Frage Enkopresis/ Einkoten bei Kindern im Schulalter
- Veeli
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2 Wochen 1 Tag her #54353 von Veeli
Enkopresis/ Einkoten bei Kindern im Schulalter wurde erstellt von Veeli
Hallo in die Runde,
ich bin Verena, Mutter von zwei Söhnen. Mein älterer Sohn hat Enkopresis, die sich besonders bei Druck und Stress verstärkt. Seit seinem Schulstart passieren die Unfälle vor allem im Hort. Zusätzlich hat er eine leichte Entwicklungsverzögerung; ADS steht im Raum.
Bisherige Maßnahmen:
● enger Austausch mit Kindergarten und Betreuung
● regelmäßige Toilettengänge
● Gespräche mit dem Kinderarzt; körperliche Ursachen wurden nicht festgestellt
● Untersuchung im SPZ, unter anderem zur möglichen Gabe von Ritalin, wogegen ich mich bisher entschieden habe, Anmeldung zur Inkontinenzsprechstunde (Wartezeit bis zu einem Jahr)
● Übungen zur Körperwahrnehmung und Belohnungstafeln
Es gibt immer wieder bessere Phasen, aber bei neuen oder stressigen Situationen treten die Probleme erneut auf. Für uns als Familie ist das sehr belastend. Besonders mache ich mir Sorgen, dass mein Sohn wegen möglicher Gerüche in der Schule oder im Hort ausgegrenzt oder gemobbt werden könnte. Ich selbst reagiere leider manchmal mit Vorwürfen oder Ermahnungen, obwohl ich den Druck eigentlich reduzieren möchte.
Meine Fragen an euch:
● Wie sprecht ihr mit euren Kindern über Enkopresis, ohne zusätzlichen Druck oder Scham zu erzeugen?
● Was hilft euch im Alltag und in Stresssituationen?
● Welche Absprachen mit Schule oder Hort waren hilfreich?
Ich freue mich sehr über eure Erfahrungen und Tipps.
Liebe Grüße
Verena
ich bin Verena, Mutter von zwei Söhnen. Mein älterer Sohn hat Enkopresis, die sich besonders bei Druck und Stress verstärkt. Seit seinem Schulstart passieren die Unfälle vor allem im Hort. Zusätzlich hat er eine leichte Entwicklungsverzögerung; ADS steht im Raum.
Bisherige Maßnahmen:
● enger Austausch mit Kindergarten und Betreuung
● regelmäßige Toilettengänge
● Gespräche mit dem Kinderarzt; körperliche Ursachen wurden nicht festgestellt
● Untersuchung im SPZ, unter anderem zur möglichen Gabe von Ritalin, wogegen ich mich bisher entschieden habe, Anmeldung zur Inkontinenzsprechstunde (Wartezeit bis zu einem Jahr)
● Übungen zur Körperwahrnehmung und Belohnungstafeln
Es gibt immer wieder bessere Phasen, aber bei neuen oder stressigen Situationen treten die Probleme erneut auf. Für uns als Familie ist das sehr belastend. Besonders mache ich mir Sorgen, dass mein Sohn wegen möglicher Gerüche in der Schule oder im Hort ausgegrenzt oder gemobbt werden könnte. Ich selbst reagiere leider manchmal mit Vorwürfen oder Ermahnungen, obwohl ich den Druck eigentlich reduzieren möchte.
Meine Fragen an euch:
● Wie sprecht ihr mit euren Kindern über Enkopresis, ohne zusätzlichen Druck oder Scham zu erzeugen?
● Was hilft euch im Alltag und in Stresssituationen?
● Welche Absprachen mit Schule oder Hort waren hilfreich?
Ich freue mich sehr über eure Erfahrungen und Tipps.
Liebe Grüße
Verena
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2 Wochen 1 Tag her - 2 Wochen 1 Tag her #54354 von Matti
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Matti antwortete auf Enkopresis/ Einkoten bei Kindern im Schulalter
Hallo Verena,
danke, dass du so offen schreibst. Ich kann leider keine konkreten Tipps zu Absprachen mit Schule oder Hort geben. Beim Lesen deiner Nachricht musste ich aber an meine eigene Kindheit denken: Heute bin ich überzeugt, dass ich damals ebenfalls Enkopresis hatte – ohne dass meine Eltern es bemerkten oder wir gemeinsam Unterstützung bekamen.
Ich erinnere mich an zwei Phasen von etwa vier beziehungsweise sechs Wochen (Kinderkur), in denen ich gefühlt insgesamt nur ungefähr fünfmal Stuhlgang hatte. Es kam dadurch zu Stuhlschmieren, das auch andere Kinder bemerkten. Ich habe mich damals sehr geschämt. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, dass du dir Sorgen um mögliche Reaktionen der anderen Kinder machst. Ende der 70er-Jahre war die Welt noch eine andere und in diesem Fall eine deutlich schlechtere. Empathie und Hilfe waren in vielen Elternhäusern nicht vorhanden, zumindest waren sie in meinem nicht ausgeprägt.
Dass du dir Gedanken darüber machst, wie du den Druck für deinen Sohn verringern kannst, ist schon wichtig. Ich hoffe, du bekommst hier noch viele hilfreiche Erfahrungen und Ideen – gerade dazu, wie andere Eltern mit ihren Kindern darüber sprechen und welche Absprachen im Hort geholfen haben.
Bis dahin kannst du dir gern unseren Ratgeber anschauen; vielleicht findest du dort Antworten oder hilfreiche Anregungen. Einige deiner Fragen werden konkret beantwortet:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/enkopresis
Liebe Grüße
Matti
danke, dass du so offen schreibst. Ich kann leider keine konkreten Tipps zu Absprachen mit Schule oder Hort geben. Beim Lesen deiner Nachricht musste ich aber an meine eigene Kindheit denken: Heute bin ich überzeugt, dass ich damals ebenfalls Enkopresis hatte – ohne dass meine Eltern es bemerkten oder wir gemeinsam Unterstützung bekamen.
Ich erinnere mich an zwei Phasen von etwa vier beziehungsweise sechs Wochen (Kinderkur), in denen ich gefühlt insgesamt nur ungefähr fünfmal Stuhlgang hatte. Es kam dadurch zu Stuhlschmieren, das auch andere Kinder bemerkten. Ich habe mich damals sehr geschämt. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, dass du dir Sorgen um mögliche Reaktionen der anderen Kinder machst. Ende der 70er-Jahre war die Welt noch eine andere und in diesem Fall eine deutlich schlechtere. Empathie und Hilfe waren in vielen Elternhäusern nicht vorhanden, zumindest waren sie in meinem nicht ausgeprägt.
Dass du dir Gedanken darüber machst, wie du den Druck für deinen Sohn verringern kannst, ist schon wichtig. Ich hoffe, du bekommst hier noch viele hilfreiche Erfahrungen und Ideen – gerade dazu, wie andere Eltern mit ihren Kindern darüber sprechen und welche Absprachen im Hort geholfen haben.
Bis dahin kannst du dir gern unseren Ratgeber anschauen; vielleicht findest du dort Antworten oder hilfreiche Anregungen. Einige deiner Fragen werden konkret beantwortet:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/enkopresis
Liebe Grüße
Matti
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2 Wochen 6 Stunden her #54362 von Motte19
Motte19 antwortete auf Enkopresis/ Einkoten bei Kindern im Schulalter
Hallo Verena,
meiner Tochter (8Jahre) geht es ähnlich.
Wir haben schon sehr sehr viel ausprobiert. Unser Weg dauert nun schon 5 Jahre und wir haben uns wirklich viel Hilfe geholt und jegliche Belohnungssystem ausprobiert.
Ich kann dir leider keine richtigen Tipps geben. Aber ich hatte das Gefühl, dass dieses auf Toilette schicken auf jeden Fall mehr Stress und ärger erzeugt hat. Zumindestens bei uns. In der Schule habe ich der Klassenlehrerin und dem Erzieher Bescheid gesagt, damit sie immer wenn sie muss auf die Toilette gehen darf.
Mir geht es ähnlich wie dir, ich denke so oft jetzt haben wir es geschafft. Manchmal haben wir 2 Monate keinen Vorfall und dann geht es aus (vermeintlich) keinem Grund wieder los. Da bin ich so frustriert, dass die Vorwürfe aus mir raus platzen. Und eigentlich weiß ich doch, dass das der falsche Weg ist. Viele Grüße
meiner Tochter (8Jahre) geht es ähnlich.
Wir haben schon sehr sehr viel ausprobiert. Unser Weg dauert nun schon 5 Jahre und wir haben uns wirklich viel Hilfe geholt und jegliche Belohnungssystem ausprobiert.
Ich kann dir leider keine richtigen Tipps geben. Aber ich hatte das Gefühl, dass dieses auf Toilette schicken auf jeden Fall mehr Stress und ärger erzeugt hat. Zumindestens bei uns. In der Schule habe ich der Klassenlehrerin und dem Erzieher Bescheid gesagt, damit sie immer wenn sie muss auf die Toilette gehen darf.
Mir geht es ähnlich wie dir, ich denke so oft jetzt haben wir es geschafft. Manchmal haben wir 2 Monate keinen Vorfall und dann geht es aus (vermeintlich) keinem Grund wieder los. Da bin ich so frustriert, dass die Vorwürfe aus mir raus platzen. Und eigentlich weiß ich doch, dass das der falsche Weg ist. Viele Grüße
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1 Woche 5 Tage her #54385 von martinK
martinK antwortete auf Enkopresis/ Einkoten bei Kindern im Schulalter
Hallo zusammen
Ich war als Kind auch inkontinent, verlor bis in Teenageralter regelmässig sowohl Stuhl als auch Harn. Aus meiner Sicht war der Ansatz, die Inkontinenz durch Belohnung (und damals Bestrafung) in den Griff zu bekommen, sehr frustrierend. Ich sass zu oft unnütz auf der Toilette ohne entleeren zu können, nur um mir dann während der Autofahrt oder beim Skifahren in die Hose zu machen. Erst im Erwachsenenalter wurde ein Geburtsfehler, eine ausgeprägte Spina bifida occulta, entdeckt. Als Kind wurde ich nur vom Kinderarzt untersucht, der eine Urinprobe nahm und mir ein doofes Heftchen mitgab, in welchem ich die „guten“ und „schlechten“ Tage und Nächte (ich war auch Bettnässer) mittels Abziehbilder hätte eintragen sollen.
Meiner Meinung nach ist eine proktologische Untersuchung das Wichtigste. Möglicherweise wird dann eine Physiotherapie verschrieben, in welcher die Entleerung gezielt angeschaut und geübt wird. Es gibt Beckenbodenphysiotherapeutinnen, welche auf Kinder spezialisiert sind. Verena, wenn ich Deinen Beitrag richtig verstehe, habt Ihr das mit Eurem Sohn aber schon getan.
Die Inkontinenz war ein schwieriges Thema bei uns in der Familie. Es ist verständlich, dass die meisten betroffenen Kinder nicht darüber sprechen möchten. Es gibt ja auch nicht viel zu sagen, als Kind versteht man nicht, was da mit einem los ist. Ich nahm es meinen Eltern ebenfalls nicht übel, dass sie nach Entleerungsunfällen mit mir schimpften, auch wenn es unangenehm war. Mir war klar, dass sie genau so ratlos waren wie ich, Inkontinenz ist eben nicht wie eine Angina oder Kurzsichtigkeit, wo man als Eltern weiss, wie damit umgegangen wird. Was meine Eltern super gut machten war, dass sie meine Stärken förderten und mir die Möglichkeit gaben, der Inkontinenz mental zu trotzen und Selbstvertrauen aufzubauen. Das half mir enorm in der Zeit. Das tönt klischiert, aber wenn man in der Schule als Junge zu den besten Fussballern gehört, kann man sich vor den anderen Kindern auch mal in die Hose machen, ohne dass das Selbstwertgefühl massiven Schaden nimmt.
Herzliche Grüsse
Martin
Ich war als Kind auch inkontinent, verlor bis in Teenageralter regelmässig sowohl Stuhl als auch Harn. Aus meiner Sicht war der Ansatz, die Inkontinenz durch Belohnung (und damals Bestrafung) in den Griff zu bekommen, sehr frustrierend. Ich sass zu oft unnütz auf der Toilette ohne entleeren zu können, nur um mir dann während der Autofahrt oder beim Skifahren in die Hose zu machen. Erst im Erwachsenenalter wurde ein Geburtsfehler, eine ausgeprägte Spina bifida occulta, entdeckt. Als Kind wurde ich nur vom Kinderarzt untersucht, der eine Urinprobe nahm und mir ein doofes Heftchen mitgab, in welchem ich die „guten“ und „schlechten“ Tage und Nächte (ich war auch Bettnässer) mittels Abziehbilder hätte eintragen sollen.
Meiner Meinung nach ist eine proktologische Untersuchung das Wichtigste. Möglicherweise wird dann eine Physiotherapie verschrieben, in welcher die Entleerung gezielt angeschaut und geübt wird. Es gibt Beckenbodenphysiotherapeutinnen, welche auf Kinder spezialisiert sind. Verena, wenn ich Deinen Beitrag richtig verstehe, habt Ihr das mit Eurem Sohn aber schon getan.
Die Inkontinenz war ein schwieriges Thema bei uns in der Familie. Es ist verständlich, dass die meisten betroffenen Kinder nicht darüber sprechen möchten. Es gibt ja auch nicht viel zu sagen, als Kind versteht man nicht, was da mit einem los ist. Ich nahm es meinen Eltern ebenfalls nicht übel, dass sie nach Entleerungsunfällen mit mir schimpften, auch wenn es unangenehm war. Mir war klar, dass sie genau so ratlos waren wie ich, Inkontinenz ist eben nicht wie eine Angina oder Kurzsichtigkeit, wo man als Eltern weiss, wie damit umgegangen wird. Was meine Eltern super gut machten war, dass sie meine Stärken förderten und mir die Möglichkeit gaben, der Inkontinenz mental zu trotzen und Selbstvertrauen aufzubauen. Das half mir enorm in der Zeit. Das tönt klischiert, aber wenn man in der Schule als Junge zu den besten Fussballern gehört, kann man sich vor den anderen Kindern auch mal in die Hose machen, ohne dass das Selbstwertgefühl massiven Schaden nimmt.
Herzliche Grüsse
Martin
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