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Ich möchte meinen Sohn so gern helfen

16 Apr 2008 11:52 #1 von Ramona1504
Hallo,
mein Sohn 8 Jahre und ich sind total verzweifelt.
Er war noch nie wirklich trocken!! Es gab mal Zeitabstände in denen nichts passiert ist, die waren allerdings nur auf Wochen begrenzt.
Er nässt tagsüber ein,( sagt wenn er sich auf andere Dinge Konzentrieren muß merkt er nicht das er mal muss)
Und Nachts schafft er nur "dicht zu halten" wenn ich ihn zweimal wecke und auf die Toilette schicke.
Ich bin eine Mutter die Kämpft und nicht aufgibt. Das gleiche gillt für meinen Sohn. Er will das es endlich aufhört.
Nicht auszudenken wenn die ersten Klassenfahrten anstehen.
Aber ich weiß nicht mehr was ich noch tun soll!!!

Kinderarzt, Kinderpsychologe, Chirotherapeut, Urologe, Heilpraktiker und Chinesiologie haben wir schon durch.
Er bekam vom Urologen zwei Jahre lang Miktonetten, die haben allerdings nur leicht geholfen, aus zweimal wecken wurde einmal, und Tagsüber ging es trotzdem noch hin und wieder in die Hose.
Der Röntgenbefund war in Ordnung Blase und Niere wären normal.
Aber irgendetwas muss doch da sein??
Kann es vieleicht mit den Hormonen zusammenhängen? Wäre ein Blutbild hilfreich? Wir wären ihnen sehr dankbar, wenn sie noch eine Idee hätten die Sie uns mitteilen. Und vieleicht wissen sie ja wie man die Ursache heraus finden kann. Denn das ist meiner Meinung am aller wichtigsten, statt ein Kind Jahre lang mit Tabletten vollzustopfen oder???

Vielen Dank für ihre Antwort
liebe Grüße von uns beiden

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19 Apr 2008 15:39 #2 von dcschacht
Hallo Ramona 1504,

Ihr Kind leidet an einer -kindlichen Harninkontinenz. Da auch tags eingenässt wird liegt meist eine überaktive Blase mit zu kleiner Blasenkapazität vor. Neben der kleinen Blase kann eine vermehrte nächtliche Harnausscheidung (z.B. durch Hormonmangel) zum nächtlichen einnässen führen. Erschwert durch fehlende Erweckbarkeit des Kindes. Vor Therapie ist eine Ursachenforschung notwendig.

Diagnostik: Ultraschall Blase und Nieren: - wie ist Blasenwanddicke? Wird die Blase nach dem Wasserlassen vollständig leer?

- Urindiagnostik mit Mikrobiologie (suche nach versteckten Bakterien)

- Harnfluss-Messung mit gleichzeitiger Messung der Muskelspannung = Flow-EMG (Suche nach Harnabflussbehinderung)

- Ganz wichtig!!! Miktionstagebuch: hier wird 1.) am Tage Trinkmenge und selbständige Toilettengänge mit Messung der Urinmenge (Messbecher) zeitgenau dokumentiert.
Beispiel: 8:00 Uhr 200ml getrunken - 8:30 Uhr Toilette und 100ml uriniert
Dokumentation auf DinA4 Zettel - 3 Spalten Uhrzeit - Trinkmenge - Urinmenge

2.) Dokumentation der nächtlichen Harnausscheidung: Windel trocken wiegen (z.B. Küchenwaage). Vor dem Schlafen Blase leeren, Windel über nacht - nicht wecken. Am Morgen Windel ab und erneut wiegen. Nettogewicht (Nassgewicht minus Trockengewicht) + 1. Harnentleerung unmittelbar nach dem Aufstehen (Messbecher) ergibt zusammen die nächtliche Harnausscheidung.

Hieraus läßt sich gut eine Störung der Blasenkapazität und/oder nächtliche Überausscheidung berechnen. Da Ihr Kind wahrscheinlich die Schule besucht bietet sich eine solche Dokumentation am Wochenende an. 6 vollständig dokumentierte Tage (3 Wochenenden) sind hilfreich.

Wenn man das alles zusammen hat, kann man meist eine passende Therapie finden.
Therapiedauer ist mit unter lang! 2 Jahre nicht selten, auch schon mal länger. Medikamente oft nötig, es gibt aber auch Verhaltenstherapie (Biofeetback). Spontanheilung im Rahmen der Pubertät wird oft beobachtet - aber bis dahin sind ihrem Kind vielleicht soziale Kontakte verloren gegangen. z.B. Übernachten bei Freunden.

Welche Therapie richtig ist ergibt sich aus o.g. Untersuchungen. Verbesserungen werden sehr oft erzielt. Vollständige Trockenheit ist stark abhängig von Mitarbeit Kind und Eltern.

Noch ein Hinweis: die abendliche Trinkmenge sollte nicht zu hoch sein! 2/3 der Tages-Trinkmenge sollte bis 18:00 getrunken sein. Süße Getränke, Säfte oder Limonaden abends vermeiden.

Wenn sie mal ein Protokoll geführt haben, können Sie das am mich faxen:
02334/52732 und wir besprechen das telefonisch.

Gruß dcschacht

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22 Apr 2008 09:46 #3 von Ramona1504
Hallo Dr. Schacht,
danke für die schnelle Antwort.
Die Idee mit dem Miktionstagebuch hatte unser Urologe nicht. Ich werde es auf jedenfall durchführen, und auch gern weiterhin mit ihnen besprechen.
Demnächst haben wir einen Termin beim Nefrologen.
Sind die Befunde die unser Doc. mit denen ähnlich?
Ich hab ja keine Ahnung.

Befund: Klinische Abdomen weich, Nierenlager frei, Blasenregion normal,Genitale frei.

Nieresonographie:Orthotope normal große Nieren beidseits mit regelrechter Paronchymbreite. Kein Anhalt für Raumfordernde Prozesse oder Nephrolithiassis. Keine Harnstauung nachweisbar.

Sonographische Restharnkontrolle: Kein Nachweis von Restharn.

Labor: Urin: BIL neg. UBG: normal, KET:neg, ASC:20+ GLU:neg.
PRO:30+, ERY:neg , PH5, NIT:neg. LEUKO: neg. , SG:1.000

Kann schon sein das die schwierigen Wörter falsch geschrieben sind, lässt sich bei mir schlecht ablesen, aber Sie wissen ja was damit gemeint ist.
Meine Frage ist nun , hat er all das gemacht was Sie auch gemacht hätten, oder hat er irgendetwas übersehen? z.b. die Suche nach den versteckten Backterien, oder das Flow- EMG?

Ich möchte hier noch ein großes Lob an Sie loswerden, es ist toll, das Sie ihre Zeit für Menschen wie uns opfern, ich meine so ohne Bezahlung, gute Tips und Möglichkeiten weitergeben, uns allen hier im Forum wieder Mut machen. DANKE SCHÖN!!!!

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23 Apr 2008 21:15 #4 von dcschacht
Hallo Ramona 1504,

auffällig am Urinbefund ist der hohe Anteil an Protein (= Eiweis). Die Maßnahmen zum Nephrologen zu schicken ist gut. (= Internist mit Spezialgebiet Niere). Es könnte sich um eine Entzündung im Nierengewebe handeln. Schon mal häufiger Mandelentzündungen gehabt???

Gruß dcschacht

ps: Vielen Dank für das Kompliment!

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23 Apr 2008 22:12 #5 von Fernet
Lieber Dr. Schacht,

jetzt bin ich aber ganz "neugierig". Ich habe in der linken Nierenloge eine ca. 3 cm Große Raumforderung. Festgestellt vor ca. 1 1/2 Jahren. Internistin sagt, "das hat jeder zweite" ... Also ich soll mir keine Sorgen machen. Auf mein Drängen hin wird es nun morgen durch MRT abgeklärt .

Erstaunlich finde ich aber die Tatsache, das Sie Mandelendzündungen mit Nierengewebe in Verbindung bringen. Seit 2 Jahren habe ich häufiger (ca. 4 mal) eine Mandelentzündung - und in vorhergehenden 40 Jahren nicht einmal. Bitte klären Sie mich doch auf.

Danke schön

und liebe Grüße

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23 Apr 2008 22:27 #6 von Ramona1504
Hallo Dr. Schacht
Ich würde sagen die Mandelentzündungen seien normal aufgetreten, in den 7Jahren circa 4 Entzündungen.

So eine Entzündung merkt man dann wahrscheinlich nicht???
Ich dachte immer wenn man eine Entzündung im Körper hat, reagiert dieser mit Fieber.

Also sollte ich die Möglichkeit bei dem Nefrologen ruhig abchecken lassen,
den Eiweiß gehalt testen und die Bakterien überprüfen lassen richtig???

Schade das Sie so weit weg von uns wohnen, sonst hätte ich mir bestimmt einen Termin in Ihrer Praxis geben lassen.

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