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Mi, 07.10.2026
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Frage ISK und Solifenacinsuccinat 5 mg

  • Sabri
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1 Tag 17 Stunden her #54314 von Sabri
Sabri antwortete auf ISK und Solifenacinsuccinat 5 mg
Hallo Michael,

vielen Dank für deine ausführliche Nachricht.

Bei der Blasendruckmessung wurde damals tatsächlich auch geröntgt, und zum Glück konnte Entwarnung gegeben werden: Ein Reflux in die Nieren wurde nicht beobachtet. Das nimmt mir zumindest schon mal eine große Sorge. Was deinen Behandlungsansatz angeht, bin ich bei einigen Punkten allerdings noch etwas zurückhaltender, ob das bei mir eins zu eins so zutrifft. Das muss ich einfach mal beobachten.

Leider zieht sich das Ganze medizinisch sehr in die Länge, was echt nervig ist. Ich habe mir jetzt für November einen Termin für eine Zweitmeinung bei einem Urologen organisiert. In den Praxen hat man ja leider kaum Zeit für ein ausführliches Gespräch, und oft habe ich das Gefühl, dass die Ärzte nur sehr engstirnig in ihrem eigenen Fachgebiet denken. Ich lasse mir die Arztberichte inzwischen sogar oft von ChatGPT erklären, um die Fachbegriffe überhaupt richtig einordnen zu können.

Ich werde das Medikament jetzt erst mal wie verordnet nehmen und den Restharn per ISK im Auge behalten. Dann sehe ich ja, ob ich tatsächlich über die 100-ml-Grenze komme und wie sich die Werte unter der Medikation verändern. Das Thema Botox werde ich dann im November beim neuen Urologen auf jeden Fall mal als Alternative ansprechen.

Danke dir nochmals für deine Denkanstöße und die Unterstützung.

Viele Grüße,
Sabri

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  • martinK
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23 Stunden 17 Minuten her - 23 Stunden 7 Minuten her #54317 von martinK
martinK antwortete auf ISK und Solifenacinsuccinat 5 mg
Hallo Sabrina

Bei mir war es in den Urodynamikuntersuchungen auch so: Zu hoher Blasendruck, aber Reflow in die Nieren sichtbar in der Videourodynamik. Wenn der Druck beim Entleeren zu hoch ist, denke ist die Situation rein physikalisch betrachtet günstiger, als wenn dies wie bei mir vor der Entleerung geschieht.

Gibt es einen Verdacht, weshalb ein Überdruck entsteht? Bei mir wurde im EMG eine Detrusor-Sphinkter-Dysynergie beobachtet, sprich Blasenmuskel und Schliessmuskel sind nicht aufeinander abgestimmt. Das macht Sinn, denn meine Blase ist überaktiv und über den Schliessmuskel habe ich gar keine Kontrolle. Manchmal macht er einfach zu, und bleibt angespannt auch wenn die Blase sich entleeren möchte. Um dies und somit Harnverhalt zu verhindern muss ich meinen Beckenboden gut entspannen können. Vor dem neuerlichen Rückfall ging dies gut, nun habe ich wieder Mühe. Gestern habe ich den ganzen Nachmittag und Abend kaum Wasser gelassen und mich dann zur Sicherheit katheterisiert. In der Nacht und heute geht‘s aber wieder besser. 

Bei mir brauchte es einige Jahre, bis meine Neurourologin die Situation mit den Blasendruck entspannter beurteilte. Ich denke, die Ärzte habe ihre Leitlinien, an welche sie sich orientieren, und das is im Prinzip ja auch richtig. Nur gibt es halt immer Ausnahmen. Insofern ist es gut, eine Zweitmeinung einzuholen. Ich habe das Problem bei mir so gelöst, dass meine Hausärztin auf dem Gebiet der Nephrologie spezialisiert ist und somit eine andere Sichtweise mitbringt.

Wenn Du so hohe Drücke hast, liegt doch vermutlich eine neurologische Störung im unteren Harntrakt vor. Hast Du sonst Symptome bzw. hast Du Dich neurologisch untersuchen lassen?

Herzliche Grüsse
Martin

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  • Sabri
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19 Stunden 6 Minuten her #54318 von Sabri
Sabri antwortete auf ISK und Solifenacinsuccinat 5 mg
Hallo Martin,

vielen Dank für deine Nachricht.

Dass du über den Schließmuskel kaum Kontrolle hast und er nach einer guten Phase wieder blockiert, klingt unheimlich anstrengend und herausfordernd.

Bezüglich der Ursache für den Überdruck liegt bei mir laut Bericht eine Blockade unterhalb des Blasenauslasses vor, eine sogenannte infravesikale Obstruktion, bei der sich der Blasenhals beim Wasserlassen nicht richtig öffnet und geschlossen bleibt. Im Bericht wird der Verdacht auf eine Blasenhals-Dyssynergie geäußert; das Nadel-EMG hat keine klassische Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie gezeigt, aber das Zusammenspiel funktioniert dennoch überhaupt nicht.

Was eine neurologische Ursache betrifft, konnte bisher kein eindeutiger Auslöser gefunden werden. Im Bericht wird vermerkt, dass bei Fehlen neurologischer Korrelate eine habituelle Störung nicht sicher ausgeschlossen werden kann, obwohl meine Sensibilität im Genital- und Reithosenbereich diskret reduziert ist.
Um der Sache weiter auf den Grund zu gehen, habe ich allerdings im Oktober eine Lumbalpunktion vor mir.

Ich drücke dir die Daumen, dass sich dein Beckenboden bald wieder besser entspannen lässt. Ich hatte Beckenboden-Training zur Entspannung und das hat mir sehr geholfen.

Dein Ansatz mit der Zweitmeinung und dem Blickwinkel deiner Hausärztin klingt sehr vernünftig – ich bleibe da nun auch weiter dran.

Herzliche Grüße
Sabri

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  • martinK
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5 Stunden 26 Minuten her #54320 von martinK
martinK antwortete auf ISK und Solifenacinsuccinat 5 mg
Hallo Sabri

Ich spüre derzeit keinen oder nur sehr wenig Harndrang, und auch vor dem Rückfall hatte ich verglichen zu gesunden Menschen viel weniger Empfinden für die Blasenfüllung und -entleerung als normal ist. Insofern ist es nicht anstrengend, bei mir läuft da unten alles mehr oder wenig von alleine ab. Aber die Inkontinenz ist zuweilen frustrierend, und ich muss darauf achten, dass sich die Blase nicht überfüllt. In der Regel entleert sie sich in unregelmässigen Abständen in eher kleineren Mengen ca 10 bis 20 Mal am Tag. Wenn dann Mal einen halben Tag lang nichts kommt, ist das ein Zeichen dafür, dass der Blasenschliessmuskel blockiert. Dann führe ich ISK durch.

Ich versuche immer, zwischendurch spontan zu entleeren, auch ohne Harndrang. Vor dem Rückfall klappte das sehr gut, ich war zwar immer noch inkontinent, aber das Gefühl, spontan auf der Toilette zu entleeren, war ein schönes Gefühl und ein Erfolgserlebnis. 

Derzeit schaffe ich es gar nicht, eine Miktion bewusst einzuleiten, ich kann den Beckenboden nicht bewusst entspannen. Dabei mache ich jeden Tag Entspannungsübungen, weil ich erfahrungsgemäss weiss, dass sie mir helfen. Nur gehen sie derzeit gar nicht, ich spüre einfach nichts, ausser, dass der Damm völlig verspannt ist und ich dort, wie auch im Kreuzbein, etwas Schmerzen habe, wenn ich lange sitze.

Ich muss jetzt einfach wieder Geduld haben, weiter Übungen durchführen versuchen und hoffen, dass die Immunglobulintheraoie, welche ich monatlich erhalte, schnell Wirkung zeigt.

Ist eine solche Obstruktion bei Frauen nicht eher selten? Bei und Männern ist oft eine vergrösserte Prostata der Grund, dass eine Obstruktion vorliegt. Verstehe ich Dich richtig, dass bei Dir der innere Blasenschliessmuskel bei der Miktion nicht richtig öffnet, bzw. sich nicht synchron zur Blase verhält? Würde dies dann nicht auf eine neurologische Störung hinweisen, auch weil Du Gefühlsstörungen im Reithosenbereich hast? Insofern macht eine neurologische Untersuchung sicher Sinn. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, konnte eine rein mechanisch verursachte Verengung des Blasenhalses ausgeschlossen werden.

Ich kam auf die Idee mit der Nephrologin, als ich in der Diskussion mit meiner Neurourologin nicht weiter kam. Sie bestand auf dem ISK und wir versuchten viele Ansätze, damit das Katheterisieren ohne ständige Harnweginfekte klappt. Es ging einfach nicht ohne Antibiotika, und ich stellte angesichts der Probleme den Nutzen des ISK in Frage. Da war die Zweitmeinung sehr wichtig. Ich verstehe aber meine Neurourologin. Am sichersten wäre es, Botox zu spritzen und zu katheterisieren. Dann wäre der Blasenüberdruck  definitiv unter Kontrolle, und ich wäre auch nicht komplett inkontinent. Wie ich verstehe, ist Botox bei Dir auch ein Thema.

Herzliche Grüsse 
Martin

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