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Durchfall und Stuhlinkontinenz als Nebenwirkung von Mirtazapin

09 Mär 2020 16:23 - 09 Mär 2020 16:27 #1 von stephanw
Hallo zusammen,

ich habe seit geraumer Zeit Harninkontinenzprobleme (Dranginko) und bin auch schon eine Weile wegen Depressionen in psychotherapeutischer Behandlung. Letztes Jahr kam aufgrund vorangegangener Hörstürze und einem akuten Knalltrauma ein Tinnitus hinzu, der mir den Schlaf in den letzten Monaten geraubt hat. Aufgrund dessen hat mir mein Hausarzt Mirtazapin 7,5mg verschrieben, welches ich seit etwas über einer Woche einnehme. Ich kann seit dem super Schlafen, bin zwar tagsüber ziemlich matt, wobei sich die Abgeschlagenheit in den letzten 1-2 Tagen gebessert hat.

Was mir Sorge bereitet ist das ich in den letzten Tagen vermehrt starken überfallartigen Durchfall bekommen haben. Dabei hatte ich keine Änderungen/Auffälligkeiten bzgl. meiner Ernährung. Zwei mal habe ich nachts unbemerkt in meine Inkontinenzwindel eingekotet und auch tagsüber habe ich es einmal nicht rechtzeitig auf die Toilette geschafft und es ging in die Windel. Die meisten anderen Tage habe ich aber halbwegs normalen Stuhlgang und keine Stuhlinkontinenzproblematik, kann meinen Stuhl also "normal" auf der Toilette entlernen. Durchfall hatte neben den drei Situationen an einem weiteren Tag. Vor der Einnahme von Mirtazapin hatte ich keine nennenswerte Durchfallprobleme, es gibt also einen klaren Zusammenhang.

Folgende Fragen habe ich:

a) Hat jemand schon einmal Mirtazapin genommen und ähnliche Nebenwirkungen erlebt? (Lt. Beipackzettel ist Durchfall häufige Nebenwirkung)
b) Hat jemand Ernährungstipps die Durchfall verbesseren?
c) Gibt es zusätzliche Hilfsmittel welche die täglich Situation verbessern können?

Mir ist klar das ich schnellstmöglich zu meinem Hausarzt muss um das zu besprechen. Wäre echt ärgerlich das Mirtazapin absetzen zu müssen, weil ich endlich nach langer Zeit wieder gut schlafen konnte....

Grüße
Stephan

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26 Mär 2020 18:12 #2 von Matthias1965
Hallo Stephan,
ich lese eben gerade Deine Fragestellung.
Ich nehme sei 12 Jahren abends Mirtazapin (15mg) und morgens Citalopram.
Auch ich hatte massiven nächtlichen Durchfall über Wochen, habe es aber immer zur Toilette geschafft.
Nun stellt sich die grosse Frage, ob dieser Durchfall eine Nebenwirkung vom Medikament ist oder eine Begleiterscheinung der Depression - Stichwort: nervöser Reizdarm.
Wie auch immer, bei mir war der grosse Durchbruch, eine mehrwöchige, tägliche Einnahme von Flohsamenschalen.
Morgens zwei Teelöffel im Wasser oder Yoghurt, abends zwei Teelöffel.
Wirkt Wunder, probier es aus.
Gruss Matthias

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28 Mär 2020 22:20 - 28 Mär 2020 22:21 #3 von stephanw
Hi Matthias,

danke erst einmal für Deine Rückmeldung! Leider war es mir nicht möglich auf die Toilette zu gehen, da ich mit Mirtazapin komplett ausgeknocked war. Ich glaube meine Frau hätte neben mir eine Party feiern können, ich wäre nicht aufgewacht. So ein grandios guten Schlaf hatte ich schon lange nicht mehr!

Ich hab das Mirtazapin zwischenzeitlich in Rücksprache mit meinen Ärzten erst einmal abgesetzt und es zunächst mit Quetiapin versucht (hatte leider keine gute Wirkung) und bin jetzt bei Trimipramin. Der Durchfall ist wieder weg, somit klar ist das es am Mirtazapin lag. Ist allerdings sehr schade wegen den Nebenwirkungen, weil das Mirtazapin hat wirklich klasse gewirkt und ich hatte einen wirklich guten und tiefen Schlaf... das Trimipramin wirkt nicht einmal im Ansatz so gut. Einschlafen klappt zwar damit ganz gut, aber nicht das Durchschlafen... bin trotzdem manchmal nachts 2h wach gewesen in den letzten Tagen....

Danke für den Tipp mit den Flohsamenschalen, das würde mich fast ermutigen es doch nochmal zu versuchen.

Liebe Grüße
Stephan

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