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Auch 2006 Nullrunde bei Rentnern

20 Okt 2005 17:17 #1 von matti
Die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland müssen sich auf eine Nullrunde auch im nächsten Jahr einstellen. Die designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte beim nordrhein-westfälischen Unternehmertag in Düsseldorf: "Auch im nächsten Jahr werden wir keine Erhöhung haben können." Dies resultiere aus der ständig sinkenden Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse. Für die Zeit nach 2010 müsse eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit über das 65. Lebensjahr hinaus in den Blick genommen werden, sagte die CDU-Chefin.

Somit kämme es im dritten Jahr in Folge zu einer Nullrunde. Eine Nullrunde wäre aber schon einmal ein Fortschritt, kam es doch in diesem Jahr durch die Erhöhung des Pflegegeldanteils bei Rentnern nicht nur zu einer Null- sondern gleich zu einer Minusrunde. Hinzu kamm noch die Erhöhung des Pflegegeldanteils wegen Kinderlosigkeit die bei vielen Schwerstbehinderten Menschen mit Sicherheit ungewollt ist.

Genau so werden wir die Wirtschaftlichen Probleme Deutschland Lösen. Gebt 20 Millionen Rentnern, die eh auf ihren dicken Sparbüchern sitzen, auch im nächsten Jahr keinen Cent mehr. Schließlich Sinken die Preise seit Jahren, alles wird Billiger, Benzin wird z.B. schon fast Verschenkt. Allerdings besteht ja noch Hoffnung für das Rentensystem. Die 67-jährigen Maurer und Dachdecker werden bestimmt häufiger in diesem Alter vom Dach fallen und somit die Rentenkassen auch nicht mehr Belasten. Der Staat braucht ja schließlich auch noch etwas Geld um Menschen mit unter 50 Jahren in Pension zu Schicken, die sich Aufopfernd im Staatsdienst für ihr Vaterland bei den mittlerweile privatisierten Unternehmen Deutsche Post und Deutsche Bahn aufgerieben haben.

Armes Deutschland

Matti

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20 Okt 2005 17:44 #2 von luf
Vielleicht passt es nicht in dein Konzept, aber denke einmal darüber nach:

26 Millionen Deutsche arbeiten und zahlen aktiv, sprich produktiv in die Sozialkassen ein (Sie stellen etwas her, aus dessen Gewinn ALLES finanziert werden muß !!). Wenn man alleine die knapp 5 Millionen Beamten abzieht bleiben 21 Millionen Menschen. Diese finanzieren die 20 Millionen Rentner (der Einwand, diese hätten ihr Leben lang eingezahlt lasse ich nur bedingt gelten. In den 50iger und 60iger Jahren waren die Beiträge Pfennige oder nur wenige Mark monatlich. Rücklagen gibt es schon seit Ende der 60iger Jahre immer weniger. Mittlerweile reichen sie nicht mal für einen Monat)). Doch nicht nur diese werden bedient. Nicht zu vergessen die ganzen Arbeitslosen und Hartz IV Empfänger. Dazu kommen noch die Kinder und Jugendlichen sowie die Studenten ohne Vermögen und sozialversicherungspflichtiges Einkommen. Eine Nullrunde ist hier bei Rentnern meines Erachtens nur fair, bedenkt man weiterhin das die Reallöhne seit Jahren stagnieren: Nullrunden sind für Arbeitnehmer auch Alltag; Die wöchentliche Arbeitszeit steigt ohne Lohnausgleich; Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden gekürzt oder gestrichen...
Aber ich kann dich beruhigen, der Unmut bei der arbeitenden Bevölkerung über unbezahlte Überstunden ist bestimmt mindestens ebenso groß.
Soll nicht heißen, das ich den Rentner keine höhere Rente wünsche, aber bitte nicht nur auf Kosten der in die Rentenkasse zahlenden Bürger. Wenn du eine gescheite Idee hast wo das Geld ansonsten herkommen soll wärst du wahrscheinlich bereits ein viel gefragter Mann...

Ein Denkanstoß auch mal an die zu denken, die auch Dich finanzieren !!

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21 Okt 2005 19:30 #3 von matti
Hallo Luf,

viele Argumentieren so wie Du. Die Rentner sollen gefälligst auch ihre "Opfer" bringen. Dabei bringen die vermeintlichen "Sozialschmarotzer" seit vielen Jahren schon ihren Beitrag zur Stabilisierung des Rentenbeitrags.
Genau die Generation die heute die fehlende Solidarität der "Alten" bemängelt, führt selbst erheblich zu den Problemen und wird sie in Zukunft auch noch Verstärken, aber dann sind ja genau diese Herrschaften im Rentenalter, mal Sehen wie sie ihren Lebensstandart dann noch Sichern wollen.
Du Forderst ja geradezu die Auflösung des Sozialsystems, und von wegen Fairnis: Die Rentnergeneration hat ihren Generationsvertrag erfüllt. Die Geburtenrate war höher, viele haben 45 und mehr Versicherungsjahre. Ihre Beiträge haben die Renten ihrer Eltern und Großeltern Finanziert, heute sollen sie Zugesicherte Altersabsicherung aufgeben.
Was ist den das für ein Argument mit den Pfennigen die frühere Arbeitnehmer angeblich nur in die Rentenkasse eingezahlt haben. Die Löhne waren auch Dementsprechend niedrig, Prozentual gesehen haben sie den gleichen Anteil geleistet.
Seit Ende der sechziger Jahre sinkt die Geburtenrate. Um die Bevölkerungszahl zu stabilisieren, wären 2,1 Geburten je Frau erforderlich. Tatsächlich liegt dieser Wert aber knapp unter 1,4 Geburten. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer hat sich - auch wegen des immer früheren Rentenbeginns - in der Zeit von 1960 bis 2002 von 9,9 Jahren auf 16,6 Jahre verlängert. Die Rürup-Kommission erwartet, daß sie sich bis 2030 noch einmal um 2,6 Jahre bei den Männern und um 3,1 Jahre bei den Frauen verlängern wird.

Nullrunden in der Rentenanpassung

Der Nachhaltigkeitsfaktor konnte seine Wirkung indes noch nicht entfalten. Denn eine von Rot-Grün gesetzlich festgeschriebene „Sicherungsklausel” sorgt dafür, daß die Renten nicht sinken dürfen, wenn nicht auch die Arbeitslöhne sinken. Rein rechnerisch hätte es schon in diesem Jahr ein Rentenminus von 0,8 Prozent geben müssen. Das ambitionierte Ziel, den Beitragssatz bis 2030 unter 22 Prozent zu halten, wird nur zu erreichen sein, wenn der Faktor seine Wirkung tatsächlich entfalten kann.

Daß die Rentenanpassung indes nicht einmal den spärlichen Lohnerhöhungen des Vorjahres folgte, hat seine Ursache im „Riester-Faktor”. Er führt - als Ausgleich zu den Aufwendungen der jungen Generation für die zusätzliche Altersvorsorge - zu einem Abschlag bei der Rentenanpassung um etwa 0,5 Prozentpunkte. Deswegen mußten die Rentner schon 2004 und 2005 Nullrunden hinnehmen.

Auch Rentner werden stärker belastet

Rot-Grün schreckte aber auch vor weiteren Belastungen für die Rentner nicht zurück. Sie müssen inzwischen auf Betriebsrenten den vollen Krankenkassenbeitrag selbst zahlen, auch die Kosten der Pflegeversicherung tragen sie allein. Außerdem müssen sie wie die Arbeitnehmer seit diesem Juli einen Sonderbeitrag zur Krankenversicherung von 0,9 Prozent leisten.

Die großzügigen Vorruhestandsregeln der Vorgängerregierung baute Rot-Grün nur zaghaft weiter ab. Auch den Rat der Rürup-Kommission, angesichts der steigenden Lebenserwartung das gesetzliche Renteneintrittsalter von 2011 an schrittweise von 65 auf 67 Jahre heraufzusetzen, schlägt die Regierung (wie auch die Opposition) unter Hinweis auf die Lage der Älteren am Arbeitsmarkt aus. Derzeit bezieht ein Arbeitnehmer im Durchschnitt zum ersten Mal mit 63,1 Jahren eine Altersrente; 1997 lag der durchschnittliche Rentenbeginn bei 62,1 Jahren.

Um einmal das Märchen von den Reichen Rentner zu Durchbrechen, hier die Durchnittlichen Renteneinküfte:





Gruß

Matti

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22 Okt 2005 10:28 #4 von luf
Du siehst die Entwicklung im Großen und Ganzen schon richtig. Was mir allerdings fehlt ist eine Antwort auf die abschließende Frage woher das Geld für eine Rentenerhöhung kommen soll ?
Darüber verlierst du, mit Ausnahme der Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors, kein Wort.
Sicherlich steigt die Lebenserwartung weiter und die Zahl der Geburten geht dramatisch zurück. Selbst wenn sich die Geburtenrate bereits im nächsten Jahr spektakülär erhöhte, würde sich das frühestens in 20 Jahren in den Sozialkassen bemerkbar machen (immer vorausgesetzt das die Meisten dann auch in die klammen Kassen einzahlen). Auch würde bei der sich drehenden Bevölkerungspyramide eine Einbeziehung der Beamten in das Solidarsystem sich die Situation nur kurzfristig entspannen. Wo also soll das Geld herkommen ?
Gleiches passiert ja auch in den anderen solidarisch aufgebauten Sozialsystem in unserem Lande. Immer weniger Einzahler bedienen immer mehr Leistungsempfänger.
Den Arbeitnehmern von heute ist klar, das sie nur eine ausreichende Altersabsicherung haben wenn sie sich darüberhinaus privat absichern. Dieses Geld fehlt den Menschen auch im Geldbeutel.
Ich habe keinesfalls vor den Rentner Schmarotzertum vorzuwerfen, aber ich betrachte die Situation nüchtern. Auch ich würde gerne im Alter eine "gute" Rente haben.
Eine ganz andere Variante wäre zum Beispiel mal die Frage in den Raum zu stellen: Ist es wirklich sinnvoll jungen Mensche soviel Geld abzuziehen um Renten etc. zu finanzieren ? Meine Hypothese dazu ist, das gerade diese entlastet werden sollten um eben den finaziellen Spielraum zu haben um Familien zu gründen und Kinder in die Welt zu setzen und sich Vermögen (auch fürs Alter) zu schaffen. Warum gibt es denn immer weniger Kinder ?
Unser Land hat meiner Meinung nach das Prinzip der "sozialen Marktwirtschaft" längst verlassen und ist zu einem reinen "Sozialstaat mutiert. Leider kann das mit der entsprechenden Verteilung der Gelder nur funktionieren wenn diese auch zur Genüge vorhanden sind. Wenn der Kern des Systems, die Leistungserbringer, schmilzt, läßt sich dies zwar in einem bestimmtem Rahmen durch höhere Beiträge erst einmal kompensieren, doch was ist in 10-15 Jahren der Fall ?
Als das Bismarksche Rentensystem, dummerweise von Adeneauer ohne Nachhaltigkeitsfaktor, eingeführt wurde, lag die Lebenserwartung deutlich niedriger und das Renteneintrittsalter war deutlich höher. Hinzu kam, das das Wort Globalisierung damals noch unbekannt war. Löhne und Gehälter waren dem Druck "von außen" nicht in diesem Maße ausgesetzt. Die Löhne wurden meistens in Gegenstände aus dem heimischem Raum investiert. Heute gehen viele Gelder ins Ausland. Wir kaufen japanische Autos, französischen Käse, irische Butter,... Sicher kommt darüberhinaus auch sehr viel Geld zurück, doch sollte man darauf achten dies für Japaner, Franzosen, Iren,... auch zu Preisen anbieten zu können welche diese auch bereit sind zu zahlen....
Und genau hier hakt das System wiederum.... Eine Produktion im Inland zu vernünftigen Preisen ist nur noch schwer möglich. Die Lohnnebenkosten belasten nicht nur die Löhne, sondern auch direkt die Preise und damit die Gewinnspanne der Unternehmen. Und ohne Gewinn kein Vermögen welches wachsen kann. Und ohne Wachstum schrumpft eben das System-> auch die Renten....
Insgesamt ist das Thema sehr interessant und diskussionswürdig, doch kann ich das Gejammere Vieler nicht mehr hören. Bisher gingen die verantwortlichen Politiker meines Erachtens noch sehr behutsam mit dem Umbau der Gesellschaft um. Doch das Tempo wird sich erhöhen. Damit müssen wir alle leben. Würden wir so weitermachen wäre in ein paar Jahren Schluß in diesem Land und wir hätten Zustände wie am Ende der "Weimarer Republik". Natürlich gibt es wie so oft Gewinner dabei, doch das Gros der Republik gehört erstmal zu den Verlierern. Aber auch nur, damit wir die Sozialsysteme überhaupt am Leben halten können und die zukünftigen Generationen auch noch in sicheren Gewässern leben können....
Ich bin also keinesfalls ein Befürworter der Abschaffung unseres Sozialsystems, sondern ein Verfechter dafür. Wäre ich gegen das System, wäre es am leichtesten alles einfach so weiter zu machen und Geld ohne Ende von außen (wie bereits jetzt praktiziert) reinzupumpen... Dann würde es ein Erwachen mit Schrecken geben.
Mein Fazit: Die meisten Fehler wurden bereits in der Vergangenheit gemacht. Jetzt heißt es das System "Gesundschrumpfen".

Übrigens: Wo steht geschrieben, das Renten aus den sozialversicherungspflichtigen Bezügen aus geklammert werden ? Nur fair, das wer Leistungen erhält, auch dies mit seinen Einkommen mitfinanziert, oder ?!
Andersrum läuft der Schuh sogar. Wer sagt denn, das ich jemals Rente beziehe obwohl ich jetzt fleißig einzahle ? Ich zahle also in die Zukunft ein ohne diese zu kennen. Rentner nutzen die Pflege- und Krankenversicherung heute schon...

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22 Okt 2005 11:36 #5 von matti
Hallo Luf,

soganz kann ich teile deiner Argumentation nicht Nachvollziehen. In einen deiner Beiträge Schreibst du das du selbst Rentner bist und das seit dem 31 Lebensjahr. Hat sich da etwas Verändert, oder wie sind deine Worte zu Verstehen

Auch ich würde gerne im Alter eine "gute" Rente haben

. Wenn du schon ab dem 31 Lebensjahr Erwerbsminderungsrente beziehst dürftest du gerade einmal eine Rente beziehen die das Existenzminimum abdeckt, deine Argumentation ist als entweder absolut Selbstlos oder du wirst durch andere Sozialleistungen gestützt oder an deiner Geschichte kann etwas nicht Stimmen.

Wo steht geschrieben, das Renten aus den sozialversicherungspflichtigen Bezügen aus geklammert werden ? Nur fair, das wer Leistungen erhält, auch dies mit seinen Einkommen mitfinanziert, oder ?!
Rentner nutzen die Pflege- und Krankenversicherung heute schon...


... und haben dafür in eine Versicherung Eingezahlt und Zahlen weiterhin als Rentner ein. Auch Rentner müssen ihre Krankenkassen und Pflegeversicherungsbeiträge Zahlen. Hast du das nicht Gewusst? Der Sinn einer Versicherung ist es das ich im Bedarfsfall Leistungen aus ihr Beziehe, gerade wenn es sich um eine Pflichtversicherung handelt.

Wenn ich z.B. in eine KFZ-Haftpflichtversicherung einbezahle und muss dann im Schadensfall Feststellen das ich keine oder nur gekürzte Leistungen bekomme nur weil besonders viele einen Unfall hatten und das Geld schon Aufgebraucht ist, würde ich dich gerne einmal Erleben.

Das Bruttosozialprodukt setzt sich im übrigen nicht nur aus dem Produzierenden Gewerbe zusammen, Deutschland ist auf dem Weg ein Dienstleistungsland zu werden.

Wie man zusätzliches Geld für die Rentenkasse erzielen könnte kann ich dir auch Sagen:

Nehmen wir an, Deutschland hätte die ohnehin extrem niedrige Steuerquote des Jahres 2000 beibehalten, die bereits damals die niedrigste in der EU war. Dann hätten wir im Jahr 2001 30 Milliarden und im Jahr 2003 50 Milliarden mehr Steuereinnahmen gehabt, in diesem Jahr 60 Milliarden und 2005 66 Milliarden. Es ist also nicht die angeblich lahmende Konjunktur und auch nicht die angeblich zurückgehenden Gewinne, die den Finanzminister in Schwierigkeiten bringen. Vielmehr ist es die selbstverschuldete, unsinnige und in vielen Fällen auch wirtschaftsfeindliche Steuersenkungspolitik der Bundesregierung - natürlich auch auf massiven Druck der Arbeitgeberverbände und der Opposition.
Das jetzige Steuersystem führt systematisch dazu, dass der Steuerzahler den Export seines eigenen Arbeitsplatzes subventioniert. Die großen Konzerne und Kapitalgesellschaften können legal und dauerhaft einen großen Teil ihrer Auslandsinvestitionen - also vor allem die Schuldzinsen für diese Investitionen - in Deutschland steuerlich geltend machen. Die Erträge aus diesen Auslandsinvestitionen, die nach Deutschland fließen, sind aber fast steuerfrei. Wenn ein Unternehmen 10 Millionen Euro Schuldzinsen bezahlt, spart es dadurch 40 Prozent, also vier Millionen Euro. Wenn es im Gegenzug aus diesen Investitionen 10 Millionen Euro Dividenen zurück bekommt, muss es darauf nur 200.000 Euro Steuern bezahlen. Bei dieser Rechnung verliert der Bund also jährlich 3,8 Millionen Euro Steuern. Auslandsinvestitionen werden gegenüber Inlandsinvestitionen systematisch begünstigt.

Und das Märchen von den "Armen Unternehmen" möchte ich dir am Beispiel einiger der größten Deutschen Unternehmen wiederlegen:

Die Herren sind guter Dinge. "Wir haben die selbstgesteckten Ziele übertroffen", sagt Ulf Schneider, Vorstandsvorsitzender des Dialyse-Konzerns Fresenius Medical Care. Vom besten dritten Quartal in der Unternehmensgeschichte kann BMW-Vorsitzender Helmut Panke berichten. "Absatz, Umsatz und Ergebnis" erreichen beim Autohersteller neue Höchststände. Henning Kagermann, Vorstandssprecher des Software-Unternehmens SAP, spricht von einem "überzeugenden Gesamtergebnis" für seinen Konzern. Nikolaus Schweickart schließlich, Chef des Chemie- und Pharmaherstellers Altana, findet sein Unternehmen in "hervorragender Verfassung". Mag der Enthusiasmus der Chefmanager auch zum Berufsbild gehören, so ist eines doch unbestritten: Deutsche Unternehmen verdienen wieder soviel Geld wie seit langem nicht mehr.


Die Zahlen, die jetzt von den Unternehmen für den Gang der Geschäfte im dritten Quartal dieses Jahres gemeldet werden, kennen fast durchweg nur eine Richtung: Sie gehen nach oben. Dieser Aufwärtstrend bei den Erträgen ist seit Monaten stabil und wird für das Jahr 2004 zu deutlich höheren Gewinnzahlen bei den Unternehmen führen. Geht es nach den Erwartungen der Aktienanalysten, werden allein die im Deutschen Aktienindex Dax versammelten 30 Großunternehmen in diesem Jahr ein Gewinnplus von 57,6 Prozent verbuchen können.


Noch vor wenigen Monaten, im Spätsommer, hatten die Erwartungen der Aktienexperten für das Jahr 2004 einen Gewinnzuwachs von 47 Prozent prognostiziert.


Auch gegenüber dem Vorjahr nimmt das Tempo der Gewinnsteigerung noch zu. Im vergangenen Jahr schafften die Dax-Unternehmen einen Gewinnanstieg von immerhin schon 36,6 Prozent.


Dabei geht der Trend zu deutlich steigenden Gewinnen durch alle Branchen. Pharmaunternehmen und Stahlhersteller, Stromkonzerne und Elektrounternehmen, sie alle erfreuen ihre Aktionäre mit immer besseren Geschäftszahlen. Selbst die trüben Nachrichten aus der Autoindustrie, von Volkswagen und Opel, und die Katastrophenmeldungen vom Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle können den Trend zu immer schwärzeren Zahlen nicht brechen.


Dabei ist in Deutschland der Gewinnswing noch weit größer als bei den europäischen Großunternehmen insgesamt, und er ist erst recht deutlich stärker als in den USA. Dort legen die Erträge der 500 größten Aktiengesellschaften in diesem Jahr nach den Erwartungen der Analysten um knapp 20 Prozent zu, kaum weniger als im vergangenen Jahr. Für 2005 allerdings rechnen die Aktienexperten mit einem deutlich verringerten Gewinnanstieg von nur noch 10,9 Prozent.


Für die Differenzen in der Gewinnentwicklung zwischen den Kontinenten gibt es gute Gründe: "Der deutsche Markt ist ein zyklisches Unternehmen", sagt Roland Ziegler, Anlagestratege bei der BHF-Bank in Frankfurt. Anders als etwa die großen Unternehmen in Großbritannien oder den USA, heißt das, sind die deutschen Multis stark von der Konjunktur und deren Schwankungen abhängig. Statt mit schicken Dienstleistungen, trendiger Software, mit Finanzberatung und Imagepflege beschäftigen sich die deutschen Konzerne mit Produktion und Bearbeitung von Hardware, eine vergleichsweise mühsame Angelegenheit. Das Geschäft mit solchen Produkten ist stärker von der Entwicklung der allgemeinen Nachfrage abhängig als andere, weniger direkt solchen Schwankungen ausgesetzte Geschäftsfelder. Zu den stabileren Tätigkeitsfeldern gehören auch die Pharmaindustrie und weite Teile der Dienstleistungsbranche. Deshalb haben deutsche Konzerne jetzt mehr von der wenn auch nur leichten Konjunkturbelebung.


Matti

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22 Okt 2005 14:12 #6 von luf
Ich sage ja das es durchaus Gewinner gibt... Aber wie ich deine gesamte Argumentation lese hast du die einzelnen Zusammenhänge nicht verstanden. Es geht nicht um Dienstleistungen etc. Es geht darum was die einzelnen Einzahler bereit sind noch auf sich zu nehmen... Es geht auch nicht um die Gewinne der Pharmaindustrie... Die paar Millionen die dort eingespart werden sind "Pillepalle" bei einem Billionentopf. Denkst du etwa im Ernst daran, das es möglich ist in Zukunfz von einem Arbeiter zu verlangen die Bedürfnisse von 3 oder mehr Leistungsempfänger zu decken ? Selbst führende Wirtschaftswissenschaftler behaupten, das dies nur zu finanzieren ist wenn die Balance stimmt.
Willst du etwa behaupten die Töpfe seien voll ? Natürlich ist Geld im Umlauf, doch wenn sich der Staat zu weit herausbeugt und es den Unternehmen wegnimmt, wird es eine noch größere Flucht von Investoren geben. So sind die Gesetze des Marktes eben. Verlangst du also von den Gewinnern größere Beiträge zum Sozialsystem werde diese ganz einfach gehen.... Die Last liegt nunmal auf den Arbeitern und Angestellten. Das wirst du mit Parolen und Zahlenspielen nicht ändern können, leider. Ansonsten frage ich dich ob du wirklich mit offenen Augen durchs Leben gehst ? Wo ist der kleine Bäcker an der Ecke hin ? Geschluckt von einer Kette. Wo ist der Schumacher, der kleine Lebensmittelladen oder kleine Blumenladen hin ? Es gibt immer weniger. Geschluckt von Metro, Rewe, Obi etc. Der kleine Mittelständler, hat es nicht leicht. Wenn er nicht die Chance auf ausreichende Gewinne hat, schließt er seine Pforten oder verkauft sein Geschäft. Das ist leider die Realität, die wir nicht ändern können.
Ich lebe wirklich von einer kleinen Rente, habe aber wenn ich ehrlich bin schon ein Mehrfaches von dem was ich eingezahlt habe aus den Sozialkassen erhalten. Das ist das eigendlich gute soziale System. Aber es kann, da wiederhole ich mich gerne, nur exsitieren und funktionieren, wenn es genügend Einzahler gibt. Unruhe kommt dann auf, wenn die jetzigen Einzahler genau wissen, das wenn sie einmal an der Reihe sind sich darauf nicht mehr verlassen können. Das über 90 Prozent dieser ganzen Ausgaben von nur etwas mehr als einem Drittel der Bevölkerung finanziert werden muß ist das eigendliche Problem. Nicht, das Aventis, Roche, etc. Geld verdienen (das ist ihr gutes Recht finde ich). Meiner Meinung nach ist Maßhalten angesagt. Nicht nur immer neue Forderungen stellen.
Natürlich ist es ein Skandal wenn Firmen die ihre Produktionsstätten ins Ausland verlagern, dafür subventioniert werden, aber das ist nicht der eigendliche Grund. Mit so etwas wird, wie man an deiner Argumentation ja auch sieht, erfolgreich Hetzpolitik gemacht. Wenn du einen bessseren Rollstuhl für weniger Geld bekommen kannst, welchen wählst du ? So sind eben mal die Menschen. Da hört das Gemeinschaftsdenken eben auf....

Um es nochmal konkret zu sagen: Immer weniger Einzahler müssen immer mehr Leistungsempfänger bedienen. Und genau dies ist das eigendliche Problem. Daran werden die Zahlen die du nennst nichts ändern, denn alleine darauf ist das System aufgebaut. Es gibt also nur 3 Möglichkeiten:
1. Beibehaltung der Sozialsysteme mit ihren Leistunge bei steigenden Beiträgen der Einzahler.
2. "Gesundschrumpfung der Sozialsysteme mit differenzierten Leistungseinschnitten um weiter steigende Beiträge für die Einzahler zu vermeiden.
3. Umbau des Systems. Jeder muß sehen wie er klar kommt, sprich jeder muß sich selbst absichern. Viele werden auf der Strecke bleiben.

Abschließend möchte ich noch eine Behauptung in den Raum stellen: Selbst wenn es eine deutliche konjunkturelle Belebung geben sollte, wird uns die Massenarbeitslosigkeit noch über viele Jahre erhalten bleiben. Der Staat wird immer mehr in den Hintergrund treten. In seine eigendliche Aufgabe, Gelder (meist Steuern) zu verteilen zurück gedrängt werden. Diese Gelder gilt es sinnvoll zu verteilen. In Bildung, Förderung der Infrastruktur und eben in die Sozilasysteme. Unternehmern ist es Wurst wie er das tut, solange der Boden für gewinnbringende Geschäfte bereitet wird. Und eben nur daraus läßt sich oben genanntes finanzieren. Du kannst viel von Unternehmergewinnen etc schreiben. Dies ist und war schon immer das Keynessche Gesetz. Alles andere ist Träumerei, leider.
Und wenn du dir die Geschichte unserer jungen Republik vor Augen führst wirst du mir zustimmen: Soziale Errungenschaften wurden immer dann, und nur dann, eingeführt, wenn es den Unternehmen und der gesamten Wirtschaft sehr, sehr gut ging. Leider, ich habe es in meinem letzten Beitrag bereits erwähnt, sind die Multis mittlerweile global orientiert. Da wird es immer eine Ecke im Universum geben wo noch mehr Profit zu holen ist.... Die Zeiten der Eingegrenztheit sind vorbei. Daran haben vor allem dein Bäcker, Metzger, Schumacher, etc um die Ecke zu knabbern.
Selbst eigendlich große Konzerne merken dies und werden von noch Größeren in die Ecke getrieben (siehe Karstadt, Grundig, ...).
Der Versuch dies in einer sozialeren Gesellschaft zu umgehen ist mit Pauken und Trompeten gescheitert. Der Mensch ist dazu nicht fähig. Dies ist Schade, aber wir müssen uns damit abfinden und mit den Gegebenheiten leben.... Zahlenspiele wie du sie aufführst sind leider für unser System nur sekundär von Bedeutung. Es bleibt dabei: Der gemeine Mensch zahlt in ein System ein. Nur daraus läßt sich das Sozialsystem finanzieren. Andere Geldquellen wären wunderbar, bleiben allerdings Uthopie. Und um unser Land am Leben zu halten ist ein vernünftiger Umgang mit der Realität unbedingt von Nöten. Du wirst sehen, selbst die Politiker werden sich immer mehr dazu (der Realität) durchringen (müssen).
Es geht mir nicht darum selbstlos zu sein, sondern um die Zukunft. Auch meine und deine Zukunft. Ich möchte verhindern irgendwann wirklich als Sozialschmarotzer beschimpft zu werden. Da hilft es mir sehr, nicht nur nachrichten zu sehen oder Bücher zu lesen, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Es werden nun mal Schwimmbäder geschlossen und die Post ist auch nur mit dem Bus zu erreichen.... Die Kassen sind leer, ansonsten würden die Kommunalpolitiker dies nicht tun. Immerhin sind es sehr unpopuläre Entscheidungen und die nächsten Wahlen damit zu gewinnen ist auch extrem schwer. Siehe die letzte Bundestagswahl...

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23 Okt 2005 13:48 #7 von eckhard11
“Scheisse,” sprach der Grossherzog,
als das Heer vorüberzog,
und die Herzogin sprach leise
dreimal: ”Scheisse, Scheisse, Scheisse.”
Uns sie hatten beide recht,
denn das Heer war wirklich schlecht.....


Will damit sagen :

Ich kann euch beide verstehen, denn beiderlei Argumente sind, jedes für sich gesehen, sicherlich richtig.
Andererseits ist nicht von der Hand zu weisen, dass dieses Problem ja nicht erst seit einigen Jahren bekannt ist.

Selbst ein Mensch, welcher 45 Jahre gearbeitet und seinen Rentenbeitrag geleistet hat, bekam schon vor 40 Jahren nur etwa die Hälfte des Geldes, welches er monatlich verdient hatte, als Rente ausgezahlt.

Es ist ergo seit -zig Jahren bekannt, dass die Rentenhöhe für einen gesicherten und angenehmen Lebensabend nicht ausreichen wird.
Und ebenso konnte jeder für einige Deutschmark zusätzlich mittels einer Rentenversicherung oder Lebensversicherung privat vorsorgen.
Damit hätte jeder sein Einkommen im Rentenalter sichern können.

Und dass eine soziale Absicherung, wie diese nach dem Krieg in Westdeutschland eingeführt wurde, nicht immer so würde weitergehen, war ebenfalls schon vor vierzig Jahren bekannt.
Dass die Alterspyramide auf den Kopf gestellt werden würde, habe ich schon als junger Mann gelesen. Immer wieder wurde von Wissenschaftlern auf diese Entwicklung hingewiesen.

Haben diese Mahnungen etwas bewirkt ? Nein !!

Gegenteiligerweise wurde so getan, als würde das sogenannte “Wirtschaftswunder” immer so weitergehen.
Eine - völlig übertriebene - soziale Absicherung in Gesundheit und Rente, welche das Volk ganz einfach von den Regierenden verlangte, wurde geschaffen. Natürlich auch mit dem Hintergrund der Wahlergebnisse.
Ausserdem wollten wir der Welt zeigen, wie gut es uns - trotz des verlorenen Krieges - wieder ging, so nach dem Motto: “Wir sind wieder wer !!”
( “Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen” hatten wir ja schon hinter uns.... )

Und gar nicht geringe Schuld an diesem Niedergang, der uns momentan trifft, hat der Verein, welcher heute am allermeisten jault, nämlich die Gewerkschaften.
Wenn es nach denen gegangen wäre, würden wir hier in Deutschland nur noch 30 Stunden wöchentlich arbeiten, aber den sozialen Status zusätzlich noch ausbauen.
Natürlich wurde in keinem Fall darüber nachgedacht, ob dies denn überhaupt durchführbar sei.
Die Arbeitgeber und die Regierungen wurden - über Jahrzehnte hinweg - zu solchen Massnahmen ganz einfach gezwungen.
Jetzt bekommen die Gewerkschaften ihr Fett weg, und das ist gut so !!!!!

Dass es mit dem übertriebenen sozialen Netz und dessen riesige Kosten nicht mehr so weiter ging, dürfte jedem, spätestens nach Beginn des Computerzeitalters, klargewesen sein.

Aber angefasst hat es erst Gerhard Schröder, und dies ist ihm jetzt auf´s Butterbrot geschmiert worden.
Der Mann hat gewusst, was auf ihn zukommt, und hat trotzdem seine Beschlüsse ( Agenda 2010 und Hartz IV ) durchgezogen
Deswegen - und wegen seiner Aussage zum Irakkrieg - halte ich Schröder für einen der besten Kanzler, den wir hatten.
Alle ( !!! ) vorherigen Regierungen waren zu feige, diese - für die Zukunft Deutschlands ungeheuer wichtige - Sache einmal klar darzustellen und etwas dagegen zu unternehmen.
Die wollten doch alle nur ihre Pfründe behalten, diese Versager.

Und dass wir alle, auch die jetzigen Rentner, unseren Obulus dazutun müssen, um aus der Misere herauszukommen, ist doch wohl nicht von der Hand zu weisen, oder ??

Was glaubt ihr denn, was passieren wird, wenn die geburtenstarken Jahrgänge, und hier vor allem der viel zu hohe Anteil der Beamtenschaft, in Rente bzw. Pension gehen wird ?
So zwischen 2010 und 2015.
Die Belastungen werden so eminent hoch, dass unser schönes Land ohne weiteres daran pleite gehen kann.
Hier werden die Zahlungen jährlich im hohen, dreistelligen Milliardenbereich liegen.
Auch dies ist seit Jahrzehnten bekannt.
Hat schon einmal jemand darüber gelesen, wie dieses Problem gelöst werden soll ???

Es wird noch viel, viel schlimmer werden als momentan.
“Uns jeht´s doch noch Jold... “


Ich leg mich jetzt - erschöpft von diesen unfundierten Aussagen - wieder hin :sleep:
Eckhard
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23 Okt 2005 15:00 #8 von luf
Danke eckhard !!!

Ich wollte mit meinen Anmerkungen ja auch keine Halbierung der Renten fordern oder dergleichen, sondern nur auf eben die von dir sehr gut beschriebene Situation hinweisen. Es bringt jetzt nichts nach Gründen und Schuldigen zu suchen. Die Situation ist eben nun mal so wie sie ist...

Mein Appell an Alle sollte eigendlich nur heißen: Maßhalten !

Und Nullrunden sind im Grunde sogar noch zu begrüßen, da realistisch gesehen Kürzungen, auch der Renten, in naher Zukunft zu befürchten und leider unumgänglich sind. Matti und alle anderen Rentner sollten sich schon jetzt darauf einstellen damit hinterher das Gejammer nicht noch größer wird....

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23 Okt 2005 20:14 #9 von eckhard11

Es bringt jetzt nichts, nach Gründen und Schuldigen zu suchen. Die Situation ist eben nun mal so, wie sie ist...


Hallo luf,

ganz so einfach können und wollen wir es uns denn doch nicht machen :

Es ist unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit, hier nach Gründen ( und nach Schuldigen ) zu suchen.
Hätten wir dies getan, als die Zeit dafür reif war, wären wir gar nicht in diese unsägliche Situation gekommen.

Heute noch werden Kanzler hochgehalten, welche nicht in der Lage waren, mittelfristig zu denken ( z.B. Adenauer mit seinem Renten - Generationenvertrag, als er auf die grossen Gefahren eines solchen Vertrages hingewiesen wurde :"Kinder werden immer jenug jeboren", eine absolute Fehleinschätzung des "grossen Alten", oder Kohl mit seiner Aussage von "blühenden Ländern in Ostdeutschland", eine noch schlimmere Fehleinschätzung ),
oder Kanzler - leider - niedergemacht, welche heruntergeputzt wurden, weil sie ihre warnenden Stimme erhoben ( z.B. Erhard mit seinem Appell: "Masshalten, Freunde, Masshalten"! )

Schon allein aus unserer Verantwortung unseren Kindern und Enkeln gegenüber müssen wir die Gründe finden und ausmerzen, sonst verschuldet sich unser Land in den nächsten Jahren so dermassen,
dass kommende Generationen keinerlei Chancen mehr haben werden, im internationalen Wirtschaftsverband eine Rolle zu spielen.

Und es wird Zeit, dass alle Arbeitnehmer einsehen, dass 38 Stunden Arbeit in der Woche ganz einfach zu wenig sind.
Und alle Arbeitgeber müssen einsehen, dass die Gier, welche zu immer höheren Dividenden und daher auch zu immer höheren Lohnkosten bzw. Lohnnebenkosten führt, tödlich für unsere Wirtschaft ist.

Übrigens kann mir niemand erzählen, die Lohnkosten wären in Deutschland zu hoch.
Eine einfache Berechnung zeigt dies doch sofort auf.
Einer meiner Mitarbeiter verdient 15,00 Euronen in der Stunde.
Bei 172 Stunden sind dies 2.580,00 Euronen monatlich.
Ich zahle für diesen Mitarbeiter immer ca. 1.000,00 Euronen monatlich Arbeitgeberanteil.
Ergo kostet mich der Mitarbeiter ca. 3.580,00 EUR ./. 172 Stunden = knapp 21,00 Euronen in der Stunde.
Rechne ich noch Urlaubs - und Weihnachtsgeld hinzu, komme ich auf 22,75 Euronen/Stunde
Nun ist dieser Mitarbeiter schwerbehindert. Dadurch sind die Arbeitgeberanteile etwas gemindert.
Aber auch bei einem "normalen" Mitarbeiter würden die Lohnkosten pro Stunder ganz sicher keine 25,00 Euronen betragen.

Das ganze Geseigere der Wirtschaft über zu hohe Lohnkosten / Lohnnebenkosten ist doch nur ein Vorwand, um - möglichst auch noch mittels Subventionen - Arbeitsplätze abzubauen und ins billigere Ausland zu transferieren, um aus lauter Gier noch höhere Gewinne zu machen und noch höhere Dividende auszahlen zu können....

Was ist hier also zu teuer ??

Die Gewinne. Die Gier nach noch höheren Gewinnen !! Für einen kleinen Kreis von Auserwählten.....

Hier muss die Regierung - sofort und unmissverständlich und äusserst brutal - einen Riegel vorschieben.

Dann - und nur dann - werden wir uns - eventuell - in den nächsten 15 Jahren von den bisher begangenen Sünden der überteuerten Sozialpolitik und der teilweise idiotischen Subventionspolitik erholen können.

Man muss sich das mal reinziehen :
Ein einziger Arbeitsplatz im Bergbau wird jährlich mit 120.000,00 Euronen subventioniert.
Da kann man sich doch nur an den Kopf fassen !!

Nein, nein, luf,
ich finde es äusserst wichtig, nach den Gründen zu suchen !


Und nur eine "Nullrunde" für alle, für Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Beamte, Politiker und Rentner, ( und diese Nullrunde über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren ), kann unser Land und unsere Wirtschaft noch retten.

Sagt, ich hätte es heute, am Sonntag, den 22.September 2005, gesagt.....
Und erinnert euch in fünfzehn Jahren an diesen meinen Beitrag.


Ich leg mich jetzt - unter meiner Bettdecke nach der Nullrunde suchend - wieder hin :sleep:
Eckhard
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23 Okt 2005 20:50 #10 von luf
eckhard es ist Oktober *gg*

Aber du hast ja Recht.... Es ist aber immer noch in diesem Land wohl so, das ehemalige Regenten unantastbar sind (Adenauer, Kohl, auch Brandt und Schmidt). Obwohl ich den guten Schmidt ein wenig herausnehmen muß. Er hat es als erster wenigstens versucht. Aber jede Zeit hatte ihren Kanzler... Und die "Errungenschaften" eines Jeden werden immer wieder gerne hervorgeholt. Leider bleiben die von dir erwähnten "Dummheiten in der Öffentlichkeit oft unerwähnt.
Angefangen hat meines Erachtens der ganze Schlamassel mit dem Ende des dritten Reiches. Jetzt bitte nicht missverstehen. Eigendlich sollte Deutschland ein Bauernstaat werden (zumindest nach dem Willen der Siegermächte). Dummerweise erhob sich aus dem Nachkriegschaos die UdSSR stärker empor als den Amerikanern und Briten Recht war. Dies führte dazu das Westdeutschland mit der Unterstützung jener eine Vorzeigedemokratie werden sollte (und anfangs auch wurde) um als Bollwerk gegen den bösen Russen zu stehen. Vorzüglich gesponsort konnte das Wirtschaftswunder beginnen. Immer unter Prämisse "Nie wieder Faschismus und nie wieder zu viel Macht in die Hände eines Einzigen zu legen. Der Bundesrat wurde als Institution der Kontrolle eingeführt. Sicher in jener Zeit eine sehr fortschrittliche Angelegenheit. Heute sehe ich allerdings diese Institution als absolutes Hindernis an. Dringend nötige Reformen werden dort abgeschmettert oder weichgekocht. Vorwerfen kann man den Politiker vor allem, das sie es bis jetzt nicht geschafft haben Strukturen zu schaffen, die es ermöglichen diesen Reformstau durch eine Verfassungsänderung zu beseitigen. Zu viele Landesfürsten denken eben nur an ihre eigenen Interessen ohne das Ganze zu sehen. Da spielt es keine Rolle welcher Coleur sie angehören.
Volksentscheide finden bei uns ebenfalls nicht statt. Man traute nach dem Naziregime dem "gemeinen" Volk nicht mehr über dem Weg. Daher wohl diese grobe Missachtung des Volkes Willen.
Alles wurde mit sehr viel Bürokratie doppelt und dreifach abgesichert, nur um sicher zu stellen, das ja kein Diktator mehr an die Macht kommt. Heute ist das das eigendliche Problem. Änderungen finden nur langsam oder gar nicht statt. Die Folge, es wird heftigst über Dosenpfand gestritten, als sich ersthaft über Reformen in Renten- und Gesundheitsfragen zu einigen. Die ganze Welt schüttelt darüber verständlicherweise den Kopf... Und selbst in solchen Fragen werden Kommissionen gebildet in denen hochbezahlte Staatsminister ihre Zeit mit dem bearbeiten von Papier verbringen.
Unser Form der Demokratie hat sich überlebt. Wie jedes Haus bedarf es nach Jahren einer gründliche Renovierung.
Versteht mich nicht falsch, ich möchte keinen Diktator an der Macht, aber Strukturen die es der Regierung dieses Landes ermöglicht ihre Ideen auch umzusetzen. Vieles davon macht Angst. Doch ich habe mehr Angst davor wenn alles so bleibt wie bisher. Dann können wir sowieso bald einpacken...

PS: Eine Frage an dich eckhard: Ist dir aufgefallen das in unseren tollen Europa alles harmonisiert wird (Währung, bald: Telefonzellen, Nummernschilder, Größe von Kondomen, etc...) nur die Steuersätze nicht ? Warum werden, entschuldige den Ausdruck, "Nassauerstaaten" wie Lichtenstein und Luxemburg nicht zur Räson gerufen ?

Gruß luf

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