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Inkontinenz vorbeugen

26 Jun 2010 12:48 #1 von Ilse
Hallo Herr Schacht,

nachdem ich mich durch die Web-Page gelesen habe, habe ich ein paar Fragen zu meiner Blase.
Auch würde ich meine Situation gerne mal öffentlich darstellen, so wie ich sie subjektiv erlebt habe.
Viilleicht werden dann Kinder mit ähnlichen Problemen in Zukunft besser verstanden und bekommen weniger Stress von ihren Eltern.

Ich (weiblich) hatte laut Aussage meiner Mutter mit ca. 3 Jahren eine schwere Blasenentzündung (kann mich an nichts erinnern).
Während dieser Entzündung mußte ich ständig auf Toilette, und nachts hat meine Mutter sofort nach jedem Einnässen meine Windel gewechselt (tapfer).
Nun als die Entzündung vorbei war, bin ich trotzdem weiter ständig auf Toilette gerannt.
Meiner Mutter ging mit mir zum Arzt, der feststellte, dass alles in Ordnung wäre. Von da an, bekam ich ziehmlich Ärger, wenn ich auf Toilette rannte.
Besonders abends, wenn ich schlafen sollte, und aber rennen musste. Sobald ich eingeschlafen war, schlief ich aber durch.
Natürlich wollte ich selbst normal sein und fing an mich zu beobachten.
Das Gefühl auf Toilette zu müssen war eigentlich ständig da. Ich gab mir Mühe es zu verdrängen.
Es fiel mir besonders schwer es zu verdrängen in Situationen, wo vorraussichtlich für längere Zeit keine Toilette erreichbar sein würde, oder eben wenn ich einschlafen sollte.
Was mich besonders wunderte war, dass das Gefühl Wasser lassen zu müssen, auch dann stark war, wenn ich gerade kurz zuvor dort war.
Und ich wunderte mich manchmal, wieviel Urin ich halten konnte, wenn ich zum Beispiel morgens auf Toilette ging, und wie wenig raus kam, wenn ich abends dringend musste.
Um das Gefühl auf Toilette zu müssen einigermassen in dern Griff zu bekommen, musste ich immer ein Stück Stoff (also eine Falte der Unterhose) am Harnausgang einklemmen.
Ohne diese Falte konnte ich erst recht nicht einschlafen.
Ich überlegte auch, ob ich es einfach falsch gelernt hatte, wie es sich anfühlt, wenn man mal muss.
Und versuchte es umzulernen (was aber eigentlich nicht gelang).

Als ich dann anfing Sex zu haben, beschloss ich, dass ich das ganze in den Griff bekommen muss, da man ja nicht während des Sexes plötzlich auf Toilette rennen kann.
Und tatsächlich lernte ich den Harndrang zu ertragen, und als Teil der Spannung beim Sex zu empfinden.
Ich gewöhnte mir auch an, beim Wasserlassen die Blase zusätzlich mit der Hand von aussen leer zu streichen
(bzw. beim Wasserlassen von aussen Gegendruck zu geben), damit ich mir ganz sicher sein konnte, dass sie wirklich leer ist.
Um dann bewusst zu mir zu sagen, nein egal wie sich das anfühlt, Du musst nicht, da ist nichts.

Mit 36 hatte ich Brustkrebs und mir wurde der Östrogenspiegel medikamentös für 2 Jahre abgesenkt.
Als Nebenwirkung wurde mir gesagt, dass sich die Gebärmutter absenken würde.
Ich habe mir nichts dabei gedacht - hatte einfach keine Ahnung, was damit alles zusammen hängt.
Inzwischen habe ich beobachtet, dass die Scheide flacher nach hinten verläuft als früher.

Ein paar Jahre später sprach mit meiner Mutter darüber und sie hat mir erklärt, dass ich dagegen Gymnastik machen müsste.
Zunächst dachte ich, ich trainiere einfach beim Wasserlassen und halte den Strahl zwischendrinn drei Mal an.
Dann fühlte ich mich jedoch plötzlich wie der Hundertfüssler, der gefragt wurde, wie er es schafft, dass seine Beine nicht durcheinander geraten,
und der dann plötzlich nicht mehr gehen kann.
Ich hörte also mit dieser Idee wieder auf.

Nun bin ich in den Wechsljahren (bin 48 Jahre alt).
Mein Frauenarzt hat mich letztes Jahr gewarnt, dass es mit dem Sitz der Gebärmutter nicht so gut aussieht (sie bewegt sich beim Drücken nach hinten) und dass ich meinen Beckenboden trainieren soll.
Ansonsten müsste ich halt bald eine Vorlage tragen, aber mit genügend Motivation könnte ich das verhindern.
Ich stelle deutlichst fest: Niedriger Östrogenspiegel (erkennbar an Hitzewallungen): Leichte Inkontinenz, hoher Östrogenspiegel (erkennbar daran, dass ich meine Tage wieder bekomme): keine Inkontinenz.
Ca. alle 8 Monate, ist es mir aber auch schon passiert, dass ich bei schnellen Bewegungen (Richtungsänderung beim Fangen spielen oder Trampolin Springen) plötzlich etwas Harn verloren habe. Zum ersten Mal vor 6 Jahren.
Wieder ist das nicht der Fall, wenn die Blase voll ist, sondern wenn sie fast leer ist.
Beim Niesen und Husten verliere ich kein Urin.
Neulich war ich erkältet und die Inkontinenz war intolerabel, obwohl ich die Blase häufig leerte, verlor ich ca. 20 ml Urin pro Tag auch ohne Belastung aber auch bei Bewgungen.
Das habe ich bei Erkältungen sonst nie. Blasenentzündungen hatte ich auch nie wieder.

Hab also gegooglet, was denn nun für eine Gymnastik helfen könnte, und bin auf diese Webpage gestossen.
Habe mir nun Scheidengewichte gekauft, und kann von Beginn an das schwerste Gewicht halten.
Habe einerseits das Gefühl das es hilft, wobei die Zeit zu kurz ist, um wirklich was zu sagen.
Auch ist die Erkältung vorbei.
Irgendwie kommt jedoch nun auch mein Kinderproblem zurück, und ich habe wieder häufiger das nervöse Gefühl auf Toilette zu müssen.

Kann man mit den Scheidengewichten irgendetwas falsch machen?
Kann ich das Gewicht halten, weil die Muskeln doch noch ganz gut funktionieren, oder weil die Scheide schon recht schräg steht?

Auf dieser Webpage habe ich gelesen, dass es 3 Schliessmechanismen gibt, die bei unterschiedliche Situationen wirksam werden.
(1) Einen Muskel für die fast leer Blase,
(2) Abklemmen der Harnröhre durch das Gewicht der Blase und
(3) Muskeln des Beckenbodens die sich reflexartig bei Belastung zusammen ziehen.

Kann es sein, dass von der Kinder-Blasenentzündung etwas mit dem ersten Mechanismus nicht stimmt?
Oder kann es sein, dass mit den Nerven etwas nicht stimmt? Oder ist das normal, wenn man ständig das leise Gefühl verdrängen muss, dass man auf Toilette müsste.
Trainiert dieses Scheidengewichts-Training auch den Muskel für die fast leere Blase mit oder wirkt es nur positiv auf den dritten Mechanismus?
Habe verstanden, dass ich viel trinken sollte und cool bleiben muss, und versuchen sollte erst auf Toilette zu gehen, wenn die Blase wirklich voll ist, da sonst alles eher schlimmer wird.

Vielen Dank
Ilse

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12 Jul 2010 15:12 #2 von dcschacht
Hallo Ilse,

aus Ihrer Schilderung kann man vermuten, das als Kind bei Ihnen eine "überaktive Blase" oder auch laienhaft "Reizblase" vorgelegen hat. Heute würde man dies medikamentös behandeln. Die Ursache lässt sich heute natürlich schlecht klären.

Es ist hinlänglich bekannt, dass zur Zeiten und nach Wechseljahren eine örtliche Hormontherapie (Salben oder Vaginalzäpfchen) Reizblase und Inkontinenz verbessert.

Die Scheidengewichte ist eine von vielen Möglichkeiten den Beckenboden zu trainieren. Bei Harndrang oder Belastungsinkontinenz ist dass schon sinnvoll.

Man sollte nicht zwingend sofort einem Harndranggefühl, wenn es kurz nach entleerter Blase auftritt nachgeben. Wasser einhalten und wenn der Drang nachlässt, dann erst zur Toilette gehen. Dadurch kann man den Speicher verbessern. Grundsätzlich sollte man unter normalen Bedingungen nicht mehrmals innerhalb von 2 Stunden zur Blasenentleerung müssen.

Da aber viele Ursachen zum Phänomen Dranginkontinenz, überaktive Blase, Belastungsinkontinenz führen können, macht es Sinn bei Beschwerden eine Abklärung durch einen Urologen durchführen zu lassen.

Ebenfalls ist es sinvoll eine gezielte Beckenbodengymnastik unter Anleitung eines Physiotherapeuten durchzuführen.

lg dsschacht

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24 Jul 2010 21:36 #3 von Ilse
Vielen Dank

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