Diese Zusammenstellung bietet eine umfassende Übersicht über vielfältige diagnostische Methoden in den Fachbereichen Urologie, Gynäkologie, Proktologie und Neurologie. Jede Methode wurde detailliert beschrieben und erklärt, wie sie dabei hilft, spezifische Krankheitsbilder zu erkennen, die Ursachen der Beschwerden zu identifizieren und maßgeschneiderte Therapien zu planen.

Beschwerden können viele Ursachen haben. Deshalb beginnt die Abklärung meist mit einem Gespräch und richtet sich danach, was Sie konkret bemerken. Hier erfahren Sie, welche Untersuchungen bei typischen Beschwerden infrage kommen und was sie zeigen können. Die Beispiele beschreiben mögliche Wege – welche Schritte in Ihrem Fall sinnvoll sind, bespricht Ihr Behandlungsteam mit Ihnen. Nicht jede Untersuchung ist bei jeder Person notwendig.
Was Sie vor einer Untersuchung wissen sollten
Dauer, Vorbereitung und Empfinden können je nach Untersuchung, Praxis und persönlicher Situation unterschiedlich sein. Fragen Sie vorab, ob Sie etwas beachten müssen, und sagen Sie während der Untersuchung, wenn Sie Schmerzen haben oder eine Pause brauchen. Die folgenden Beschreibungen geben eine allgemeine Orientierung und ersetzen nicht die individuellen Hinweise des Behandlungsteams.
Zum Termin mitbringen
Hilfreich sind eine aktuelle Medikamentenliste sowie vorhandene Vorbefunde und OP-Berichte. Notieren Sie auch, seit wann die Beschwerden bestehen und wann sie auftreten.
Fragen, die Sie stellen können
Was soll die Untersuchung klären? Wie läuft sie ab? Ist eine Vorbereitung nötig? Kann ich meine Medikamente wie gewohnt einnehmen? An wen kann ich mich wenden, wenn ich danach Beschwerden habe?
Protokolle können helfen
Ein Miktions- oder Stuhlprotokoll kann Beschwerden im Alltag sichtbar machen. Fragen Sie in der Praxis, ob ein Protokoll sinnvoll ist und über welchen Zeitraum Sie es führen sollen.
Zu welchem Bereich möchten Sie mehr erfahren?
Blase und HarnwegeGynäkologie und BeckenbodenEnddarm und AfterNerven und Muskeln
Urologie: Beschwerden an Blase und Harnwegen
Häufiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen, ein schwacher Harnstrahl oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig zu entleeren, können unterschiedliche Gründe haben. Auch Blut im Urin sollte ärztlich abgeklärt werden. Am Anfang stehen meist Fragen zu Ihren Beschwerden und eine erste Untersuchung. Weitere Schritte richten sich danach, was dabei auffällt.
Wenn das Wasserlassen schmerzt oder sich der Urin verändert
Das Gespräch und eine Urinanalyse können erste Hinweise geben. Je nach Beschwerden und Befund können Blutuntersuchungen oder ein Ultraschall folgen. So lässt sich besser einschätzen, ob weitere Untersuchungen nötig sind.
Gespräch und klinische Untersuchung
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte, Medikamenten und Trinkgewohnheiten. Je nach Situation kommt eine körperliche Untersuchung hinzu.
Vorbereitung: Notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten und welche Medikamente Sie einnehmen. Sie können jederzeit nach dem Zweck einer Untersuchung fragen.
Urinanalyse
Eine Urinprobe wird auf verschiedene Bestandteile untersucht, etwa auf Blut, Eiweiß oder Hinweise auf eine Infektion.
Vorbereitung: Fragen Sie, ob die Probe zu Hause oder in der Praxis abgegeben wird und ob dafür besondere Hinweise gelten.
Blutuntersuchungen
Eine Blutprobe kann Hinweise auf die Nierenfunktion oder andere urologische Fragestellungen geben. Welche Werte bestimmt werden, hängt vom Anlass ab.
Vorbereitung: Ob Sie nüchtern sein müssen, erfahren Sie von der Praxis. Das ist nicht bei jeder Blutuntersuchung erforderlich.
Ultraschall (Sonographie)
Schallwellen erzeugen Bilder, zum Beispiel von Nieren und Blase. Damit können Organe und mögliche Auffälligkeiten beurteilt werden.
Empfinden: Die Untersuchung ist üblicherweise schmerzfrei. Ob Sie mit gefüllter Blase kommen sollen, hängt davon ab, was untersucht wird.
Wenn der Harnstrahl schwach ist oder die Blase nicht leer wirkt
Eine Uroflowmetrie misst, wie der Harnfluss beim Wasserlassen verläuft. Mit einer Restharnbestimmung wird anschließend geprüft, ob Urin in der Blase zurückgeblieben ist. Die Ergebnisse können zeigen, ob eine genauere Untersuchung der Blasenfunktion sinnvoll ist.
Uroflowmetrie
Sie lassen Wasser in ein Messgerät. Es erfasst, wie viel Urin in welcher Zeit abgegeben wird und wie der Harnfluss verläuft.
Vorbereitung: Fragen Sie die Praxis, ob Sie mit gefüllter Blase kommen sollen. Die Messung selbst ist nicht invasiv; sie kann nur dann aussagekräftig sein, wenn ausreichend Urin in der Blase ist.
Restharnbestimmung
Nach dem Wasserlassen wird geprüft, ob Urin in der Blase zurückgeblieben ist. Die Messung erfolgt meist mit Ultraschall, manchmal mit einem Katheter.
Empfinden: Ultraschall ist üblicherweise schmerzfrei. Bei einer Messung mit Katheter kann das Einführen unangenehm sein. Die Bedeutung des Ergebnisses hängt von Ihrer Situation ab.
Blasendruckmessung (Zystometrie)
Dabei wird gemessen, wie sich Druck und Füllung der Blase verändern. Die Untersuchung kann Teil einer genaueren Abklärung der Blasenfunktion sein.
Ablauf und Empfinden: Für die Messung können dünne Katheter erforderlich sein. Das Einführen kann ungewohnt oder unangenehm sein. Lassen Sie sich erklären, wie die Untersuchung in Ihrer Praxis abläuft.
Urodynamische Untersuchung (UDS)
Mehrere Messungen prüfen, wie Blase und Harnröhre beim Speichern und Entleeren des Urins arbeiten. Dazu können etwa Uroflowmetrie und Zystometrie gehören. Welche Messungen nötig sind, richtet sich nach der Fragestellung.
24-Stunden-Sammelurin
Der Urin wird über 24 Stunden gesammelt. Die Probe kann im Labor auf bestimmte Stoffe und Hinweise zur Nierenfunktion untersucht werden.
Vorbereitung: Die Praxis erklärt Ihnen genau, wann die Sammlung beginnt und endet und wie der Behälter gelagert werden soll.
Wenn Blase, Prostata oder Harnwege genauer angeschaut werden sollen
Bleiben nach den ersten Untersuchungen Fragen offen, kann eine Blasenspiegelung oder eine bildgebende Untersuchung erwogen werden. Bei bestimmten Fragestellungen kommen außerdem spezielle Untersuchungen der Prostata oder der Nierenfunktion infrage. Welche davon passt, richtet sich nach den bisherigen Ergebnissen. Fragen Sie, welches Ziel die vorgeschlagene Untersuchung hat und welche Alternativen es gegebenenfalls gibt.
Urethrozystoskopie
Ein dünnes optisches Instrument ermöglicht den Blick in Harnröhre und Blase. So können deren Innenflächen beurteilt werden.
Empfinden und Vorbereitung: Das Einführen kann unangenehm sein. Ob ein betäubendes Gleitgel verwendet wird und was Sie vorher beachten müssen, erklärt Ihnen die Praxis. Fragen Sie auch, worauf Sie nach der Untersuchung achten sollen.
Computertomographie (CT) / Magnetresonanztomographie (MRT)
Diese bildgebenden Verfahren erstellen detaillierte Aufnahmen. Ob ein CT oder MRT geeignet ist, hängt davon ab, welche Frage geklärt werden soll.
Vorbereitung: Informieren Sie das Behandlungsteam über Implantate, mögliche Schwangerschaft, Allergien und starke Platzangst. Die Hinweise hängen vom Verfahren und einem eventuell verwendeten Kontrastmittel ab.
Intravenöse Pyelographie (IVP)
Bei dieser Röntgenuntersuchung wird ein Kontrastmittel in eine Vene gegeben. Anschließend werden Aufnahmen der Harnwege erstellt.
Vorbereitung: Informieren Sie das Behandlungsteam über Allergien, Nierenerkrankungen und Medikamente. Ob die Untersuchung in Ihrem Fall geeignet ist, entscheidet das behandelnde Team.
Prostatabiopsie
Dabei werden kleine Gewebeproben aus der Prostata entnommen und im Labor untersucht. Ob eine Biopsie infrage kommt, wird anhand der individuellen Befunde entschieden.
Vorbereitung und Betäubung: Ablauf, Betäubung und mögliche Risiken hängen von der gewählten Methode ab. Lassen Sie sich erklären, welche Medikamente Sie weiter einnehmen können und worauf Sie nach dem Eingriff achten sollen.
Nierenszintigraphie
Diese nuklearmedizinische Untersuchung kann zeigen, wie die Nieren durchblutet werden und arbeiten. Dafür wird ein schwach radioaktiver Stoff verwendet.
Vorbereitung: Erkundigen Sie sich, ob Sie vorab trinken oder Medikamente wie gewohnt einnehmen sollen. Das hängt von der konkreten Untersuchung ab.
Gynäkologie und Urogynäkologie: Beschwerden im Becken
Unterbauchbeschwerden, Veränderungen beim Zyklus, ungewollter Urinverlust oder ein Druckgefühl im Becken können verschiedene Ursachen haben. Im Gespräch wird zunächst geklärt, wann die Beschwerden auftreten und was sie beeinflusst. Danach richtet sich die Untersuchung.
Wenn Unterbauchbeschwerden oder Veränderungen im Zyklus auftreten
Ein Gespräch und eine gynäkologische Untersuchung können erste Hinweise geben. Je nach Beschwerden können ein Ultraschall oder Abstriche folgen. So wird gezielt geprüft, ob weitere Abklärungsschritte notwendig sind.
Gespräch und körperliche Untersuchung
Dabei können Beschwerden, Zyklus, Schwangerschaften, Geburten und frühere Erkrankungen zur Sprache kommen. Die Untersuchung richtet sich nach dem jeweiligen Anlass.
Gut zu wissen: Sie können vor Beginn nach den einzelnen Schritten fragen und mitteilen, wenn Sie eine Pause brauchen oder eine Untersuchung für Sie unangenehm ist.
Spekulumuntersuchung
Ein Spekulum ermöglicht den Blick in die Vagina und auf den Gebärmutterhals. Die Untersuchung kann auch dazu dienen, Proben zu entnehmen.
Empfinden: Druck oder ein ungewohntes Gefühl sind möglich. Sagen Sie der untersuchenden Person, wenn es schmerzt; sie kann die Untersuchung unterbrechen oder anpassen.
Abstriche und Kulturen
Mit einem Tupfer wird eine Probe aus der Vagina oder vom Gebärmutterhals entnommen. Im Labor kann sie auf bestimmte Erreger oder Veränderungen untersucht werden.
Empfinden: Die Entnahme dauert meist nur kurz, kann aber ungewohnt sein. Fragen Sie, ob für den Abstrich eine besondere Vorbereitung erforderlich ist.
Ultraschall (Sonographie)
Ultraschallbilder helfen dabei, Gebärmutter, Eierstöcke und weitere Beckenorgane anzuschauen. Die Untersuchung erfolgt über den Bauch oder vaginal.
Vorbereitung: Ob die Blase gefüllt oder entleert sein soll, hängt von der Art des Ultraschalls ab. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach.
Wenn Urin ungewollt abgeht oder die Blasenentleerung schwierig ist
Je nach Beschwerden kann zunächst beobachtet oder gemessen werden, wann Urin abgeht. Ein Pad-Test erfasst beispielsweise, wie viel Flüssigkeit eine Einlage aufnimmt. Wenn genauer geprüft werden soll, wie die Blase arbeitet, können Uroflowmetrie oder urodynamische Tests dazukommen. Bei einer bestimmten Fragestellung können auch eine Blasenspiegelung oder Beckenbodenuntersuchungen erwogen werden.
Pad-Test
Eine Einlage wird vor und nach einer festgelegten Aktivität gewogen. So lässt sich erfassen, wie viel Flüssigkeit sie aufgenommen hat.
Vorbereitung: Die Praxis erklärt, wie lange der Test dauert und welche Aktivitäten dazugehören. Führen Sie ihn nicht eigenständig nach einem anderen Schema durch, wenn ein bestimmtes Ergebnis benötigt wird.
Uroflowmetrie
Sie lassen Wasser in ein Messgerät. Es zeichnet auf, wie der Harnfluss verläuft und wie viel Urin abgegeben wird.
Vorbereitung: Fragen Sie, ob Sie mit gefüllter Blase kommen sollen. Die Messung ist nicht invasiv und üblicherweise schmerzfrei.
Urodynamische Tests
Diese Messungen prüfen, wie Blase und Harnwege beim Speichern und Entleeren des Urins arbeiten. Sie können bei Blasenfunktionsstörungen Teil der Abklärung sein. Welche Messungen zum Einsatz kommen, hängt von der Fragestellung ab.
Empfinden: Bei manchen Messungen werden dünne Katheter verwendet. Das Einführen kann ungewohnt oder unangenehm sein. Lassen Sie sich den Ablauf vorab erklären.
Zystoskopie
Ein dünnes optisches Instrument wird über die Harnröhre in die Blase geführt. So kann die Innenfläche der Blase betrachtet werden.
Vorbereitung und Empfinden: Das Einführen kann unangenehm sein. Ob ein betäubendes Gleitgel eingesetzt wird und was Sie vorher oder danach beachten sollen, erfahren Sie von der Praxis.
Elektromyographie (EMG) des Beckenbodens
Die Untersuchung misst die elektrische Aktivität der Beckenbodenmuskulatur. Je nach Methode werden dafür Elektroden auf der Haut oder eine Sonde verwendet.
Vorbereitung: Fragen Sie, welche Methode geplant ist und ob Sie vor dem Termin etwas beachten müssen. Das Empfinden hängt davon ab, wie die Messung durchgeführt wird.
MRT / CT
MRT und CT erstellen detaillierte Bilder der Beckenorgane. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Fragestellung ab.
Vorbereitung: Teilen Sie dem Team mit, wenn Sie Implantate, mögliche Schwangerschaft, Allergien oder starke Platzangst haben. Die Hinweise unterscheiden sich je nach Verfahren.
Beckendynamische Magnetresonanztomographie
Diese besondere MRT-Untersuchung bildet den Beckenboden während bestimmter Bewegungen ab und kann zusätzliche Informationen über dessen Funktion liefern.
Ablauf: Sie werden gegebenenfalls gebeten, bestimmte Bewegungen auszuführen oder zu pressen. Die Radiologie erklärt Ihnen vorab, ob eine besondere Vorbereitung nötig ist.
Proktologie: Beschwerden an Enddarm und After
Schmerzen, Blutungen, Juckreiz, Probleme beim Stuhlgang oder Schwierigkeiten, den Stuhl zu halten, können sehr belastend sein. Die Abklärung beginnt meist mit einem Gespräch und einer Untersuchung. Welche weiteren Schritte sinnvoll sind, hängt davon ab, wo die Beschwerden auftreten und was genauer untersucht werden soll.
Wenn Schmerzen oder Blutungen auftreten
Zunächst werden die Beschwerden besprochen und der Analbereich untersucht. Wenn ein Blick in den Analkanal oder den unteren Enddarm nötig ist, kann eine Proktoskopie oder Rektoskopie folgen. So lässt sich gezielter beurteilen, woher die Beschwerden kommen könnten.
Gespräch und klinische Untersuchung
Zunächst geht es um Ihre Beschwerden und deren Verlauf. Eine Untersuchung des Analbereichs und gegebenenfalls eine Tastuntersuchung können dazugehören.
Gut zu wissen: Sie können vorher nach dem Ablauf fragen. Teilen Sie der untersuchenden Person mit, wenn Sie Schmerzen haben oder eine Pause brauchen.
Proktoskopie / Rektoskopie
Mit einem kurzen Untersuchungsinstrument werden der Analkanal und der untere Teil des Enddarms betrachtet. So können Veränderungen direkt beurteilt werden.
Vorbereitung und Empfinden: Ob eine Darmentleerung nötig ist, erklärt Ihnen die Praxis. Ein Druck- oder ungewohntes Gefühl kann auftreten. Fragen Sie auch, ob Sie vor dem Termin essen und trinken dürfen.
Wenn der Stuhlgang schwierig ist oder der Schließmuskel Probleme macht
Bei Schwierigkeiten, den Stuhl zu halten oder zu entleeren, kann die Funktion des Schließmuskels und des Beckenbodens genauer untersucht werden. Dafür kommen je nach Fragestellung eine Druckmessung, Ultraschall oder eine Untersuchung während des Entleerungsvorgangs infrage.
Anale Manometrie
Ein dünner Messkatheter erfasst den Druck im Analkanal. Die Werte geben Hinweise darauf, wie der Schließmuskel arbeitet.
Ablauf und Empfinden: Ein dünner Katheter wird vorsichtig eingeführt. Die Untersuchung kann ungewohnt sein; fragen Sie, ob eine Vorbereitung erforderlich ist und wie lange der Termin ungefähr dauert.
Endoanaler Ultraschall
Eine kleine Ultraschallsonde wird vorsichtig in den Analkanal eingeführt. Die Bilder können den Schließmuskel und das umliegende Gewebe zeigen.
Empfinden: Das Einführen kann ungewohnt oder unangenehm sein. Sprechen Sie vorab an, wenn Sie Schmerzen oder besondere Sorgen haben.
Defäkographie
Diese Untersuchung bildet den Ablauf beim Entleeren des Darms ab. Sie kann helfen, bestimmte Funktionsstörungen des Enddarms und Beckenbodens zu erkennen.
Vorbereitung: Je nach Verfahren wird Kontrastmittel verwendet. Die untersuchende Stelle erklärt Ihnen, wie der Ablauf aussieht und ob Sie vorher etwas beachten müssen. Die Untersuchung kann ungewohnt sein.
Kolonographie
Eine CT- oder MRT-Untersuchung stellt den Dickdarm bildlich dar. Ob dieses Verfahren passt, hängt von der medizinischen Fragestellung ab.
Vorbereitung: Die Vorbereitung kann je nach Verfahren unterschiedlich sein. Erkundigen Sie sich bei der Radiologie nach den konkreten Anweisungen und informieren Sie das Team über Implantate, Allergien oder eine mögliche Schwangerschaft.
Neurologie: Beschwerden an Nerven und Muskeln
Taubheitsgefühle, Muskelschwäche, Kribbeln oder Veränderungen der Beweglichkeit können unterschiedliche Ursachen haben. Auch Veränderungen der Blasenfunktion können manchmal mit einer Störung der Nervensteuerung zusammenhängen. Am Anfang stehen ein Gespräch und eine neurologische Untersuchung; weitere Tests richten sich nach den dabei gewonnenen Hinweisen.
Wenn Gefühl, Kraft oder Bewegung verändert sind
Bei der neurologischen Untersuchung werden zum Beispiel Kraft, Gefühl, Beweglichkeit und Reflexe geprüft. Wenn danach eine genauere Abklärung nötig ist, können Messungen der Nerven- oder Muskelaktivität folgen. Eine Bildgebung kommt infrage, wenn die Beschwerden eine genauere Darstellung von Gehirn oder Rückenmark erfordern.
Gespräch und neurologische Untersuchung
Im Gespräch werden Ihre Beschwerden und deren Verlauf erfasst. Anschließend können zum Beispiel Kraft, Gefühl, Beweglichkeit und Reflexe geprüft werden.
Vorbereitung: Notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten und ob sich etwas verändert hat. Bringen Sie, wenn vorhanden, Vorbefunde und eine Medikamentenliste mit.
Elektromyographie (EMG)
Das EMG misst die elektrische Aktivität von Muskeln. Es kann Hinweise darauf geben, ob Beschwerden mit Muskeln oder der Verbindung zwischen Nerven und Muskeln zusammenhängen.
Ablauf und Empfinden: Je nach Fragestellung werden Elektroden auf der Haut oder eine dünne Nadelelektrode verwendet. Fragen Sie, welche Methode bei Ihnen geplant ist und was Sie dabei spüren könnten.
Nervenleitgeschwindigkeit
Über Elektroden auf der Haut werden elektrische Impulse ausgelöst und gemessen. So lässt sich untersuchen, wie Signale durch bestimmte Nerven geleitet werden.
Empfinden: Die kurzen Reize können als Kribbeln oder Zucken wahrgenommen werden. Die Fachperson erklärt Ihnen den Ablauf vor Beginn.
MRT / CT von Gehirn und Rückenmark
Diese Verfahren erstellen Bilder von Gehirn und Rückenmark. Sie können eingesetzt werden, wenn die Beschwerden eine bildgebende Abklärung erfordern.
Vorbereitung: Teilen Sie dem Team mit, wenn Sie Implantate, mögliche Schwangerschaft, Allergien oder starke Platzangst haben. Fragen Sie, ob ein Kontrastmittel verwendet wird und ob Sie etwas beachten müssen.
Lumbalpunktion
Bei einer Lumbalpunktion wird im unteren Rücken eine kleine Menge Nervenwasser entnommen. Die Probe kann anschließend im Labor untersucht werden.
Vorbereitung und Empfinden: Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen den Ablauf, die Betäubung und mögliche Risiken. Informieren Sie das Behandlungsteam über Medikamente, insbesondere blutgerinnungshemmende Mittel, und über Vorerkrankungen.
Wenn zusätzlich die Blasenfunktion auffällig ist
Bei Schwierigkeiten, die Blase zu entleeren, oder bei ungewolltem Urinverlust kann geprüft werden, ob nach dem Wasserlassen Urin zurückbleibt. Je nach Befund können weitere Messungen der Blasenfunktion folgen. Ob die Beschwerden mit den Nerven zusammenhängen, wird im Zusammenhang mit den übrigen Untersuchungsergebnissen beurteilt.
Blasenscan
Ein Ultraschallgerät auf dem Bauch schätzt, wie voll die Blase ist und ob nach dem Wasserlassen Urin zurückbleibt.
Empfinden: Die Ultraschallmessung ist üblicherweise schmerzfrei. Sie kann mit einer Uroflowmetrie oder anderen Untersuchungen kombiniert werden.
Urodynamische Tests
Messungen wie Uroflowmetrie oder Zystometrie zeigen, wie Blase und Harnwege arbeiten. Sie können bei der Abklärung von Blasenfunktionsstörungen Teil der Untersuchung sein. Weitere Informationen zur Urodynamik finden Sie im Abschnitt Urologie.
Vorbereitung: Fragen Sie die Praxis, ob Sie mit gefüllter Blase kommen sollen und ob vorab ein Urintest erforderlich ist.
Ein Protokoll kann das Arztgespräch erleichtern
Wenn Blasen- oder Darmbeschwerden auftreten, kann es hilfreich sein, einige Tage lang kurze Notizen zu machen. Fragen Sie in der Praxis, ob ein bestimmtes Formular verwendet werden soll.
Bei Blasenbeschwerden
Notieren Sie Getränke und ungefähre Mengen, die Zeiten des Wasserlassens, starken Harndrang und Situationen, in denen Urin abgeht. Messen Sie Urinmengen nur, wenn das Behandlungsteam Sie darum bittet.
Bei Darmbeschwerden
Notieren Sie Häufigkeit und Konsistenz des Stuhlgangs, starken Drang, ungewollten Abgang, Schmerzen oder das Gefühl einer unvollständigen Entleerung.