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OP Sphinkterinsuffizienz, Inkontinenz III°

28 Apr 2022 21:39 #1 von Anna9161
Hallo,
kurz zu mir...ich bin 30 Jahre alt und habe das "Glück" seit meiner Geburtsverletzung (Dammriss 3.Grades) an Stuhl- und Luftinkontinenz zu leiden.

Meine Schwangerschaft war sehr schön und relativ Beschwerdefrei, die natürliche Geburt war okay und eigentlich verlief auch alles gut (es war erträglich). Da es mein 1. Kind ist war ich sehr tapfer und gab mein Bestes, leider habe ich seitdem allerdings diese große Baustelle weswegen ich mein 1 Jahr Elternzeit nicht wirklich genießen kann.

Ich muss dazu sagen das ich leider aufgrund von Unwissenheit, trotz guter ärztlicher Aufklärung, und eben weil es meine 1. Geburt war mein Wochenbett nicht wirklich Wortwörtlich genommen habe, ich war einfach dämlich....
Unter anderem deswegen weil es mir danach halt körperlich richtig gut ging und ich mich wirklich sehr fit gefühlt habe. Da ich während der Geburt eine PDA bekam, habe ich die Versorgung des Damms usw nicht wirklich gespürt und auch Stunden/Tage danach keinerlei Schmerzen oder Unangenehmes gespürt, ohne extra Medikamente.

Als mein Kind etwa 5 Monate alt war, merkte ich eben das etwas nicht stimmt und nun habe ich halt den Salat. Ich war so naiv und glaubte das gibt sich wieder, der Körper brauch halt seine Zeit zur Regeneration.

Ich war zuerst bei meinem Gynäkologen, dann in der Geburtsklinik. Bei letzterer wurde ich zu einer Fachklinik für End- und Dickdarmleiden überwiesen, bei der ich gestern meinen 2. Termin beim Chirurgen hatte.
In 8 Wochen habe ich nun meinen OP-Termin dort im örtlichen Uniklinikum.

Ich weiß nicht so recht ob ich mich freuen soll wegen der anstehenden OP, weil ich es mir so schlimm nicht vorgestellt habe.
10 Tage stationärer Krankenhausaufenthalt plus 4-6 Wochen nichts tun. Der Arzt meinte ich darf wirklich nichts tun, kein Haushalt, keine Kinderbetreuung usw. mehr ausruhen als im Wochenbett nach Geburt.

Wie zur Hölle soll das bitte gehen?
Zum Zeitpunkt der OP ist mein Säugling 10 Monate alt, wir stillen noch fast voll.
Essen ist für mein Kind eher uninteressant, Flasche mit PRE oder Wasser möchte er nicht.
Nachts i.d.R. Alle 1-2 Std stillen.

Der Chirurg meinte es würde sehr schwierig werden wenn ich mein Kind mitnehme, da ich mich nicht selbst darum kümmern könnte.
Auf direkte telefonische Nachfrage bei der Uniklinik hieß es aber es wäre kein Problem mein Kind mitzunehmen umd mein Mann darf dann gegen Zuzahlung auch mit.

Selbst nach den 10 Tagen Aufenthalt im Krankenhaus weiß ich nicht wie ich diese 6 Wochen bewältigen soll. Klar bekomme ich aufgrund des zarten Alters meines Kindes ein bisschen Unterstützung von der Krankenkasse, nachts ist trotzdem niemand da und hilft uns.

Ich habe Angst, dass ich zum Abstillen gedrängt werde, weil die Ärzte meinen sie wüssten alles besser und mein Kind sei schon so alt fürs Stillen. Oder es gibt keine Stillfreundlichen Medikamente für mich, weil Schmerzmittel und Antibiotika auf mich zu kommen. Die möchte ich aber eigentlich nicht nehmen, werde da wohl keine Wahl haben.

Hat zufällig jemand eine derartige OP schon gemacht bekommen oder hat diese noch vor sich?

Ich habe Angst, Angst das mein scheiß Problem vielleicht trotz OP bestehen bleibt.
Angst das es vielleicht nicht hinhaut ohne künstlichen Darmausgang.
Angst das ich danach vielleicht noch größere Probleme haben werde.

Anbei noch ein Foto vom Bericht des Chirurgen.

Über Tipps und Ratschläge bin ich sehr dankbar.

Grüße Anna
Anhang:

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30 Apr 2022 16:44 #2 von Anschie
Hallo Anna,

Dein Problem kenne ich nur zu gut.
Bei mir fing das Drama erst vor 9 Jahren im Alter von 49 Jahren an.
Bei mir hat man auch eine Narbe am Schließmuskel aufgrund der Geburt meines Sohnes (
1994) festgestellt. Dazu kam noch nun durch die Jahre hinweg eine Beckenbodenschwäche hinzu, was das ganze Problem dann vervollständigt hat und ich mittlerweile eine Stuhlinkonti Grad 3 hab.
Mir fällt es extrem schwer, das zu akzeptieren und suche ständig nach einer Lösung.

Ich kann dir nur raten und dich ermutigen, lass dich auf jeden Fall operieren. Je frischer diese Narbe am Schließmuskel ist, desto besser sind die Prognosen nach solch einer OP.
In welcher Klinik wirst du denn operiert?

Du bist noch so jung, du musst auf jeden Fall alle Möglichkeiten ausschöpfen, die dir geboten werden.
Und für die Versorgung deines Kindes, wende dich mal an deine Krankenkasse. Erkläre dort deine Situation, sie können dir bestimmt weiterhelfen.
Du hast auf jeden Fall Anspruch auf eine Haushaltshilfe, die dich auch unterstützen kann, wenn du wieder zu Hause bist und du dich entsprechend schonen musst.
Ich stell mir deine Situation gewiss nicht einfach vor, aber nutz diese Chance, es gibt bestimmt Wege dir zu helfen.
Wünsch dir alles Gute und viel Kraft!
Halte uns auf dem Laufenden, wie es dir geht!

Anschie

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01 Mai 2022 00:08 #3 von Lululu
Hallo Anna,

Bei letzterer wurde ich zu einer Fachklinik für End- und Dickdarmleiden überwiesen, bei der ich gestern meinen 2. Termin beim Chirurgen hatte.
In 8 Wochen habe ich nun meinen OP-Termin dort im örtlichen Uniklinikum.

Lt. Befund bzw. Plan soll der Schliessmuskel wieder hergestellt werden - also rekonstruiert. Ich habe gelesen, dass man das macht, wenn im Ultraschall ein Riss im Schliessmuskel nachgewiesen werden kann. Wenn das bei dir der Fall ist, dann dürfte die OP erfolgreich sein!

Deine übrige Situation ist natürlich nicht schön. Wäre es eine Alternative, wenn du mit Mann & Kind stationär bist und er dir dann behilflich ist beim stillen ? Mit 10 Monaten ist dein Kind doch nicht zu alt für's stillen!!! So ein Blödsinn!
Es gibt die Möglichkeit, dass dein Mann für eine bestimmte Zeit im Jahr krank geschrieben werden kann, wenn seine Anwesenheit aufgrund deiner Erkrankung notwendig ist. Aber wer das jetzt macht, kann ich dir nicht sagen - und ich weiss auch nicht, für wie lange das geht. ABER ES GEHT!
Deine Krankenkasse wird da Auskunft geben können.

Sieh es positiv: Du hast beste Chancen, dass deine Inkontinenz durch die OP behoben wird - diese Chance hätte ich auch gern ;-)

Ich drücke dir die Daumen!

Beste Grüße
Lululu

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01 Mai 2022 08:48 #4 von Anna9161
Hallo Anschie,
Vielen Dank für deine lieben Worte.
Tut mir auch sehr leid für dich, dass du unter dem selben Problem leidest.
Das Los einer Mutter ist physisch betrachtet definitiv kein Glückslos.

Ich werde im Uniklinikum Mannheim operiert.

Habe schon mit der Krankenkasse gesprochen, die würden auch die Haushaltshilfestunden umwandeln in Verdienstausfall Stunden für meinen Mann.

Einfach wird das ganze trotzdem nicht. Die meisten Männer haben für Kleinkinder einfach nicht die selbe Geduld und die selben Nerven wie eine Frau. Mein Mann ist da sowieso sehr schnell überfordert und gereizt.

Zum Glück bekomme ich viel Unterstützung von meiner und seiner Familie.

Für mich persönlich ist es trotzdem eine sehr große Herausforderung.

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01 Mai 2022 09:03 #5 von Anna9161
Hallo Lululu,
Danke dir für die lieben Worte das macht mir Mut.

Ich versuche meinen Mann und unseren Zwerg mit stationär unter zu bekommen, laut direkter Klinikauskunft sollte das möglich sein. Mein Mann muss mir dann helfen beim Stillen. Problematisch ist halt hauptsächlich nachts. Mein Mann hört den kleinen meistens nicht oder erst wenn er sich schon richtig wach geschrien hat. Aber naja da muss er dann durch.

Tut mir sehr leid, dass du auch unter dem selben gesundheitlichen Problem leidest.

Ich weiß von meinem Gynäkologen das eigentlich sehr viele Frauen die natürlich gebären unter dem Problem leiden, die meisten schämen sich nur dafür und belassen es dabei.

Wenn man jung ist und keine oder wenige Probleme damit hat, kommt aber spätestens mit der Hormonumstellung bzw. Wechseljahre die dicke Keule auf einen zu, nur ist es dann meistens zu spät.

Ich hab auch mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass da früher die Geburtennachsorge eher schlecht war.
Meine Mutter leidet selbst auch unter dem Problem und so richtig wahrgenommen hab ich es auch erst seit ich selbst darunter leide. Mein Bruder wurde natürlich geboren und meine Schwester und ich als Zwillinge haben auch auf natürlichem Weg ihr dann leider den Rest gegeben.

Alles Gute auch für dich.

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01 Mai 2022 12:53 #6 von Nelli33
Hallo Anna,
leider kann ich dir bei deinen Fragen nicht wirklich helfen.Ich leide unter Blasenbeschwerden und strebe auch keine OP an.Aber wegen den Medikamente brauchst du dir keine Gedanken machen.Ich hatte nach meinem Kaiserschnitt auch Schmerzmittel und Antibiotika bekommen und voll gestillt.Sag es nur den Ärzten und Schwestern ,dann werden Medikamente gegeben,die "Stillverträglicher" sind.Vielleicht wäre nach der OP ein Beistellbett eine alternative.Wir hatten damals für unser zweites Kindern ein normales 140x70 Gitterbett zum Beistellbett umgebaut.Dann hättest du dein Kind zumindest Nachts in Stillnähe.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft.
Liebe Grüße Nelli

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03 Mai 2022 13:20 #7 von Anna9161
Hallo Nelli,
Vielen Dank für deine lieben Worte.
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