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Zu kleines Blasenvolumen

28 Mai 2008 15:00 #1 von Linchen
Hallo Dr. Schacht.

Ich weiß mir einfach keinen anderen Rat mehr, als mir Hilfe durch diese Internetseite zu holen!
Mein 10jähriger Sohn hat stets Probleme mit nächtlichem Einnässen gehabt. Wir sind hier in Krefeld bei einen Professor im Maria-Hilf Krankenhaus lange Zeit in Behandlung gewesen und eigendlich zu keinem gescheiten Ergebnis gekommen.
Wir haben Blasenprotokolle geführt, waren regelmäßig zur Kontrolle, wo mein Sohn dann immer viel trinken mußte, um dann den Urin so lange zu halten, wie möglich. Diese Menge der Blase wurde dann gemessen und anschließend die Restmenge in der Blase per Ultraschall nachgeschaut.
Das Schlimmste war damals, als man meinem Sohn einen Schlauch durch die Harnröhre in die Blase geschoben hat, um die Blase so mit Flüssigkeit zu füllen.
Bei allen Untersuchungen ist man aber doch nur zu dem Schluss gekommen, das seine Blase in Ordnung sei (was natürlich gut ist), sein Blasenvolumen aber sehr klein wäre.
Wir haben dann diese Klingelhose ausprobiert und haben uns eigendlich damit ganz gut helfen können.
Seit einiger Zeit ist es aber wieder sehr schlimm geworden. Fast jede Nacht macht mein Sohn wieder ins Bett. Er leidet furchtbar darunter und traut sich nicht mehr, einen Freund zum Übernachten einzuladen, da es ihm peinlich ist, wenn sein Bett nass ist.
Wir haben es auch mit der Klingelhose versucht, aber mein Sohn schläft dann so tief, das er sie nicht hört, oder erst, wenn schon alles zu spät ist. Ich bemühe mich ihn immer daran zu erinnern, am Tag viel zu trinken, da er dies gerne vernachlässigt.
Ich habe noch eine kleine 4jährige Tochter, die auch nachts schon trocken ist, aber ab und an passiert es ihr doch noch, das sie ins Bett macht. Bei ihr habe ich einen riesigen Fleck im Bett, bei meinem Sohn ist es gerade mal knapp die Hälte der Menge!!
Wie kann ich das Blasenvolumen meines Sohnens vergrößern?
Wieviel sollte er am Tag trinken, damit die Blase ein besseres Training bekommt?
Als wir noch in Behandlung waren hat mein Sohn eine Zeitlang Tabletten nehmen müssen.
Dridase hieß das Präparat. Welche genaue Wirkung diese Tabletten haben sollten, wurde aber nie erläutert!
Wie soll ich jetzt weiter machen?!
Ihn Nachts aufzuwecken, damit er auf die Toilette geht, halte ich für nicht wirklich sinnvoll, weil er doch selber merken muß, wann er aufs Klo sollte, oder?!
Klar hätte ich viel weniger Wäsche, aber meinem Sohn ist so nicht wirklich geholfen. Mein Sohn ist schon so verzweifelt, das er sich kaum traut, abends einzuschlafen, weil er Sorge hat, wieder ins Bett zu machen! Dadurch schläft er zu spät ein und ist so erst recht im Tiefschlaf, wenn er eigendlich auf die Toilette sollte. Ich bin wirklich hilflos. Ich schimpfe auch nicht mit ihm, weil ich ja weiß, das er nichts dafür kann, aber ich ersticke natürlich in Wäsche.
Meine Frage ist also, wie schaffe ich es, das Blasenvolumen meines Sohnes zu vergrößern?!!
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Mit freundlichen Grüßen
Linchen

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06 Jun 2008 19:18 #2 von dcschacht
Hallo Linchen,

das Problem des nächtlichen Einnässens ist vielschichtig.
Neben zu kleiner Blase spielt auch die nächtliche Harnproduktion eine Rolle. Vor Therapie steht immer die Diagnostik. Es scheint schon einiges gemacht worden zu sein, wobei das eine oder andere komisch klingt.

Diagnostik:
1. Protokoll mit Trink - und Urinmenge am Tag; Windelgewicht und Morgenurin für Nacht Produktion.
2. Ultraschall - wird Blase leer.
3. Flow- EMG = Harnflussmessung mit Kleber am Po, um Muskelpotential zu messen und festzustellen, ob Blase entspannt entleert wird.
4. Urinuntersuchung mit Mikrobiologie auf Bakterien.
5. Wie verhält sich Blase am Tag? Geht da auch was daneben oder muss Ihr Kind sehr plötzlich zur Toilette?

Das Wichtigste, aber auch Aufwendigste, für Sie und Ihr Kind ist ein exakt erstelltes Protokoll!

Therapie:
Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr 1-1,5 Liter;
Regelmäßiger Toilettengang am Tag alle 2-3 Stunden nach der Uhr. Eventuell Biofeetback zum Muskeltraining.
Medikamentös gibst Oxybutynin (z.B. Dridase) oder Propiverin (Mictonetten) als derzeit zulässige Therapie für Kinder.
Evtl kann über Nacht eine Therapie mit Desmopressin versucht werden (Hormontherapie).
Verhaltenstherapie - das Kind beim Bett - und Wäschemachen einbeziehen. Belohnungen bei trockenen Tagen...

Wenn alle Stricke reißen, steht instrumentelle Diagnostik und Blasendruckmessung an - bei Kindern immer mit Narkose!

Diagnostik und Therapie sind vielschichtig. Geduld bei Pat., Eltern und Arzt ist gefordert. Man kann dem Kind grundsätzlich helfen unter der Voraussetzung einer vernünftigen und geduldigen Diagnostik. Der Arzt sollte hauptsächlich Ihrem Kind, aber auch Ihnen, ausführlich erklären, was nötig ist.

Zum derzeitigen Zeitpunkt erscheint mir die Klingelhose nicht richtig zu sein. Das funktioniert nur, wenn das Kind in der Nacht auch erweckbar ist.

Der entscheidende Rat:
Suchen Sie sich einen Urologen, der Spass und Energie an der Behandlung der kindlichen Inkontinenz hat.
Man sollte Ihnen die o.g. Eckpunkte ausführlich erklären.
Leider ist das ein etwas "undankbares Feld", da sowohl zeitraubend für den Urologen als auch langwierig, weil nicht sofort Therapieerfolg, und oft teuer in der Therapie fürs Budget.
Deshalb z.B. bei Ärztekammer, KV oder Krankenkasse erkundigen, wo Spezialisten in Ihrer Nähe sind.
Zwei namhafte Experten sind Frau Marschall Kehrel in Oberursel oder Frau Professor Schultz-Lampel in Willigen-Schwenningen.

Da das Gebiet der kindlichen Inkontinenz so komplex ist, kann ich nur Anstöße geben - und hoffen, dass es Ihnen eine Hilfe für ein gezieltes Gespräch mit dem Urologen sein wird.

Gruß dsschacht

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