Frage Wie gehe ich mit einer Inkontinenz im Alltag um?
- Fabian
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14 Stunden 8 Minuten her #54457 von Fabian
Wie gehe ich mit einer Inkontinenz im Alltag um? wurde erstellt von Fabian
Guten Tag,
ich hatte einen schweren Unfall und leide seitdem unter Harn- und Stuhlinkontinenz. Mal habe ich es etwas besser unter Kontrolle, mal passiert es einfach, ohne dass ich es verhindern kann. Mehrere Ärzte konnten bisher keine eindeutig behandelbare Ursache feststellen.
Nun stehe ich kurz vor dem Ende meiner Reha. Hier muss ich mir zumindest keine großen Sorgen um Diskretion oder den Umgang mit meiner Inkontinenz im Alltag machen. Irgendwie habe ich mich damit auch relativ schnell abgefunden, soweit das eben möglich ist. Trotzdem habe ich große Angst davor, wie es nach der Reha weitergeht und wie ich außerhalb dieses geschützten Umfelds damit umgehen soll.
Wie handhabt ihr eure Inkontinenz im Alltag? Gerade in Bezug auf das Berufsleben, Hobbys, Unternehmungen und soziale Kontakte würde mich interessieren, welche Erfahrungen ihr gemacht habt und welche Tipps und Tricks euch den Alltag erleichtern.
Ehrlich gesagt habe ich mich bisher kaum damit beschäftigt, weil mich der Gedanke, von nun an auf Windeln angewiesen zu sein, ziemlich schockiert. Hinzu kommt, dass ich mit gerade einmal 26 Jahren noch recht jung bin. Ich habe Angst, dass die Inkontinenz irgendwann meinen gesamten Alltag bestimmt und ich dadurch auf vieles verzichten muss.
Ich hoffe, hier ein paar hilfreiche Tipps, Erfahrungen und vielleicht auch etwas Mut für die Zeit nach der Reha mitnehmen zu können.
Vielen Dank schon einmal! 😊
ich hatte einen schweren Unfall und leide seitdem unter Harn- und Stuhlinkontinenz. Mal habe ich es etwas besser unter Kontrolle, mal passiert es einfach, ohne dass ich es verhindern kann. Mehrere Ärzte konnten bisher keine eindeutig behandelbare Ursache feststellen.
Nun stehe ich kurz vor dem Ende meiner Reha. Hier muss ich mir zumindest keine großen Sorgen um Diskretion oder den Umgang mit meiner Inkontinenz im Alltag machen. Irgendwie habe ich mich damit auch relativ schnell abgefunden, soweit das eben möglich ist. Trotzdem habe ich große Angst davor, wie es nach der Reha weitergeht und wie ich außerhalb dieses geschützten Umfelds damit umgehen soll.
Wie handhabt ihr eure Inkontinenz im Alltag? Gerade in Bezug auf das Berufsleben, Hobbys, Unternehmungen und soziale Kontakte würde mich interessieren, welche Erfahrungen ihr gemacht habt und welche Tipps und Tricks euch den Alltag erleichtern.
Ehrlich gesagt habe ich mich bisher kaum damit beschäftigt, weil mich der Gedanke, von nun an auf Windeln angewiesen zu sein, ziemlich schockiert. Hinzu kommt, dass ich mit gerade einmal 26 Jahren noch recht jung bin. Ich habe Angst, dass die Inkontinenz irgendwann meinen gesamten Alltag bestimmt und ich dadurch auf vieles verzichten muss.
Ich hoffe, hier ein paar hilfreiche Tipps, Erfahrungen und vielleicht auch etwas Mut für die Zeit nach der Reha mitnehmen zu können.
Vielen Dank schon einmal! 😊
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- martinK
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11 Stunden 39 Minuten her - 11 Stunden 11 Minuten her #54458 von martinK
martinK antwortete auf Wie gehe ich mit einer Inkontinenz im Alltag um?
Hallo Fabian
Herzlich willkommen im Forum. Ich kann mir vorstellen, dass der schwere Unfall einen grossen Einschnitt in Deine noch junges Leben gebracht hat und wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltewillen auf dem Weg zurück in den Alltag!
Zu Deinen Fragen hat Matti gerade zwei Ratgeber erstellt und Threads dazu gestartet:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/24...ebensstark-im-alltag
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/56...nenz-mitten-im-leben
Vielleicht helfen Dir der Ratgeber und einige Beiträge weiter. Insgesamt, bietet die Plattform der Inkontinenz Selbsthilfe e.V. sehr viele nützliche Informationen über Inkontinenz und Entleerungsstörungen allgemein, da lohnt es sich, etwas Zeit in das Lesen der Beiträge zu investieren.
Mein Tipp ist, offen und aktiv zu bleiben. Niemand wird Dir die Inkontinenz übel nehmen oder Dich deswegen als weniger wertvollen Menschen betrachten. Bei der Stuhlinkontinenz ist meiner Meinung nach wichtig, dass Du einen Weg findest, wie Du Stuhlverlust in der Öffentlichkeit vermeiden kannst, und da gibt es verschiedene Strategien (Ernährung, Analtampons, Irrigation,...). Harnverlust ist frustrierend aber aus meiner Erfahrung sozialverträglich. Aber auch da gibt es Ansätze, wie man die Blase unter Kontrolle halten kannst. Ich nehme an, dass Du auch nach der Reha urologisch und proktologisch betreut werden wirst; d.h. Du wirst von Deinen Ärzten entsprechend Unterstützung erhalten.
Auf Hobbies und Sport würde ich auf keinen Fall verzichten, und das musst Du auch nicht. Aktiv zu sein ist gerade bei Inkontinenz sehr wichtig. Es wird etwas Zeit brauchen, bis Du die besten Hilfsmittel, Kniff und Tricks für Dich gefunden hast, aber ein schönes Leben mit Inkontinenz ist sehr gut möglich. Vielleicht hilft Dir der Austausch hier dabei.
Herzliche Grüsse
Martin
Herzlich willkommen im Forum. Ich kann mir vorstellen, dass der schwere Unfall einen grossen Einschnitt in Deine noch junges Leben gebracht hat und wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltewillen auf dem Weg zurück in den Alltag!
Zu Deinen Fragen hat Matti gerade zwei Ratgeber erstellt und Threads dazu gestartet:
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/24...ebensstark-im-alltag
www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/56...nenz-mitten-im-leben
Vielleicht helfen Dir der Ratgeber und einige Beiträge weiter. Insgesamt, bietet die Plattform der Inkontinenz Selbsthilfe e.V. sehr viele nützliche Informationen über Inkontinenz und Entleerungsstörungen allgemein, da lohnt es sich, etwas Zeit in das Lesen der Beiträge zu investieren.
Mein Tipp ist, offen und aktiv zu bleiben. Niemand wird Dir die Inkontinenz übel nehmen oder Dich deswegen als weniger wertvollen Menschen betrachten. Bei der Stuhlinkontinenz ist meiner Meinung nach wichtig, dass Du einen Weg findest, wie Du Stuhlverlust in der Öffentlichkeit vermeiden kannst, und da gibt es verschiedene Strategien (Ernährung, Analtampons, Irrigation,...). Harnverlust ist frustrierend aber aus meiner Erfahrung sozialverträglich. Aber auch da gibt es Ansätze, wie man die Blase unter Kontrolle halten kannst. Ich nehme an, dass Du auch nach der Reha urologisch und proktologisch betreut werden wirst; d.h. Du wirst von Deinen Ärzten entsprechend Unterstützung erhalten.
Auf Hobbies und Sport würde ich auf keinen Fall verzichten, und das musst Du auch nicht. Aktiv zu sein ist gerade bei Inkontinenz sehr wichtig. Es wird etwas Zeit brauchen, bis Du die besten Hilfsmittel, Kniff und Tricks für Dich gefunden hast, aber ein schönes Leben mit Inkontinenz ist sehr gut möglich. Vielleicht hilft Dir der Austausch hier dabei.
Herzliche Grüsse
Martin
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- Fabian
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10 Stunden 47 Minuten her #54459 von Fabian
Fabian antwortete auf Wie gehe ich mit einer Inkontinenz im Alltag um?
Vielen Dank für die freundliche Begrüßung und die Genesungswünsche!
Ein heftiger Einschnitt ist das auf jeden Fall. Ich kann einfach nur meinem Schutzengel danken, dass ich keine Querschnittslähmung erlitten habe.
Die Ärzte sind sich nicht sicher, woher die Inkontinenz kommt. Vermutlich hängt sie mit den Umständen des Unfalls zusammen. Das Absurde daran ist, dass es zwischenzeitlich eine Phase gab, in der wieder alles „normal“ funktionierte. Ich hatte wieder Gefühl und konnte rechtzeitig die Toilette aufsuchen. Von heute auf morgen war das dann wieder vorbei. Daher heißt es, dass es möglicherweise ein temporäres Problem ist. Was auch immer das konkret bedeuten mag.
Mein Hauptproblem ist tatsächlich eher der Stuhlgang. Das Einnässen ist unangenehm, aber ich bin ehrlich gesagt erstaunt, wie gut moderne Windeln dabei Abhilfe schaffen. Oft habe ich gar nicht wirklich bemerkt, dass ich an die Kapazitätsgrenze gekommen bin. Besonders während meiner Zeit, in der ich nicht einmal ohne Hilfe aus dem Bett kam, war das eigentliche Problem das Einstuhlen, weil es beinahe sofort äußerst unangenehm wird.
Das passiert allerdings meistens erst gegen Abend oder Nachtsselten tagsüber. Es scheint auch davon abzuhängen, was und wie viel ich esse. Deshalb würde mich interessieren:Wie stark beeinflusst die Ernährung den Stuhlgang bei Inkontinenz? Ich ernähre mich allgemein überwiegend gesund und ausgewogen.
Mein wohl größtes Problem ist aber die Möglichkeit, mich im öffentlichen Raum versorgen zu können.
Ich arbeite mit Menschen, die geistig oder körperlich beeinträchtigt sind. Bei Ausflügen stellt sich dabei häufig die Frage, wo sich jemand versorgen kann und wie das möglichst diskret möglich ist. Von vielen höre ich mittlerweile, dass die Versorgung wichtiger ist als die Diskretion. Selbst wenn es jemand mitbekommt, sieht man diese Person vermutlich ohnehin nie wieder.
Ich selbst bin da noch deutlich schambehafteter. Und das, obwohl ich mittlerweile seit gut 6 Monaten regelmäßig auf Hilfe bei der Versorgung angewiesen bin. Es ist also nicht so, dass ich mich noch nie mit der Situation auseinandersetzen musste. Trotzdem fällt es mir schwer, mich an den Gedanken zu gewöhnen und damit auch außerhalb der Reha selbstverständlich umzugehen.
Ein heftiger Einschnitt ist das auf jeden Fall. Ich kann einfach nur meinem Schutzengel danken, dass ich keine Querschnittslähmung erlitten habe.
Die Ärzte sind sich nicht sicher, woher die Inkontinenz kommt. Vermutlich hängt sie mit den Umständen des Unfalls zusammen. Das Absurde daran ist, dass es zwischenzeitlich eine Phase gab, in der wieder alles „normal“ funktionierte. Ich hatte wieder Gefühl und konnte rechtzeitig die Toilette aufsuchen. Von heute auf morgen war das dann wieder vorbei. Daher heißt es, dass es möglicherweise ein temporäres Problem ist. Was auch immer das konkret bedeuten mag.
Mein Hauptproblem ist tatsächlich eher der Stuhlgang. Das Einnässen ist unangenehm, aber ich bin ehrlich gesagt erstaunt, wie gut moderne Windeln dabei Abhilfe schaffen. Oft habe ich gar nicht wirklich bemerkt, dass ich an die Kapazitätsgrenze gekommen bin. Besonders während meiner Zeit, in der ich nicht einmal ohne Hilfe aus dem Bett kam, war das eigentliche Problem das Einstuhlen, weil es beinahe sofort äußerst unangenehm wird.
Das passiert allerdings meistens erst gegen Abend oder Nachtsselten tagsüber. Es scheint auch davon abzuhängen, was und wie viel ich esse. Deshalb würde mich interessieren:Wie stark beeinflusst die Ernährung den Stuhlgang bei Inkontinenz? Ich ernähre mich allgemein überwiegend gesund und ausgewogen.
Mein wohl größtes Problem ist aber die Möglichkeit, mich im öffentlichen Raum versorgen zu können.
Ich arbeite mit Menschen, die geistig oder körperlich beeinträchtigt sind. Bei Ausflügen stellt sich dabei häufig die Frage, wo sich jemand versorgen kann und wie das möglichst diskret möglich ist. Von vielen höre ich mittlerweile, dass die Versorgung wichtiger ist als die Diskretion. Selbst wenn es jemand mitbekommt, sieht man diese Person vermutlich ohnehin nie wieder.
Ich selbst bin da noch deutlich schambehafteter. Und das, obwohl ich mittlerweile seit gut 6 Monaten regelmäßig auf Hilfe bei der Versorgung angewiesen bin. Es ist also nicht so, dass ich mich noch nie mit der Situation auseinandersetzen musste. Trotzdem fällt es mir schwer, mich an den Gedanken zu gewöhnen und damit auch außerhalb der Reha selbstverständlich umzugehen.
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- martinK
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7 Stunden 49 Minuten her #54460 von martinK
martinK antwortete auf Wie gehe ich mit einer Inkontinenz im Alltag um?
Hallo Fabian
Falls Deine Inkontinenz neurologisch bedingt ist, kann noch viel gutes Geschehen, aber die Prognose ist vermutlich unklar. Auf alle Fälle würde ich die Hoffnung nicht verlieren.
Die modernen ssugenden Inkontinenzhilfsmittel sind in der Tat ein Segen für und Betroffene. Bei der Stuhlinkontinenz helfen sie meiner Erfahrung zwar gut, um die Kleider zu schützen, aber das war es auch schon. Der Gestank dringt ungehindert nach aussen und da der Stuhl nicht absorbiert wird, leidet die Haut arg mit.
Aus diesem Grund ist meiner Meinung nach der Erhalt der Stuhlkontrolle absolute Priorität. Über die Ernährung kannst Du einerseits die Stuhlkonsistenz regulieren und andererseits einen Entleerungsrhythmus einstellen. Mein Ziel ist, dass ich nur am Morgen Stuhlgang habe und danach nicht mehr. Kann ich diesen Rhythmus aufrechterhalten, so habe ich keine Probleme mit der Stuhlkontrolle. Eine ausgeglichene und ballaststoffreiche Nahrung hilft sicher, ebenso das Vermeiden von Süssgetränken oder Kaffee (auf letzteres kann ich wie auch auf Käse nicht verzichten…).
Wenn es mit der Ernährung nicht geht, gibt weiter Möglichkeiten wie die transanale Irrigation, Analtampons oder die Einnahme von Loperamid, um Szihlverlust zu vermeiden. Verglichen zur Blase, entleert sich der Stuhl ja in der Regel viel weniger oft.
Meiner Erfahrung nach ist die Versorgung in der Öffentlichkeit bei Harninkontinenz gar kein Problem, bei Stuhlinkontinenz aber schon, weil man sich richtig sauber machen und den Gestank loswerden muss.
Wenn Du schon in Kontakt mit Leuten warst, die von Inkontinenz betroffen sind, so ist dies sicher ein Vorteil.
Herzliche Grüsse
Martin
Falls Deine Inkontinenz neurologisch bedingt ist, kann noch viel gutes Geschehen, aber die Prognose ist vermutlich unklar. Auf alle Fälle würde ich die Hoffnung nicht verlieren.
Die modernen ssugenden Inkontinenzhilfsmittel sind in der Tat ein Segen für und Betroffene. Bei der Stuhlinkontinenz helfen sie meiner Erfahrung zwar gut, um die Kleider zu schützen, aber das war es auch schon. Der Gestank dringt ungehindert nach aussen und da der Stuhl nicht absorbiert wird, leidet die Haut arg mit.
Aus diesem Grund ist meiner Meinung nach der Erhalt der Stuhlkontrolle absolute Priorität. Über die Ernährung kannst Du einerseits die Stuhlkonsistenz regulieren und andererseits einen Entleerungsrhythmus einstellen. Mein Ziel ist, dass ich nur am Morgen Stuhlgang habe und danach nicht mehr. Kann ich diesen Rhythmus aufrechterhalten, so habe ich keine Probleme mit der Stuhlkontrolle. Eine ausgeglichene und ballaststoffreiche Nahrung hilft sicher, ebenso das Vermeiden von Süssgetränken oder Kaffee (auf letzteres kann ich wie auch auf Käse nicht verzichten…).
Wenn es mit der Ernährung nicht geht, gibt weiter Möglichkeiten wie die transanale Irrigation, Analtampons oder die Einnahme von Loperamid, um Szihlverlust zu vermeiden. Verglichen zur Blase, entleert sich der Stuhl ja in der Regel viel weniger oft.
Meiner Erfahrung nach ist die Versorgung in der Öffentlichkeit bei Harninkontinenz gar kein Problem, bei Stuhlinkontinenz aber schon, weil man sich richtig sauber machen und den Gestank loswerden muss.
Wenn Du schon in Kontakt mit Leuten warst, die von Inkontinenz betroffen sind, so ist dies sicher ein Vorteil.
Herzliche Grüsse
Martin
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