Frage Erwerbsunfähigkeit - Eure Erfahrungen
- Elkide
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hatte mehrere Klientinnen, die aufgrund ihrer Erkrankung EU Rente bezogen und trotzdem in der Werkstatt beschäftigt waren. In der Regel war der Hinzuverdienst 450,00 €.
Es gibt auch die Möglichkeit in der Werkstatt zu arbeiten, wenn du Leistungen vom Jobcenter oder vom Landkreis beziehst. Hier wurde der Verdienst angerechnet bis auf 120,00 €, die der Klient zusätzlich behalten durfte.
Für viele der Klienten ist ja nicht der Verdienst ausschlaggebend sondern eine Tagesstruktur zu haben und das Gefühl, gebraucht zu werden oder nützlich zu sein.
Das hört sich jetzt blöd an, ist aber ein ganz wichtiger Aspekt. Bei uns in der Gegend haben wir vier Harz-Weser-Werkstätten, wobei zwei der Werkstätten spezialisiert sind auf psychisch kranke Menschen. In den Werkstätten gibt es - neben der Arbeit immer die Möglichkeit Psychotherapie zu machen und ein Psychologe ist auch den ganzen Tag ansprechbar. Meinen Klientinnen hilft die Arbeit in der Werkstatt sehr - nicht nur finanziell!
Liebe Grüße
Elke
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- annehanne
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hallo Sebald,
ja, so kenne ich das eben auch mit der Tätigkeit in der Werkstatt. Und da es eben hier um den Zuverdienst geht, ist eine Rentenzahlung, wenn wer schon Rente bekommt nicht mehr möglich.
@Ano -
ausgesprochen doof, die Situation.
Ich gehe mal davon aus, das Dein Mann durchaus auch in anderer Position hätte weiterarbeiten wollen.
Nicht mehr wollen, oder nicht mehr können....da scheiden sich schon die Geister. Mir sind durch die Arbeit ein paar Fälle bekannt, wo trotz Zugeständnissen auf allen Seiten eine Weiterbeschäftigung im alten Job nicht mehr möglich war - wenn dann auch die Alternative vom Betroffenen kategorisch abgelehnt wird - was hat denn der Arbeitgeber dann für eine Wahl?
Ich spreche hier von einem mir bekannten Fall:
- Lagerarbeit nicht mehr möglich aufgrund MS (immer unsicherer beim gehen, konnte nicht mehr so viel heben etc. - alles nachvollziehbar
- Angebot als Disponent in gleicher Firma weiterzuarbeiten, überwiegend Schreibtischarbeit
- Ablehnung durch den Betroffenen
Der hat sich wegen der Rentenzahlung jahrelang auf dem Klageweg begeben müssen, weil ja immer wieder betont wurde, das es ja eine Möglichkeit der Beschäftigung gab. Ich mag einfach nicht beurteilen, ob dies realistisch war, denke aber, zumindest versuchen hätte es der Betroffene können.
Rente wegen voller EU gab es dann etliche Jahre später, als es erneut eine ziemliche Verschlechterung gab.
Liebe Grüße
Hanne
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- Ano
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@Ano -
ausgesprochen doof, die Situation.
Ich gehe mal davon aus, das Dein Mann durchaus auch in anderer Position hätte weiterarbeiten wollen.
Moin Hanne!
Was würdest Du denn machen, wenn Du innerhalb von ca. 6 Monaten fast erblindest?
Auch Schreibtischarbeiten waren unmöglich. Das war wie ein Vorschlaghammer - damit muss man erst einmal auch psychisch klar kommen.
Theorie und Praxis ....
Aber genug gejammert - ich wollte hier nur berichten, dass es nicht immer rund läuft.
LG, Ano
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- Elkide
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es tut mir sehr leid, was ihr durchmachen musstet. Das Leben ist oft ungerecht und hart.
Mich würde interessieren, was dein Mann für eine Augenkrankheit hat, die einen in kürzester Zeit erblinden lässt. Wie habt ihr es geschafft damit umzugehen? Das reißt einem doch erstmal den Boden unter den Füßen weg! Gibt es dafür inzwischen schon Behandlungsmöglichkeiten ?
Entschuldige bitte,, falls diese Fragen jetzt zu persönlich sind. Kann durchaus verstehen, wenn du nicht darauf antworten magst..
Liebe Grüße
Elke
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- Ano
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matti schrieb: Hallo,
einige von uns sind bereits Rentner, bei anderen steht dieser Schritt noch an.
Bestimmt ein Thema über welches sich einmal eine Diskussion lohnen würde.
- Wie war das mit der Beantragung?
- Sind Schwierigketen aufgetreten?
- Wie geht man in jüngeren Jahren damit um Rentner zu sein?
- Kommt ihr finanziell über die Runden?
Ich könnte dazu eine ganze Menge schreiben.
Gruß
Matti
Moin Matti!
Ich habe jetzt ein Weilchen abgewartet.
Würde mich schon interessieren, wie es bei Dir gelaufen ist.
Du hast ja gesagt, Du könntest dazu eine ganze Menge schreiben ...
LG, Ano
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ich hatte auch ein Weilchen auf Antwort gewartet. Hat nur fast 10 Jahre gedauert
Ich war vor meiner Berentung längere Zeit, mit kurzen Unterbrechungen weniger Monate, krankgeschrieben. Dann waren die 18 Monate Krankengeld erreicht und ich wurde ausgesteuert. Ab diesem Zeitpunkt erhält man Arbeitslosengeld, obwohl ich mich nach wie vor in ungekündigter Anstellung befand.
In einer Reha, damals nach der Blasenschrittmacher OP, sahen die Ärzte keine Möglichkeiten mehr für mich den Belastungen des ersten Arbeitsmarktes gerecht werden zu können (hatte aber nicht direkt etwas mit der OP, sondern mit der Grunderkrankung zu tun).
Es hat dann noch einmal gut 7 Monate gedauert, bis ich eine auf zwei Jahre befristete Rente erhielt. Diese wurde dann nach zwei Jahren unbefristet.
Heute denke ich häufig, dass es damals ein Fehler war und ich hätte umschulen sollen. Auf der anderen Seite bin ich mir aber ziemlich sicher, dass ich dies nicht hätte durchziehen können. Heute habe ich mich mit meiner Situation arrangiert, auch wenn es finanziell nicht gerade toll aussieht.
Ich habe noch einige Jahre einige Stunden im Rahmen der Zuverdienstgrenzen gearbeitet.
Bin gerne bereit noch weiter in die Diskussion einzusteigen, wenn sich noch ein paar Andere an der Diskussion beteiligen.
Gruß
Matti
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- Ano
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- HJayS78
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matti schrieb:
Bei in Werkstätten für behinderte Menschen Beschäftigten wird das Krankengeld nach dem tatsächlich nach Maßgabe des § 138 Abs. 2 SGB IX erzielten Arbeitsentgelts berechnet. Keinen Anspruch auf Krankengeld haben jedoch die in der Werkstatt beschäftigten behinderten Menschen, welche eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wegen Erwerbsunfähigkeit bzw. voller Erwerbsminderung erhalten (§ 50 Abs. 1 Nr. 1 SGB V).
Hallo Matti,
der Fall trifft auf mich zu - EU-Rentner mit Arbeit in WfbM und aufstockend Sozialhilfe (Grundsicherung bei Erwerbsminderung SGB XII). Krankenkasse lehnt Krankengeld wegen EU-Rente ab. Rentenversicherung teilt mit, auch von denen gibt es keine Entgeltersatzleistungen. Das Sozialamt wird ja wohl den Lohnausgleich nicht erbringen, oder. Im Ergebnis fehlt mir dann das Geld einfach?
Vielen Dank. MfG
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es ist in der Tat sicher extrem schwierig von einem Existenzminimum leben zu müssen. Mehr ist die Grundsicherung ja nicht. Evtl. steht dir in deiner Situation nun noch Wohngeld zu. Hier solltest du bei deinem Bezirsamt bzw. der Stadt vorstellig werden.
Verständlicherweise ist bei Einkünften am Existenzminimum kein "Spielraum" mehr nach unten. Grundsätzlich ist es allerdings auch so, dass bei einem Arbeitsverhältnis im ersten Arbeitsmarkt Krankengeld auch nur in reduzierter Höhe von der Krankenkasse ausbezahlt wird. Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer mit 70 % seines Einkommens zurechtkommen muss. Der vorherige Lebensstandart kann somit nicht gehalten werden.
Ich liege mit meinen Einkünften etwas über dem Satz der Grundsicherung. Somit habe ich beispielsweise ausschließlich Anspruch auf Wohngeld. Ich weiß, wie schwer es ist, wenn man jeden Euro zweimal umdrehen muss.
Gruß
Matti
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- Ria
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ich möchte mich auch gern hier an dieser Diskussion beteiligen - hätte da auch einiges beizusteuern!
Leider kann ich erst am Wochenende oder morgen ausführlicher schreiben, hoffentlich ist es in Ordnung und das Thema dann noch nicht ausdiskutiert, sodass es wieder geschlossen wird...
Liebe Grüße und schönen Donnerstag!
Ria
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