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Cymbalta bei Harninkontinenz

14 Mär 2012 20:49 #1 von laracine
Sehr geerter Herr Dr. Schacht!

im März des Jahres jährt sich meine Prostatektomi zum 2. Mal.
Nach meiner ersten Reha im vergangenen Jahr wurde ich hier Mitglied,
um etwas zum Thema Inkontinenz zu erfahren, die ich seit der OP bis heute erdulde.

Weil ich - aus schlechten Erfahrungen während meines Krankenhausaufenthaltes - keine "konventionelle" REHA
zum damaligen Zeitpunkt wollte, verbrachte ich diese 4 Wochen in einer anthroposophischen Einrichtung.
Dieses Haus war nicht auf urologische Nachbehandlung eingerichtet, so dass ich ausser der Steigerung
des Allgemeinbefindens keine spezifische Hilfe erwarten konnte. Die 2 mal pro Woche stattfindenden
Beckenbodenübungen waren nicht wirklich dazu geeignet, an eine Wiedererlangung der Kontinenz zu glauben.
Im Anschluss betrieb ich 1/4 Jahr lang Elektrostimulation, was aber die Kontinenz wieder verschlechterte.

Weil ich davon ausging, dass ich ja nicht wirklich professionell in Beckenbodenübungen trainiert wurde,
beantragte ich im Sommer letzten Jahres noch eine zweite REHA, diesmal in einer "konventionellen" Klinik.

Die geneigten Leser sehen hieran schon, dass schon während meiner viertelährlich absolvierten Nachsorgeuntersuchungen fachärztliche Hilfe -bis heute- praktisch nicht stattfand.

So kam ich durch "Eigendiagnose" zu der Erkenntnis, dass meine Inkontinenz nicht primär durch den schlecht trainierten
Schliessmuskel verursacht wird (die Beckenbodenübungen während der zweiten REHA haben die Kontinenz wieder verschlechtert),
sondern durch eine überaktive Blase, die sich wohl seit der OP eingestellt hatte.
Während der letzten REHA wurde diese "Stressblase" nicht weiter untersucht (ich war ja kein Privatpatient)sondern versucht,
durch Medikamentierung (Mictonorm)zu mildern.
Da dieses Medikament nicht wirkte, aber die bekannten Nebenwirkungen verursachte, bekam ich ersatzweise "Cymbalta",
das ich aber während des Klinikaufenthaltes nicht mehr einnahm.

Für Nichtmediziner: Cymbalta ist eigentlich ein Psychopharmaka, wird aber auch in der Urologie bei Frauen erfolgreich
eingesetzt. Für Männer gibt es (urologisch) keine Zulassung!

Mitte Januar des Jahres habe ich diese 28 Tabletten zu je 30 mg 1 mal pro Tag eingenommen und schon während der Therapie
war die "Stressblase" und damit die Inkontinenz! verschwunden. Nach anfänglichen Magenproblemen auch völlig ohne Nebenwirkungen!
Als die Tabletten alle waren, bekam ich einen Rückfall in die Inkontinenz, wie ich sie schon ein Jahr lang nicht mehr hatte!

Meine Fragen an den Facharzt:

Ist eine Stressblase überhaupt heilbar, oder müsste ich Medikamente dagegen ständig einnehmen?

Wie komme ich an dieses - rel. teure - Medikament, wenn es mir der Urologe nicht verschreiben darf
und ich wegen "psychischen" Problemen nicht zum Psychiater müsste?
Gibt es alternative Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff?

Vielen Dank im Voraus,

Peter

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