file Frage Hilfe mein Sohn (7) kotet sich ein

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11 Monate 1 Woche her #50230 von Woody
Hilfe mein Sohn (7) kotet sich ein wurde erstellt von Woody
Hallo zusammen,

ich hoffe mir kann jemand aus Erfahrung weiterhelfen.
Mein Sohn war mit 2,5 Jahren trocken und hat dann ungefähr ein Jahr später angefangen sich wieder einzukoten, aber nur so 2-3 Monat. Erst dachten wir, dass sich das wieder gibt, aber mit 4 Jahren war es immer noch da. Also gingen wir zum Kinderarzt. Die Häufigkeit änderte sich und es gab immer Phasen wo es wenig bis gar nicht war und Phasen wo es täglich mehrmals passierte. Wir gingen zum Kinderarzt und er meinte wir sollten testen auf Lebensmittelunverträglichkeiten. Mit testen war gemeint, dass wir die Lebensmittel einfach weglassen sollten. Wir haben dann erstmal Laktose weggelassen.
Das änderte nichts. Wir nochmals zum Arzt wir sollten Gluten und Fruktose weglassen. Ich mich also informiert.
Gluten weggelassen und bei Fruktose hörte es dann bei mir auf. Wo soll ich damit anfangen und wo aufhören. Vor allem gibt es dazu ein Atemtest. Ich also wieder zum Arzt. Er wollte das ganze nicht hören und sagte es geht nur so. Und dann warten wir am besten nochmal ab, eventuell verwächst es sich auch.
Wir ratlos, aber machten es erstmal so. Anfang des Jahres waren wir wieder beim Arzt, weil wir darauf gedrängt haben, hat er uns wiederwillig zum Kindergastro überwiesen. Dort haben sie eine Stuhlprobe genommen, ein Ultraschall gemacht und Blut abgenommen. Sie konnten nichts finden. Des Weiteren haben wir gleichzeitig einen Psychologen aufgesucht.
Der Psychologe sagt mit ihm ist alles okay und die Kindergastro schließt auf ein Problem mit dem Beckenboden. Wir sind jetzt schon 6 Monate bei der Physio und es ist nicht besser sondern schlechter geworden.
In der Schule führt es mittlerweile zu Problemen. Die eine Lehrerin meint wir benötigen einen Integrationshelfer. Die andere Lehrerin schreibt mit, dass manche Eltern sich in so einem Fall Monate für frei nehmen würden und der Kinderarzt meint warten wir mal ab. Wir sind verzweifelt. Es gibt keine richtige Diagnose.
Warum kann denn mal keine Darmspiegelung gemacht werden. Wir finden es komisch, wenn unser Sohn eine Darminfektion hatte, hatten wir immer 3-4 Wochen keine Unfälle und es gibt Tage da kotet er 3-4x ein und geht ein fünftes Mal auf die Toilette und legt ein riesigen Kothaufen in die Toilette. Die Konsistenz ist meist breiig und auch oft ockerfarben. Des Weiteren kotet er sich manchmal breiig ein und ein paar Minuten später geht er mit einer normalen Konsistenz auf die Toilette. Da kann mir doch keiner sagen, dass dies nur am Beckenboden liegt.
Wollten eine Zweitmeinung einholen, aber die Klinik meinte das wir besser bei der jetzigen aufgehoben sind. Was gibt es noch für Möglichkeiten?

Lieben Gruß
Eva

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  • Matti
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11 Monate 1 Woche her - 11 Monate 1 Woche her #50231 von Matti
Matti antwortete auf Hilfe mein Sohn (7) kotet sich ein
Hallo Eva,

Aufgrund der von dir beschriebenen Symptome und der Vorgeschichte könnte es tatsächlich sinnvoll sein, die Möglichkeit einer Enkopresis in Betracht zu ziehen.
Was du schilderst, lässt stark an eine Enkopresis denken. Medizinisch kann ich dies selbstverständlich nicht bewerten, jedoch gibt es viele Indizien, die dafür sprechen. Ich empfehle, die Ärzte gezielt auf die Option einer Enkopresis hinzuweisen. Die bisherigen Therapieansätze der Ärzte deuten bereits auf eine Behandlung bei Enkopresis hin.

Was ist Enkopresis?
Enkopresis ist ein Zustand, bei dem ein Kind unwillentlich Stuhlgang hat, nachdem es bereits gelernt hat, seine Ausscheidungen zu kontrollieren. Dies geschieht oft in Form von unwillkürlichem Einkoten und ist eine häufige Problematik bei Kindern im Vorschul- und Grundschulalter. Es gibt oft verschiedene Ursachen, und es ist wichtig, die zugrunde liegenden Faktoren zu identifizieren.

Symptomatik der Enkopresis:

Unwillentliches Einkoten:
Das Hauptsymptom der Enkopresis ist das unwillentliche Einkoten von Stuhl, nachdem das Kind bereits die Fähigkeit erlernt hat, seine Ausscheidungen zu kontrollieren. Dies geschieht häufig in sozialen Situationen, zu Hause oder in der Schule.
Häufigkeit und Variabilität: Die Häufigkeit des Einkotens kann variieren. Manche Kinder haben an manchen Tagen mehrere Unfälle, während sie an anderen Tagen weniger oder gar nicht einkoten. Oft gibt es Phasen, in denen das Einkoten zunimmt oder abnimmt.
Stuhlgangkonsistenz: Häufig sind die Kinder, die an Enkopresis leiden, verstopft, was zu einer breiigen oder flüssigen Konsistenz des Stuhls führen kann. Es kann auch vorkommen, dass ein Kind in kurzen Abständen sowohl breiigen Stuhl als auch normal geformten Stuhl absetzt.
Scham und Verlegenheit: Kinder mit Enkopresis fühlen sich oft schäbig oder verlegen über ihr Verhalten, was zu emotionalen Problemen und sozialer Isolation führen kann. Sie können sich weigern, an bestimmten Aktivitäten teilzunehmen, aus Angst, dass sie sich in der Öffentlichkeit einkoten.
Häufige Toilettenbesuche: Einige Kinder mit Enkopresis neigen möglicherweise dazu, häufig die Toilette aufzusuchen, was frustrierend für sie selbst und für die Erwachsenen in ihrer Umgebung sein kann.
Begleitende Symptome: In einigen Fällen können auch andere Symptome auftreten, wie Bauchschmerzen, Blähungen.

Krankheitsbild der Enkopresis:


Ursachen: Enkopresis kann verschiedene Ursachen haben, darunter:
Verstopfung: Oft liegt eine chronische Verstopfung vor, die dazu führt, dass sich Stuhl im Darm ansammelt und das Kind den Stuhl nicht mehr kontrollieren kann.
Emotionale Faktoren: Stress, Angst oder traumatische Erfahrungen können ebenfalls zu Enkopresis beitragen. Kinder können aus Angst vor Schmerzen, die mit dem Stuhlgang verbunden sein können, dazu neigen, den Stuhl zurückzuhalten.
Organische Ursachen: In seltenen Fällen können körperliche Probleme (z. B. Fehlbildungen im Bereich des Anus oder des Rektums) eine Rolle spielen.
Schulische und soziale Auswirkungen: Enkopresis kann erhebliche Auswirkungen auf das Sozialverhalten und das Selbstwertgefühl des Kindes haben. Die Stigmatisierung von Gleichaltrigen kann dazu führen, dass das Kind isoliert wird oder in der Schule Probleme hat.
Diagnose: Die Diagnose wird meist durch eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung gestellt. Ärzte können auch Empfehlungen für Tests geben, um organische Ursachen auszuschließen.

Behandlung: Die Behandlung der Enkopresis kann verschiedene Ansätze umfassen, je nach den zugrunde liegenden Ursachen. Dazu gehören:
- Ernährungsanpassungen und Flüssigkeitszufuhr, um Verstopfung zu vermeiden.
- Verhaltenstherapie, um emotionale Probleme anzugehen.
- Physiotherapie für den Beckenboden, wenn physiologische Probleme im Vordergrund stehen.
- Medikamentöse Behandlung, in manchen Fällen zur Unterstützung der Stuhlregulation.
- Psychoedukation für Eltern und Kinder, um den Umgang mit der Situation zu verbessern.

Insgesamt ist es wichtig, dass die Enkopresis als ernst zu nehmendes Problem betrachtet wird, das häufig Hilfe und Unterstützung benötigt. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung kann die Lebensqualität des betroffenen Kindes erheblich verbessern.

Woran könnte man Enkopresis erkennen?
In deinem Fall spricht einiges für Enkopresis:
Dein Sohn war ursprünglich trocken und hat dann wieder Schwierigkeiten mit dem Einkoten entwickelt.
Die Häufigkeit des Einkotens hat geschwankt, was darauf hindeutet, dass es möglicherweise emotionale oder psychologische Faktoren geben könnte, die das Verhalten beeinflussen.
Das Gefühl der Verzweiflung und die Herausforderungen in der Schule, die mit den Unfällen zusammenhängen, können den Druck auf den Jungen erhöhen, was das Problem weiter verstärken kann.

Mögliche Behandlungsansätze:
Die Behandlungsmöglichkeiten für Enkopresis sind vielfältig und hängen von den zugrunde liegenden Ursachen und der Schwere des Problems ab.
1. Ernährungsanpassungen
Ballaststoffreiche Ernährung: Eine ballaststoffreiche Ernährung hilft, den Stuhl zu erweichen und die Darmbewegung zu fördern. Empfehlenswerte Nahrungsmittel sind Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.
Flüssigkeitszufuhr: Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (insbesondere Wasser) ist entscheidend, um den Stuhlgang zu regulieren. Eltern sollten darauf achten, dass das Kind täglich genug trinkt.
Regelmäßige Essenszeiten: Regelmäßige Mahlzeiten können den Stuhlgang fördern und eine Routine schaffen, die das Kind beim Toilettentraining unterstützt.
2. Medikamentöse Behandlung
Abführmittel: Abführmittel wie Laktulose oder Macrogol können helfen, den Stuhl weicher zu machen und Verstopfung entgegenzuwirken. Diese Mittel werden oft kurzfristig eingesetzt, um den Bauch zu entleeren und eine angenehme Stuhlregelung zu erreichen. Die Behandlung sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Stuhlweichmacher: Diese Medikamente helfen, den Stuhl zu weichen und können bei Kindern mit schwerer Verstopfung verschrieben werden.
3. Verhaltenstherapie
Toilettentraining: Kinder sollten ermutigt werden, regelmäßig die Toilette aufzusuchen, insbesondere nach den Mahlzeiten. Es ist wichtig, dass dies in einem stressfreien und positiven Umfeld geschieht.
Belohnungssysteme: Positive Verstärkung durch Belohnungen kann helfen, die Motivation des Kindes zu steigern. Kleine Belohnungen oder Anreize, wenn das Kind erfolgreich auf die Toilette geht, können hilfreich sein.
Verhaltenstherapeutische Interventionen: Bei emotionalen oder psychologischen Problemen, die zur Enkopresis beitragen, kann die Zusammenarbeit mit einem Psychologen sinnvoll sein. Dies kann durch Gesprächstherapie oder andere therapeutische Ansätze geschehen, um mit Stress, Angst oder anderen Problemen umzugehen.
4. Physiotherapie
Beckenboden-Physiotherapie: Eine spezialisierte Physiotherapie kann helfen, die Muskulatur des Beckenbodens zu stärken und zu entspannen. Die Therapie kann gezielt auf das Erlernen der korrekten Muskulatursteuerung abzielen, was für einige Kinder hilfreich ist.
Physiotherapeutische Übungen: Bestimmte Übungen können dem Kind helfen, die Kontrolle über seine Darmentleerung zurückzugewinnen und die Muskulatur des Beckenbodens zu stabilisieren.
5. Psychoedukation
Für die Familie: Eltern sollten informiert werden über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Enkopresis. Wissen kann helfen, den Druck auf das Kind zu verringern und eine unterstützende Umgebung zu schaffen.
Für das Kind: Kinder sollten in einem altersgerechten Rahmen verstehen, was mit ihrem Körper passiert und dass nicht alle Kinder die Toilettennutzung gleich gut lernen. Die Aufklärung kann dazu beitragen, Schamgefühle zu reduzieren.
6. Regelmäßige Nachsorge
Kontinuierliche ärztliche Begleitung: Regelmäßige Besuche bei Kinderärzten oder Fachärzten sind wichtig, um den Fortschritt zu überwachen und Anpassungen an der Therapie vorzunehmen. Dies ist besonders wichtig, um Rückfälle zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Behandlung effektiv bleibt.
7. Integration in den Alltag
Zusammenarbeit mit der Schule: Eine enge Zusammenarbeit mit Lehrern oder Schulpsychologen kann helfen, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, das dem Kind hilft, eventuelle emotionale oder soziale Schwierigkeiten zu überwinden. Kindergerechte Unterstützung: Soweit möglich, sollte ein unterstützendes Umfeld geschaffen werden, sowohl zu Hause als auch in der Schule. Eine enge Zusammenarbeit mit den Lehrern und eventuell ein Integrationshelfer können das Vertrauen des Kindes fördern und es ihm erleichtern, mit der Situation umzugehen.

Die Behandlung von Enkopresis erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl körperliche als auch emotionale Aspekte berücksichtigt. Da jedes Kind einzigartig ist und unterschiedliche Ursachen für seine Erkrankung haben kann, ist es wichtig, einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen und bei Bedarf Experten zu konsultieren. Geduld, Unterstützung und Verständnis sind entscheidend, um das Kind auf dem Weg zur Besserung zu begleiten.
Es ist wichtig, den Prozess nicht zu überstürzen. Es kann hilfreich sein, eine klare Kommunikationslinie mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten aufrechtzuerhalten und regelmäßig Rücksprache zu halten. Versucht, Geduld zu haben, da sich die Situation oft nicht sofort löst.

Ich hoffe, dass euch dieser Überblick hilft, möglicherweise mehr Klarheit über die Situation zu gewinnen und die nächsten Schritte zu planen. Es ist verständlich, dass ihr euch in dieser Situation unsicher und frustriert fühlt, aber es gibt Hilfe und Unterstützung.
Alles Gute für euch und euren Sohn!

Lieben Gruß
Matti

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