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Harninkontinez schlechter durch Fieber (Corona)

14 Dez 2023 09:04 #11 von Helmut 60
Hallo Dasch,

mir ist es unverständlich, dass du deinen Mann noch nicht mit ins Boot geholt hast! Am Beginn meiner Kontinenzprobleme war meine Frau - noch vor den Arztbesuchen - die erste, mit der ich darüber gesprochen hatte und wir hatten gemeinsam besprochen, wie wir damit umgehen. Auch bezügliche der Inkontinenzhilfsmittel haben wir gemeinsam die Recherche betrieben, sie hatte mir von vornherein jegliche Scheu und Scham davor komplett genommen. Für sie war es eine einfache Sache - als sie ihre Hüftprothese bekam, brauchte sie Krücken, um den Alltag zu bewältigen und konnte sich selbstverständlich auch auf meine volle Unterstützung verlassen. Bei mir macht die Blase Probleme, also trage ich Windeln, um den Alltag fortführen zu können (und kann natürlich auch auf ihre Unterstützung bauen) - es ist einfach nur ein Hilfsmittel! Ich bin für sie dadurch kein anderer Mensch als vorher, und durch die kleinen Alltagsproblemchen, die durch meine Hilfsmittel einfach existieren, gehen wir einfach gemeinsam durch und nehmen auch manches einfach mit ein klein wenig Humor. Ohne meine Frau würde ich sicherlich erheblich mehr mit mir selber hadern, aber Dank ihr ist meine Harninkontinenz eigentlich nur eine kleine, relativ unbedeutende Fußnote in unserem Alltagsleben!

Alles Gute
Helmut

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14 Dez 2023 11:08 #12 von Dasch
Hallo Martin,

ich war tatsächlich schon schwimmen (bevor mich Corona erwischt hat). Ich war nur zum Training im Bad, habe mich also nicht länger dort aufgehalten. Eigentlich hat alles sehr gut geklappt. Größere Mengen Urin ich nicht verloren. Ich war vor und nach dem schwimmen auf der Toilette. Ob ich während des Schwimmens kleinere Mengen verloren habe, kann ich nicht sagen. Das merke ich im Wasser nicht, und wenn, dann ist das durch die Belastungsinkontinenz schon seit der Geburt meiner Kinder. Das einzige was sich nächstes mal anders machen würde, ich werde die Tena Pants (oder eine andere Marke) ausprobieren. Ich war in der Umkleidekabine direkt neben meinem Trainingspartner. Das Windeln aufmachen ist natürlich zu hören, ich habe versucht es leise zu machen, denke mein Trainingspartner hat das nicht mitbekommen und wenn, dann konnte es bei mir als Frau ja auch eine Einlage wegen meiner Periode sein.
Erstmal bin ich froh, dass ich mit den Windeln etwas Sicherheit habe und auch wieder raus gehe. Zuhause teste ich natürlich auch leichtere Hilfsmittel.
Ich habe inzwischen auch schon einen Verdacht, was sich negativ auf die Inkontinenz auswirkt. Schlechter ist es auf jedenfall kurz vor, bzw. Während meiner Periode. Auch kaum etwas essen (bzw. sehr kalorienarm und wasserhaltiges) und viel trinken (gibt immer noch schwierige Phasen von meiner Essstörung her, daher kann ich es dann auch nicht so einfach ändern), ist natürlich auch eher kontraproduktiv.
Mit meinem Mann zu sprechen fällt mir tatsächlich sehr schwer, unsere Ehe kriselt leider durch meine Essstörung und Depression im Moment sowieso schon, da kann ich im Moment nicht noch von der Inkontinenz erzählen.

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14 Dez 2023 11:23 #13 von Dasch
Hallo Helmut,

theoretisch sollte man in einer Ehe offen sein und dem Partner völlig vertrauen können.
Leider ist es so, dass es in unserer Ehe schon länger kriselt.
Ich bin als Jugendliche an Essstörung und Depression erkrankt. Vor ca. 20 Jahren habe ich es mit seiner Hilfe ganz gut geschafft, dass die Essstörung in den Hintergrund gerückt ist und es den Alltag nicht mehr beeinflusst hat. Seit etwa 4 Jahren habe ich einen großen Rückfall, für ihn war es unverständlich, wie eine Erwachsene Frau und Mutter von drei Kindern wieder so massiv in eine Essstörung rutschen kann (meistens bekommt man nur mit, dass Jugendliche betroffen sind, leider gibt es sehr viele Frauen in meinem Alter). Die Essstörung ist für unsere Beziehung sehr belastend. Deshalb fällt es mir schwer, auch noch von der Inkontinenz zu erzählen.
Wegen der Essstörung und Depression bin ich in Behandlung (war Ende 2020 längere Zeit in einer Klinik und bin noch in ambulanter Psychotherapie.
Liebe Grüße
Dasch

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14 Dez 2023 13:37 #14 von MichaelDah
Hallo Dasch,

das hört sich ja ziemlich kompliziert… Ich verstehe das du da nicht noch eine „Baustelle“ aufmachen willst. So eine Esstörung lässt sich nicht so einfach beherrschen und das kann in einer Partnerschaft sehr belastend werden.

Allerdings frage ich mich auch was passiert wenn dein Mann das selber herausfindet. Ich denke so etwas lässt sich in einer Beziehung nur sehr schwer „Geheim“ halten, denn man fast sich ja auch an und ist zärtlich miteinander und spätestens dann fällt das auf. Meine Frau hätte da glaube ich sehr enttäuscht reagiert und sicher gedacht ich würde ihr nicht mehr vertrauen. Allerdings war das bei mir genauso wie bei Helmut - ich fand das einfacher erst mit ihr darüber zu reden. Der gang zum Arzt war danach leichter.

Wie auch immer - jeder kann sicher für sich selbst am besten einschätzen wie der Partner auf so etwas reagiert. Allerdings denke ich das es vielleicht eine gute Idee sein könnte sich da noch mehr Hilfe zu holen. Du hast ja den Vorteil das du wegen der Essstörung noch in Behandlung bist - möglicherweise ist es eine gute Idee das Thema da auch mal anzusprechen - nicht zuletzt deshalb weil sich sowas auch gegenseitig beeinflussen kann.

Viele Grüße
Michael

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14 Dez 2023 14:39 #15 von martinK
Hallo Dasch

Super, dass Du wieder schwimmen warst und es gut ging. Zum Schwimmen (mache ich vermutlich nicht so oft wie Du, trainierst Du so richtig?) gehe ich entweder mit Pants oder sogar ohne Schutz hin. Manchmal katheterisiere ich mich zu Hause und weiss dann, dass ich für eine gute Weile Ruhe haben werde. Beim Fitness oder Tennis trage ich Pants und ziehe diese dann vor dem Duschen entweder in der Garderobe oder auf der Toilette aus. Niemand achtet darauf, was im Detail vor sich geht, und falls es jemand bemerken würde, so sind die Leute antständig genug um es diskret zu ignorieren.

Ich kann nachvollziehen, dass die eigenen Probleme auf die Dauer eine Beziehung belasten können. Da das Essen und die Stimmung zudem einen starken sozialen Aspekt haben, kann ich mir gut vorstellen, dass sich Esstörungen und Depressionen viel stärker auf das gemeinsame Leben auswirken, als die Inkontinenz. Ich wünsche Dir sehr, dass Du beides wieder in den Griff kriegst, dann wird auch der Umgang mit der Inkontinenz einfacher.

Herzliche Grüsse
Martin

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14 Dez 2023 14:51 #16 von Dasch
Hallo Michael,

es fällt mir nicht leicht, das alles zu schreiben, da ich hier "anonym" bin, und ich hier bisher sehr nett aufgenommen und beraten wurde, versuche ich es trotzdem.
Ich vermute ganz stark, dass die Inkontinenz durch meine Essstörung und Psyche ziemlich beeinflusst wird und es ohne wahrscheinlich deutlich besser wäre. Es fing an, als ich durch die Blasenentzündung das erste mal unterwegs eine nasse Hose hatte (ich hatte zwar eine Stirickjacke, die ich mir umbinden konnte, aber es war mir trotzdem sehr unangenehm). Kurz danach ist es mir mitten in einem Zoom Meeting passiert, gesehen hat man zwar nur meinen Oberkörper, da ich aber kein Hilfmittel hatte, ist alles durch die Hose auf den Boden geplätschert (mir kam es sehr laut vor, das hat man bestimmt gehört). Seit dem habe ich panische Angst, dass es mir unterwegs wieder passiert und es jeder meine nasse Hose sieht.
Psychisch vor allem auch deshalb, da es ganz oft in "Trigger" Situationen passiert. - beim Kochen, wenn der Wasserhahn plätschert, - beim nach Hause kommen, wenn ich den Schlüssel in der Handtasche suche bzw. beim Aufschließen, - kurz vor der Toilette, beim Hose runter ziehen und natürlich auch, wenn ich eine sehr volle Blase habe und nicht gleich zur Toilette kann (jetzt könnte man sagen, dass sich das ja durch regelmäßige Toilettengänge vermeiden lässt, da kommt dann aber die Essstörung und teilweise hohe Trrinkmenge dazu, so dass die Blase selbst bei einem normalen Einkauf voll ist. In unseren Supermärkten (Aldi, Lidl, Rewe) gibt es keine Toiletten für Kunden.
Körperkontakt und Zärtlichkeiten kann ich aufgrund meiner Essstörung im Moment kaum zulassen (das weiß mein Mann, deshalb ist das sehr selten geworden). Und bei einer normalen Umarmung hoffe ich, dass man nichts merkt.
Wie mein Mann reagieren würde, wenn es ihm auffällt, dass kann ich im Moment gar nicht einschätzen. Er weiß, dass ich eine schwere Belastungsinkontinenz habe und dass ich Urin verliere (er hat auch das Rezept für das Elektrostimulationsgerät gesehen), er kann sich da aber wohl nicht vorstellen, wie es sich für mich im Alltag auswirkt.
Ich habe mit meiner Therapeutin noch nicht darüber gesprochen, es aber schon überlegt, da es mir hier, als es so "schlimm" wurde erstmal sehr schlecht ging und ich nicht mehr raus wollte (das ist natürlich für die Depression wieder ein großer Rückschritt). Ich schäme mich sehr, da ich immer denke, es könnte ja besser sein, wenn ich mich "zusammenreiße", mein Ess- und Trinkverhalten anpasse würde und regelmäßig Beckenbodenübungen gemacht hätte.
Ich hoffe noch, dass es so schnell wie es gekommen ist, auch wieder weggeht (vielleicht auch wenn nach Weihnachten der Stress etwas weniger wird und alles wieder ruhiger zugeht).
Viele grüße
Dasch

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14 Dez 2023 16:47 #17 von MichaelDah
Hallo Dasch,

am Anfang ist es immer schwer über so etwas zu schreiben oder zu reden - aber man bekommt irgendwann Sicherheit. Ich drücke dir beide Daumen das du mit den beiden Problemen weiterkommst. Ich vermutet mal Weihnachten und Sylvester sind bei einer Essstörung nicht unbedingt die besten Jahreszeit weil da immer irgendwie „völlerei“ erwartet wird und die Zündschnur bei vielen oft noch kürzer ist als sonst im Jahr… Aber es sind ja nur noch gut zwei Wochen und dann wird das wieder besser :-).

Vielleicht ist ja dann wenigstens der Blasen Spuk wieder vorbei. Wenn nicht wird sich schon eine Lösung finden.

Viele Grüße
Michael

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14 Dez 2023 18:43 - 14 Dez 2023 18:46 #18 von martinK
Hallo Dasch

Ich denke, Du hast gut daran getan, Dich hier anzumelden um anonym über Deine Sorgen schreiben zu können; ich hoffe, das hilft Dir. Und denke bitte daran....Du bist nicht allein mit Entleerungsproblemen, und jeder von uns trägt seinen "Rucksack" an Sorgen und versucht, damit klar zu kommen.

Betreffend der "Trigger-Situation" würde ich nicht voreilig einen Zusammenhang zu psychischen Problemen suchen. Ich kenne das alles auch und kämpfe nicht mit Essstörungen und Depressionen. Vermutlich reagiert die Blase (und der Darm) natürlicherweise auf solche Situationen. Als ich noch kontinent war und "bloss" mit der überaktiven Blase kämpfte, war es regelmässig so, dass ich als erstes im Büro oder zu Hause aufs "Häuschen" lief, weil ich befürchtete, in die Hose zu machen. Ich frage mich vielmehr, ob Deine Blase doch nicht überaktiv ist....

Ebenfalls solltest Du Dir keine Vorwürfe wegen mangelndem Beckenbodentraining oder Deinen Essstörungen machen. Mein Verständnis vom Leben ist nicht, dass wir uns permanent "zusammenreissen" können. Natürlich kann man mit Disziplin und Willen vieles erreichen, aber nicht alles... und manchmal kann Willensstärke zu noch mehr Problemen führen. Ich hatte eine Schulfreundin, die hatte Essstörungen, weil sie alles perfekt machen wollte. Nimm Dich, so wie Du bist, mit Deinen Problemen aber auch Deinen vielen schönen Seiten, und gehe die Probleme pragmatisch an, ohne die schönen Seiten zu vernachlässigen. Aus meiner Sicht ist letzteres eminent wichtig; mich treibt die Lebensfreude an, deshalb möchte ich mich durch die Inkontinenz so wenig wie möglich einschränken lassen. Du scheinst eine passionierte Schwimmerin zu sein, das ist doch super; viele Leute wissen nicht, was sie in ihrer Freizeit machen sollen. Du hast eine coole Beschäftigung: Ich habe im Studium ein Semester lang einen Crawlkurs besucht, das war super. Ich bin kein besonders guter Schwimmer, aber seit dann kann ich einige Längen in einem entspannten Rhythmus crawlen und geniesse das total. Bei mir gehört zur Lebensfreude aber auch meine Familie. Klar ist nicht immer alles perfekt, aber es gibt viele schöne Momente und Verbindungen; diese geben mir Kraft und Lebensmut.

Herzliche Grüsse
Martin
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