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Uniklinik Tübingen, Dranginkontinenz, Medikament Vesikur

05 Jun 2024 08:44 #11 von martinK
Hallo Daniela

Möchtest Du nicht die Abteilung, bei welcher Du die Urodynamik machen lässt, kontaktieren und nachfragen, wie Du Dich mit dem Vesikur verhalten sollst? Natürlich würde ich darauf hinweisen, dass die Therapie erst ansteht. Am Ende werden die Ärzte dort die Messung durchführen und beurteilen, und es ist meiner Meinung nach wichtig, dass sie im voraus über die Therapie Bescheid wissen und Dir allenfalls Anweisungen geben können, wie Du Dich verhalten sollst. Das Klinikum Wolfsburg in Göttingen gibt zum Beispiel die Anleitung, Medikamente für die Beruhigung der Blase zwei Wochen vor der Untersuchung abzusetzen, ausser es handelt sich um die Überprüfung der Wirksamkeit dieser Medikamente ( www.klinikum.wolfsburg.de/fileadmin/user...amik_Jan_2023_03.pdf ).

Schade, dass der Arzt sich das Tagebuch nicht angeschaut hat; ich finde solche Informationen eigentlich sinnvoll, aber vermutlich überschätze ich dies als nicht Fachmann...

Herzliche Grüsse
Martin
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12 Jun 2024 11:10 #12 von Dasch
Hallo zusammen,

Inzwischen habe ich den Bericht aus Tübingen bekommen. Wahrscheinlich habe ich doch den ganzen Stress mit der Anfahrt und die Enttäuschung, Dass die Untersuchung nicht von Frau Prof. Dr. Reisenauer gemacht wurde, nur das Negative gesehen. Der Bericht ist ausführlicher als das, was der Arzt mit mir während der Untersuchung gesprochen hat.
Der Arztbericht Aus Tübingen ist etwas anders geschrieben, aber im Prinzip kam Fast das gleiche Raus wie in der Klinik bei mir.
Gynäkologischer Befund:
Genitale relativ gut östrogenisiert.
Beckenbodenkontraktionsfähigkeit nach Oxford 2.
Die Portio deszendiert beim Pressen bis ins untere Scheidendrittel, Zystozele und Rektozele bis an den Hymenalsaum reichend
Sono: ca 50 ml Restharn, Uterus retro, Adnexe bds unauffällig Ustix unauffällig.
Der einzige Unterschied ist, dass Tübingen zuerst das Medikament Vivi Kur besuchen möchte und bei mir in der Klinik zuerst die Urodynamik gemacht werden soll.

Ich habe mich entschieden, dass ich die weitere Behandlung hier bei mir in der Klinik fortsetze und den Urodynamik Termin abwarte. Meine Frauenärztin konnte ich leider nicht sprechen, der Termin wurde krankheitsbedingt abgesagt, einen neuen Termin habe ich erst Anfang Juli. Da ich aber immer wieder das Gefühl habe, dass ich die Naht dann zu spät merke, beziehungsweise zu spät merke, wenn die Blase voll ist und irgendwie sehr wenig Gefühl da ist, Finde ich die Uroynamik wichtig und möchte nicht Absagen (falls das Medikament nicht hilft, dann müsste ich ja erneut mit langen Wartezeiten rechnen).

@Anna: vielen Dank für deine Antwort, ein Pessar nutze ich schon, erst den arabin Würfelpessar Gr. 2 und seit dem Termin in Tübingen die Gr. 3. Dadurch wird die Gebärmutter oben gehalten, die zystocele und rectozele rutschen leider trotzdem vorbei. Bei der Inkontinenz hilft mir das Pessar nicht weiter, meine Schließmuskel sind zu schwach, vermutlich durch den schwachen Beckenboden. Deshalb versuche ich auf jedenfall die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.

@ Martin: Vielen Dank für deine Mühe. Eigentlich wollte ich das mit der Frauenärztin besprechen, sie musste meinen Termin allerdings krankheitsbedingt absagen. Einen neuen Termin habe ich erst in zwei Wochen. Jetzt sind es nur noch vier Wochen bis zur UroDynamik, deshalb habe ich beschlossen, dass ich mit dem Medikament Vesikur abwarte und je nach Ergebnis direkt nach der UroDynamik starte.

Viele Grüße, Daniela

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13 Jun 2024 07:29 - 13 Jun 2024 07:33 #13 von martinK
Hallo Daniela

Zuerst vielen Dank für Deine ermunternden Worte in Kasias Thread. Heute geht es mir besser, und ich schaue vorwärts. Die ersten zwei Tage dieser Woche mit den Untersuchungen und der Immunoglobulintherapie (IVIG) waren stressig. Ich musste wegen der Therapie sehr viel Trinken und entsprechend oft entleeren. Da sich mein Blasenschliessmuskel zurzeit wegen des Rückfalls wieder mehr verspannt, „kämpfen“ Blase und Schliessmuskel miteinander, und die Entleerung erfolgt abgehackt in Unterbrüchen und erfahrungsgemäss mit Restharn. Dadurch musste ich noch viel öfter entleeren als ich es sonst schon tue. Am Dienstagnachmittag tat der ganze Blasenbereich weh, was sehr mühsam war. Immerhin hatte ich nun 1 1/2 Wochen lang gar keine Probleme mit der Stuhlkontrolle.

Ja, die Urodynamikuntersuchung würde ich auch wahrnehmen, und vielleicht hast Du Recht mit dem Entscheid, die Vesikurtherapie erst danach durchzuführen. Jetzt hast Du Dich für die lokale Klinik entschieden, ich hoffe, dass Du da gute Unterstützung erhälst und zufrieden sein wirst. Es ist sicher auch gut, dass Du nicht mehr so weit reisen musst, und wie es aussieht, ist es einfacher, einen Termin für eine Konsultation zu erhalten. Ich hoffe für Dich, dass Du da auch ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Ärzten aufbauen kannst.

Ich habe riesiges Glück mit meiner Neurologin, sie macht nicht nur einen sehr kompetenten Eindruck sondern hat auch ein breites Allgemeinwissen, und interessiert sich für alles mögliche. Zudem ist die Betreuung wirklich super. Meine Spritzentherapie findet in ihrer Praxis statt, so dass wir uns dann jeweils kurz sehen, und sie sich nach meinem Befinden erkundigt. Als ich ihr am Montag meinen Zustand beschrieb, entschied sie sich spontan, auf ihre Mittagspause zu verzichten und stattdessen mich neurologisch zu untersuchen. Das fand ich toll und bin ihr dafür sehr dankbar.

Ich wünsche Dir alles Gute für die Untersuchung, herzliche Grüsse
Martin

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13 Jun 2024 09:38 - 13 Jun 2024 16:12 #14 von Matti
Hallo Dasch,

ärztliche Berichte enthalten oft medizinisches Fachvokabular und spezifische Bezeichnungen, die für Personen ohne medizinisches Hintergrundwissen schwer zu verstehen sein können. Ich versuche mich einmal an einer Übersetzung:


Die Aussage "Die Genitalien sind relativ gut östrogenisiert" bedeutet, dass die weiblichen Fortpflanzungsorgane, besonders die Schleimhäute in der Vagina, gut durch das Hormon Östrogen unterstützt werden. Östrogen ist ein wichtiges Hormon für die Gesundheit und Funktion dieser Bereiche. Es sorgt dafür, dass die Schleimhaut gut durchblutet, elastisch und feucht bleibt. Wenn die Östrogenwerte gut sind, ist das oft ein Zeichen dafür, dass die hormonelle Balance im Körper stimmt, was insbesondere während der Wechseljahre oder bei hormonellen Problemen wichtig ist.

Der Begriff "Hymenalsaum" bezieht sich auf den Bereich in der Scheide, wo sich das Jungfernhäutchen befindet oder befunden hat. Dieser Bereich ist wichtig, wenn man über bestimmte Befunde spricht, wie zum Beispiel, wenn die Blase oder der Enddarm sich in die Scheide vorwölbt (das nennt man dann Zystozele bzw. Rektozele). In deinem speziellen Befund heißt das, dass sowohl die Blase als auch der Enddarm bis zu diesem Rand des Jungfernhäutchens vorgewölbt sind.

Der Uterus, auch Gebärmutter genannt, ist bei dir nach hinten geneigt, was man als retrovertiert bezeichnet. Das ist eine normale anatomische Variante. Die Eileiter und Eierstöcke sowie die Harnröhre und der Ausgang der Harnblase sind unauffällig, also ohne Auffälligkeiten. Bei einer Ultraschalluntersuchung wurde festgestellt, dass nach dem Wasserlassen etwa 50 Milliliter Urin in der Blase verbleiben, was als Restharn bezeichnet wird.

Wenn die Beckenbodenmuskulatur schwach ist, wie es bei dir festgestellt wurde, könnte ein gezieltes Muskeltraining, das sogenannte Beckenbodentraining, unter Anleitung einer Physiotherapeutin oder eines Physiotherapeuten helfen. Dieses Training soll die Muskulatur stärken und die Beschwerden verringern.

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, um die Probleme zu behandeln. Eine Klinik schlägt vor, erst ein Medikament mit dem Namen Vivi Kur (ich gehe davon aus du meinst Vesikur) auszuprobieren. Der Wirkstoff, den du beschreibst (ich gehe davon aus, dass du Vesikur meinst), gehört zur Gruppe der Anticholinergika und wird zur Behandlung der Symptome einer überaktiven Blase eingesetzt. Bei Namen von Medikanenten bitte auf korrekte Schreibweisen achten, oder nicht erwähnen!
Anticholinergika wirken, indem sie die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin auf die Muskulatur der Harnblase blockieren. Dadurch wird die Blasenmuskulatur entspannt und die Häufigkeit und Dringlichkeit des Harndrangs reduziert. Überdies kann sich das Fassungsvermögen der Blase erhöhen, wodurch seltener das Bedürfnis verspürt wird, die Toilette aufzusuchen.
Eine andere Klinik möchte zuerst eine Urodynamik durchführen, eine spezielle Untersuchung, die die Funktion der Blase und der Harnwege überprüft. Das kann dabei helfen, genauere Informationen über die Blasenprobleme zu bekommen und die richtige Behandlung zu finden.
Je nachdem, welche Ergebnisse diese Untersuchungen bringen, könnten weitere Behandlungen in Frage kommen. Dazu gehören zum Beispiel Änderungen im Lebensstil, Hormontherapien, spezielle Hilfsmittel zur Unterstützung der Beckenorgane (Pessare) oder auch operative Eingriffe.

Ein sehr niedriges Körpergewicht kann die Stützkraft des Beckenbodens negativ beeinflussen. Das liegt daran, dass bei Menschen mit Untergewicht oft weniger Muskelmasse vorhanden ist, auch in den Beckenbodenmuskeln. Schwache Muskeln können weniger gut die inneren Organe stützen und die Kontrolle über die Blase und den Darm verringern. Ein sehr niedriges Gewicht kann auch zu hormonellen Problemen führen, was besonders bei Frauen zu einem Rückgang des Östrogens führen kann. Östrogen hilft, die Muskeln stark und elastisch zu halten. Zudem kann ein Mangel an Körperfett das Stützen der Organe im Beckenbereich erschweren.
Eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht sind daher wichtig, um die Muskeln im Beckenbereich stark und funktionstüchtig zu halten.

Gruß
Matti

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17 Jun 2024 19:07 #15 von Dasch
Lieber Matti,

eigentlich wollte ich schon lange schreiben, im Moment ist bei mir wieder soviel los, dass ich es nicht eher geschafft habe. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Eigentlich habe ich medizinisches Hintergrundwissen (bin Krankenschwester, aber seit über 15 Jahren nicht mehr im Beruf). Viele Fachbegriffe habe ich wieder vergessen bzw. Konnte sie nicht mehr so genau zuordnen, so dass mir deine Antwort sehr hilft, alles besser zu verstehen.

Im Bericht steht: "Die Genitalien sind relativ gut östrogenisiert" Kommt das dann durch die Östrogenzäpfchen, die ich zurzeit nehme, oder sind diese eigentlich überflüssig und es auch ohne die Zäpfchen gut östrogenisiert?
Meine Gebärmutter ist wohl schon immer retrovertiert, hatte aber bisher keine Beschwerden damit. Der Restharn von 50 ml ist wohl gerade so an der Grenze, das muss dann wahrscheinlich weiter untersucht /beobachtet werden, oder sind die 50 ml normal? Spürt man selber wenn Restharn in der Blase bleibt, oder kann es nur durch Ultraschall oder Isk festgestellt werden?
Beckenbodentraining mache ich schon länger, leider habe ich es zwischendurch mal schleifen lassen, aktuell aber wieder sehr aktiv, hatte auch eine physio pelvia Therapeutin, die geschaut hat, ob ich die richtigen Muskeln steuern kann.
Ja, das Medikament heißt Vesikur, das hat wohl meine Rechtschreiberkennung falsch verbessert.
Dein letzter Absatz hat mich sehr zum nachdenken gebracht. Bisher habe ich nur von Übergewicht gelesen, dass es dadurch zu einer Verschlechterung kommen kann.
Wenn ich so recht überlege, dann ist zumindest die Belastungsinkontinenz mit meiner starken Gewichtsabnahme deutlich schlechter geworden. :(
Ich hatte auch zwar schon mal vermutet, dass es durch meine Essstörung schlechter ist. Hatte es aber eher mit Zuviel Flüssigkeit und zu wenig "festem" Essen in Verbindung gebracht.
Aktuell bin ich noch im Untergewicht, habe aber kein sehr niedriges Gewicht mehr. Trotzdem ist die Muskel-und Fettmasse evtl. noch zu wenig.
An meiner Ernährung arbeite ich, bin auch therapeutisch begleitet, aber es fällt mir noch sehr schwer. Ich esse zwar überwiegend gesund, aber wohl immer noch zu wenig, vor allem zu wenig Fett oder ich esse Zuviel, dann allerdings mit Gegenregulation).

Herzliche Grüße
Daniela

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18 Jun 2024 00:21 #16 von martinK
Hallo Daniela

Ich denke nicht, dass mehr Fett Deinen Unterleib besser stabilisieren wird, wenn schon musst Du Muskeln ansetzen. Dafür braucht es natürlich eine gewisse Menge an Proteinen, aber auch Training. Ich vermute, dass Schwimmen ganz geeignet sein könnte...

Deshalb habe ich das Gefühl, dass Deine "grossen" Entleerungsstörungen nicht muskulär bedingt sind, auch würdest Du vorwiegend unter Belastung viel Harn verlieren. Mach Dich also nicht wahnsinnig. Als ich Deine Fotos sah, hatte ich übrigens nicht das Gefühl, dass Du auffällig untergewichtig bist. Meine Frau hat - den Einfluss der Hilfsmittel auf den Fotos berücksichtigt - in etwa eine ähnliche Figur wie Du, leidet nicht unter Essstörungen und kann den Harn länger halten als viele Männer (im Schnitt sind wir zu zweit vermutlich vorne dabei :silly: ). Dies nur als Feedback von aussen; Du bist auf dem guten Weg!

Es gibt ganz viele Gründe, weshalb man Harn verlieren kann. Mein Lenden- und Beckenbereich ist vom Tennis und Skifahren sehr gut trainiert, zudem mache ich jeden Tag Beckenbodenübungen und Gymnastik für den Rücken- und Hüftbereich. Das hilft meiner Blasen- und Stuhlkontrolle leider nur bedingt, weil ich neurologische Probleme habe. Gestern hatte ich nach längerer Zeit wieder einen Stuhlunfall, der sehr frustrierend war, zumal der Stuhl eine normale Konsistenz hatte, und ich beim Kampf gegen den Verlust das Gefühl hatte, als würde ich mit meinem Schliessmuskel eine Zitrone auspressen. Vermutlich kam das Signal einfach nicht an....

Wichtig ist also, dass Du der Sache medizinisch auf den Grund gehst, das hast Du ja angestossen und brauchst nun Geduld.

Herzliche Grüsse
Martin

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