Frage Benutzung Euroschlüssel
- Sebald
-
Weniger Mehr
- Beiträge: 500
- Dank erhalten: 113
6 Jahre 4 Monate her - 6 Jahre 4 Monate her #39542 von Sebald
Sebald antwortete auf Benutzung Euroschlüssel
Hallo zusammen!
Mattis ausgewogener und eindringlicher Antwort sollte man eigentlich nichts mehr hin zufügen.
Aber ich tu's trotzdem mal.
Denn ich glaube in Deutschland ist der moralische Entrüstungsdrang sowieso sehr hoch. Das kann auf der einen Seite gut, auf der anderen schlecht sein.
Immerhin ist keinem hier (mir auch nicht) der Super-GAU passiert: Dass ein Rollstuhlfahrer für andere sichtbar hat warten müssen, weil man als Fußgänger 'sein' WC nutzt. Aus der Nummer kommt man nur schwer wieder raus, kann ich mir vorstellen.
Dazu aber vielleicht doch passend: Kürzlich war im Freitagsmagazin der Süddeutschen Zeitung auch die Frage nach der Benutzung von Behinderten-Toiletten als Nichtbehinderter.
Zur Situation: Es gibt da eine Rubrik, wo man Fragen des Alltags bzw. der Alltags-Ethik stellen kann und sie – am besten gleich mit Verhaltensmaxime – auch beantwortet bekommt.
Ein Leser hatte auf dem Flughafen nun eine Behinderten-Toilette benutzt. Mit durchaus schlechtem Gewissen. Die Redakteurin hat ihm verziehen, weil es ja nur zur Not vorgekommen wäre und er sie sauber verlassen habe.
Denn: Das Behinderten-WC sei ja vor allem viel sauberer. Und behinderte Menschen hätten oft ein schlechtes Immunsystem und seien daher auf hygienisch einwandfreie Toiletten dringend angewiesen.
Nun ja. Vom Putzteam offenbar vergessene Behinderten-WCs habe schon ein paar mal gesehen...; und auch solche, wo die Putzmittel lagerten.
Aber das Ganze ist noch nicht zu Ende: Die Redakteurin gab zu, dieses WC selbst schon mal genutzt zu haben. Dabei sei ihr aufgefallen, dass dieses ja gar keinen Spiegel hätte. Und das sei schlimm: Denn auch behinderte Menschen würden doch Wert auf ein schickes Äußeres legen.
Das fand ich nun wirklich bemerkenswert. Erstens ist mir noch kein Behinderten-WC untergekommen, wo der Spiegel fehlte. Und zweitens, fand ich es höchst seltsam, dass man die Nutzung nachträglich dadurch rechtfertigt, dass man die 'Planer' der Gedankenlosigkeit überführt und da einen wichtigen Vorschlag hätte...
Sorry für den etwas langen Text.
Trotzdem beste Grüße,
Sebald
Mattis ausgewogener und eindringlicher Antwort sollte man eigentlich nichts mehr hin zufügen.
Aber ich tu's trotzdem mal.
Denn ich glaube in Deutschland ist der moralische Entrüstungsdrang sowieso sehr hoch. Das kann auf der einen Seite gut, auf der anderen schlecht sein.
Immerhin ist keinem hier (mir auch nicht) der Super-GAU passiert: Dass ein Rollstuhlfahrer für andere sichtbar hat warten müssen, weil man als Fußgänger 'sein' WC nutzt. Aus der Nummer kommt man nur schwer wieder raus, kann ich mir vorstellen.
Dazu aber vielleicht doch passend: Kürzlich war im Freitagsmagazin der Süddeutschen Zeitung auch die Frage nach der Benutzung von Behinderten-Toiletten als Nichtbehinderter.
Zur Situation: Es gibt da eine Rubrik, wo man Fragen des Alltags bzw. der Alltags-Ethik stellen kann und sie – am besten gleich mit Verhaltensmaxime – auch beantwortet bekommt.
Ein Leser hatte auf dem Flughafen nun eine Behinderten-Toilette benutzt. Mit durchaus schlechtem Gewissen. Die Redakteurin hat ihm verziehen, weil es ja nur zur Not vorgekommen wäre und er sie sauber verlassen habe.
Denn: Das Behinderten-WC sei ja vor allem viel sauberer. Und behinderte Menschen hätten oft ein schlechtes Immunsystem und seien daher auf hygienisch einwandfreie Toiletten dringend angewiesen.
Nun ja. Vom Putzteam offenbar vergessene Behinderten-WCs habe schon ein paar mal gesehen...; und auch solche, wo die Putzmittel lagerten.
Aber das Ganze ist noch nicht zu Ende: Die Redakteurin gab zu, dieses WC selbst schon mal genutzt zu haben. Dabei sei ihr aufgefallen, dass dieses ja gar keinen Spiegel hätte. Und das sei schlimm: Denn auch behinderte Menschen würden doch Wert auf ein schickes Äußeres legen.
Das fand ich nun wirklich bemerkenswert. Erstens ist mir noch kein Behinderten-WC untergekommen, wo der Spiegel fehlte. Und zweitens, fand ich es höchst seltsam, dass man die Nutzung nachträglich dadurch rechtfertigt, dass man die 'Planer' der Gedankenlosigkeit überführt und da einen wichtigen Vorschlag hätte...
Sorry für den etwas langen Text.
Trotzdem beste Grüße,
Sebald
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Moderatoren: MichaelDah
Ladezeit der Seite: 0.415 Sekunden