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31 Mai 2024 23:25 #11 von Dasch
Liebe Kasia,

dann melde ich mich als Frau doch noch. Ich habe deinen Beitrag und die Kommentare mitgelesen, mithaben nicht gemeldet, da ich "nur" eine Harninkontinenz habe.
Deine Gedanken von Scham und Frustration kann ich sehr gut nachvollziehen, obwohl es bei mir nur die Harninkontienz ist.
Für mich war es ein sehr schlimmes Erlebnis, als sich das erste mal in der Öffentlichkeit mein Blase komplett entleert hat. Ich hatte nur eine dünne Einlage getragen. Diese konnte die Urinmenge nicht aufhalten, der ganz Urin lief an den Innenschenkeln bis in die Schuhe. Da lies sich dann ich nichts mehr "verstecken" und ich musste mit der nassen Hose noch komplett nach Hause laufen. Ich wollte erstmal nicht nach draußen, habe nur das nötigste gemacht und alle möglichen Inkontinenzhilfsmittel ausprobiert, bis ich etwas gefunden habe, das (meistens) dicht hält. Der "Unfall" belastet mich immer noch, ich trage im Moment Windeln, trotzdem habe ich wenn ich Urin verliere oft das Gefühl, das der Urin an meinen Beinen entlang läuft.
Eine Stuhlinkontinenz ist natürlich nochmal belastender und schwieriger, trotzdem solltest du dich nicht verkriechen.
Die langen Wartezeiten bis man einen Termin bei den Fachärzten bekommt kenne ich leider sehr gut. Und selbst nach dem Termin ist nicht sicher, ob du sofort eine Lösung hast, oder es noch weitere Diagnostik benötigt.
Versuche trotzdem rauszugehen, und dich evtl. mit Inkontinenzhilfsmittel zu schützen. Wenn du etwas passendes gefunden hast, dann bleibt zumindest die Hose sauber und es fällt nicht sofort auf.

Ich habe die Schwierigkeiten seit letzten November, dachte am Anfang, dass es bestimmt schnell wieder weg geht und ich einfach auf den Termin bei den Ärzten warten muss. Inzwischen sind es über 6 Monate, ich hatte zwar schon zwei Termine in Kliniken, es gibt auch schon Diagnosen, warte aber immer noch auf weitere Diagnostik. Zieht sich alles ewig hin.
Bei mir wurden Senkungen der Gebärmutter und Blase und eine Rectozele festgestellt, Belastungs- und Dranginkontinenz. Ich mache im Moment Beckenbodentraining und habe ein Würfelpessar (erst in Gr. 2, jetzt in Gr. 3 bekommen). Der kleiner Würfel ist mir auch schon rausgerutscht, ich hoffe, dass der größere etwas bringt (den habe ich erst seit 2 Tagen). Mitte Juli habe ich noch einen Termin zur Urodynamik.
Gibt es etwas, dass du unterwegs anders machst als zuhause, da du zwar zuhause Schwierigkeiten mit der Harninkontinenz hast, aber unterwegs nicht? Ich habe auch unterwegs die Schwierigkeiten, falls du also einen Tipp hast würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße Daniela

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01 Jun 2024 08:28 #12 von Kasia
Liebe Dasch,

Vielen lieben Dank für Dank für deinen Beitag❣️

Im Herbst war ich an Grippe erkrankt und lag im Bett. Obwohl ich keinen wirklichen Harndrang verspürt habe, wollte ich zur Toilette. Ich habe die 15 Meter nicht geschafft! Es kam schwallartig und lief an meinen Beinen herunter. Ich war danach fix und fertig. Es ist dann danach nochmal passiert und dann war es so wie immer . . . tropfenweise auslaufen und nicht mehr schwallartig. Da ich diese Problematik schon etliche Jahre habe, bislang (und zum Glück) nur im geschützten Raum, kann ich gut damit umgehen. Es ist beides unangenehm und macht mit einem was, ganz egal ob nur Harn- oder / und Stuhlinkontinenz. Verkriechen tue ich momentan nicht, aber ich kreise eher um mein Zuhause herum um schnell handeln zu können, falls was im Anmarsch ist. Bloß zur Arbeit mag ich momentan nicht gehen, da geht meine Fantasie mit mir durch. Soll ich komplett Wechselwäsche mitnehmen? Selbst Windeln kann ich mir kaum vorstellen? Wo entsorgen? Waschen?!

Liebe Dasch, dieser Unfall im letzten November, hat er dich überrascht oder hat er sich schon irgendwie mal angekündigt, das so etwas passieren könnte? Und hast du jetzt gänzlich die Kontrolle über die Blase verloren? Fing es mit der Menopause an oder schon eher? Wir haben vor 8 Jahren gebaut und ich habe oft schwer gehoben. Ich denke, dass ich mir da den Rest gegeben habe. Ja, es ist ätzend so ewig auf Facharztermine warten zu müssen. Gern wüsste ich die Ursache für diesen Imperativen Stuhldrang und ob man daran noch was ändern kann.

Liebe Dasch, ich würde mich freuen wieder von dir zu lesen! Sei ganz herzlich gegrüßt!
Kasia

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01 Jun 2024 14:18 #13 von Dasch
Hallo Kasia,

das du im Moment noch nicht zur Arbeit möchtest kann ich gut nachvollziehen. Aber schön, dass du dich raus traust, auch wenn es eher im Umkreis deines Hauses ist. Ich hoffe du findest schnell einen Weg, wie du mit der Stuhlinkontinenz umgehen kannst.
Der "Unfall" war für mich schon plötzlich und überrascht. Ich habe zwar schon seit den Geburten meiner Kinder eine Belastungsinkontinenz, das waren aber eher kleine Mengen beim Husten, Niesen oder springen. Ich bin aber mit Einlagen für Blasenschwäche aus der Drogerie gut zurecht gekommen. Im November hatte ich zwar eine Blasenentzündung, habe aber absolut nicht damit gerechnet, dass ich dadurch so viel Urin verlieren könnte. Ich habe nicht die komplette Kontrolle über die Blase verloren, ich schaffe es oft ganz normal zur Toilette zu gehen. Es gibt auch Tage, da habe ich keinen großen Urinverlust, und dann aber wiederum Tage, da passiert es mehrmals am Tag (verschlechtert sich durch Stress und ist evtl. auch von meinem Zyklus abhängig). Leider kann ich es im Moment noch gar nicht voraus sehen. Das schlimmste für mich ist dann, wenn ich merke das es anfängt zu laufen, ich es aber nicht stoppen kann.
Ich bin noch nicht in der Menopause, ich bin 44 Jahre alt und dachte am Anfang, dass es vielleicht beginnende Wechseljahre sind. Im Ultraschall war aber zu sehen, dass die Eierstöcke noch auf Hochtouren arbeiten und nichts auf Wechseljahre hindeutet.
Da ich eine Essstörung habe und in schwierigen Phasen schaffe ich es nicht genügend zu essen und mache vermutlich zu viel Sport, so dass es durch die Mangelernährung evtl. zu einem Östrogenmangel kommt.
Viele Grüße
Daniela

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01 Jun 2024 23:32 #14 von martinK
Hallo Kasia

Beim ISK (Intermittierender Selbstkatheterismus, www.inkontinenz-selbsthilfe.com/ableiten...kontinenzhilfsmittel ) wird die Blase über einen Katheter entleert, den man sich selber einführt. Solltest Du nicht vollständig entleeren kannst und viel Restharn in der Blase bleibt, so kann dies einerseits zu Blasenentzündungen führen (hast Du offensichtlich nicht), andererseits besteht die Gefahr, dass die Blase mit der Zeit mehr und mehr an Elastizität verliert, wodurch sich das Problem der unvollständigen Entleerung verstärkt. Schlussendlich kann dies zu einer Überlaufinkontinenz führen, oder schlimmer, zu Rückfluss des Urins in die Nieren, welche dadurch fortlaufend beschädigt werden können. Um beides zu verhindert, wird Betroffenen der Selbstkathteterismus nahegelegt. Ich kann aber nicht beurteilen, ob dies bei Dir indiziert wäre, vermutlich nicht, sonst hätten Deine Ärzte es sicher angesprochen, als die unvollständige Entleerung diagnostiziert wurde.

Herzliche Grüsse
Martin

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02 Jun 2024 13:04 #15 von wichtel86
ISK heißt erstal Intermittierender Selbstkatheterismus - was beduetet dass man sein Blase mittels einen Katheter den man über die Harnröhre einführt komplett entleeren kann/muss um eben Infekte wegen Restharn zu verhinden und auch den Druck etwas rauszunehmen.

Spina Bifida seit 1986 und damit Blasen und Stuhlinkontinent
seit 2023 einen Pouch als Blasenersatz
bereite mich gerade auf eine Nierentransplantation vor...

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04 Jun 2024 22:26 #16 von Kasia
Hallo Ihr Lieben,
ich hoffe inständig dass mir die Blasenentleerung mithilfe eines Katheters noch lange erspart bleibt.
Was diese ganzen Abkürzungen angeht, bin ich anscheinend noch nicht so in der Materie.
Momentan ist mein Darm die größere und belastendere Baustelle. Die kleinen Unfälle häufen sich jetzt leider. Zum Glück habe ich jetzt doch noch für nächste Woche einen Termin bei einem Proktologen bekommen. Ich hoffe sehr, dass er mir weiterhelfen kann. Werde euch berichten!
Seid ganz herzlichst gegrüßt

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05 Jun 2024 06:58 #17 von martinK
Hallo Kasia

ISK ist für viele Betroffene eine grosse Hilfe, ich bedaure sehr, dass es bei mir nicht ohne Harnweginfekte klappt, sonst würde ich mich regelmässig kathetern. Der Blase würde es guttun und ich könnte die Inkontinenz reduzieren, bzw. in Kombination mit Botox vermutlich gar ganz eliminieren.

Super, dass Du die Untersuchung hast, meine findet auch nächste Woche statt. Drücken wir uns die Daumen, dass was positives dabei herauskommt!:)

Herzliche Grüsse
Martin

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05 Jun 2024 09:21 #18 von Kasia
Moin Martin,

keine Frage, dass Kathetern für viele Betroffene ne große Hilfe ist. Mir wurde vor 27 Jahren ein Blasenkatheter wegen einer Periduralanästhesie gelegt. Das war ein grausames Erlebnis. Es kam zum Spasmus des Harnleiters. Trotz Narkose untenrum war es in meiner Erinnerung sogar noch schmerzhaft. Keine Ahnung ob das Selbstkathetern dann einfacher und angenehmer sein kann?! Ich bezweifle das sehr! Ich bin froh, dass ich bislang, was Infektionen angeht, beim Restharn keine Probleme habe. Kann halt ständig und immer auf Toilette. Unterwegs habe ich keine Probleme, da kann ich ne längere Zeit gut ohne Toilette auskommen. Das Problem beginnt an der Haustür und dann schaffe ich es oft nicht.
Martin, du musst mich aber nochmal aufklären: du hast eine Blaseninkontinenz mit Restharnbildung. Weil du aber öfter/ ständig Harnwegsinfektionen hast, kannst oder darfst du nicht kathethetern und auch kein Botox verwenden? Oder ist es ein Problem der Krankenkassen?
Übrigens, seitdem ich gemerkt habe, wie viele von Inkontinenz betroffen sind, fällt es mir leichter darüber zu sprechen. Es tut unheimlich gut und erleichtert. Ich haue es jetzt oft einfach raus . Meine Freundinnen reagieren oft recht cool. Auch hier im Forum darüber zu lesen und zu schreiben, hat mir unglaublich geholfen. Habt dafür vielen lieben Dank ❣️

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05 Jun 2024 14:47 #19 von martinK
Hallo Kasia

Bei mir liegt eine sogenannte Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie. Konkret sind der Blasenmuskels und der Blasenschliessmuskel nicht aufeinander abgestimmt. Einerseits habe ich eine überaktive Blase und andererseits wenig Kontrolle über den Schliessmuskel. Dies führt zu Inkontinenz aber auch dazu, dass sich mein Blasenschliessmuskel während der Entleerung oft verspannt oder zuckt, und die Entleerung dann unvollständig ist. Vor einigen Jahren hatte ich zum Teil die Situation, dass ich gar nicht entleeren konnte. Als ich mal bei einer urologischen Untersuchung mit 700 ml Urin in der Blase keinen Tropfen herausbekam und auch keinen Harndrang spürte, war für die Ärztin klar, dass ich mich katheterisieren muss. Eigentlich ging Kathetern gut, und ich hatte weder Schmerzen noch Probleme beim Ein- und Ausführen des Katheters, nur hatte ich spätestens nach drei aufeinanderfolgenden ISK-Tagen eine Harnwegentzündung, mit der mein Körper nicht von alleine klarkam. Einige Mal hatte ich danach hohes Fieber und Schüttelfrost, das war sehr unangenehm; einmal musste ich damit am Wochenende in den Notfall, weil es mir schlecht ging. Ich versuchte mit verschiedenen Kathetern, Mannose, Cranberry Kapseln und Medikamenten, welche die Blase gegen Bakterien resistenter machen sollten, die Situation zu verbessern; nichts half.

Parallel arbeite ich daran, meinen Beckenboden besser zu spüren, und bei der Entleerung zu entspannen und mich nicht unnötig gegen den Harnverlust zu wehren; das hilft. Ich habe den Restharn schon länger nicht mehr gemessen, aber gefühlsmässig ist er nicht signifikant, und vor allem hatte ich schon lange nicht mehr, dass ich mehrere Stunden lang nicht entleeren konnte (ausser in der Nacht, aber das ist o.k.).

Die effizienteste Therapie für meine neurogene Blase wäre, Botox in die Blasenwand zu spritzen und den Blasenmuskel stillzulegen. Ich würde dann aber nicht mehr spontan entleeren können, sondern müsste den Harn über einen Katheter ableiten. Die Krankenkasse würde die Therapie und die Katheter bezahlen, aber ich traue mich nicht mehr, ISK zu machen und ein permanenter Katheter würde meine derzeitige Lebensqualität massiv verschlechtern. Die Abmachung mit meiner Ärztin ist, dass wir die Nierenwerte und mein Entleerungsverhalten über die nächsten Jahre verfolgen und situativ entscheiden. Derzeit funktionieren meine Nieren noch sehr gut und eine schnelle Verschlechterung ist nicht zu erwarten.

Toll, dass Dir die Diskussion hier hilft, Du trägst auch dazu bei! Und ja, es gibt keinen Grund, sich zu verstecken. Ich reibe meine Inkontinenz niemandem unter die Nase und versuche damit diskret umzugehen, auch zu Hause. Aber wenn die Situation es erfordert, bin ich offen, und habe bis anhin auch nie eine negative Reaktion erlebt. Letzthin habe ich mit mehreren Kollegen in einem Massenlager übernachtet, das war kein kein Problem.

Herzliche Grüsse
Martin

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10 Jun 2024 15:58 #20 von Kasia
Hallo Ihr Lieben,

ich bin mal einen Schritt weiter. Heute das erste Mal bei einem Proktologen gewesen. Nach einem netten Vorgespräch in dem ich in Ruhe meine Nöte und Sorgen vortragen konnte, ging es zur Untersuchung. Dabei kam heraus, dass ich eine Ausstülpung im Mastdarm sowie auch einen Vorfall habe. Jetzt muss ich zum Radiologen. Der soll eine Defäkographie machen. Danach wird entschieden was in meinem Fall gemacht werden muss, damit ich wieder mehr Lebensqualität bekomme. Anscheinend hängt bei mir alles ( der ganze Urogenitaltrakt) da unten tiefer. Übrigens, nur zur Info: ich habe Normalgewicht, bewege mich regelmäßig, esse kaum Fleisch, rauche nicht, trinke in Maßen Alkohol, bin in der Menopause und mir fehlen einfach diese verdammten Hormone, die das Bindegewebe zusammenhalten! Verdammte Schwerkraft!

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