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Zusammengeführt ISK, Einmalkatheter, Fragen und Tipps

  • Sabri
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1 Woche 18 Stunden her #54202 von Sabri
ISK, Einmalkatheter, Fragen und Tipps wurde erstellt von Sabri
Hallo zusammen,

ich bin Sabri, 35 Jahre alt, und muss seit Juni dieses Jahres ISK (Intermittierender Selbstkatheterismus) durchführen.
Schon lange hatte ich das Gefühl, dass mit meiner Blase oder meinem Beckenboden etwas nicht stimmt. Leider wurden meine Beschwerden lange nicht richtig abgeklärt. Neben Beckenbodentraining und wiederholten Antibiotikaverschreibungen ohne nachgewiesene Infektion wurden die Symptome immer schlimmer: Urinverlust, Schmerzen und sogar Blutungen.


Erst meine neue Hausärztin stellte per Ultraschall Restharn fest und überwies mich weiter zur Urologie und schließlich zur Neuro-Urologie. Noch vor meinem Termin dort wurde ich Ende Mai über die Notaufnahme aufgenommen, weil ich nicht mehr urinieren konnte. Es befanden sich 1,7 Liter Urin in meiner Blase. Nach drei Tagen mit Dauerkatheter wurde ich entlassen und direkt am nächsten Tag erhielt ich zuhause eine Einweisung in den ISK.
Die ganze Situation war für mich sehr überfordernd, da ich keinerlei Berührungspunkte mit dem Thema hatte und plötzlich Entscheidungen zu Kathetergröße, Beschichtung usw. treffen sollte.


Inzwischen katheterisiere ich mit dem SpeediCath Compact Eve von Coloplast, würde aber gerne auf den Luja wechseln, da ich mich beim Entfernen des aktuellen Katheters gelegentlich leicht verletze und er für mich nicht immer angenehm ist. Leider gibt es hierzu Diskussionen mit meiner Krankenkasse (TK) und meinem Versorger (Sanalog/Gesundheits GmbH), weshalb ich aktuell versuche, entsprechende ärztliche Atteste zu bekommen.


Die neuro-urologische Untersuchung und die Urodynamik habe ich mittlerweile hinter mir. Aktuell soll ich ausschließlich katheterisieren. Dadurch benötige ich etwa 7 bis 8 Katheter täglich, genehmigt wurden bislang jedoch nur 6. Auch hier scheint eine Diskussion mit Krankenkasse und Versorger notwendig zu sein, obwohl nach meinen Nachforschungen die Anzahl der Katheter nicht limitiert werden darf (Az. S 47 KR 105/13).


Außerdem beschäftigen mich aktuell noch einige Fragen:

  • ISK und Schwangerschaft: Gibt es hier Frauen, die während einer Schwangerschaft katheterisiert haben oder weiterhin katheterisieren mussten? Wie waren eure Erfahrungen? (Ich wollte eigentlich dieses Jahr mit der Familienplanung starten)
  • Blasenschrittmacher (sakrale Neuromodulation): Diese Therapie wurde mir als mögliche Alternative zum dauerhaften ISK empfohlen. Hat jemand Erfahrungen damit gemacht? 
  • Desinfektion ja oder nein? Wie handhabt ihr das im Alltag vor dem Katheterisieren? Desinfiziert ihr die Hände und/oder den Intimbereich oder reicht euch gründliches Waschen?
  • D-Mannose: Welches Produkt verwendet ihr und habt ihr gute Erfahrungen damit gemacht? Ich nutze aktuell Lactobact Intima und würde mich über Erfahrungsberichte freuen.
  • Katheterversorgung: Hat jemand Erfahrungen mit der TK oder Sanalog gemacht und Tipps, wie ihr eure benötigte Katheteranzahl oder einen bestimmten Kathetertyp durchsetzen konntet?
Ich freue mich auf den Austausch mit euch und hoffe, von euren Erfahrungen profitieren zu können.

Viele Grüße
Sabri

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  • Ella76
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1 Woche 17 Stunden her #54207 von Ella76
Hallo Sabri,

ich katheterisiere schon seit 3 Jahren ( 2xtgl.), allerdings muss ich jetzt seit 2 Wochen 7-8x katheterisieren, da ich nicht mehr alleine urinieren kann. 
Mir geht's ähnlich mit den Kathetern mit 2 Augen. Ich nutzte bis vor 2 Wochen den LofricElle, allerdings hatte ich immer Probleme beim ausführen (sehr schmerzhaft und teilweise Unterdruck). In der Klinik gab man mir die LofricElle Pro zum Testen und das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. 
Jetzt habe ich mir zum Testen auch den Luja und den Speedycath Compact Eve bestellt und ich komme mit dem Luja auch sehr gut zurecht, mit dem Speedycath klappt es wieder gar nicht und ich habe dasselbe Problem, wie mit dem "einfachen" LofricElle. Habe mir vor zwei Wochen ein Rezept für den LofricElle Pro von meinem Urologen geben lassen und Gott sei Dank hat mein Versorger schon Mal ohne Rezept mir ein Monatspaket geschickt. Ich warte auch darauf, dass der Mehrbedarf genehmigt wird. Zumal es mir nicht möglich ist Urin alleine abzusetzen. Mein Urologe hat wohl vergessen Mehrbedarf zu vermerken, es bleibt spannend. Ansonsten hole ich ein neues Rezept mit Mehrbedarf und zur Not noch einen ausdrücklichen Hinweis der Klinik, dass so oft katheterisiert werden muss. Ich finde es echt schlimm, dass man wegen so etwas bibbern muss und man ausgeliefert ist. 

Jetzt zu deinen Fragen: 
Ich desinfiziere, da ich chronische HWI habe. Allerdings desinfiziere ich nur noch mit Wischdesinfektion, früher Wisch und Sprühdesinfetion. Danach mache ich mir Deumavan zur Pflege drauf. Hände werden vorher gründlich mit Seife gewaschen.

D-Manose nutze ich von Avitale D-Mannose Plus, Empfehlung der Klinik und meiner Gynäkologin. Ob das was bringt, keine Ahnung, aber ich mach es einfach. 

Zum Blasenschrittmacher kann ich nichts sagen. 

Schwangerschaft ist ebenfalls kein Thema mehr. (Habe schon Kinder)

Ich bin bei Wellspect und meine Beraterin regelt eigentlich immer alles für mich. Selbst um Rezepte muss ich mich nicht kümmern, die erfragt sie. Nur jetzt mit der geänderten Situation habe ich mich einmalig um das Rezept gekümmert.


Ich hoffe ich konnte dir ein paar Fragen beantworten. 

Liebe Grüße
Ella

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  • Sabri
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6 Tage 15 Stunden her #54217 von Sabri
Liebe Ella,

vielen Dank für deine Antwort und deine offenen Worte! Es tut gut zu lesen, dass es nicht nur mir mit dem Speedi Cath Eve so zu gehen scheint. Dann scheine ich einfach noch nicht das richtige Produkt gefunden zu haben.

Ich kann total verstehen, dass dich das Ganze nervös macht. Wenn man den Urin nicht mehr normal lassen kann, hat man schon genug Sorgen. Da ist es echt super anstrengend, wenn man dann auch noch wegen der Versorgung bangen muss und sich so ausgeliefert fühlt.
Aber lass den Kopf nicht hängen, das lässt sich zum Glück ja regeln. Dass der Urologe den Mehrbedarf nicht aufgeschrieben hat, ist natürlich unglücklich und im ersten Moment enfach ärgerlich, aber auch das konntest du ja schnell lösen.

Liebe Grüße,
Sabri

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  • Dasch
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8 Stunden 47 Minuten her #54254 von Dasch
Hallo Sabri,
 
ich finde es schön, dass du dich so ausführlich vorgestellt und direkt so viele Fragen gestellt hast. Schade, dass bisher nur eine Antwort gekommen ist – vielleicht melden sich ja noch ein paar andere Betroffene.  

D-Mannose habe ich selbst eine Zeit lang genommen. Ich hatte ein Pulver das einfach D-Mannose hieß ich glaube von Avitale, und dann noch eins mit Cranberry, ich von Elanee. Ob es tatsächlich etwas gebracht hat, kann ich allerdings nicht eindeutig sagen. Bei mir ist es auf jeden Fall deutlich besser geworden, seit ich mich katheterisiere und dadurch die Blase regelmäßig komplett entleert wird.
Was die Desinfektion betrifft: Ich selbst sprühe nur noch 1x ohne zu wischen. Ich komme damit bisher gut zurecht. Da die Empfehlungen dazu ja teilweise unterschiedlich sind, würde mich aber auch interessieren, wie es die anderen hier im Forum handhaben.
 
Bei den Kathetern würde ich deinen Arzt bitten, das gewünschte Modell und die benötigte Anzahl direkt auf dem Rezept zu vermerken. Dann sollte die Krankenkasse bzw. der Versorger das eigentlich entsprechend übernehmen müssen. Gerade wenn du mit dem SpeediCath Compact Eve Schmerzen oder Verletzungen hast, würde ich das auch vom Arzt entsprechend begründen und dokumentieren lassen.
  Da ich allerdings privatversichert bin, kann ich dir zu der TK, bzw. zum Versorger leider nicht viel mehr sagen. Bei mir wird bisher das übernommen, was meine Ärztin auf das Rezept schreibt.
 
Liebe Grüße
Daniela

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