitz, Wirkung, Komfort und mögliche Beschwerden geprüft.
Ein gut angepasstes Pessar sollte nicht schmerzhaft sein. Es sollte weder unangenehm drücken noch beim Gehen, Sitzen oder Wasserlassen stören. Wenn es wiederholt herausrutscht oder Beschwerden verursacht, kann eine andere Größe oder Form notwendig sein.
Die Anwendung richtet sich nach der Pessarform und der individuellen Einweisung. Manche Pessare werden nur bei Belastung eingesetzt, andere können über einen längeren Zeitraum getragen werden. Befolgen Sie immer die Empfehlung Ihres Behandlungsteams und die Gebrauchsanweisung des Produkts.
Waschen Sie Ihre Hände vor dem Einsetzen und Entfernen gründlich.
Prüfen Sie das Pessar auf Risse, Beschädigungen oder Veränderungen, bevor Sie es verwenden.
Setzen Sie das Pessar nach der erlernten Technik vorsichtig und ohne Gewalt ein.
Achten Sie darauf, ob das Pessar sicher sitzt und Sie problemlos gehen, sitzen und Wasser lassen können.
Einige Frauen setzen ihr Pessar selbstständig ein und entfernen es wieder. Andere benötigen dabei Unterstützung. Beides ist möglich und kein Zeichen mangelnder Selbstständigkeit.
Ein Pessar kann besonders dann hilfreich sein, wenn der Urinverlust vor allem bei bestimmten Belastungen auftritt. Manche Frauen verwenden es täglich, andere nur beim Sport, bei längeren Wegen oder bei besonderen Aktivitäten.
Ein korrekt angepasstes Pessar kann bei Spaziergängen, im Beruf und bei längeren Terminen zusätzliche Sicherheit geben.
Bei Joggen, Tennis, Wandern oder anderen Aktivitäten kann ein Pessar den belastungsabhängigen Urinverlust reduzieren.
Ob ein Pessar beim Geschlechtsverkehr entfernt werden muss, hängt von der Pessarform ab. Klären Sie dies bei der Anpassung und beachten Sie die Gebrauchsanweisung.
Nehmen Sie ein neues Pessar zunächst in einer vertrauten Umgebung in Gebrauch. So können Sie prüfen, ob es sicher sitzt und ob Beschwerden auftreten.
Ein therapeutisches Pessar kann eine praktische und nicht operative Unterstützung bei Belastungsinkontinenz sein. Die Vorteile sind jedoch individuell und hängen davon ab, ob das Pessar gut passt und ausreichend wirkt.
Ein Pessar kann eine konservative Alternative oder Ergänzung zu einer Operation sein.
Je nach Produkt und Empfehlung kann das Pessar täglich oder nur bei bestimmten Aktivitäten eingesetzt werden.
Weniger Urinverlust kann dazu beitragen, dass Sie sich im Alltag, beim Sport oder auf Reisen sicherer fühlen.
Verschiedene Formen und Größen ermöglichen eine Versorgung, die an Ihre Anatomie angepasst werden kann.
Ein Pessar kann gemeinsam mit Beckenbodentraining eingesetzt werden, wenn dies medizinisch sinnvoll ist.
Im Unterschied zu einem operativen Eingriff kann ein Pessar wieder entfernt oder durch eine andere Versorgung ersetzt werden.
Auch ein therapeutisches Pessar kann Nebenwirkungen verursachen. Das Risiko steigt, wenn es nicht passt, zu lange getragen wird oder nicht ausreichend gepflegt und kontrolliert wird.
- Druckgefühl oder Fremdkörpergefühl
- vaginale Reizungen
- vermehrter Ausfluss
- Schmerzen beim Sitzen oder Gehen
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- bei Blutungen
- bei starken oder zunehmenden Schmerzen
- bei Fieber oder Krankheitsgefühl
- bei übel riechendem Ausfluss
- bei neu auftretenden Problemen beim Wasserlassen
- wenn das Pessar wiederholt herausfällt
Wie häufig ein Pessar entfernt, gereinigt und wieder eingesetzt werden muss, hängt von der Pessarform, dem Material und Ihrer persönlichen Versorgung ab. Manche Frauen können diese Schritte selbst durchführen. Andere benötigen Unterstützung durch eine Fachkraft.
- Hände vor dem Einsetzen und Entfernen reinigen.
- Das Pessar nach der Gebrauchsanweisung reinigen.
- Nur geeignete Reinigungs- und Pflegeprodukte verwenden.
- Das Pessar regelmäßig auf Beschädigungen prüfen.
- Die empfohlene Tragedauer einhalten.
- Die Schleimhaut kann kontrolliert werden.
- Der Sitz des Pessars kann überprüft werden.
- Eine neue Größe kann bei Veränderungen notwendig sein.
- Beschwerden können frühzeitig erkannt werden.
- Die Anwendung kann an Ihren Alltag angepasst werden.
Besonders bei längerem Tragen sind regelmäßige Kontrolltermine wichtig. Wie häufig die Kontrolle erfolgen sollte, legt das Behandlungsteam individuell fest.
Ein therapeutisches Pessar ist nur eine von mehreren Behandlungsmöglichkeiten. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt von der Form und Ursache der Inkontinenz, Ihren Beschwerden, Ihrer Gesundheit und Ihren persönlichen Wünschen ab.
Die passende Behandlung sollte gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt festgelegt werden. Eine zweite Meinung kann hilfreich sein, wenn mehrere Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.
Therapeutische Pessare können Frauen mit Belastungsinkontinenz eine konservative und individuell anpassbare Unterstützung bieten. Sie werden in die Vagina eingesetzt und können den Bereich um Blase und Harnröhre bei körperlicher Belastung stabilisieren.
Es gibt verschiedene Pessarformen, darunter Ringpessare, Kontinenzpessare, Kegel- und Kugelpessare sowie weitere Modelle. Welche Form und Größe geeignet ist, hängt von der Anatomie, der Ursache der Beschwerden und dem persönlichen Unterstützungsbedarf ab.
Ein Pessar sollte fachgerecht angepasst werden. Bei Schmerzen, Druckgefühl, Blutungen, ungewöhnlichem Ausfluss, Problemen beim Wasserlassen oder wiederholtem Herausrutschen ist eine medizinische Kontrolle erforderlich.
Regelmäßige Pflege und Kontrolltermine helfen dabei, Beschwerden frühzeitig zu erkennen. Die Tragedauer und Reinigung richten sich nach der individuellen Einweisung und der Gebrauchsanweisung des Produkts.
Neben einem therapeutischen Pessar können Beckenbodentraining, Blasen- und Verhaltenstraining, Medikamente oder operative Behandlungen infrage kommen. Die passende Therapie sollte gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt ausgewählt werden.