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ISK bei leerer oder wenig gefüllter Blase

25 Apr 2019 18:49 #1 von martinK
Hallo zusammen

Ich bin schwer Harninkontinent, spüre wenig bis keinen Harndrang und habe gemäss urodynamischer und Unroflowuntersuchungen (die leider oft nicht klappen) signifikant Restharn (bis zu 200 ml). Meine Ärztin hat aus Sorge vor einer Nierenschädigung mir empfohlen, mich einmal im Tag zu katheterisieren, damit die Blase sicher mal geleert wird. Am Anfang lief alles super, nach dem ISK fühlte ich mich sehr gut und hatte das Gefühl, dass mein sonst verkrampfter Unterleib sich dadurch entspannt.

Nun hatte ich zweimal die Situation dass ich sehr wenig Urin katheterisiert habe (einmal kam fast nichts und einmal bloss 20 ml). Beide Mal ging es mir nach dem ISK schlecht; die Blase war gereizt und ich hatte Schmerzen beim Wasserlassen. Nach dem ersten Vorfall hatte mir meine Ärztin empfohlen, nur dann zu katheterisieren, wenn die Blase einigermassen voll ist. Nur ist es so, dass ich oft wenig Wasser lassen muss - immer so schätzungsweise 100-200 ml - und dadurch kein Gefühl dafür habe, wieviel Urin sich in meiner Blase befindet, so dass der zweite Vorfall unvermeidbar war. Ich habe nun auch mit dem ISK gestoppt und werde die Situation mit der Ärztin neu evaluieren.

Dazu habe ich zwei Fragen:

1. Gibt es jemanden hier, der dasselbe Problem hat? Wie merkt Ihr, wenn Ihr kein Gefühl für die Füllmenge der Blase habt, wann es an der Zeit ist, zu Katheterisieren? Das Katheterisieren zu "timen" ist sehr schwierig, da ich ja Wasser lassen kann, dies aber bis auf wenige Ausnahmen unkontrolliert und irgendwann geschieht (die Blase meldet sich kurz und entleert sich dann - zumindest teilweise - gleich). Ich möchte das ISK nicht aufgeben, habe aber Angst, dass diese "Leerkatheterisierung" meine Blase auf die Dauer schädigen werden.

2. Was macht Ihr, wenn Ihr die Blase mit dem Katheter reizt?

Herzliche Grüsse
Martin

P.S.: Das Gute an der Sache ist, dass mein Restharn doch nicht immer so gross ist; d.h. es kommt vor, dass sich die Blase (fast) vollständig entleert....

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26 Apr 2019 18:39 - 26 Apr 2019 18:41 #2 von kleines-engelchen
Hallo Martin,

ich kenne das Problem auch. Leider habe ich seit meinen Operationen auch kein Blasendruckgefühl mehr:(
D.H. ich bekomme nicht das Signal, wann die Blase voll ist. Ich habe immer wieder mit einem Messbecher kontrolliert und geschaut bei wie viel ml ich zum WC gehe. Es waren dann immer so zwischen 150-400 ml.
Ich benutze auch ISK, da ich am Anfang gar kein Urin ohne ISK lassen konnte. Mittlerweile verwende ich den ISK nur noch spontan. Dabei kann es vorkommen wie bei dir, dass nicht mal 20 ml rauskommen. Ich verlasse mich mittlerweile dem Gefühl (Bauchgefühl) und ich muss sagen, egal wie es jetzt klingt, aber es klappt echt gut :)
Ich weis wie blöd und schwierig das ganze ist....Bei mir ist die OP jetzt 1 Jahr her und ich muss sagen mit der Zeit wird es besser und besser....
Und ich wusste auch nie wie viel ml die Blase fassen kann. Aber auch das habe ich raus gefunden. Bei 850ml wird wurde mir schlecht...das war das höchste aber auch nur 1 mal....

Was ich dir natürlich auch sehr wünsche.....
Ganz lieber Gruss und ach ja, ich hatte als auch Schmerzen und Ziehen mit ISK aber das hat sich auch gelegt....
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27 Apr 2019 08:02 - 27 Apr 2019 08:03 #3 von martinK
Liebe Simone

Vielen Dank für die nette Antwort, es freut mich, dass sich die Situation so nach Deiner Operation verbessert hat, und Du wieder spontan Wasser kassen kannst und nur sporadisch Katheterisieren musst.

Merkst Du keinen Unterschied, wenn die Blase beim ISK gefüllt oder leer ist? Bei mir war es so, dass beide Mal als ich bei (fast) keerer Blase katheterisierst habe, ich beim Entleeren einen kurzen Schmerz gespürt habe. Das letzte Mal hatte ich beim Waserlösen danach Blut im Urin (das legte sich aber schnell) und meine Blase war gereizt - ich musste am Tag nach dem ISK sicher mindestens zwanzig Mal Wasser lösen. Zudem juckte es in der Harnröhre, ich hatte Schmerzen beim Urinieren und die Blase war völlig verkrampft. Mittlerweile geht es mir wieder gut (habe viel Blasentee getrunken und das Antibiotikum, welches mir meine Ärztin für die Startphase des ISK gegeben hatte, hat möglicherweise auch geholfen), nur traue ich mich im Moment nicht, mich zu Katheterisieren.

Vielleicht mache ich beim ISK etwas falsch, führe den Katheter zu weit in die Blase ein, so dass die Blasenwand verletzt wird oder sonst was.

Liebe Grüsse, Martin

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27 Apr 2019 10:37 #4 von kleines-engelchen
Hallo Martin,

ja, so ging es mir auch. Ich hatte auch die ISK zu weit eingeführt, da hatte ich dann auch Schmerzen. Manchmal jetzt noch(aber nicht arg). Ich denke dann immer -"oh" wieder zu weit....Aber ich würde mir an Deiner Stelle keine so große Sorgen machen. Im Gegenteil ist es doch ein Fortschritt und mega erfreulich wenn nur "so wenig" durch ISK rauskommt. :) Und zudem kannst du dann sicher sein, dass die Blase vollständig geleert ist!
Vielleicht machst du auch einfach weniger ISK(reduzierst es).Bei mir ist es so, dass ich manchmal am Schluss etwas drücke aber nicht arg und dann ist die Blase auch vollständig leer. Und wenn dann mal 20-80 ml drin bleiben sollte, so meine Ärztin ist das auch völlig ok....Daher denke ich du bist auch dem richtigen WEG......

Ich wünsche Dir und allen anderen ein wunderschönes Wochenende (trotz Regen)....Doch wir haben alle hier gelernt im REGEN ZU TANZEN und das ist schön
Lieber Gruss Simone

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27 Apr 2019 11:11 - 27 Apr 2019 11:13 #5 von Sebald
Hallo,

Es kann schon sein, jedenfalls war's bei mir so, dass bei der Entleerung Falten der Blasenwand durch Unterdruck zum Katheter-Auge gezogen werden. Also v.a. am Blasenausgang.

Ich weiß nicht, welchen Katheter du benutzt. Aber eventuell könnte ein Wechsel der Marke helfen. Bei manchen Herstellern sind die Augen etwas schärfer ausgeschnitten als bei anderen. Ich hatte dieses Problem etwa bei Kathetern von Lofric.

Da du ja grundsätzlich angelernt bist, würde ich mir einfach von anderen Herstellern mal Proben kommen lassen.

Beste Grüße,
Sebald

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27 Apr 2019 13:27 #6 von jenso77
Hallo,

ich kann auch seit meiner Rückenmarksentzündung kein Wasser lassen und muss mit dem Katheter ran.
Ich habe mir angewöhnt so ca. alle 4 Stunden zur Toilette zu gehen oder bevor ich irgendwo hinfahre. Damit fahre ich eigentlich ganz gut.
Ich merke es leider auch nur das die Blase voll ist wenn sie schon übervoll ist. Dann macht sich der Druck bemerkbar und es kommt auf der Toilette auch etwas von alleine. Aber leider nicht viel. Das ist dann auf jeden Fall ein Zeichen das ich mich entleeren sollte.

Manchmal habe ich auch so ein Ansauggefühl beim Kathetern. Das habe ich aber erst seitdem ich im stehen Katheter und es kommt erst wenn die Blase schon fast leer ist. Kann mir bisher auch nicht erklären was das ist, ob ich den Katheter nicht weit genug drin habe oder zu weit. Keine Ahnung.
Manchmal ist es auch so das wenn die Blase leer wird es noch ein wenig nachtröpfelt so wie man das eigentlich kennt als man noch von alleine konnte, manchmal hört es aber auch abrupt auf ohne das noch ein Tropfen nachkommt. Ob das alles so richtig ist weiß ich auch nicht.

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27 Apr 2019 15:14 #7 von martinK
Hallo zusammen

Vielen Dank für Eure Antworten und Beiträge!

Simone, ja Du hast Recht, und ich bin auch froh darüber, dass mein Restharn nicht immer besorgniserregend gross ist, und dank dem ISK glaube ich auch, meine Inkontinenz besser zu verstehen; nicht die Ursache, aber zumindest, wie sich meine Blase füllt und entleert. Ich habe nun 18 Mal katheterisiert (1-2 Mal am Tag, wobei ich wegen der Probleme mit der leeren Blase Tage ausgelassen habe) und immer die Urinmenge, welche ich entleert habe gemessen. Meistens lag das Volumen zwischen 200 und 350 ml, es gab einen Fall mit 520 ml (da spürte ich auch ein wenig Harndrang, konnte die Blase aber vorher nicht leeren), einen Fall mit 50 ml und dann die beiden Fälle mit 20 ml und leerer Blase (da kamen nur ein paar Milliliter). Daraus schliesse ich, dass sich das Füllvolumen meiner Blase sich eigentlich in einem ganz guten Rahmen bewegt, was beruhigend ist.
Deine Erfahrungen haben mir Mut gemacht, Danke! ich werde das Katheterisieren wieder versuchen, und dabei darauf achten, dass ich den Katheter nicht zu weit in die Blase einführe (da mein Schliessmuskel eine hohe Grundspannung aufweist spüre ich sehr gut, wann sich der Katheter in der Blase befindet). Übrigens: Ich mag Deine positive und aufmunternde Art, bleibe wie Du bist! Regen mag ich, wenn er nicht zu kalt ist; früher konnte ich stundenlang im Regen rennen; heute fehlt mir die Kondition dafür :-).

Sebald, daran dass die Blase beim Katheterisieren angesaugt werden könnte, habe ich nicht gedacht, ist aber durchaus denkbar. Ich verwende das Modell SpeedyCath Flex 14 von Coloplast. Ich nehme an, dass Du als "alter Hase" Dich da auskennst. Lohnt es sich, ein anderes Modell zu probieren? Ausser bei den beiden Vorfällen mit der wenig gefüllten Blase hatte ich keine Probleme - im Gegenteil das Katheterisieren lief viel besser als ich es mir gedacht hatte und ich fühlte mich danach sehr gut und entspannt. Entsprechend wird ein Test wohl nicht ausreichen. Dennoch ist es die Überlegung Wert!

jens077, ich führe das ISK auch im Stehen durch, scheint für mich viel einfacher zu sein. Vielleicht sollte ich es aber mal im Sitzen versuchen (werde mich aber vorher anleiten lassen, habe übernächste Woche einen Termin in meinem Kontinenzzentrum und werde den Punkt dort zur Sprache bringen). "Nachtröpfeln" habe ich bis anhin nicht erlebt, ich ziehe den Katheter sehr langsam aus der Blase zurück, so, dass sie genug Zeit hat, sich vollständig zu entleeren. Aber meine Statistik ist auch sehr bescheiden (18 Mal, siehe oben).

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende. Hier in Zürich hat es aufgehört zu regnen und die Vögel zwitschern wieder!

Herzliche Grüsse
Martin
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28 Apr 2019 18:05 #8 von Sebald
Hallo Martin,

Coloplast-Katheter nutze ich auch. Allerdings den SpeediCath Compact. Der lässt sich zum Gebrauch teleskopartig ausziehen. Der hintere Teil mit den 'Augen' hat m.E. CH 12, ist also etwas dünner. Vielleicht den mal probieren? Ist aber nur eine Idee, dass es daran liegen bzw. dadurch behoben werden könnte.

Mit dem kompakten SpeedieCath bin ich jedenfalls sehr zufrieden. Finde den auch im Gebrauch praktisch.

Schönen Sonntag noch,
Sebald

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28 Apr 2019 22:09 #9 von martinK
Hallo Sebald

Ich habe inzwischen wieder zweinal katheterisiert, einmal davon kam wieder fast nichts. Aber diesmal hatte ich keine Schmerzen; war einfach vorsichtiger beim Einführen des Katheters in die Blase. Vielleicht hat das ja bereits geholfen.

Mir wurde der 14-er Durchmesser empfohlen, weil mein Schliessmuskel verkrampft ist. Scheinbar ist - zumindest bei der Pflegefachfrau, welche mich eingeleitet hat - die Erfahrung mit grösseren Durchmessern für solche Fälle besser.

Ich werde mal wie bis anhin weiterfahren, die Tipps und Erfahrungen, welche ich hier erhalten habe, waren aber sehr hilfreich, vor allem, weil ich keine Sorgen betreffend einer Langzeitbeschädigung des Harntrakts mehr habe.

Vielen Dank nochmals für die Tipps und Hinweise, falls ich doch weiterhin Probleme haben sollte, werde ich alternative Katheter ausprobieren.

Herzliche Grüsse
Martin

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15 Mai 2019 11:43 - 15 Mai 2019 11:54 #10 von martinK
Hallo zusammen

Ich möchte ein kurzes Update zu meiner Situation geben: ISK funktioniert nun sehr gut; das Einführen des Katheters braucht einfach den 'richtigen Touch' - d.h. nicht zu vorsichtig aber auch nicht zu forsch.

Allerdings bin ich darüber irritiert, dass ich immer viel weniger Urin als erwartet katheterisiere. Ebenfalls muss ich manchmal innerhalb einer Stunde nach dem Katheterisieren Wasser lassen (kürzlich dauerte es gerade mal 30 Minuten..). Kann die Niere so schnell wieder Urin produzieren, dass die Blase nach 30-60 Minuten wieder mit ca 100 ml Harn gefüllt ist (das ist die geschätzte Menge, die ich dann verliere)? Bei mir ist es zwar schon so, dass die Blase tagsüber spontan im Schnitt circa 1 Mal pro Stunde Urin abgibt, aber ich dachte immer, dass sie sich dabei nie vollständig entleert, so dass ich aufgrund einer permanenten Restharnmenge so oft Wasser lassen muss.

Was sind Eure Erfahrungen damit, wie schnell sich die Blase nach dem Katheterisieren wieder füllt, und wie schätzt Ihr ab, wieviel Urin sich in der Blase befindet, wenn Ihr katheterisiert?

Für mich ist das insofern wichtig, dass ich das Katheterisieren auch durchführe, um mir zwischendurch eine 'inkontinenzfreie' Zeit zu gönnen (z.B. für's Schwimmen oder einfach um meiner Blase etwas Entspannung vom Entleerungsstress zu gönnen ). Das richtige Timing ist für mich also relevant.

Herzliche Grüsse
Martin

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