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Krankengymnastik bei einer Physio Pelvica Therapeutin

19 Mai 2024 23:51 #1 von Dasch
Hallo zusammen,
wie schon in meinem anderen Artikel angekündigt, möchte ich meine Erfahrungen zu der physio Peliva Therapie schreiben. Leider schaffe ich es nicht immer gleich zu schreiben. Es ist durch meine (psychischen) Erkrankungen und mein ADHS für mich sehr schwierig und anstrengend.

Ich hatte inzwischen schon 6 Physiotherapie Termine (ich bekomme immer Doppelstunden). Die Therapeutin ist sehr nett, vertrauenswürdig und sehr kompetent. Sie hat mir in den ersten zwei Sitzungen viel erklärt und mit mir erste Übungen gemacht. In der dritten und vierten Sitzung hat sie während der Beckenbodenübungen eine vaginale Tastuntersuchung gemacht. Vor der Untersuchung war es mit etwas unangenehm wegen der Windeln und ich etwas Angst (dass es zu, urinverlust kommt). Die Therapeutin hat mit mir darüber gesprochen, mir nochmal erklärt , dass es für sie kein Problem ist und sie ja genau deswegen da ist und auch die Untersuchung macht. Sie war sehr vorsichtig und hat die Kraft und den Spannungzustand des Beckenbodens ertastet, und gefühlt, ob ich die Beckenbodenmuskeln aktivieren und anspannen kann.
Ich habe mich anfangs sehr darauf konzentriert, dass ich keinen Urin verliere, dadurch konnte ich die Muskeln nicht ansteuern. Erst als ich „losgelassen“ habe, konnte sie eine schwache Aktivität feststellen. Mir war es sehr peinlich und ich schämte mich, die Therapeutin ging aber sehr souverän damit um und hat mich ermutigt trotzdem weiterzumachen. Sie hat sich auch die Senkungen im Liegen und im Stehen, jeweils mit und ohne Belastung (Husten) angeschaut. Danach hat sie noch das Pessar angeschaut, es passt zwar, aber es ist noch Platz und ich sollte noch eine Nummer größer testen.
Muskelabrisse oder Defekt konnte sie keine spüren, aber eine Seite ist schwächer als die andere. Bei den Übungen konnte ich die richtigen Muskeln anspannen, da aber alles sehr weit ist kommt kaum etwas an. Bei schnellen Übungen kann ich schlecht entspannen und wenn eine Bewegung dazu kommt, dass kann ich die Spannung nicht halten.
Sie hat mir Hoffnung gemacht, dass sich die Senkungen bei anderen Patienten durch die Übungen um bis zu 1 Grad gebessert haben. Ich soll jetzt erstmal tgl. Beckenbodenübungen machen und kleinere Übungen häufig in den Alltag integrieren- beim warten an der Ampel, beim Autofahren …
Es hörte sich alles sehr gut an, und ich ging sehr positiv an die Sache ran. Nachdem ich jetzt ein paar Tage geübt habe und der erste Elan verflogen ist, frage ich mich, ob ich es tatsächlich schaffe, den Beckenboden zu kräftigen. Ich habe schon mehrfach (auch über längere Zeiträume) Beckenbodentraining gemacht, aber er ist seit den Geburten nicht mehr kräftiger/stabiler geworden. Das werde ich beim nächsten Termin nochmal ansprechen, und auf jedenfall die nächste Zeit weiter üben.

Auch wenn ich erstmal Angst und Scham vor der Therapie hatte, ist die Physik Pelvica Therapie für mich sehr wertvoll und hilfreich und ich kann es jedem empfehlen es auszuprobieren. Die Therapeutin hat mit mir verschiedene Übungen ausprobiert und getastet, welche Übungen für mich sinnvoll und gut durchführbar sind. Vor 10 Jahren war ich mal bei einer normalen Physiotherapeutin, das hat mir kaum etwas gebracht, die meisten Übungen konnte ich nicht umsetzen und durchführen.
Viele Grüße
Daniela

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20 Mai 2024 10:58 #2 von martinK
Hallo Daniela

Danke für den Bericht; und kein Stress mit dem Schreiben, es gibt hier keine Bringschuld...

Super, dass Du einen guten Eindruck von der Physiotherapie hast. Meine Einstellung ist, dass es sich auf alle Fälle lohnt, den Beckenboden regelmässig zu üben, nicht nur unbedingt der Kräftigung wegen, sondern auch, um überhaupt ein Gefühl für diesen Teil des Körpers zu haben. Ich habe bei mir wieder mal das Gefühl, dass da unten sich ein Stein befindet :-(, die Übungen gehen derzeit nicht besonders gut, ich kann die Anspannung nur kurz halten, das Entspannen funktioniert wie bei Dir nur sehr langsam, und wenn ich ich schnelle Bewegungen machen möchte, geht es gar nicht. Mein Vermutung ist, dass ich dort insgesamt wieder sehr verspannt bin, das merke ich an der Entleerung. Die Blase entleert sich wieder vermehrt "stakkatoartig" und auch beim Stuhlgang muss ich öfter mehr als einmal pro Tag auf die Toilette. Der ganze Unterleib scheint gereizt und verspannt zu sein. Aber ich über jeden Tag ein wenig, versuche zu entspannen und die Bewegung des Beckenbodens besser in den Griff zu kriegen. ich war vor 1-2 Jahren bereits mal in dieser Situation, vermutlich muss ich einfach wieder Geduld haben, und die Entspannung üben.

Gut auch, dass Du Dich hast entspannen können! Die Vorstellung, während der Untersuchung ohne Hilfsmittel Harn zu verlieren, ist für mich auch ein Horror, auch wenn ich mir natürlich bewusst bin, dass ich nichts dafür kann. Zum Glück ist dies mir noch nie widerfahren.

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Üben, hoffentlich spürst Du eine Verbesserung, das wäre ein grosser Aufsteller!

Herzliche Grüsse
Martin

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20 Mai 2024 19:27 #3 von Dasch
Hallo Martin,

Ich finde es sehr schwierig ein Gefühl für den Beckenboden zu bekommen. Und auch bei mir gibt es Tage, da kann ich die Übungen besser und an anderen habe ich das Gefühl, es funktioniert gar nichts. Gibt es Übungen die du zur Entspannung des Beckenbodens machen kannst. Mit hat die Therapeutin eine Übung gezeigt, bin im Moment aber nicht verspannt, bei mir war es bei der Untersuchung eine Kopfsache, bis ich loslassen/entspannen konnte..

Natürlich ist es keine schöne Vorstellung ohne Hilfsmittel Harn zu verlieren. In dem Fall war der Harnverlust während der Untersuchung im Prinzip vorher schon klar, wurde "provoziert" (Husten mit schwerer Belastungsinkontinenz). Ich habe mir Gedanken gemacht und mit der Therapeutin vorher drüber gesprochen, sie hatte einen Schutz hingelegt. Trotzdem ist es dann nicht angenehm. Ich sollte husten, so dass sie die Senkungen beurteilen kann. Sie konnte dadurch sehen, das sie Organe nach der Belastung wieder zurückgehen und nicht in der unteren Senkungsposition bleiben. Das ist zumindest ein kleiner positiver Punkt.

Liebe Grüße Daniela

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21 Mai 2024 07:05 #4 von martinK
Hallo Daniela

Meine Entspannungsübung läuft wiefolgt ab: Ich lege mich auf den Rücken und achte zuerst darauf, dass ich die Muskeln in den Beinen, Armen und die Kiefermuskeln so gut wie möglich entspanne und nur noch die Auflagepunkte des Körpers spüre (eine Physiotherapeutin verwendete für den Zustand den Ausdruck „den Körper dem Boden überlassen“, was ich passend fand). Gleichzeitig achte ich auf eine tiefe und langsame Atmung. Wenn ich einen ruhigen und entspannten Zustand erreicht habe, versuche ich langsame und sanfte Bewegungen im Beckenboden auszulösen, bei ich beim Einatmen entspanne und beim Ausatmen anspanne (also umgekehrt, als man dies intuitiv machen würde). Die feinen Bewegung führe ich ca 10 Mal durch und mache danach eine Pause von 10-20 Atemzügen, bevor ich die Übung wiederhole. Ich versuche dabei, einzelne Bereiche des Beckenbodens gezielt zu aktivieren, was derzeit gar nicht klappt und wohl auch schwierig ist.

Heute morgen ging das Üben ganz gut, aber ich habe auch Tage, an welchen ich Mühe habe, mich zu entspannen und die Bewegungen im Beckenboden zu spüren oder zu initiieren.

Ich denke es ist gut, dass sich Deine Physiotherapeutin so viel Zeit nimmt, um Deine Probleme von der physiologischen Seiten so gut wie möglich zu verstehen. Für mich war das immer wichtig, auch weil die Ärzte in der Regel bei der Konsultation viel weniger Zeit für diese Dinge haben.

Herzliche Grüsse
Martin

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21 Mai 2024 21:08 #5 von Dasch
Hallo Martin,

meine Entspannungsübung ist ähnlich.
Dann habe ich noch eine Übung aus dem Vierfüßlerstand, die entlastet zusätzlich zum Beckenboden den unteren Rücken.

Für mich ist es tatsächlich sehr gut, dass sich die Physiotherapeutin soviel Zeit nimmt, vor allem durch die Doppeltherapie. Dadurch haben wir 40 min. Zeit.
Liebe Grüße
Daniela

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